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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing EARTHSHAKER FEST 2005
Ort Geiselwind
Datum 21.-23.07.2005
Autor siehe Text
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Earthshaker

Geiselwind war bisher eigentlich eher fr den Vergngungspark bekannt, denn das 2003 zum ersten Mal ins Leben gerufene EARTHSHAKER FEST gehrte bislang doch zu den weniger bekannten Festivals. Das sollte sich aber dieses Jahr ndern, denn mit neuem (finanzstarkem) Organisatorenteam holte man sich Szenegren wie MANOWAR ins Billing. Dass man der daraus resultierenden Besuchermenge nicht gewachsen war, sollte sich allerdings bald herausstellen. Dazu spter mehr... (John)

Donnerstag

FINNTROLL
Dass die Halle bei Finntroll relativ voll werden wrde, war bereits vorher klar, da sich berall FINNTROLL-Shirt-Trger tummelten, die sich dann vor der Bhne versammelten, um mit der Band eine riesige Party des Humpa-Metal zu feiern. Das ist Musik, die einfach nur Spa macht und gute Laune verbreitet, was FINNTROLL auch von Anfang bis Ende durchgezogen haben. Ich kann mich noch an meine erste FINNTROLL-CD "Jakens Tid" erinnern, von der ich so begeistert war, dass ich damals unbedingt andere an dieser Begeisterung teilhaben lassen wollte. Allerdings wollten jene meine Begeisterung nicht teilen. Fr mich vllig unverstndlich! Aber... Heute sind sie selber stolzer Besitzer einiger CDs! Ich hatte also recht.
Einziger Nachteil war die Lautstrke in der Halle, denn ohne Ohrstpsel wre einem das Gehirn rausgeblasen worden. Man will ja schielich noch andere Bands erleben.
Alles in allem war dieser Auftritt leider zu kurz. Von mir aus htten sie ihre Setlist ruhig noch mal spielen knnen. (Heiko)

POWERGOD
Groes Durcheinander bereits am Donnerstag vor dem Einlass zum Festivalgelnde. Diese Gelegenheit nutzten wir schamlos aus und kamen dank Dreistigkeit und Unwissenheit direkt hinter der Bhne der so genannten "Event Stage" raus. Auf den Brettern befanden sich noch LOUDNESS, die sich aber bald verabschiedeten und den Platz rumten fr die nchste Band, FINNTROLL, die uns durstige Mnner aber nicht davon abhalten konnten, erst mal einen zu bechern. Irgendwie gelangten Teile unserer Crew unter uerst debilen Umstnden in den VIP-Bereich seitlich der Bhne, wo der Spa kein Ende nehmen wollte. Selten so gelacht!
POWERGOD hatte ich erst wenige Tage vor dem Festival via der neuen CD "Long Live The Loud" kennen gelernt. Deshalb war ich sehr gespannt, was und wen sie heute dem begierigen Volk prsentieren wrden. Wie sehr sich solch eine Spannung nach unzhligen Bieren legen kann, beweist die Tatsache dass ich mich nur noch an folgendes erinnern kann: 1. es war ein ziemlich geiler Gig mit super Partylaune und 2. Schmier von DESTRUCTION war bei "Total Desaster" auf der Bhne und 3. Rod Gonzales (DIE RZTE) spielte bei "Heavy Chains" Gitarre, wenn ich mich nicht irre. Bis zum Rausschmiss aus unserem heimeligen VIP-Nest hat's tierisch Spa gemacht!
Trotz aller widrigen Umstnde war der Abend in der schnen Mehrzweck-Halle des Autohofs Geiselwind ein gelungener Einstieg in ein Festival, das in mancher Hinsicht seines gleichen sucht (leider berwiegend im negativen Sinne!). (Olaf)

Freitag

SYMPHORCE
"Humor ist wenn man trotzdem lacht!" Unter diesem Motto stand auch der Freitagmorgen, der regnerisch begann. Obwohl die Stimmung im Heck meines Kombis nach einer Flasche Whiskey bestens war, beschlossen mein Kollege vom befreundeten Online-Magazin und ich, das traute Heim zu verlassen und den unangenehmen Fumarsch in Richtung Festivalgelnde in Angriff zu nehmen. Nach der bekannten, lstigen Bndchen-Prozedur (Kommentar: "Am Ende des Festivals sehen wir alle aus wie Wolfgang Petry!!!") vor der Bhne angekommen wurden wir bereits von SYMPHORCE in Empfang genommen. Htte mich nicht gewundert wenn Frontmann Andy B. Franck uns persnlich begrt htte, waren doch eben mal ein paar hundert Nasen anwesend. Nach einem Blick ber das Gelnde im vorderen Bereich schwante mir Bses. Bei weiter anhaltendem starken Regen wrde das gesamte Areal in kncheltiefem Matsch versinken. Halleluja! Das dachte sich wohl auch Herr Franck und schickte unter Mithilfe aller Mittelfinger des Publikums folgende Message gen Himmel: "Fuck the weather!" Diese Blasphemie wurde prompt mit schlechtem Sound bestraft. Trotzdem kamen Songs wie "2 Seconds To Live" und "Cause Of Laughter" oder "Nowhere" vom neuen Album den Umstnden entsprechend gut an. Die sympathische Band mit ihrem kraftvollen Power Metal hatte es sich verdient. (Olaf)

GRAVEWORM
Die Sdtiroler GRAVEWORM waren mir nur durch's Rock Hard Magazin bekannt. Deshalb beging ich den Fehler, mir diese Band zum Berichten auszusuchen. Tut mir leid, aber mit dieser Art von Musik kann ich nichts anfangen. Von einer Gitarre ist auer einem undefinierbaren Soundbrei nichts zu hren und der "Snger" grunzt und blkt in allen erdenklichen, Hauptsache unverstndlichen Lauten. Und das alles bei strmendem Regen? Nein Danke! hnlich mussten auch viele andere Besucher gedacht haben, denn der Platz vor der Bhne blieb relativ leer. (Olaf)

EVIDENCE ONE
Das Tolle an solch groen Festivals wie dem EARTHSHAKER ist eindeutig die Tatsache, dass man immer mal wieder klasse Bands fr sich entdecken kann. So ging es mir an diesem Freitag Mittag mit EVIDENCE ONE. Denn die Jungs waren mir bis dato trotz bereits zweier Verffentlichungen irgendwie durch die Lappen gegangen. Gut gelaunt und motiviert zockten die Herren ihr Set aus melodisch-kraftvollen Hardrock/Metal runter und traten damit dem Publikum ganz ordentlich in die durchnssten Hintern. Das miese Wetter lie man einfach links liegen und Snger Carsten Schulz (DOMAIN) forderte nach kurzer Spielzeit die Wettergtter quasi heraus, indem er gestrkt von ein paar Zgen aus der Pulle den Rest des Gigs mit freiem Oberkrper bestritt. Um den Anwesenden den Bandnamen ordentlich einzutrichtern, gab es immer mal wieder ein paar Rufspielchen: Snger: "Evidence..." Alle: "One". Fr mich die erste positive berraschung auf der Bhne und genau das Richtige fr ein gepflegtes Mittagspils. Und auch so manch anderer Besucher konnte es sich nicht verkneifen, bei der Musik dezent durch den Matsch zu schwoofen. Cool! (Roland)

EXILIA
Ich htte eigentlich gedacht dass es eine Band wie EXILIA auf einem Metalfestival schwerer hat. Aber die Mailnder durften sich ber viel Zuspruch in Form eines bedeutend gewachsenen Publikums freuen. Vielleicht war es aber auch nur Neugier, denn die Reaktionen der Zuschauer waren recht verhalten. Neues wie "Kill Me" oder alt Bewhrtes wie "Starseed" wurde zwar positiv aufgenommen, aber nicht wirklich abgefeiert. Klar kam bei durch MTVIVA bekannten Hits wie "Stop Playing God" oder "Underdog" Bewegung in die Menge, aber so richtig wach waren die Leute scheinbar noch nicht. hnlich ging es wohl auch dem Gitarristen, der kaum eine Miene verzog und fast nichts an Action auf der Bhne zeigte. Dennoch sorgte er mit seinen Kollegen fr eine gehrige Portion Groove und bot somit die perfekte Plattform fr Frontmedusa Masha. Wie ein Derwisch beackerte sie die Bhne, bangte ordentlich ab und berraschte mit einem noch derber rhrendem Organ als aus der Konserve. Dafr Hut ab. Alles in allem also ein nicht 100% mitreiender, aber dennoch amtlicher Auftritt. (Roland)

DIE APOKALYPTISCHEN REITER
Manchmal wei man auch ohne einen Blick auf das Billing des Tages oder in Richtung Bhne wer als nchstes die Bretter betritt. Wenn in der Umbaupause Lieder wie "Heidi" o.. aus den Boxen schallen ist klar, dass DIE APOKALYPTISCHEN REITER kommen. Sicherlich ist der extreme Metalcrossover der Band nicht jedermanns Sache, aber trotzdem ist es immer wieder lustig einem Gig der sympathischen Chaoten beizuwohnen. Nachdem Dr. Pest erst mal standesgem ber die Bhne zu seinem Tasteninstrument gepeitscht wurde, konnten die Fans zu Songs wie "Warum lebst Du", "Unter der Asche" oder "Die Sonne scheint" ordentlich abhotten. Spavogel Fuchs lud zudem die Menge dazu ein, seine Band mit Dreck zu bewerfen und holte den besten Werfer (Marcel) zur Belohnung auf die Bhne um als "Vortnzer" bei der "Reitermania" mal richtig die kreative Sau rauszulassen. Und der Kerl machte seine Sache wirklich gut. Obwohl die Party auch hier leider nicht so heftig abging wie ich sie z.T. von Erzhlungen her kenne, hatten trotzdem wieder beide Seiten Spa und so manchem schien wirklich die Sonne aus dem Arsch. (Roland)

GRAVE DIGGER
Schn war es, Grave Digger nach einigen Jahren meiner Abstinenz mal wieder live zu sehen. Gendert hat sich nicht viel bei ihnen, sie waren wie immer ein absolutes Highlight. Auch beim EARTHSHAKER FEST wuten sie von Anfang an die Menge zu begeistern, die sich in groer Schar um die Hauptbhne versammelt hatte. Endlich war auch das Wetter besser und Chris Boltenthal, der ein absoluter Sympahtikus ist, hatte keine Schwierigkeiten, alle Metalheads zum Mitsingen und Bangen zu motivieren. Die Spielfreude war auch allen anderen Musikern anzusehen, die eine ausgewhlte Setlist aus ihrer langen Bandgeschichte darboten. Als dann gegen Ende die Klassiker von "Tunes Of War" kamen, meiner Meinung nach das beste Album, war die Menge nicht mehr zu halten. Alles in allem ein sehr gelungener Auftritt. (Heiko)

RHAPSODY
RHAPSODY kann ich mir etwa alle drei Schaltjahre mal guten Gewissens geben, der Auftritt auf dem EARTHSHAKER wurde aber vor allem von einer Sache berschattet: Der Absage von Christopher Lee. Der ber 80jhrige Schauspieler, auf den sich ein mehr als beachtlicher Prozentsatz der Festivalbesucher (mich eingeschlossen) extremst gefreut hatten, gab ber die hinter der Bhne positionierte Videoleinwand mal eben bekannt, dass er nicht kommen knne. Sorry Leute, aber ich muss spontan nen Film drehen. Am liebsten wre ich da schon nach Hause gefahren, die Enttuschung ber diese Absage, die ganz sicher nicht so spontan war, wie man einem das glauben machen wollte, sa doch sehr tief.
RHAPSODY machten jedenfalls das beste aus der Situation und kitschten sich munter durch ihr Set. Und das gar nicht mal schlecht, zumal auf peinliche Ausrutscher wie Fltisten ohne Mikro oder Tonabnehmer, wie vor ein paar Jahren in der Offenbacher Hafenbahn (R.I.P.!) zu bewundern, verzichtet wurde. Stattdessen posten die episch-symphonischen Hollywood-Italiener frhlich durch ihre Papp-Burgen auf der Bhne, was die meisten wohl auch ganz toll fanden. Auch ein ppiges Burgfrulein durfte nicht fehlen, so dass zumindest die Augen ganz gut bedient wurden. Gegen Mitte des Sets hatte Petrus dann ein Einsehen und lie uns im Regen stehen, weswegen wir uns nicht wirklich traurig in die Halle verkrmelten. (Andreas)

FORCE OF EVIL
Auf FOV hatte ich mich besonders gefreut, da mir die beiden Studioalben der alten Haudegen Denner/Shermann wirklich gut gefallen haben. Der Gig der Truppe fand auf der besagten Event Stage statt, die in einer netten und ziemlich groen Halle zu finden war. Die Band stieg mit "Force Of Evil" ins Programm ein und zeigte sich von Beginn an spielfreudig und gut gelaunt. Man merkte den Jungs den Spa an und das tat gut, denn leider trifft man allzu oft auf Bands, die Gigs als Pflicht runterspielen. Der Funke sprang dann auch ber und die Fans gingen bei Tracks wie "Death Comes Calling" oder "Back To Hell" gut mit. Leider war der Sound durchwachsen, denn je nachdem wo man in der Halle stand, war er mal gut und mal schlecht. Dennoch waren FORCE OF EVIL wirklich klasse. (John)

NIGHTWISH
Flugs die Event-Stage-Halle verlassen fanden wir uns vor der Mainstage ein, um dem Wirken von NIGHTWISH beizuwohnen. Zugegeben, auf CD wrde ich mir die Finnen nicht freiwillig reinziehen, aber live wollte ich den Trupp um Frontsirene Tarja schon immer mal sehen. Und wie ich erwartet hatte lieferte das Ensemble eine atmosphrisch und emotional verdammt dichte Show ab. Blickfang war natrlich besagte Tarja, so grazis und elegant bewegen sich nur sehr wenige Sngerinnen im Metal. Dass die Dame singen kann wie eine junge Gttin ist ebenfalls hinlnglich bekannt und auf der Bhne demonstrierte sie diese Tatsache mehr als eindrucksvoll. Aber auch der Rest der Bande zeigte sich agil, spielfreudig und gut aufgelegt. Besonders Basser Marco poste sich den Arsch ab und gab mit seiner fliegenden Matte und dem gespaltenen Bart ein amtliches Bild ab. Nach der etwas aufgesetzt wirkenden Bemerkung, dass Tarja aussehe wie ein Engel konnte er auch mal wieder sein krftiges Organ bei dem Kracher "Wish I Had An Angel" zum Einsatz bringen. Positiv zu vermelden ist, dass die Drums bei dem Song nicht so steril klangen, wie das bei der Studioversion der Fall ist. Zur allgemeinen Freude gaben NIGHTWISH unter anderem noch den "Wishmaster" zum besten und verballerten whrend des Gigs eine beachtliche Menge stimmungsfrdernder Pyros. Als Zugabe gab es sehr zu meinem Vergngen das Cover "Over The Hills" zu genieen, das die mittlerweile umgezogene Tarja wunderbar intonierte.
Unterm Strich ein sehr cooler Auftritt, der vor allem vom jngeren Publikum frenetisch abgefeiert wurde. (Andreas)

Samstag

AFTER FOREVER
Als ich am Samstag morgen um kurz vor halb zwlf nach extrem kurzer Nacht wieder auf das Festivalgelnde kam, um mit der zweiten Band des Tages AFTER FOREVER gediegen in den Tag zu starten, musste ich wie alle anderen Besucher feststellen, dass die Band ihren Gig fast schon komplett gespielt hatte. ber Nacht und ohne vorherige Ankndigung waren smtliche Auftrittszeiten um 45 Minuten vorgezogen worden (auer BLUDGEON, die statt ihrer Openerposition auf der Hauptbhne einen Platz auf der Eventstage zu spterer Stunde zugewiesen bekamen). Doch dazu an anderer Stelle mehr. Band wie Publikum blieb also nichts anderes brig als gute Miene zum bsen Spiel zu machen. Bei mir hinterlieen AFTER FOREVER aufgrund der amtlich rockenden Band und der tollen stimmlichen Leistung von Frontfrau Floor Jansen, die im Gegensatz zu manch einer Kollegin ber wirkliches Stimmvolumen verfgt, einen sehr guten Eindruck. Neben eigenem Material wie "Follow In The Cry" konnten After Forever auch mit der gewagten, aber cool umgesetzten Version von Maidens "The Evil That Men Do" berzeugen. Und neben der Musik trug wohl auch die Optik der Dame dazu bei, dass die Aggression so manch eines Bangers ber das Organisationschaos ohne weitere Folgen fr den Veranstalter blieb. Trotzdem schade fr die Band, die mit Sicherheit mehr Leute in ihren Bann gezogen htte. Schn, aber viel zu kurz. (Roland)

DISBELIEF
Sichtlich angepisst von der Situation waren auch DISBELIEF, die im Anschluss die Bhne betraten. Immer noch war es recht leer auf dem Gelnde und viele Fans der Band waren wohl noch nicht anwesend, denn nur vereinzelt kreisten zu Songs wie "God? Master!", "For God", "To The Sky" oder "Rewind It All" die Matten. Auch die Band selber wirkte etwas statisch, bangte sich dafr aber den Nacken brselig. Auch wenn der Sound ganz amtlich war kamen die Vocals von Jagger teilweise viel zu leise aus den Boxen, was den Songs ebenfalls ein Stck ihrer Intensitt nahm. Ironie des Schicksals war es wohl auch, dass ausgerechnet die Dsterheimer als erste Band des Festivals bei strahlendem Sonnenschein spielten und sie obendrein auch noch ein Stck ihrer Spielzeit einben mussten. Wirklich keine glcklichen Umstnde fr die Band und sicher nicht ihr bester Tag. Jeder der DISBELIEF schon einmal bei anderer Gelegenheit gesehen hat, drfte dies besttigen knnen. (Roland)

DESTRUCTION
Urprnglich sollten nun die Abrumer OVERKILL die Bhne entern. Nicht wenige waren enttuscht ber die Absage der New Yorker. Nach dem mitreienden Gig beim Bang-Your-Head-Festival htte ich mir die Jungs auch gerne noch mal angetan. So waren es DESTRUCTION, die den vakanten Platz im Billing einnahmen. Whrend die Sonne sich anschickte, uns den Pelz zu verbrennen, besorgten die Lokalmatadore zum ersten Mal so etwas wie breite Begeisterung in den Zuschauerreihen. Mit einem Best-Of-Programm ohne groe Schnrkel (die halbnackten Damen vom BYH blieben diesmal zuhause) und sogar einer Vorstellung aus der neuen Scheibe "Inventor Of Evil" machten DESTRUCTION keine Gefangenen. Schmier bewies Sinn fr Humor, als der die Fans dafr lobte, dass sie erkannt hatten dass nicht OVERKILL sondern DESTRUCTION auf der Bhne stehen. (Olaf)

PRIMAL FEAR
Die sddeutsche Truppe um Mat Sinner sind ja quasi Stammgste auf den groen Festivals. Auch auf dem EARTHSHAKER machten sie ihre Sache gut, ohne mit berraschungen aufzuwarten. Mir persnlich gefllt ja das Debt der Band am besten und so freute ich mich ber Knaller der Marke "Chainbreaker" und "Running In The Dust". Ralf Scheepers, der mit einer schwulen Hose bekleidet etwas merkwrdig aussah, bot eine grandiose Gesangsleistung und trieb seine Stimmbnder bei "Angel In Black" oder "Final Embrace" zu Hchstleistungen. Guter Gig ohne berraschungen - wie gehabt! (John)

MASTERPLAN
MASTERPLAN gehren eindeutig zu den Bands, die ich in der letzten Zeit am hufigsten gesehen habe. Man hat den Eindruck, dass die deutsch-norwegische Kooperation sich von Auftritt zu Auftritt in Sachen Live-Acting steigert. Beim Songmaterial muss ich allerdings immer wieder feststellen, dass die Nummern vom ersten Album bei mir besser ankommen als die des aktuellen Longplayers "Aeronautics". So waren es wieder mal Stcke wie "Enlighten Me", "Crystal Night" oder "Kind Hearted Light", die ordentlich gerockt haben. Das Publikum war allerdings ebenso von den neuen Songs begeistert und ging gut mit. Fr mich war es auf alle Flle eine besondere Freude dem Po von Rnnebeck's Jenny beim frhlichen Mitwippen zuzuschauen!
Das Wetter war bestens, das Bier schn khl und die Vorfreude auf die einzigartige Steigerwald-Blaskapelle, die wir anschlieend auf einem Nebenschauplatz erleben sollten (inklusive Headbanging und Stagediving! Erstklassiger Geheimtipp!), erzeugte zum ersten Mal an diesem Tag eine richtig feine Stimmung. (Olaf)

HYPOCRISY
Leider entschloss ich mich etwas zu spt, vom oberen Campingplatz den Berg runter zu rollen, so dass ich den Anfang von HYPOCRISY verpasst habe. Als ich ankam, schmetterten die Schweden gerade das oberderbe "Pleasure Of Molestation" in die zahlreich vorhandene Death-Metal-Anhngerschaft vor der Bhne. Auch auf mich hatte der im druckvollen Sound in die Masse geblasene Gassenhauer umwerfende Wirkung, so dass ich im massivstem Banging kurz entschlossen nhere Bekanntschaft mit dem Betonboden machte. Kann aber auch am Whiskey gelegen haben... An dieser Stelle ein Dankeschn an die helfenden Hnde, die mich wieder vom Boden der Tatsachen zurck holten!
Spielfreudig wteten die Mann auf der Bhne dann weiter durch ein munteres Potpourri ihrer Alben, wobei besonders die schleppenderen Rammen wie "Fire In The Sky" und das obergeniale "The Fourth Dimension" fr zufriedene Gesichter sorgten. Gegen Ende und vor dem obligatorischen (aber immer wieder geilem) "Rosewell 47" gab es leider auch das Nu-Metallische "Turn The Page" zu hren, mit dem ich nach wie vor so gar nichts anfangen kann. Nichtsdestrotrotz ein weiterer gelungener Gig der Mannen rund um uns Peter, den man bereits am Vortag in der Nhe der Bndchenausgabe reichlich verpeilt und mit seinem Handy scheinbar berfordert durch die Gegend peilen sehen konnte. (Andreas)

J.B.O.
Krasser htte man J.B.O. im Billing nicht positionieren knnen. Umso mehr Respekt dafr, dass sie es trotzdem im Handumdrehen schafften, zwischen HYPOCRISY und DIMMU BORGIR vor der Bhne ein Meer der guten Laune zu schaffen. Komplett in rosa Tarnanzgen und passend zum Headliner des Tages ging es mit "Verteidiger des Bldsinns" auf die Bhne. Leider konnte ich bedingt durch die Fotografiererei nicht sehen ob die Manowarfans, die sich zum Teil schon jetzt in den ersten Reihen tummelten, ebenfalls die Arme zum J.B.O.-Gru reckten. Was folgte war eine gute Stunde bester Stimmung bei herrlichem Sonnenschein und gewohntem Spkes a la J.B.O.. Neben "Glaubensbekenntnis", bei dem der RocknRoll als einzig wahre Religion gepriesen wurde, waren natrlich auch Gassenhauer wie "Ich will Lrm", "Roots Bloody Roots", "Ein guter Tag zum Sterben", "Ein bisschen Frieden" oder das abschlieende "Ein Fest" dabei. Und allen Kritikern und Spaverchtern sei erneut gesagt, dass so manche bierernste Mchtegern-Metalband viel dafr geben wrde, sich solche augenzwinkernde Bretter wie "Gnseblmchen" aus dem rmel schtteln zu knnen. Ganz nebenbei bewiesen die Jungs auch nach dem Gig echte Fannhe und mischten sich schon whrend DIMMU BORGIR wieder unter das "normale" Volk. Nach wie vor Kult. Basta! (Roland)

DIMMU BORGIR
Die Dstermetaller aus Norwegen wurden von der Menge strmisch begrt und starteten mit drei starken Midtempo-Nummern. Fr alle ein wahrer Ohrenschmaus, davon htte es ruhig mehr geben knnen. Leider gingen DIMMU BORGIR dann zu ihren Wurzeln zurck und knppelten, was das Zeug hielt. Erst zum Ende wurde es wieder etwas gemigter und mit "Mourning Palace" wurde der Auftritt perfekt abgerundet. (Heiko)

BLUDGEON
Ich glaube es ist keine Schande wenn man auf einem Metal-Festival gegen Ende des Tages schon mal einen im Tee hat, oder? Dieser Umstand sollte mir jedoch zu einem besonderen Musikerlebnis verhelfen. Beim Zwischen-den-Bierstnden-hin-und-her-Streunern fiel mir in der Event-Halle eine Band auf, die zwar den Metal nicht neu erfunden hat aber zumindest einen fetten Sound fuhr und ordentlich fr Bewegung auf und teilweise auch in den lichten Reihen vor der Bhne sorgte. Irgendwie kamen in meinen Gehirnwindungen die Wirkung des Alkohols und der Sound der Band sehr gut miteinander klar! BLUDGEON waren mir vllig unbekannt, deshalb war ich auch nicht von dem spter oft gehrten Satz "...na ja, die waren doch mal Vorgruppe von MANOWAR und so toll nu auch wieder nich!" voreingenommen. Also mal ran an den Speck und ab vor die Bhne! Apropos Speck: Ich habe noch nie einen so massigen Bassisten gesehen wie den von BLUDGEON! Mit den entsprechenden Posen und Grimassen sorgte dieser Koloss dafr, dass einem echt angst und bange wurde. Angst hatten sicher auch die Security-Leute als der Snger zur Erinnerung an Dimebag Darrel einen PANTERA-Song ankndigte. Innerhalb von Sekundenbruchteilen schoss es mir durch den Kopf: "Los ihr Scke, spielt "Walk"!" Jawoll!!! Es kam wie es kommen musste! Jetzt gab's kein Halten mehr! Geil! Nach diesem Song hatten die Jungs gewonnen und durften sich sogar ein (gelungenes) Drumsolo leisten. Zum Ende des Gigs stand fr mich fest, dass ich mit "Walk" das beste Erlebnis des Tages hinter mir hatte! ...Wie man sich doch tuschen kann! (Olaf)

STORMWARRIOR
Man soll's nicht fr mglich halten, aber die geilsten Sets des EARTHSHAKER FESTS fanden in der Event-Halle statt. Noch ganz benommen vom BLUDGEON-Erlebnis sollte ich kurze Zeit spter an gleicher Stelle von STORMWARRIOR den finalen Schlag ins Genick bekommen.
Kai Hansen live zu erleben ist immer eine Reise wert und so zog es mich wieder zur Event-Stage, wo STORMWARRIOR mit Untersttzung besagter Metal-Sirene sich bereits mchtig in's Zeug legten. Herr Hansen in bester stimmlichen Verfassung, die Band mit viel Spielfreude, Herr Reimann mit ordentlich Schlagseite! Aber was nun kommen sollte, blies nicht nur mir smtliche Schleier von den Augen und Ohren! Ein HELLOWEEN-Klassiker jagte den nchsten: "Judas", "Victim Of Fate", "Heavy Metal Is The Law", "Ride The Sky"; immer wenn du dachtest "Gnade, meine Halswirbel!" wurde der nchste Mrder-Song angezhlt! Fantastisch! Fr mich der Hhepunkt dieses Festivals. Bitte mehr von solch geilen Nummern! (Olaf)

MANOWAR
Eins war klar - die meisten Metal-Maniacs waren wegen MANOWAR angereist. Das konnte man leicht anhand der vielen Bandshirts und an der Campingplatzbeschallung erkennen. Zudem gab es ja noch die erste "MANOWAR FAN CONVENTION" auerhalb des Festivalgelndes, die zu besuchen noch mal 'ne Menge Asche zustzlich gekostet hat. Wer sich das nicht leisten wollte hat auch nichts verpasst (auer dem "Breast Signing Table" vielleicht, aaargh). MANOWAR sorgten schon vor ihrem Gig fr Aufsehen, weil sie von heute auf morgen ihre Spielzeit um 30 Minuten verlngern wollten und ihre Kumpels BLUDGEON auf einen spteren Platz im Billing hievten, so dass die brigen Bands am Samstag 45 Minuten frher auf die Bhne mussten. Deswegen habe ich DESTRUCTION verpasst, vielen Dank dafr.
Wie auch immer - dann war es endlich soweit. Die Band stieg mit dem blichen "Manowar" ins Programm ein und gab somit den Startschuss fr eine waschechte Talkshow. Warum? Na weil Bandboss Joey mehr auf der Bhne stand, um zu quatschen, als um seinen Bass zu bedienen. Zuerst galt es den Tourmanager zu loben und ihm eine goldene Schallplatte zu berreichen. Das war ja noch okay, aber als er dann einen "wahren Bruder des Metalls" in Form vom Goldkettchen behngten Finanzbonzen Toni Strohofer (der soviel mit Metal am Hut hat wie E. Stoiber mit guter Politik), war dann der gute Geschmack berschritten. Kommentar Strohofer: "In meinem Herz ist Herzblut, aber meine Nerven sind aus Stahl!" Au weia, das war bel... Nachdem MANOWAR dann Strohofer, von Joey liebevoll als "Godfather" (sick!!!) bezeichnet, "Herz aus Stahl" gewidmet hatten, bei dem brigens erstmalig das Orchester plus Chor, die rechts und links der Bhne positioniert waren, zum Einsatz kamen, ging's in die nchste Runde von "DeMaio's Metal Talk". Joey erzhlte, dass "Germany Heavy Metal owns". Keiner kapierte was der Mann wollte, also wiederholte er es andauernd: "Germany owns Heavy Metal!" Ist ja gut, aber was willst du uns damit sagen? Okay, hier die Auflsung: Weil Richard Wagner Deutscher war. Alles klar soweit? Jedenfalls wollten MANOWAR dem Enkel Wagners eine goldene Schallplatte als Ehrung schenken. Das Bro des E(n)kels aber wollte mit MANOWAR nicht in Verbindung gebracht werden und lehnte ab. Also lie DeMaio eine wste Schimpforgie ab und wischte sich den Ledertanga besetzten Arsch mit dem entsprechenden Schrieb. Himmel hilf... Als Nchstes galt es Werbung fr die neue DVD zu machen "Hell On Earth 4(000)". "Laber, laber, laber, die Fans, laber label, besten der Welt, laber, laber, usw." In diesem Zusammenhang spielte man dann wenigstens einen neuen Song "King Of Kings" (hat sich Joey wahrscheinlich selbst gewidmet), der ganz gut war, aber nicht umwerfend.
Neben dem ganzen Firlefanz gab es aber auch ein wahres Highlight zu erleben. Ross The Boss kam auf die Bhne und spielte mit Adams, DeMaio und Originaldrummer Donnie Hamzik "Metal Daze" (geil!!!) und "Dark Avenger". Hier viel sofort auf, dass Hamzik bedeutend lebendiger und musikalischer trommelt als Scott Columbus. Und Ross ist sowieso der beste MANOWAR-Klampfer, weil er mit Gefhl spielt und wirklich coole Riffs komponiert hat. Karl Logan zockt doch nur Skalen rauf und runter wie eine Maschine. Neben den beiden Musikern vom "Battle Hyms"-Album gastierten auch die Jungs vom "Triumph Of Steel"-Album und spielten "Metal Warriors" und noch eins, das ich vergessen hab. Whrend Rhino seine Sache gut machte, fiel David Shankle durch sein egozentrisches Gepose und Maul-aufreien extrem unangenehm auf. Er versuchte sich permanent in den Vordergrund zu spielen. Da hatte ich den Mann, als ich MANOWAR in den 80ern auf der "Kings Of Metal"-Tour gesehen hab, aber sympathischer in Erinnerung.
Nach einigem weiteren kranken Mist (Joey gibt dem Publikum eine Lehrstunden in Sachen "Soundcheck" mit dem Ergebnis, dass es hinterher noch schlechter klang als vorher) kommt dann das groe Finale. Alle aktuellen und ehemaligen Bandmitglieder zocken gemeinsam "Battle Hyms". Das war wirklich stark!

Fazit: Drei Stunden Spielzeit - davon nur die Hlfte Musik - bescheidener Sound, Talkshow, ein Orchester mit Chor (man munkelt, beide seien vom Band eingespielt worden), Peinlichkeiten, wie immer toller Snger und Ross The Boss.
Hier noch einige Songs in loser Reihenfolge, an die ich mich erinnern kann: "Manowar", "Brothers Of Metal", "Hail And Kill", "Call To Arms", "Kings Of Metal", "King Of Kings", "Sign Of The Hammer", "Metal Warriors", "Black Wind Fire And Steel", "Dark Avenger", "Metal Daze", "Herz Aus Stahl", "Warriors Of The World United", "Kill With Power", "Outlaw", "Blood Of My Enemies", "Battle Hymns" (John)

Dass auf dem EARTHSHAKER FEST 2005 nicht alles so rund lief, wie geplant, drfte mittlerweile so ziemlich jeder mitbekommen haben. Neben vielen sonnigen Momenten gab es leider mindestens ebensoviele Schattenseiten, die nicht zuletzt daraus resultiert haben drften, dass sich die Macher von einem aufs andere Jahr ganz einfach bernommen hatten.
Als Fazit wollen wir hier aber nicht ein weiteres Mal smtliche Mngel aufzhlen, sondern lassen einige der anwesenden Musiker zu Wort kommen, die das Festival aus ihrer Sicht kommentieren: (Andreas)


Das EARTHSHAKER FEST 2005 hat teilweise einen recht negativen Touch bekommen, was sich im Moment im Gstebuch und Forum der Festival-Homepage entldt. Deshalb habe ich einige Musiker befragt, die dort aufgetreten sind. Auch wenn die Meinungen auseinander gehen, bzw. manche sich bedeckter als andere halten: Es gibt viel zu verbessern! (Thorsten)

Das EARTHSHAKER FEST 2005 ist wegen der Organisation, der Behandlung der Gste durch die Security, der Running Order, der Absage Christopher Lees, dem Verhalten der Headliner und vielem mehr in die Kritik geraten. Wie siehst Du die Sache?

Carsten Schulz (EVIDENCE ONE):
Was die Running-Order-nderungen angeht, so habe ich davon erst im Nachhinein erfahren, da freitags, als wir gespielt haben, noch alles laut Zeitplan lief. Den darauffolgenden Tag waren wir schon wieder auf der Alice-Cooper-Tour unterwegs. Carsten Ich kenne aber inzwischen einige der Hintergrnde und wei, dass es in diesem Falle kein Verschulden des Veranstalters war, im Gegenteil, man sich von deren Seite sogar noch um Schadensbegrenzung bemht. Was die Organisation angeht, so gab es tatschlich einige Mngel, die bis zum nchsten Jahr dringend behoben werden mssen, denn in Sachen Line Up beispielsweise ist man mit dem EARTHSHAKER dieses Jahr ganz vorne dabei, und schlechte Orga hinterlsst immer einen ganz miesen Nachgeschmack.
Dass Christopher Lee nicht da war, war schlichterdings die Enttuschung berhaupt.

Mat Sinner (PRIMAL FEAR):
Ich als Musiker hab mich natrlich sehr gewundert, warum wir am Tag der Veranstaltung und auf dem Weg zu Festival erfahren haben, dass wir 45 Minuten frher spielen sollen. Wren weitere Staus auf der Autobahn gewesen, htte es durchaus mglich sein knnen, dass unser Auftritt gar nicht stattgefunden htte. So etwas am Tag der Show zu erfahren, ist unprofessionell und einer Veranstaltung dieser Art einfach unwrdig und organisatorisch unfassbar. Mat ber die anderen Facts wie Chr. Lee, Gstebehandlung und Verhalten des Headliners kann ich keine detaillierte Kommentare beifgen, denn wir haben aus unserer Situation fr PRIMAL FEAR das bestmgliche gemacht. Wir haben den Umstnden entsprechend beim Gig 150% gegeben und unsere Autogrammstunde von geplanten 20 auf 50 Minuten verlngert. Danach haben wir etwas gefeiert und uns unsere Getrnke selbst bezahlt. Ich wei aber auch, dass befreundete Bands wie z.B. DIMMU BORGIR (um nur ein Beispiel zu nennen) stocksauer waren und nur unter Protest gespielt haben, was ich bestens nachvollziehen kann! Von unserer Seite aus wollen wir dem Veranstalter keinen direkten Vorwurf machen und jeder Metalfan und Veranstalter kann seine Konsequenzen aus seinen Erlebnissen ziehen, was ich jedoch schwer bezweifle!
That's it... ich prophezeie, dass die nchsten MANOWAR-Shows super besucht sind und die Bands auf dem nchsten EARTHSHAKER wieder Schlange stehen zu spielen.

Schmier (DESTRUCTION):
Das EARTHSHAKER war fr uns vllig o.k. - bis auf die vorgezogene Spielzeit. Wir sind ja nur kurzfristig eingesprungen. Die Fans haben uns toll abgefeiert, also nichts zu meckern, auer der Zeitverschiebung aller Bands. Wenn man es allen rechtzeitig mitgeteilt htte, wre auch das noch akzeptabel gewesen! Leider wurden alle erst viel zu spt informiert... Schmier Das war zweifellos eine Respektlosigkeit von MANOWAR gegenber allen Bands und vor allem auch den Fans! "Kings of Metal"? Nun ja mit einer solchen Einstellung nicht mehr lange!
Wir wrden auf dem EARTHSHAKER aber immer wieder spielen, weil meinen Informationen zu Folge den Veranstaltern anhand der Vertrge wohl leider die Hnde gebunden waren...
Death to false Metal!

Volk-Man (DIE APOKALYPTISCHEN REITER):
Muss sagen, das ES war eines der unprofessionellsten Festivals in diesem Jahr. Im Backstage herrschte pures Chaos, der Einlass vom Backstage zum Zuschauerbereich war chaotisch gesichert, die Security glnzte durch Unwissen. Das gesamte ES-Team war anscheinend komplett berfordert mit der Gesamtsituation. Wir haben auch dieses typische Festival-Flair vermisst, sowohl vor, als auch hinter der Bhne. Diese Meinung teilte so ziemlich jeder Journalist und Musiker, mit dem wir auf dem Festival gesprochen haben. Die Show hat natrlich trotzdem Spa gemacht, die Stagecrew war sehr professionell, es gab also beileibe nicht nur Schatten, sondern auch jede Menge Licht. Vergleicht man das ES aber mit anderen Groveranstaltungen, dann gibt es hier in ALLEN Belangen noch viel Nachholbedarf. Volk-Man Zu MANOWAR knnen wir nix sagen, da wir Freitag gespielt haben. Haben die Jungs beim Abendessen gesehen, waren allesamt sehr nett und gut gelaunt und haben auch artig nach Klen, Sauerkraut und Schweinebraten angestanden.
Dass Herr Lee nicht kam, war (wie uns jemand aus dem MANOWAR-Umfeld gesteckt hat), schon gut zehn Tage vor dem Festival bekannt.
Dass darum dann so eine Geheimniskrmerei gemacht wurde, verstehe ich persnlich nicht. Eine kurze Info auf der Homepage htte doch ausgereicht. Ich glaube nicht, dass irgendjemand nicht gekommen wre oder seine Karte getauscht htte, nur weil man Herrn Lees Absage vorher bekannt gemacht htte. Viele unserer Fans haben uns direkt auf dem Gelnde angesprochen und ihr Leid geklagt, wegen all der Schikanen und Zustnde auf dem Zeltplatz und den z.T. extrem hohen Preisen fr Parktickets, Bier, Essen. Auch ein Blick ins ES-Gstebuch war schockierend. Soviel negative Kritik htte ich nicht erwartet, obwohl ich schon nach dem Festival geahnt habe, dass sehr viele Leute ziemlich sauer sein werden.

Andy B. Franck (BRAINSTORM):
Im Allgemeinen muss ich leider sagen, dass wohl kein Festival der Welt sich mit MANOWAR als Headliner einen Gefallen tut. Ich hab nicht viel, aber doch ein paar Sachen mit bekommen, die fast ausschlielich dem Verhalten der "Kings of Metal" (oder/und deren Management) zuzuschreiben waren: Autogrammstundendebakel, Abtretung der Rechte bei Fotos, Running Order, Lees Absage, Absperrungen, zustzliche Kontrollen usw... Andy Ich sehe es so: Die Jungs und Mdels vom ESF haben versucht den Fans mit MANOWAR einen Headliner zu bieten, der nicht an jeder Straenkreuzung spielt. Dass die Jungs aber weder fan- noch veranstalterfreundlich handeln war schon vorher bekannt. Dass man zustzlich noch versucht den eigenen Fans noch den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen wissen wir ja nicht erst seit den zigtausend verschiedenen Editionen ihrer Singles und Alben. Ich bin mir sicher, man knnte hier Dutzende an Seiten fllen mit Vorgaben, kurzfristigen nderungen. Alles Sachen, die die Veranstalter vor eine fast unlsbare Aufgabe gestellt haben.
Natrlich darf man dabei nicht vergessen, dass es noch einiges an Organisation usw. zu tun gibt. (Stichwort: Zeltpltze, Toiletten usw.). Ich hatte mich extra lnger drauen mit Fans unterhalten, kann deren Verrgerung auch absolut verstehen werde aber das Gefhl nicht los, dass mit "normalen" Headlinern (wie's funktionieren kann haben NIGHTWISH mal wieder sagenhaft gezeigt!) an beiden Tagen das grte Problem schon gelst wre.
Ich hab keine Ahnung wie, warum aber anstelle Fans fr ein paar Fotos zustzlich teures Geld abzuknpfen und nur Chaos zu schaffen, statt professionell zu arbeiten, sollten vier Herren lieber mal ihre Spielzeit voll ausnutzen und nicht von drei Stunden gerade mal auf eine Stunde Musik kommen. Oder sind die Jungs deshalb bekannt geworden, weil die CDs voll mit Geschwtz sind? "Battle Hymns" ein Hrspiel?
Fazit: Ich wrde mal behaupten, dass die Schuld sich hier teilt. Mit der gemachten Erfahrung und "normalen" Bands drfte man sich hier bestimmt bald ber manche nderung freuen drfen. Unsere Fans waren EXTREM geil drauf und haben sich nicht mal vom strmenden Regen abhalten lassen! KILLER!

Chris Boltendahl (GRAVE DIGGER):
Chris Ich habe davon nicht soviel mitgekriegt. Dass MANOWAR mehr labern als spielen, sollten die meisten Leute doch mittlerweile wissen. Die Organisation war bestimmt verbesserungswrdig, von der Camping-Misere habe ich nichts gesehen. Wenn man eine Running Order umschmeit muss man fhig sein, alle Leute zu erreichen. Ansonsten werden die Veranstalter noch viel dazu lernen. Nobody ist perfect. Also Ruhe bewaren, vor ein paar Jahren haben se auch alle ber Wacken abgedrhnt!!!

Stefan Fiori (GRAVEWORM):
Ich kann zum EARTHSHAKER nur folgendes sagen. Wir wurden eigentlich seid unserer Ankunft dort gut und auch fair behandelt. Alles war fr uns super organisiert und auch hatten wir nur freundliche Leute getroffen, inklusive Security (ist leider bei manchen Festivals ganz anders...). Stefan Da wir nicht sehr lange dort waren - wir sind am nchsten Morgen gleich wieder nach Hause gefahren - kann ich leider nichts ber diese Kritikpunkte sagen, da ich diese nicht bekommen habe und auch deshalb mich dazu nicht uern kann. Wie gesagt, fr uns war es ein cooles Konzert auch wenn wir sehr frh gespielt haben und uns ein wenig Spielzeit gestrichen wurde.

Jochen Trunk (DISBELIEF):
Zu manchen Vorkommnissen wie dem Fehlen von Christopher Lee kann man sich nur schwer uern, da man die Hintergrnde nicht genau kennt. Was einfach nervt ist die Tatsache als Band bei der Ankunft zu erfahren, dass MANOWAR entschieden haben drei Stunden zu spielen und deshalb alle anderen Bands sich danach ohne Widerrede zu richten haben und frher anfangen mssen bzw. wie BLUDGEON auf einer anderen Bhne auftreten mssen! Jochen Da diese Entscheidung wohl Freitag Nacht getroffen wurde knnen die Fans nicht entsprechend informiert werden - ergo verpassen viele Leute AFTER FOREVER und DISBELIEF und vielleicht noch andere Bands, was uns bei der Autogrammstunde von extra wegen uns angereisten Fans erzhlt wird! Ich mchte das unkommentiert stehen lassen und jeder soll sich seinen eigenen Reim darauf machen!


Fotos: Roland Wohde

An dieser Stelle noch ein mchtiges Dankeschn an unseren Gastschreiberling Heiko!



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