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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WIZARD, CHIMAERA, DEATH TERROR, EDGE OF THORNS, SLAVERY
Ort Koblenz, Kurt-Esser-Haus
Datum 04.05.2002
Autor Thorsten Dietrich
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Da freut man sich auf einen geilen Metalabend und dann regnet es den ganzen Tag aus Kübeln, da bekommt man richtig Laune! Also Manowar CD ins Auto und Laune erzeugen, so kamen wir dann in Kobelenz an, Kollegen Webmaster Andy und Aline. Für 5 Bands, wobei Wizard Headliner waren, waren 9 € VVK und 11 € AK ganz ok. Als wir um 19.50 h ankamen spielten schon Slavery auf der kleinen Bühne. Mit Ihrem, sagen wir mal Mix aus Thrash / Death und Gothic, waren sie mir aber noch nicht ausgereift genug, paar Monate mehr im Proberaum und paar Konzerte mehr würden helfen. Der Sound war wie fast den ganzen Abend scheiße.


WIZARD

Nach kurzer Pause kamen Edge Of Thorns, bei denen ich aufgrund des Namens an Savatage dachte. Weit gefehlt, sie spielen zwar auch Power Metal mit Keyboards, jedoch singt der Sänger sehr facettenreich, so dass die Musik mal einen Gothic oder einen Power Metal Touch hat. Es geht so etwas in die Moonspell, Heavenwood Ecke, gemixt mit Power Metal. Diese Mischung steht der Band gut zu Gesicht. Das Publikum hatte auch seinen Spaß. Aber dieses Piepen war echt schwer zu ertragen und deshalb ging ich ab und an raus. Ob es am Mischer oder der Anlage lag, entzieht sich meiner Kenntnis.
Dann folgten Death Terror, die wie Edge... auch ein Demo draußen haben. Man spielte paar eigene Songs und viele Coverversionen. Spielerisch war alles noch nicht so auf der Höhe, dies machte man mit guter Laune, einer engagierten Performance und gut ausgewählten Coversongs (u.a. von Priest, Metallica, Slayer, Maiden) locker wett, so dass das Publikum gut ausrastete.


WIZARD

Die vorletzte Band war Chimaera, die vor kurzem einige Umbesetzungen hatten. Sänger Pan hatte das Konzert organisiert und hatte den ganzen Abend ganz schön Stress und lief sich die Hacken ab. Ich glaube der Bassist spielt noch Gitarre bei Epitaph, die ich einen Tag zuvor im HOT sah. Ein Gitarrist kommt aus Düsseldorf und ein anderer Musiker scheint aus Saarbrücken zu kommen, eine sehr verstreute Truppe! Auch sie hatten einen miesen Sound. Die Band war spielfreudig und bot mit ihrem Mix aus Power Metal und leichten Thrash-Anleihen gute Songs dar. Sänge Pan suchte immer Kontakt mit dem Publikum und hat alle Posen drauf, die ein Frontmann braucht! Es wurde die Matte geschüttelt zu Songs wie "Metalians, Live By Battle" (jawoll!) oder dem thrashigen "Kabularasa". Die haben Potential! Nach einer Zugabe war Schluss und Zeit für Wizard. Wir hatten aber ohne Ende Kohldampf und gingen erst mal zu Mc Doof!

     
CHIMAERA (beide Bilder)

Nach der Spachtelei kamen wir zu Wizard fast pünktlich wieder, deren Intro "Bound By Metal" wir verpassten, der zweite Song "Iron War" war für mich der erste Höhepunkt von vielen und zeigt, wie gute Songs Wizard schreiben, die sich nicht hinter Sacred Steel o.ä. verstecken müssen. Man bot einem Querschnitt der 4 Alben und mir fiel direkt auf, dass bei Wizard, im Gegensatz zu Manowar oder Rhapsody, die Bandmitglieder Backingvocals beisteuern. Das gibt ein tolles Livefeeling, Drummer Snoppi und der Ersatzbasser, dessen Namen ich vergaß, er sah aus wie Willie Tanner bei Alf mit Matte und jünger, machten dies recht gut. "Willie" soll sich das Material auch in zwei Wochen erarbeitet haben. Wizard Basser Volker soll aber zurückkommen in Wacken. Sänger Sven, der seine Sache echt gute machte, war ein guter Entertainer, der den Metal und die Gemeinschaft des sich lichtenden Publikums beschwor und auch die hohen Schreie hinbekam! Wizard wurden abgefeiert und hätten eigentlich wegen Ihrer sympathischen Ausstrahlung locker die Düsseldorfer Phillipshalle verdient. Die Fans aus Hamburg, die den weiten Weg nach Koblenz kamen, feierten in der ersten Reihe und waren wie ich total begeistert. Seltsam, dass es wie gesagt immer leerer wurde, da kann man nur mit dem Kopf schütteln, aber von links nach rechts! Nach "Magic Potion und "Dark Wings" kam ein neuer Song namens "Hall Of Odin", der alle Trademarks der Band vereinigt und eine guten Refrain zum mitgrölen hat. Bei dem Übersong "Bound By Metal" lud Sven Fans auf die Bühne für den Chor ein, was sich die Hamburger nicht zweimal sagen ließen und ihn lautstark unterstützten! Man muss schon den imaginären Hut oder das Schwert vor der Band ziehen, bei der spärlichen Kulisse noch so eine Performance zu geben, habe da schon anderes erlebt. Den Tag zuvor war man noch auf einem Konzert im Osten. Das göttliche "Defenders Of Metal" durfte auch nicht fehlen und gefiel uns natürlich besonders! Nach der Zugabe "Heavy Metal Will Never Die" gingen Wizard von der Bühne. Geiler Gig! Übrigens ging der berüchtigte Turbanbanger aus der Hafenbahn den ganzen Abend ab wie ein geölter Blitz! Der ist auch überall!
Es war eine gelungene Veranstaltung mit super Getränkerpreisen (alles 1 €) und vielen Bands. Doch eines liegt mir im Magen, wo war die Koblenzer Szene? Genug Werbung wurde ja gemacht! Ich rede jetzt wie ein Opa: Früher war alles besser! Da juckte es keinen ob es Power/ Thrash/ Death oder Black Metal war, der gespielt wurde, Hauptsache es lief gut gemachter Metal, und den bekommt man hier in der Gegend nicht oft! Also hingehen! Sonst können wir bald nur noch in die Großstädte fahren!!

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