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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BANG YOUR HEAD!!! 2005
Ort Balingen, Messegelnde
Datum 24.06 - 25.06.2005
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Wieder einmal wurde in Balingen (Musik-)Geschichte geschrieben!

Zum einen gab es wohl nie zuvor so viele Spekulationen ber einen nicht genannten Very Special Guest als im Vorfeld des diesjhrigen Festivals. Auerdem gab es wohl nie zuvor ein bandmig besser sortiertes BYH und nicht zuletzt gab es ganz sicher noch niemals so ein Unwetter!

Hanoi Rocks und Mike Tramp hatte sicherlich niemand auf seiner Spekulationsliste in Sachen "Very Special Guest" stehen! Wie diese berraschungsgste beim Publikum abgeschnitten haben, entnehmt ihr bitte den nachfolgenden Reviews zu den einzelnen Bands.

Das Hauptthema des Wochenendes war aber das unbeschreibliche Unwetter, das in der Nacht von Freitag auf Samstag ber Balingen tobte. Nicht nur der myrevelations-Tross war sich einig, dass man so etwas noch nicht erlebt hat! Die Bilder der Verwstung und die Schreckensnachrichten ber zig verletzte Besucher werden sicher nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Was dem Unglcksraben widerfahren ist, der vom Sturm ausgerechnet auf dem Dixi-Klo erwischt wurde und Vertzungen von den darin befindlichen Chemikalien erlitt, drfte das Sinnbild dessen sein, was man nicht einmal seinem rgsten Feind wnscht!

Trotz der zahlreichen Verluste sollten wir aber froh sein, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist und das Festival (wenn auch unter erheblichen Einschrnkungen) samstags weitergefhrt wurde.

Wir wren keine Metalheads wenn wir nicht trotzdem eine amtliche Party gefeiert htten! Dank dem groartigen Zusammenhalt und der unbndigen Lust am schnen Leben haben wir auch das BYH 2005 zu einem denkwrdigen Ereignis gemacht!

Hier die Eindrcke der Redaktions-"Kampfcamper" ber das Wichtigste: Die Bands!

Freitag, 24.06.

MORGANA LEFAY

Den Anfang durften MORGANA LEFAY machen, die sich gottlob nach lngerer Pause wieder mit einem sehr starken Album zurckgemeldet haben. Dass die symphatischen Schweden live nichts anbrennen lassen, ist allgemein bekannt und so legten die Jungs unter der sengenden Hitze mit einem fetten Doppelschlag des Hammer-Albums "Maleficium" los. "The Source Of Pain" und "Master Of The Masquerade" kamen dann erwartet spielfreudig und fett rber und die Fans fraen dem Grimassen schneiden Snger Charles aus der Hand. Natrlich stellten die Schweden auch ihr aktuelles Album "Grand Materia" vor. "Hollow", "I Roam" und "Angels Deceit" reihten sich nahtlos neben die Klassiker der Band ein und wurden gebhrend gefeiert. Besonders gebangt wurde dann aber bei der Hymne schlechthin, "To Isengard" schraubte nicht nur mir die Rbe ab. Toll ! Schon nach der ersten Band einen steifen Hals! Erstaunt war ich, als MORGANA LEFAY noch "Another Dawn" auspackten, das ich von den Jungs noch nie zuvor live gehrt hatte. Schlielich wurden die Fans mit dem genialen "Maleficium" entlassen und MORGANA LEFAY konnten getrost ein khles Bier trinken gehe.
(John Schmitz)

EXCITER

Auf die zweite Band des Festivals hatte ich mich sehr gefreut, haben doch EXCITER mit der Platte "Violence & Force" ein Kult-Album meiner "Jugendzeit" verffentlicht. Man muss allerdings gestehen, dass die Kanadier nach dem famosen Auftritt von Morgana Lefay (Mann, war das geil!) in der Hitze des Vormittages keinen leichten Stand hatten. Trotzdem hatte ich bei den Songs, die ich kannte (Violence & Force, Pounding Metal, Heavy Metal Maniac, Long Live The Loud) den Eindruck, dass die Menge ganz gut mitging. Neben "Agressor" und "Violator" ist mir noch ein neuer Song ("Immortal Fear") positiv aufgefallen. Aufgefallen ist mir auch der "neue" Snger, der zwar eine sehr gute Metal-Voice besitzt aber meiner Meinung nach mit seinen hohen Screams zu einer anderen Band besser passen wrde als zu EXCITER
(Olaf Reimann)

KAMELOT

Mit KAMELOT betrat nun einen Band die Bhne, die zwar einen geringeren Mosh-Faktor als Exciter besa, doch Freunden qualitativen Power-Metals den ein oder anderen Gnsehautmoment bescheren konnte. Obwohl die Stageperformance der Combo um Gitarrist Thomas Youngblood recht verhalten war, hielt der erstklassige Gesang von Frontmann Roy Khan der fehlenden Action recht gut die Wage. Trotzdem sprang der Funke irgendwie nicht auf das Publikum ber, obwohl ltere als auch neuere Songs wie "Edge of Paradise", "Forever" und "Soul Society", "March Of Mephisto" ziemlich professionell durch die PA geblasen wurden.
(Marek Schoppa)

KROKUS

Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass aus der Schweiz neben Przisionsuhren auch hochwertige Hardrock Acts kommen. Nachdem beim letzten BYH Gotthard auf der Festivalbhne zu sehen waren, kam dieses Jahr KROKUS die Ehre zuteil, beim Jubilumsbilling dabei zu sein. Eigentlich braucht man gar nicht viel zu erzhlen, denn diese Band hat Geschichte geschrieben. Jeder der die derzeitige Besetzung in letzter Zeit mal live erleben durfte wei, dass die Band nach Hhen und Tiefen ihrer Karriere auch heute noch eine klasse Liveact ist. Bestens gelaunt und gut in Form fhrte Marc Storace durchs Programm, in dem natrlich jede Menge alter Hits, aber auch Songs des letzten Outputs "Rock The Block" zum Zuge kamen. So wurde die ohnehin schon gute Stimmung im Publikum weiter aufgeheizt, und einer amtlichen Party bei strahlendem Sonnenschein stand nichts mehr im Weg. Cheers!
(Roland Wohde)

DESTRUCTION

Man kann DESTRUCTION bei der internationalen Besetzung des BYH durchaus als Lokalmatadoren bezeichnen. Dementsprechend wurden sie auch vom Publikum empfangen. Mit einem grausamen Sound ausgestattet ging es auch gleich mit "Curse The Gods" in die Vollen. Sofort bildete sich vor der Bhne ein Moshpit riesigen Ausmaes. Diejenigen, die sich in der Nhe der Bhne aufhielten (geil, ich war auch dabei!) durften sich im weiteren Verlauf des Gigs ber eine besondere Showeinlage freuen: Der "Mad Butcher" im originalen Fleischer-Outfit betrat umringt von sehr leicht bekleideten Amazonen zum dazugehrigen Song die Bildflche. Ab sofort hatte man neben der akustischen berreizung auch noch mit visuellen Eindrcken zu kmpfen (ohne die barbusigen Mdels war auf der Bhne allerdings nicht viel Action). Richtig voll wurde es auf den Brettern aber nachdem Schmier einen neuen Song ankndigte, der die Einheit aller Metalheads zum Ausdruck bringen soll. "Rise From Hell" wurde von den Sngern der Bands Amon Amarth und Morgana Lefay sowie von Doro mitgesungen und kann aufgrund des tieferen Hintergrundes als gelungen bezeichnet werden.
Insgesamt ein kurzweiliger Gig der Sddeutschen!
(Olaf Reimann)

AMON AMARTH

AMON AMARTH zhlten bei dem diesjhrigen, extrem traditionell ausgerichteten Billing wohl schon fast zu den Auenseitern. Dennoch konnten sie sich ber ein recht groes Publikum freuen, das nach Destruction auch schon auf hrtere Musik eingestellt war. Mit reichlich Druck pustete die Mannschaft ihre Hymnen ins Publikum und Oberwikinger Johan Hegg, dessen Bart der Lnge seiner Kopfhaare durchaus Konkurrenz macht, bangte sich mit seiner Mannschaft nach Walhalla. Dennoch konnte die Horde nicht an ihren triumphalen Erfolg vom Rock Hard Festival anknpfen. Zwar flogen zu Smashern wie "Fate Of Norns" oder "Bloodshed" einige Matten, aber man hatte den Eindruck, dass die Chemie zwischen Band und Publikum nicht wirklich stimmte. So war es letzten Endes aus meiner Sicht leider nur ein solider Auftritt, der gerade im Vergleich zum Rock Hard Festival etwas enttuschend wirkte.
(Roland Wohde)

DORO

Mit dem nachfolgenden Auftritt von DORO htte der musikalische Umschwung wohl kaum krasser ausfallen knnen. Dass so etwas auf einem Festival dennoch kein Problem ist, zeigte die erneut prchtige Stimmung bei den zahlreichen Zuschauern. Ist aber auch verstndlich. Denn jedem Festivalgnger drfte DORO im Laufe der Jahre wohl zu einer guten Bekannten geworden sein und ihre natrliche, frhliche Art ist und bleibt einfach ansteckend. Die Band sowie DORO selbst zeigte sich routiniert, aber wie gewohnt spielfreudig. Alle Anwesenden kamen einmal mehr in den Genuss von Evergreens der Marke "I rule the ruins" oder "Fr immer" und mit dem typischen, aber immer wieder nett anzusehenden Stageacting bekam der Zuschauer auch was frs Auge geboten. Fr Abwechslung sorgte der Gastauftritt von Chris Caffery an der Axt zu "All we are". Ein weiterer Gastauftritt, der sich eigentlich mehr als angeboten htte, blieb leider aus. So wurde die geniale Version des Priest-Klassikers "Breaking the law" leider ohne UDO zelebriert. Auch wenn ich DORO schon besser erlebt habe, auf jeden Fall ein gewohnt guter Gig.
(Roland Wohde)

U.D.O

Das bei dem diesjhrigen Hammer-Billing die gute Stimmung nicht abbrechen wrde, war eigentlich von vornherein klar. Dennoch muss man sagen, dass wieder einmal der Auftritt von U.D.O zu den absoluten Stimmungshighlights des Tages gezhlt werden muss. Konnte man ihn vor einigen Wochen noch bei der Accept Reunion Show mit ungewohntem Outfit erleben, so prsentierte sich uns U.D.O in Balingen im altbewhrten Tarnanzug. Und selbstverstndlich fanden sich zur Freude der Zuhrer neben Songs der Solokarriere auch reichlich Accept Gassenhauer in der Setlist wieder. Genaueres Geschehen auf der Bhne muss ich an dieser Stelle leider unkommentiert lassen, denn nach dem Aufenthalt im Fotograben war es an der Zeit fr eine kleine Studie. Immer wieder erstaunlich und zugleich genial, wie man sich mit vllig fremden Menschen in den Armen liegt, zu unsterblichen Songs wie "Balls to the wall", "I'm a rebel" oder "Princess of the dawn" bangt und sich dabei fhlt als wrde man eine Party mit den besten Kumpels feiern. Trotz jahrelanger Tests bin ich bis jetzt nicht hinter dieses Geheimnis der Band gekommen. Ebenso unerklrlich war fr mich die Tatsache, dass trotz unzhliger "Hei di hei do hei da" Chre kein "Fast as a shark" gespielt wurde. Trotzdem ein super Gig.
(Roland Wohde)

GAMMA RAY

Die Norddeutschen Happy-Metaller GAMMA RAY hatten einen vllig misslungenen Einstieg in ihren Gig. Schon bei den ersten Tnen des Openers "No World Order" versagte Henjo Richters Gitarrenendstufe und gab nach einigen Knarzern keinen Ton mehr von sich. Der Rest der Band musste den Song ohne Henjo zu Ende bringen um darauf eine mehrmintige Pause einzulegen bis das Problem behoben werden konnte. Kai Hansen versuchte die Lcke zu fllen indem er einige Details ber das im September erscheinende Album "Majestic" ausplauderte, doch merkte man ihm deutlich die entstandene Nervositt an. Als alles wieder in Ordnung war, ging die Party dann auch richtig los. "Rebellion In Dreamland" sorgte fr frenetischen Jubel, "Heavy Metal Universe" fr Manowar-Flair und mit "Bloodreligion" prsentierte man noch eine neuen Song. Abgesehen von der unbeabsichtigten Pause war es ein sehr gelungener Gig. Die Band spielte absolut tight und wirkte wie eine geschlossene Einheit. Hinzu kam der obligatorische Spafaktor eines jeden GAMMA RAY Konzerts und mit dem Rausschmeier "I Want Out" von Helloween hatte man endgltig allen Anwesenden ein Lcheln aufs Gesicht gezaubert.
(Marek Schoppa)

SAXON

SAXON sind eine Macht - da gibt es nix zu rtteln! Egal wo oder wann sie aufspielen, schaffen sie es immer das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Das liegt sicher nicht zuletzt an der positiven Ausstrahlung der gesamten Mannschaft, allen voran Basser Nibbs Carter und natrlich Frontmann und Urgestein Biff Byford, der an guten Tagen durchaus einen Comedy-Preis fr seinen englischen Humor verdient htte. In dieser Beziehung allerdings war der BYH-Freitag nicht der beste. Musikalisch hingegen war wie immer alles im grnen Bereich. Wobei es eine lustige Begebenheit zu Beginn des Sets zu vermelden gibt: Ein fachkundiger Kollege wunderte sich ber das tighte und kraftvolle Schlagzeugspiel und bekam nach einem Blick auf die Bhne die Antwort: Mikkey Dee von Motrhead sa hinter der Schiebude! Jrg Michael wird es ihm sicher verzeihen.
Nach "Lionheart" wurde der bekannte Querschnitt durch die zahlreichen Hits der Band geboten. "Heavy Metal Thunder", "Dogs Of War", "Backs To The Wall", "Solid Ball Of Rock", "Motorcycle Man", "Men or Machine", "Crusader", "Princess Of The Night", "Wheels Of Steel", "Never Surrender", "20.000 Feet", "Denim & Leather" msste die Abfolge gewesen sein, wenn ich mich nicht irre. Insgesamt waren SAXON ein wrdiger Co-Headliner des Freitags, auch wenn ich gerne ein bis zwei andere Songs gehrt htte.
(Olaf Reimann)

MOTRHEAD

Wie man wei, sind SAXON live immer eine Macht. Nach dem gute Gig der Sachsen blieb abzuwarten, ob Lemmy noch einen draufsetzen konnte. Und los ging's: "Hello, we are Motrhead and we play Rock'n'Roll!" - so ist es Lemmy und deshalb habt ihr auch "Dr. Rock" als Opener gewhlt. Schade nur, dass Lemmy's Bass ausfiel. Der Sound war sowieso nicht allzu gut und das galt wohl auch fr den Bhnensound. Meister Lemmy beschwerte sich jedenfalls deswegen andauernd beim Monitormenschen und kommentierte seinen Monitorsound mit "Sounds something between bad and nothing". Nett war auch wieder die Frage Phil's: "Should we turn up?", die er sich dann umgehend selbst mit "Fuck off, we turn up anyway!" beantwortete. Zusammenfassend kann man sagen, dass MOTRHEAD genau das ablieferte, was man von der Band erwartet hat - sie waren laut, verdammt cool und rock'n'roll as fuck! Das Drumsolo von Mikkey Dee in "Sacrifice" war gewohnt gekonnt (normalerweise hasse ich Soli aller Art, aber Mickey ist 'ne Ausnahme), Lemmy gewohnt cool und Phil gewohnt agil. Geiler Ausklang eines genialen ersten Festivaltages, der aber in der Nacht noch einiges mehr zu bieten hatte.
Setlist: "Dr. Rock", "Stay Clean", "Shoot You In The Back", "Love You Like A Reptile", "Killers", "Metrpolis", "Over The Top", "No Class", "I Got Mine", "In The Name Of Tragedy", "Dancing On Your Grave", "Ramones", "Sacrifice", "Just 'cos You've Got The Power", "Going To Brazil", "Killed By Death", "Ace Of Spades" und "Overkill"
(John Schmitz)


Samstag, 25.06.

DEMON

Wie mittlerweile wohl jeder wei, tobte in der Nacht von Freitag auf Samstag ein Sturm der seinesgleichen suchen muss. Aufgrund der immensen Schden, die auch vor der Bhne nicht halt gemacht hatten, verzgerte sich der Konzertbeginn um rund drei Stunden. Die Fans nahmen es gelassen hin und feierten trotzdem, bis endlich DEMON die Bhne betraten. Um die drei Stunden Verzgerung wieder auszugleichen, mussten die ersten Bands des Tages ihre Setlist stark krzen. Das war natrlich verstndlich und die Bands zogen toll mit. So gaben DEMON nur drei Stcke zum Besten. "Night Of The Demon" und "Don't Break The Circle" wurden lautstark gefeiert. Zudem spielten die Briten noch eine Nummer von ihrem neuen Album. Scheinbar hatten DEMON viele Fans angelockt, denn nach ihrem Auftritt leerte sich der Platz vor der Bhne merklich.
(John Schmitz)

VICIOUS RUMORS

Auch VICIOUS RUMORS sa der Zeitdruck im Nacken und so feuerte die gut gelaunte Truppe um Geoff Thorpe vier fette Metaltracks ins hungrige Publikum. "Don't Wait For Me", "A Minute To Kill/Abandoned" und "Six Stepsisters" (plus ein weiteres, das ich leider vergessen hab) waren brillant gespielt und super gesungen und kamen entsprechend gut rber. Ich htte verdammt gerne mehr von den gut aufgelegten Amis gehrt, aber die Umstnde zwangen alle Beteiligten zur Eile. Kurz aber klasse!
(John Schmitz)

NASTY SAVAGE

Bei manchen Bands war es gar nicht so schlecht, dass die Spielzeiten wegen des Unwetters gekrzt werden mussten. Wie beispielsweise bei NASTY SAVAGE. Beginnen wir mal beim Outfit des Thrash-Urgesteins Nasty Ronnie. Schlimmer geht's nimmer! Putzfrauen-Kopftuch, offenes rmelloses Jeanshemd ber dem Schmierbauch, kurze Shorts ber den Stempeln und an den Fen Badelatschen!!! Wobei das "Schuhwerk" auch nur deswegen zum Einsatz kam, weil es dem Frontmann auf den aufgeheizten Metallstufen der Bhne barfuss zu unangenehm wurde. Bei aller Liebe, da sahen ja die beiden umtriebigen Twisted Sister-Tunten noch mehr nach Metal aus! Passend zum unmglichen Auftreten war auch Ronnies lcherliche Kopfstimme, die gottseidank selten eingesetzt wurde. Songs wie "Psycho, Psycho" oder "XXX" htten mich um ein Haar in den Wahnsinn getrieben, aber die Spielzeit von ca. 15 Minuten war glcklicherweise schnell vorbei.
(Olaf Reimann)

JAG PANZER

JAG PANZER genieen eindeutig Kultstatus. Den Lwenanteil daran hat, neben den teilweise genialen Songs, Shouter Harry Conklin. Ein charismatischer Frontmann, der auch in Balingen wieder einmal die Menge auf seiner Seite hatte, wenngleich mir die vorherigen Auftritte der Band ein wenig besser gefallen haben als dieser. Warum wird der Oberhammer "The Viper" bei einem so kurzen Set raus gelassen und z.B. "Iron Eagle" stattdessen gespielt? Nichtsdestotrotz machen Jag Panzer immer wieder Spa.
(Olaf Reimann)

TANKARD

Als Nchstes strmten die Spavgel von TANKARD die Bretter und rockten mit "Rectifier" drauf los. Im Laufe des Gigs konnte es Gerre nicht lassen, sein Shirt stndig zu lften und dem Publikum seinen Ranzen (oder besser gesagt, seine Schrze) zu zeigen, ob es wollte oder nicht. Na ja, trotz dieser Beleidigung des sthetischen Empfindens machte der Gig der Frankfurter eine ganze Menge Spa. Songs wie "Chemical invasion", "Die With A Beer In Your Hand", "Freibier" und natrlich der Bandhymne "Empty Tankard" sprechen diesbezglich fr sich.
(John Schmitz)

NEVERMORE

Wie alle Bands vor ihnen mussten auch NEVERMORE in den sauren Apfel der extrem gekrzten Spielzeit beien. Diese kurze Zeit nutzten die Seattle Thrasher aber sehr gut. Smtliche Bandmitglieder erschienen in schlichter schwarzer Kleidung und Warrel sowie Bassist Jim Sheppard hatten zunchst noch die Mhnen mit Haargummi und Hut gezhmt. Natrlich dauerte es aber nicht sehr lange bis auch hier wie bei den Kollegen und im Publikum die Matten in Bewegung kamen. Ohne groen Schnick Schnack wurden so viele Songs runter gerissen wie mglich. Hierbei glnzte neben dem Titelsong des letzten Albums "Enemies Of Reality" besonders das geniale und unter die Haut gehende "The Heart Collector". Das Warrel trotz immer mehr aufziehender dunkeler Wolken die meiste Zeit nicht auf seine Sonnenbrille verzichtete mag mitunter daran gelegen haben, dass er in Bezug auf den "Augenschmuck" ohne weiteres dem Herrn der Ringe (Mr. Ttgren) Konkurrenz machen konnte. Wei der Geier was die Jungs in der Sturmnacht getrieben haben. Kurz, intensiv, gut!
(Roland Wohde)

AXEL RUDI PELL

In der folgenden Umbauphase zu Axel Rudi Pell kam es wettertechnisch nochmal richtig dicke. Als sei es nach der letzten Unwetternacht nicht genug gewesen, ffnete der Himmel erneut seine Tore und entlie urpltzlich derartige Mengen an Regen und Hagel, dass es kaum einen Metalhead mehr vor der Bhne aushielt. Doch so heftig es war, so schnell zeigten sich pnktlich zu Beginn der Show die ersten Sonnenstrahlen. Perfektes Timing! So stiegen die Recken um Pell und Frontmann Johnny Gioeli recht kraftvoll und passend mit "Tear Down The Walls" in ihren Gig ein. Bis auf den Blondschopf wirkte die Band ziemlich agil, nutze den Bhnenplatz sinnvoll aus und zeigte sich sehr sympathisch. Allen voran glnzte der Snger mit erstklassigem Gesang und guter Publikumsanimation und Keyboarder Fredy Doernberg trug sein Keyboard spazieren soweit es sein Kabel ermglichte. Axel hingegen wirkte etwas angespannt, was daran gelegen haben knnte, dass seine Gitarrenanlage bzw. Effektgerte nicht so recht wollten wie der Meister. Trotzdem rockten "Stong As A Rock", "Masquerade Ball" oder der alte Steeler Song "Call Her Princess" ganz ordentlich, was vom Publikum auch gebrtig honoriert wurde.
(Marek Schoppa)

SEBASTIAN BACH

Dass das weibliche Publikum in den ersten Reihen vor der Bhne schlagartig zunahm konnte nur einen Grund haben: Ex-Skid Row Snger und Frauenschwarm Sebastian Bach lud nun bei bestem Wetter zu einer fetten Rockparty ein. Wie bereits sein letztjhriger Auftritt, war auch dieser Gig ein voller Erfolg. Die Skid Row Klassiker wie "Slave To The Grind", "18 And Life", "Big Guns", "Monkey Business", "I Remember You" kamen natrlich extrem geil rber. Sebastian Bach ist nicht nur ein fabelhafter Snger und Entertainer, er versteht es auch die Energie seiner Musik auf das Publikum zu bertragen. Folglich flogen hier ordentlich die Fetzten; fr mich definitiv einer der besten Auftritte der Veranstaltung.
Zu erwhnen sei vielleicht noch die Band, zu welcher absolute Cracks ihres Faches zhlten. Bobby Jarzombek an den Drums und Steve DiGiorgio (Bass) bildeten die Rhythmusfraktion, ergnzt durch die Klampfer Metal Mike Chlausciak und Johnny Chromatic. Eine imposante und fitte Formation, wie ich finde.
Mit "American Metalhead" gaben die Jungs noch einen neuen Songs vom neuen Album zum Besten und "Youth Gone Wild" bildete den wrdigen Abschluss. Verdammt guter Gig!
(Marek Schoppa)

CANDLEMASS

Die Candlemass-Anhngerschaft wird grer und grer. Mit ihrem sehr erfolgreichen Comeback-Album haben die Schweden sicher alte Freunde behalten und viele neue dazu gewonnen. Einige dieser Anhnger lassen sich sogar bizarre Rituale einfallen um ihrer Band zu huldigen. Ein Zuschauer in der ersten Reihe hielt in seinen Hnden jeweils eine brennende Kerze in den Sommerhimmel, deren Wachs sich langsam ber seine Arme ergoss. Den Vogel schoss aber Bruder Cle, seines Zeichens Schreiberling vom Rock Hard Magazin, ab. Im originalen Mnchs-Outfit mit mannshohem Kreuz bewaffnet fhrte er eine kleine Prozession an, die ihren Weg ber`s Festivalgelnde nahm. Begleitet wurde er von zwei Minestranten (unpassender Weise im Twisted Sister-Look), die u.a. mit einem echten Weihrauchschwenker ausgestattet waren. Pnktlich zu Beginn des Candlemass-Sets in der ersten Reihe angekommen, hllte der Weihrauchschwenker die vorderen Zuschauerreihen in stimmungsvollen Duft. Auf der Bhne ging es nach dem bekannten Intro mit "Black Dwarf", dem Opener der aktuellen CD in die Vollen. Die Schweden prsentierten sich in bester Spiellaune. Frontmann und Oberspavogel Messiah Marcolin war es wohl fr seine groartigen Wortspiele etwas zu hei, denn er hielt sich verhltnismig eher zurck. Das nderte aber nichts an der beeindruckenden Stimmung, die Candlemass bei ihren Auftritten verbreiten. Das Publikum wurde immer wieder zum Mitmachen aufgefordert und lie sich dieses auch nicht zweimal sagen. Mit Songs wie "At The Gallows End", "The Well Of Souls", "Mirror, Mirror" oder "Solitude" packten die Schweden starken Tobak aus der Kiste und wurden dafr ziemlich abgefeiert.
(Olaf Reimann)

HANOI ROCKS

Okay, nun sollte das Unheil seinen Lauf nehmen. Der lang erwartete Special Guest sollte von Horst Odermatt bekannt gegeben werden. Mann, was haben wir gertselt. CRIMSON GLORY mit Midnight war mein Tipp, andere hofften auf KING DIAMOND und sogar MTLEY CRE waren im Gesprch. Als dann HANOI ROCKS angekndigt wurden, war die Enttuschung riesengro. Der Platz vor der Bhne leerte sich merklich und viele Metalheads zeigten den Finnen den Mittelfinger. Nicht wenige "Buh" Rufe waren zu hren. Neben dieser Tatsache war die Band um Frontclown Michael Monroe aber auch wirklich grottenschlecht. So viele krumme Tne und Verspieler habe ich von einer "Profiband" schon lange nicht mehr gehrt. Da rollten sich mir die Zehngel auf, besonders bei den Saxophoneinstzen. Nein, liebe BYH-Macher, das war ein Griff ins Klo. Pfui!
(John Schmitz)

MIKE TRAMP

Nach der ersten grausigen Enttuschung des Special Guests wurde es nun wieder voller vor der Bhne, denn ein zweiter "geheimer" Gast wurde auf das BYH eingeladen, der den Status eines Special Guests verdiente. So gab sich der sympathische Australier Mike Tramp die Ehre um Songs seiner alten Band White Lion zu trllern. Eine feine Sache. Zwar war der Sound leider etwas muffig und Mikes Gesang blieb kategorisch unter einer bestimmten Tonhhe, doch kam wieder richtig Stimmung auf. Es war einfach klasse die alten Schinken wie "Hungry", "Lonley Nights", "Wait" oder "Little Fighter" live zu erleben, obwohl der Snger mit zunehmendem Alter nicht mehr an seine alte Gesangsleistung anknpfen kann. Spa hat es auf jeden Fall gemacht und nach Hanoi Rocks war diese Darbietung wie Salbei in (nicht nur) meinen Ohren.
(Marek Schoppa)

DIO

Es gibt nur einen Ronnie und zwar Ronnie James (der Nasty Ronnie kann somit nach Hause gehen). Blieb nur abzuwarten, was uns der kleine Mann bieten servieren wrde. Vor zwei Jahren noch Headliner am Freitag und nun Co-Headliner am Samstag. Egal wo man DIO hinsteckt, er zeigt allen "Jungspunden" wie's gemacht wird. Dabei war ich zu Beginn, nach den ersten beiden Nummern "Killing The Dragon" und "Egypt", etwas skeptisch, denn genau diese beiden Stcke hatte DIO bereits vor zwei Jahren als Opener gespielt. Wrde der Mann die gleiche Setlist zocken? Nein, er tat es nicht, denn bereits Song Nummer drei "Stand Up And Shout" beseitigte alle Zweifel und rockte das Volk so dermaen, dass es eine wahre Freude war. Geil! Weiter ging's mit "Holy Diver" und "Sunset Supermann", bevor eine RAINBOW-Phase eingelegt wurde. Es war klar, dass "Man On The Silver Mountain" und "Long Live Rock'n'Roll" kommen wrden (brigens durch ein Drumsolo unterbrochen), aber ich wette "Gates Of Babylon" hatte nicht jeder auf seinem Plan. Das war Gnsehaut pur. Die band zeigte sich spielfreudig wie immer und Ronnie sang gewohnt atemberaubend gut. Die Stimmung auf dem Gelnde konnte also besser nicht sein und so beschlossen die herren mit einer fetten Version von "Heaven And Hell" und "Rainbow In The Dark" einen super Gig. Ronnie, du hast es wieder allen gezeigt!
(John Schmitz)

TWISTED SISTER

Was sollte man sagen? TWISTED FUCKIN' SISTER sind halt eine Macht. Das war logischerweise jedem klar, aber dennoch war ich sehr gespannt auf die Setlist. Die Amis konnten ja kaum die Setlist von 2003 wiederholen. Auerdem war dieser Gig 2003 auch reine Magie und wohl kaum zu toppen. Nun, die Mnner haben sich was einfallen lassen. Sie spielten einfach ihr Hitalbum "Stay Hungry" komplett - Song fr Song. Einerseits war das eine gute Idee, denn besagte Scheibe hat ja keinen schwachen Track. Andererseits fehlte so natrlich die Spannung, es war ja alles vorhersehbar. Was jedoch immer aufs Neue genial war, war die Performance - allen voran Dee Snider, der die "Stay Hungry" ber die Bhne wirbelte und ordentlich Stimmung machte. Irgendwie hatte ich das Gefhl, dass seine Stimme nicht so wollte wie er. Aber nach dem dritten Song "Burn In Hell", waren meine Zweifel beseitigt. Der Mann bekommt halt nicht nur jedes Publikum sondern auch sich selbst in den Griff. Auch sehr gelungen fand ich die Ansage von Jay Jay French nach "I Wanna Rock", der versuchte zu erklren, warum 80er-Jahre-Metal geiler ist als der moderne Sound. Na sicher, weil's einfach mehr um Party als um Depressionen ging. Halt vollkommen recht, der Mann. Weiter geht's im Programm und vor allem "The Beast" und natrlich noch mal "SMF" sind gigantisch gut. So, jetzt aber mal weiter gucken. Bitte, bitte "Come Out And Play" ? Nein, TWISTED SISTER berraschen erneut und bringen die alte STONES Kamelle "It's Only Rock'n'Roll (But I Like It)" mit Singspielchen. Okay, ist auch gut? Nehmen wir mit. Aber wat nu? TS verlassen die Bhne und das Feuerwerk startet? Das soll es schon gewesen sein? Eine Zugabe ging dann doch noch und zwar ein fettes "You Can't Stop Rock'n'Roll", bevor die Mnner endgltig die Bhne verlieen.
Also, was sollte man sagen? TS waren gut, aber lange nicht so magisch wie zwei Jahre zuvor. Alles war zu vorhersehbar und die Spielzeit einfach zu kurz. Dennoch hat's 'ne Menge Spa gemacht?
(John Schmitz)


Am Ende des BYH 2005 stehen zwei Tatsachen:

1. "I survived Balingen 2005!"
2. BYH 2006 wir kommen!

Berichterstatter: Rohland Wohle, John Schmitz, Olaf Reimann, Marek Schoppa

Alle Fotos von Roland Wohde


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