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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SUMMER BLAST OPEN AIR
Ort Ex Haus, Trier
Datum 17.06.2005
Autor Thorsten Dietrich
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Wie der Titel es ankndigt sollte diesem Sommer mal wieder die Sommerbhne des Ex-Hauses erschallen. Doch kurz vor dem Konzert wurde die Sache abgeblasen und ins Exil verlegt. Die Veranstalter befrchteten wegen der vielen Bands und der Musikrichtung rger mit den nicht wenigen Anwohnern. Auerdem wurden im Vorverkauf wenig Karten abgesetzt, so dass man Angst hatte herbe Verluste zu fahren, da so eine Open-Air-Veranstaltung wohl aufwendiger und teurer ist als ein normaler Ex-Haus-Gig. Andere Gigs mit weniger Bands sollen diese Sommer aber auf dieser Bhne stattfinden. Erfreulich war dann, dass der Laden mit ber 500 Leute um 20.30 ausverkauft war, damit haben noch nicht mal die Veranstalter gerechnet.
Doch es kam noch anders als wir da schon alle dachten! Die Chose sollte laut Flyer um 17.00 Uhr beginnen, was aber in Trier bei hnlichen Veranstaltungen schon immer spter wurde. So hetzten wir uns nicht so ab und kamen gegen 18:45 bei warmen Temperaturen in Trier an. Jede Menge Leute machten sich im gerumigen Hof des Ex-Hauses bequem. Es gab einen Bierwagen und Bratwurststand, sowie veganes Essen und Trinken und die blichen Mailordersachen. Diesmal war weniger Metal- aber mehr HC-Kram am Start.
Maroon und Most Precious Blood hatten schon vorweg abgesagt und der Ersatz Do Or Die tauchte auch nicht auf, so dass wir die Koblenzer Six Reasons To Kill sowie die todesmetallischen Deadlock leider verpasst haben! Die Polen von Behemoth kamen aufgrund eines defekten Busses erst gar nicht ber die Grenze.
Als ich in das prall gefllte Exil kam spielten schon die Amis von Diecast. Der Haufen war hochmotiviert und ballerte ordentlichen Metalcore ins recht bunt gemischte Publikum. Ich htte nicht gedacht, dass Diecast wie Metaller aussehen und sie eher in die Scheitelecke gesteckt. Als echter Ami musste der redselige Frontmann Paul Stoddard doch auch jede Menge "Fucks" vom Stapel lassen. Man knnte echt meinen, die drften das in der Heimat nicht. Diecast prsentierten eine Menge Songs des 2000er Albums "Tearing Down Your Blue Skies" und hinterlieen beim Publikum einen guten Eindruck. Ob man unbedingt den Gttersong "Reign In Blood" covern musste, sein mal dahin gestellt. Dieser wurde jedoch in der Mosh-Version vom Publikum abgefeiert. Willst Du Stimmung, nehme Slayer! Schon jetzt war es unmglich warm in der Rhre, die mich an einen Ofen erinnerte und so war ich froh, als die Band vorbei war. Man lte ja schon vom Fu wippen!
Da Kollege Thor zum Zeitpunkt des Gigs unerhrterweise dem Alkohol frnte, kommt mir das unerwartete Glck zu, einen ber Walls Of Jericho zum besten zu geben. Dumm nur, dass ich die Band an dem Abend das erste Mal gesehen und vorher noch nie auch nur ein Sterbenstnchen von ihnen gehrt habe. So what, mir hat's jedenfalls gefallen! Als wr's im Exil noch nicht hei genug gewesen, trieb die hyperaktive Frontfrau die nicht minder zappelige Meute vor der Bhne zu weiteren Sch(w)eiausschttungen an. Fetten Respekt vor allen, die in der Sauna da unten vorne noch so abgehen konnten! Musikalisch gab es mal hektisch mal moshig einen auf die schon arg gebeutelte Mtze, so dass man getrost von einem der Highlights des Abends sprechen kann. Grbere Kickbox-Action, um einen weiteren Kollegen zu zitieren, gab es nicht, dafr aber eine solide Show und ein zufriedenes Publikum, wobei ich ob der Hitze aber doch froh war, mal wieder raus aus der Sauna zu kommen. (Andreas)
Die Band, auf die ich die ganze Zeit gewartet habe, waren die Norddeutschen Thrasher Dew Scented, die mit dem Teilzeitaussteiger Florian Mller aufgetaucht sind. Der langjhrige Gastbassist Alexander Pahl (Obscenity) ist jetzt festes Mitglied. Die Band spielt seit Jahren jede Menge Konzerte und hat keinerlei Scheuklappen, so dass sie mit Thrash, Death, HC oder auch Metalcore Bands die Bhne teilte und in Trier uerst wohlwollend empfangen wurde. Die fr mich einzige "richtige" Metalband ballerte gutgelaunt ihre Thrashsongs in die willige Meute und gab sich wie immer recht engagiert. Da flogen die Matten und Snger Leif berzeugte mit sympathischer Ausstrahlung jenseits smtlicher Klischees und Rollenspiele. Dew Scented sind halt die Blind Guardian des Thrash Metals. Normale Kerle von nebenan, welche die Musik sprechen lassen und es nicht ntig haben dick auf der Bhne zu posen! Das Konzert war auch eine Probe fr die neuen Songs des kurz darauf erschienenen neuen Krachers "Issue VI", so dass man zwei, drei neue Lieder zockte. Diese wurden gut aufgenommen und passten gut in den Set. Guter Set, Daumen hoch!
Danach hie es wieder Luft schnappen und trocknen, denn nun kamen neben Heaven Shall Burn Deutschlands Metalcore Durchstarter Nummer 1: Caliban. Deren noch aktuelles Album "The Opposite From Within" (2004) ist ja ein Highlight vor dem Herren und so war ich froh die Band mal wieder live zu erleben. Frontmann Marc (derb) und Bassist Marco (klar) sind mittlerweile recht eingespielt mit dem Wechselgesang und insgesamt bot das Quintett eine wirklich fette Show in dieser Sauna, der das aktive Publikum in nichts nach stand. Auch wenn Snger Patrick mit seinen schwarz lackierten Fingerngeln, der Schminke und dem Hahnenkamm etwas nach Teeniestar aussah, war er stimmlich wahrlich "Meddl" und bewegte sich recht viel. Beim dritten Song gab es schon die berhmte "Wall Of Death", wo sich das Publikum teilt und auf Kommando ineinander luft. Na Mahlzeit! Das war mir Weichei zu klebrig, weshalb ich nach hinten ging. Caliban waren echt klasse!
Jetzt musste ich mich mal in den prall gefllten Hof setzen und Flssigkeit tanken. Die Grindcore-Deather Napalm Death standen ja noch auf dem Plan. Die Band ist nun endgltig ein Quartett, da Gitarrist Jesse Pintado wohl nach lngerer drogenbedingter Auszeit nicht mehr zurckkehren wird! Aber auch zu viert ballerte der Lrmhaufen einen mrderischen Krach durch das Gemuer. Aktivpol war wie immer Snger Barney Greenway, dessen epileptische Gesichtsentgleisungen schon interessant waren und der wie ein tasmanischer Teufel die kleine Bhne beackerte. Hingucker war noch der dicke Bruder-Tuck-Verschnitt am Bass: Shane Embury. Ich htte mir gerne die Show lnger als drei Songs gegeben, doch die Hitze und der recht lange Tag forderten neben paar Bier (bei dem Wetter: bel!) Tribut.
So war keiner bse nach Hause zu fahren und zu duschen. Zu dem "The Ultimate Summer Blast Open Air" kann ich nur sagen: Schade, dass es drinnen war und einige Bands nicht kamen. Spaig und interessant war es aber trotzdem!


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