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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ZABBADUSCHDER OPEN AIR PART 4
Ort Urbach
Datum 29. & 30.07.2005
Autor Philipp Nrtersheuser
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Metalfestivals gibts es mittlerweile recht viele und glcklicherweise gesellen sich neben die bekannten und groen Festivals auch einige kleinere. So auch das Zabbaduschder, welches 30 km von Stuttgart entfernt, nun schon zum vierten Mal seine Tore ffnete. Hier waren hauptschlich jngere und eher unbekanntere Bands anzutreffen, welche von ein paar greren Headlinern ergnzt wurden. Nach dem Betreten des Gelndes fiel mir direkt sehr angenehm auf, dass sich sowohl Camping, Zelte, Merch und Bhne auf einem Platz befanden, so das man gemtlich vom eigenen Zelt aus die Bands sehen konnte. Mit knapp 1000 Tickets im VVK blieb auch die Anzahl der Besucher bersichtlich. Sehr positiv waren auch die Preise: Ticket fr 15€ und das gute Bier fr 1,50 sowie andere preiswerte Alkoholica.

Freitag

SUBCONSCIOUS
Pnktlich begann die Musik mit SUBCONSCIOUS. Diese spielten einen sehr anspruchsvollen und technisch berzeugenden Prog Thrash Metal, angelehnt an SADUS. Mir gefiel die Band musikalisch sehr gut, wobei sie vielleicht etwas an der Performance auf der Bhne arbeiten sollten, da sowohl Gitarrist wie auch Bassist nicht die aktivsten waren; dennoch verstndlich, denn das Gespielte war wirklich anspruchsvoll fr alle Musiker. Der Sound war anfangs noch etwas unausgeglichen, besserte sich aber im Laufe des Gigs, so das man auch hier nicht wirklich was bemngeln konnte. Auch das DEATH-Cover war sehr gelungen. Ein gut gewhlter Opener, leider mit nur wenig Publikum.

DEADBORN
Die zweite Band des Tages war DEADBORN, welche ein sehr fettes Death-Metal-Brett auspackte. Das Zusammenspiel der Musiker war sehr gelungen, insbesondere der Drummer zhlte zu den fittesten des Festivals. Von der Show her konnte die Band berzeugen, da Snger Mario Petrovic sehr agil ber die Bhne fegte und das Publikum motivierte. Kurz gesagt passte alles sehr gut zusammen, dank des guten Sounds vor der Bhne hatte ich viel Spa der Band zuzuschauen. Auerdem waren die Jungs auch neben der Bhne echt sympathisch!

TREMORS
Mit TREMORS begab sich die einzige Band mit Keyboarder auf die Bhne. Geboten wurde atmosprischer Death/Black Metal, der mich teils an alte DIMMU-BORGIR-Scheiben erinnerte. Der Sound war hier etwas kritisch, die Bassdrum kam nicht so herber wie sie sollte. Hinzu kam, das die Band, bis auf ihren Shouter, manchmal etwas statisch auf der Bhne stand. Ansonsten war es okay, da auch mittlerweile etwas mehr Publikum vor der Bhne anzutreffen war.

CREATURE
Es blieb beim Black Metal, genauer gesagt Old School Black Metal mit CREATURE. Einzige Band des Festivals, die mit Corpse Paint auf die Bhne auflief. Nach einem gelungenen Intro legte die Band auch ziemlich heftig los und begeisterte das Publikum. Sehr gut gefielen mir einige der clean gesungenen Passagen, da sie eine willkommene Abwechslung boten. Nicht so gut gefiel mir die Gitarrenfraktion, da diese nicht wirklich viel auf der Bhne hermachten. Musikalisch wurde es gegen Ende des Gigs leider etwas eintnig.

SCHISTOSOMA
Die Pechvgel des Festivals waren SCHISTOSOMA aus Nrnberg, welche schon nach kurzer Zeit aufgrund heftiger Regenflle aufhren mussten. In der Regenpause fanden sich die meisten im Bierzelt wieder, ein paar Hndlerzelte wurden nicht mehr wieder gesehen, aber der Stimmung tat das ganze keinen Abbruch. Nach knapp eineinhalb Stunden spielten die Jungs noch ein paar Lieder, welche ich leider verpasste.

BLOOD RED ANGEL
BLOOD RED ANGEL hatten da mehr Glck. Kaum Regen und viel Publikum halfen den Trashern beim Gig. Auch die Show auf der Bhne gefiel mir. Musikalisch kamen mir fters mal TESTAMENT in den Sinn, leider waren die Songs etwas eintnig, weshalb ich mir nicht den ganzen Gig anschaute.

FINAL BREATH
Mit FINAL BREATH betrat eine der bekannteren Bands die Bhne und knppelte alles ber den Haufen. Nachdem ich letztes Jahr auf dem UFTG nicht so begeistert von den Thrashern war, fand ich sie dieses Mal nur geil. Hier merkte man schon die Erfahrenheit gegenber den meisten anderen Bands. Frontshouter Jrgen "Eumel" Aumann rannte ber die Bhne und hatte die Menge super im Griff, whrend der Rest der Band, nicht weniger aktiv, das passende Soundgewand dazu hmmerte. Der Sound vor der Bhne war ebenfalls sehr gut, man konnte alles gut erkennen. Ein rundum gelungener Gig!

CATARACT
Auch die Freitags-Headliner CATARACT konnten noch einen draufsetzten. Flotter Death Metal mit Hardcore Elementen, der auch durch viele groovige Parts Akzente bot; dazu die aktivste Band des gesamten Festivals, die ein absolut stimmiges Bhnenbild lieferte. Mir kam es so vor als wre das Publikum nach FINAL BREATH etwas weniger geworden, aber die, die da waren, rockten mit dem Quintett nocheinmal so richtig los. Schade dass aufgrund der fortgeschrittenen Zeit das Set etwas gekrzt werden musste, htte mir gern noch ein zwei Lieder der Combo angehrt.

Samstag

IMMORTAL RITES
Mit ein wenig Verzgerung erffneten IMMORTAL RITES mit Melodic Death den zweiten Tag des Zabbaduschders und hatten fr die frhe Uhrzeit ungewhnlich viel Publikum. Alles in allem konnten das Quartett mich nicht wirklich berzeugen, da die Songs doch etwas eintnig und abgekupfert klangen. Hinzu kam, dass die Leadgitarre irgendwie arg verstimmt oder falsch klang. Das "Roswell 47"-Cover war okay aber nicht berragend gespielt und die Stimme der Gastsngerin war nicht unbedingt die treffendste.

FALLEN SAINTS
FALLEN SAINTS gefielen mir daneben richtig gut, leider hatten sie kaum Publikum. Insbesondere ihr Frontmann machte eine sehr gute Figur; agil und gesprchig, redete er viel mit dem anwesenden Volk (Zitat: "Ihr habt nur jetzt die Chance mit mir zu reden, in ner Stunde hab ich vier Promill!"). Musikalisch gab es melodischen und abwechslungsreichen Death Metal, der teils mal an diverse Schweden erinnerte ohne aber an Eigenstndigkeit zu verlieren. Kleines Manko waren manche spielerischen Unsauberkeiten, die aber nicht gro ins Gewicht fielen.

DEATH REALITY
Weiter gings mit DEATH REALITY und ultra fettem Ami Death. Flott, fetter Sound und enorm tight vorgebracht konnte die Band auf ganzer Linie berzeugen. Besonders positiv war meiner Meinung nach die Songauswahl. Diese war wirklich abwechslungsreich und so kam whrend des Gigs eigentlich keine Langweile auf, was auch an der Publikumsresonanz zu merken war.

BITCHERY
Es blieb beim Death Metal mit dem lokalen Act BITCHERY. Sie mussten ihren Gig vorziehen da THE UNCHALLENGED im Stau standen. Hier stand der Spa im Vordergrund und so wurden Wurst und Vibratoren im Publikum verteilte, whrend Traditionsgem ein Kuscheltier, erst zum Bangen gentigt und spter zerrissen wurde. Besonders gut fand ich die Gitarrensoli, die leider nur viel zu selten waren. Gegen Ende wurde es mir musikalisch doch etwas eintnig. Allgemein ein guter Gig, aber nicht herausragend.

TROJANER
Mit den Trojanern betrat die wohl merkwrdigste Band des Festivals die Bhne. Dies fing bei den Masken von Gitarrist und Bassist an und hrte bei der Musik auf. Grind-Core mit Nu- und Death-Metal-Elementen, der des fteren in einem epileptischen Anfall aller Musiker endete. Wie gesagt sehr merkwrdig aber auf alle Flle lustig anzusehen.

SHAARK
Die Tschechen SHAARK waren die Nchsten. Leicht Old Schooliger Death Thrash Metal, sehr groovig und interessant. Einer meiner Favoriten des zweiten Tages, da sie sehr eingngige aber auch abwechslungsreiche Songs hatten. Leider war anfangs wenig Publikum anwesend, was sich glcklicherweise spter noch nderte. Die Bhnenshow war sehr stimmig insbesondere das Snger-Duo ging super ab.

PURGATORY
Als nchstes gab es mal wieder voll einen auf die Zwlf. PURGATORY lautete der Name und Knppel-Death war angesagt. Sehr geil! Das Quartett haute dem wieder greren Publikum einen super Song nach dem anderen um die Ohren. Hier passte ebenfalls alles zusammen; sowohl das Zusammenspiel der Musiker, wie auch die Performance.

KARKADAN
KARKADAN war wohl die mit Abstand ruhigste Band des Festivals und meine persnlichen Favoriten. Melodischer, sehr schner und durchdachter Mid-Tempo Death Metal, der ab und an mal durch schnelle Parts und viele cleane Gitarrenriffs aufgelocktert wurde. Vor der Bhne war richtig was los und Snger R.B. arbeitete sehr gut mit den Anwesenden. Allgemein war das Auftreten der Band sehr sympathisch. Das MEGADETH "Symphony of Destruction"-Cover war absolut gelungen, wie auch der gesamte Gig. Einfach klasse, hoffe die Jungs bald nochmal live sehen zu knnen.

DAVIDIAN
Nun ging es mit den Organisatoren des Festivals, nmlich DAVIDIAN, und gnadenlosem Thrash weiter. Die fnf Jungs gaben von Anfang an volle Power und feierten mit dem groen Publikum ihren Gig. Gitarrist Micha, auf dessen Schultern ein groer Teil des Festivals lastete wirkte kurz vor dem Gig zum ersten Mal richtig entspannt. Besonders gut kamen hier der PANTERA-Cover-Song sowie "Davidian" von MACHINE HEAD an. Hier kochte die Menge und auch auf der Bhne war die Hlle los. Da kann ich nur sagen: Alles richtig gemacht!

BURDEN OF GRIEF
Auf BURDEN OF GRIEF war ich schon im Vorfeld recht gespannt. Letztes Jahr auf dem UFTG konnte mich die Melodic-Death-Combo nicht wirklich berzeugen; anders am heutigen Tag. Frontshouter Mike Huhmann redete viel mit dem Publikum, welches im Vergleich zu vorher nochmals angewachsen war. Die Band spielte sehr gut zusammen und zeigte sich wahnsinnig aktiv auf der Bhne. Als Krnung spielten sie noch einen ihrer legendren Cover-Songs. Dieses Mal war "Aces High" von Maiden an der Reihe.

GOD DETHRONED
Zum Abschluss fegte nochmals ein Orkan ber das Zabbaduschder hinweg; namens GOD DETHRONED. Ein Name der mir in Erinnerung bleiben wird. Die Headliner bliesen mit ihrem Death Metal, der zwischen Geknppel und melancholischen Parts hin und herpendelte jeden um, der sich vor der Bhne befand, und das waren schon einige Leute. ber die Show lsst sich nicht viel sagen: Einfach Perfekt! Ein durch und durch gelungener Headliner-Gig der mit SLAYERs "Reign In Blood" wohl seinen Hhepunkt hatte. So war es nicht verwunderlich, dass die Band erst nach einigen Zugaben von ihren Fans entlassen wurde und ein rundum gelungenes Festival beendete.

Fazit: Ein tolles Festival mit vielen guten Bands zu einem wirklich fairen Preis. So lsst sich dieses Wochenende wohl am besten beschreiben. Eine familire und friedliche Stimmung auf dem gesamten Festivalgelnde, sowie viele nette Leute zeichnen das Zabbaduscher ebenfalls aus, sodass ich mich schon auf den hoffentlich nchstes Jahr folgenden Part V freue! Ein Dankeschn an die Super Organisation!



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