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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROCK HARD FESTIVAL 2005
Ort Gelsenkirchen, Amphitheater
Datum 12.-15.05.2005
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Festival Logo

Eine Fahrt nach Gelsenkirchen lohnte sich an diesem Pfingstwochenende ganz besonders. Sei es nun als BVB-Fan (Borussia Dortmund gewann gegen Schalke 04) oder als Anhnger der hrteren Musikgangart. Das dritte Rock Hard Festival lud zum einmaligen Musikgenuss ins herrliche Amphitheater. Aber auch die Wasserscheuen hatten an diesem Wochenende ihre helle Freude, denn Gelsenkirchen muss der einzige Ort in ganz Deutschland gewesen sein, an dem es nicht regnete! Somit stand einer ordentlichen Heavy Metal Party nichts im Wege. Und nicht wenige nutzen die optimalen Bedingungen, das alleine zeigten die immer recht gefllten Rnge an beiden Festivaltagen. Das Rock Hard Team hat mal wieder beste Leistungen in jeder Hinsicht gebracht. Einzelne Mitarbeiter des Redaktionsteams um Gtz Khnemund boten allerdings auch herausragende Leistungen in der Disziplin Alkoholkonsum. Im Presse-Zelt konnte sich beispielsweise ein bestimmter Herr selbst mit Hilfe von zwei menschlichen Sttzen nicht mehr auf den Beinen halten. berhaupt war ein Besuch im Presse-Bereich des Festivals jederzeit eine willkommene Abwechslung mit netten Gesprchspartnern. Es gbe sicher jede Menge kleiner Anekdoten rund ums diesjhrige Rock Hard Festival zu erzhlen, aber beschrnken wir uns auf die berlieferung der Geschehnisse auf der Bhne. Los geht's: (Olaf)

Freitag

Schon der Warm-Up-Abend am Freitag zeigte, dass es beim Rock Hard Festival wieder etwas fr jeden gab. Vier Bands, deren musikalische Ausrichtung kaum verschiedener sein konnte, teilten sich an diesem Abend die kleine Bhne, die am oberen Rand des Amphitheaters aufgebaut war.

REGICIDE
Die aus Norddeutschland stammenden REGICIDE machten um kurz vor 19.00 Uhr den Anfang. Bei gutem Wetter und ebensolchem Sound waren die mal getragenen, mal rockigen, aber stets kraftvollen Songs des Septetts genau der richtige Einstieg in ein Festivalwochenende. Die sympathische Band wirkte sehr natrlich und war sichtlich erfreut, auf dem Festival spielen zu drfen. Neben dem sowohl musikalischen als auch visuellen Dreh- und Angelpunkt in Form des Gesangsduos wurde bei diesem Auftritt erfreulicher Weise auch die stille, aber soundprgende Violistin fter ins Geschehen mit eingebunden. Aber auch smtliche anderen Musiker zeigten sich in bester Spiellaune, und so drfte es Regicide gelungen sein, auer den anwesenden alten Fans wieder einige neue Leute fr sich zu begeistern. Schner Einstieg! (Roland)

SUNRIDE
Anschlieend enterten SUNRIDE aus Finnland die Bhne und sorgten mit ihrem vom Metal angehauchtem Rotzrock fr ordentlich Stimmung vor der Bhne. Es wurde in kleinerer Runde gepogt, und auch sonst ging das Publikum ordentlich mit den Jungs mit. Kein Wunder, denn die Finnen rockten authentisch und selbstsicher drauf los, wobei besonders die Gitarrenfraktion fr reichlich Bewegung sorgte. Und dass bei dieser Musik die Bierlaune von Song zu Song zunimmt, ist eigentlich auch logisch. Also Becher hoch fr einen gelungenen Gig. (Roland)

ABANDONED
Asche auf mein Haupt, dass ich die nun folgende Band ABANDONED quasi komplett verpasst habe. Dabei wre es sicher besonders interessant gewesen, den Gewinner des SIMeVIL Bandcontests auf der Bhne zu sehen. Aber besagte Bierlaune und das Treffen unzhliger Bekannter am Bierbrunnen machten dieses Vorhaben leider zunichte. So ein Festival hat nun mal seine eigenen Gesetze. (Roland)

GIRLSCHOOL
Ebenfalls in amtlicher Partylaune waren GIRLSCHOOL, die als letzte Band des Abends ihre alten und neuen Gassenhauer durch die PA pusteten. Ob Sngerin Kim McAuliffe nun wirklich Geburtstag hatte oder ob die Girls einfach nur einen Grund zum feiern brauchten (beim Auftritt auf dem Raise Your Fist Festival war nmlich mit Jackie Chambers ebenfalls ein Geburtstagskind in der Band), entzieht sich meiner Kenntnis. Fest steht jedoch, dass die vier Frauen auch in vorangeschrittenem Alter immer noch ordentlich Feuer im Hintern haben und dem Publikum krftig einheizten. Am agilsten prsentierte sich wieder einmal Bassistin Enid Williams. Im Laufe des Sets enterten einige Fans die Bhne, um kurz mit den Mdels abzurocken oder einfach mit einem beherzten Sprung wieder in der Menge vor der Bhne zu verschwinden. Auch wenn sie in meinen Ohren ein wenig schwcher waren als auf besagtem Festival in Holland, dennoch ein ordentlicher Headliner fr den ersten Abend. (Roland)

Samstag

COMMUNIC
COMMUNIC fiel die Rolle des Openers zu und dementsprechend motiviert betraten die drei Jungs nebst Gastkeyboarder die Bhne. COMMUNIC nutzten die ihnen zugestandene Spielzeit und gaben ohne viel Schnick-Schnack umgehend Gas. Bei der Auswahl der Setlist htte ich mir vielleicht die ein oder andere berraschung gewnscht, denn die Nordmnner wagten keine Experimente, etwa in Form eines Covers, und gaben alle Titel (mit Ausnahme von "The Distance") ihres Debts "Conspiracy In Mind" zum Besten. Leider war der Sound nicht optimal, denn die Gitarre konnte sich nicht wirklich durchsetzen und die Drums, insbesondere die Bass, waren zu laut. Da Mr. Oddleif ans Mikro gebunden war, wirkte zudem die Performance etwas statisch. Im Zusammenspiel mit den langen Songs, bei denen viele Riffs oft wiederholt werden, wirkte die Show auf mich somit etwas trge. Das Publikum schien jedenfalls recht zweigeteilt, denn whrend vor der Bhne die Leute Stimmung machten, wirkte der groe Rest auf der Tribne eher reserviert. Dennoch boten COMMUNIC einen guten Gig und stellten einen guten Opener dar. (John)

HEAVEN SHALL BURN
Nach den fr mein Befinden doch etwas langatmigen Kommunisten von COMMUNIC war jetzt an der Zeit, Dampf abzulassen. HEAVEN SHALL BURN enterten nach kurzer Anmoderation die Bhne und es fiel auf, dass da nicht Original-Snger Marcus mit von der Partie war. Das ist echt wie verhext! Jetzt hab ich die Mannen zweimal gesehen und beide Male war am Mikro ein Ersatz am werkeln... Jedenfalls entpuppte sich der kleine Wterich, der sich im Verlauf des Sets mindestens tausendmal entschuldigte und bedankte, als der eigentliche Snger der Kollegas von MAROON.
Wenn man sich die Fan-Beteiligung im letzten Jahr zu dieser frhen Stunde vergegenwrtigte, so war das Getose vor der Bhne inklusive dem ersten Pit des Tages doch mehr als beachtlich. Die aggressiv-moshigen Songs der Truppe quirlten das Amphietheater ordentlich durch und trieben auch der letzten Saufnase den Schlaf aus den Augen. Dabei gab neben dem hektisch Snger, der immer mal wieder typisches Unity- und Tribute-Gelaber einstreute und ordentlich Stimmung gegen Rechts machte, vor allem die breitbeinig posierende Bass- und Gitarrenfront ein cooles Bild ab. Besonders Maik an der Gitarre gab mehr als alles und bangte sich durch das komplette Set weg die Matte filzig.
Definitiv ein gelungener Gig, bei dem man auch das Rock Hard Team loben muss, da sie aus der berhand nehmenden Masse der Metalcore-Combos eine wahre Perle ausgewhlt haben. (Andreas)

ENSIFERUM
Die Finnen von ENSIFERUM waren als nchstes an der Reihe, sich in die Herzen der werten Metallerschaft zu spielen. Bei mir ist ihnen das nicht zu 100% gelungen, da ich mit dem hochmelodischen und teils verspielten Liedgut der angepinselten Recken nicht allzu viel anfangen kann. Das sah aber der grte Teil des in beachtlicher Menge vertretenen Publikums anscheinend vllig anders, denn im Amphietheater und speziell vor der Stage ging die Post ab. Stimmung bis der Arzt kommt wurde von dem sympathischen Haufen erzeugt, so dass die Fans voll auf ihrer Kosten gekommen sein drften. Selbst die Keyboarderin am Bhnenrand war sich fr fleiiges Dauerbangen nicht zu schade. (Andreas)

THE HAUNTED
Auf THE HAUNTED war ich wirklich gespannt. Werden sie doch immer mal wieder als die einzig mglichen Nachfolger von Slayer gehandelt, stellte sich mir natrlich die Frage ob sie es schaffen wrden, auf der Bhne hnlich intensiv rberzukommen wie aus der Konserve. Diese Frage konnte ich nach dem Gig mit einem ganz fetten JA beantworten. Die Schweden fuhren ein dermaen heftiges Brett, dass es eine wahre Pracht war. Ohne viel Schnick-Schnack ballerten die Jungs eine derbe Thrashattacke nach der anderen raus. Die Band spielte hierbei verdammt tight, und alt/neu Snger Peter Dolving zeigte eindrucksvoll, dass er nicht umsonst in kurzen Hosen und Turnschuhen auf der Bhne stand. Rennend, springend und rollend tobte er ber die Bretter und machte den Fotografen ihren Job wirklich schwer. Von seiner sportlichen Leistung scheinbar vllig unbeeinflusst brllte er sich obendrein zu den Songs die Seele aus dem Leib, zeigte aber auch, dass er richtig singen kann. Verdammt heftig und richtig gut! (Roland)

SAMAEL
Nach THE HAUNTED konnte es eigentlich erst mal nur bergab gehen, ganz egal wer die Bhne betreten htte. Umso krasser war der Stil- und Stimmungsumbruch dann, als die Eidgenossen von SAMAEL sich anschickten, in Gelsenkirchen loszulegen. Begeistert nahm ich zur Kenntnis, dass gleich die ersten beiden Songs vom tollen "Passage"-Album genommen wurden. "Rain" und im direkten Anschluss "Shining Kingdom" schienen darauf hinzudeuten, dass sich die Mannen einem eher metallischen Set verschrieben htten. Aber nix da. Nach der gelungenen Gig-Erffnung folgten unsglich technoide Songs von den Sptwerken SAMAELs, um die ich wohlweilich immer einen groen Bogen gemacht habe. Dazu kam dann das seltsame Gehabe der Band auf der Bhne, wobei besonders der Synthie-Zauberer und Percussion-Vollzugsbeamte hinten auf der Bhne und das Hpf-Mnnchen am Bass fr hochgezogene Augenbrauen sorgten. So fielen denn die Reaktionen auch im Publikum eher durchwachsen aus, da mit der fortschrittlichen Dster-Mucke der Schweizer eben nicht jeder klar kommt, auch wenn das in keinster Weise die knsterlische Begabung der Truppe in Frage stellen soll. Immerhin gab es im Verlauf des Sets doch noch einige alte Schoten zu hren, so z.B. den Klassiker "Baphomet's Throne", bei dem es dummerweise zu Problemen am Bass kam, die aber schnell wieder behoben wurden. Wenn das nicht mal von der vielen Rumhpferei war, hehe!
Abgerundet wurde der Auftritt von SAMAEL mit einem gekonnten Brckenschlag zum Beginn des Auftritts, da es als erste (die zweite hab ich vergessen) Zugabe das obergeniale "Jupiterian Vibe" ebenfalls von der "Passage" gab. (Andreas)

SONATA ARCTICA
Wegen unumgnglichen Fachgesprchen mit Kollegen der Zunft habe ich leider den Gig verpasst. Sorry! (Olaf)

AMON AMARTH
Nach der wohlverdienten und taktisch klug platzierten Ruhepause whrend SONATA ARCTICA kam mit AMON AMARTH mein persnliches Festival-Highlight auf mich zugerollt. Was war das ein Fest! Unterm begeistertem Jubel betraten die Neuzeit-Wikinger aus Schweden die Bretter und legten dann mit einem Programm los, dass sich wahrlich gewaschen hatte. Pure Euphorie brach aus, als solche Killer wie "For The Stabwounds In Our Backs", "Bloodshed", "Masters Of War" oder "Bleed For Ancient Gods" auf die schwitzende, tobende und dauerbangende Meute losgelassen wurden. Snger Johan fhrte dabei sowohl routiniert als auch symphatisch und anspornend durch den Auftritt und schmiedete die Fans zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammen. Klar, dass auch ein Oberstampfer wie "Victorious March" nicht fehlen durfte. Da ich AMON AMARTH mittlerweile schon recht oft gesehen habe, kann ich guten Gewissens behaupten, dass die Band mit ihrem Gig auf dem Rock Hard Festival den besten abgeliefert hat, dem ich bisher beiwohnen durfte. Und im Vergleich zu vor einigen Jahren prsentierte sich der Trupp deutlich reifer und erfahrenen, ohne dabei aber auch nur im geringsten den Spafaktor missen zu lassen. Spa hatte definitiv auch das Amphietheater und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich AMON AMARTH an diesem Tage mehr als nur einen neuen Fan erspielt haben! (Andreas)

CHILDREN OF BODOM
Bei den Finnen CHILDREN OF BODOM kam endlich das erstemal die Lightshow wirklich zum Einsatz, denn es wurde langsam dunkel in Gelsenkirchen. Mit mittlerweile vier starken Alben im Rcken konnten die Kinder des Bodom-Sees aus dem Vollen schpfen und spielten neben Krachern des letzten Albums natrlich auch lteres Material wie "Everytime I Die" vom Vorgnger oder den Opener ihres Debts "Deadnight Warrior". Die Fans nahmen diese Mischung gut auf, und die Security hatte alle Hnde voll zu tun, denn man konnte mehr Crowdsurfer als bei allen anderen Bands auf ihrem Weg in Richtung Bhne beobachten. Dennoch war es insgesamt im Amphitheater etwas leerer geworden, was wohl zum einen daran lag, dass COB einigen Metalheads trotz ihrer heftigen Ausrichtung zu frickelig sind. Zum anderen passt das bse Image, das Bandkopf Alexi rberzubringen versuchte irgendwie nicht zu den Jungs, grade in Verbindung mit dem bandtypischen Synthiesound. Und die Ansagen des Mr. Laiho, in denen eigentlich nur Fuck zu verstehen war, und seine permanente Rumrotzerei gingen wohl nicht nur mir im Laufe der Zeit wirklich auf den Geist.
Kein schlechter Gig, aber nach dem alles niederwalzenden Auftritt von Amon Amarth etwas dnn. Da htte man mit einem Positionstausch wohl beiden Bands einen Gefallen getan. (Roland)

JON OLIVA
Ich glaube dieses Festival hatte zwei groe Gewinner. In der Kategorie Stageacting drften eindeutig OVERKILL den Thron bestiegen haben und in der Kategorie Songauswahl hat fr mich eindeutig Jon "Mountain King" Oliva gewonnen. Beweise gefllig? Hier kommt die Setlist:

  • Gutter Ballet
  • Time
  • Jesus Saves
  • Hounds
  • Tonight He Grins Again
  • The Dark
  • Ghost In The Ruins
  • Thorazine Shuffle
  • Believe
  • City Beneath The Surface
  • The Dungeons Are Calling
  • Sirens
  • Power Of The Night
  • The Hall Of The Mountain King
Auerdem konnte Mister Oliva die OVERKILL-Kategorie gar nicht gewinnen - dazu brauche ich sicher nicht mehr zu sagen. Aber trotz seiner Unbeweglichkeit auf der Bhne hat der Mann ein Flair versprht, dass es einem eiskalt den Rcken runter lief. Selbst einige flapsige Bemerkungen und "Stimmungslied-Einlagen" konnten an diesem Zustand nichts ndern.
Nicht viel weniger trug dazu auch Jon's Band bei, die ihren Job lblich absolvierte. Aber ehrlich gesagt hat die Arbeit der Band wahrscheinlich ein Groteil der vllig begeisterten Menge nur gehrt, denn alle Augen drften auf den Mountain King gerichtet gewesen sein, der natrlich vor allem die balladesken Nummern wie beispielsweise "Believe" geradezu zelebriert hat (inklusive Widmung an seinen Bruder). Umso erstaunlicher, dass den Headliner des zweiten Tages, ACCEPT, meiner Meinung nach einige Leute mehr gesehen haben. Das mag am Angebot der Tagestickets gelegen haben, das sicher viele fr den zweiten Festivaltag genutzt haben; es kann aber auch daran gelegen haben, dass mancher schon den Schlaf der Gerechten schlief (gell, John?)!
Beide Daumen nach oben fr einen grandiosen Gig!
brigens: Dass Jon Oliva eine unumstliche (im wahrsten Sinne des Wortes!) Gre im Business ist, beweist folgendes: am Mittag des zweiten Festivaltages wollte sich Mister Oliva von der Tribne aus die ein oder andere Band anschauen, drfte aber nicht viel mitbekommen haben weil sich in Windeseile die Fans die Klinke in die Hand gaben, um ihrem Helden die Hand zu schtteln und/oder von ihm ein Foto zu schieen. So musste der Mountain King nach kurzer Zeit den Rckzug antreten. (Olaf)

Sonntag

HELLFUELED
HELLFUELED luteten den Festivalsonntag ein. Die Band, die vergangenes Jahr von den Lesern des Rock Hard zum Newcomer des Jahres gewhlt wurde, konnte den hohen Vorschusslorbeeren nicht wirklich gerecht werden. Natrlich gab es vor der Bhne eine kleine Schar an Fans die mitgingen, aber den grten Teil des immerhin schon anwesenden Publikums konnten die Schweden nicht wirklich wach rtteln. Die Band selbst wirkte recht steif und mde, was gerade weil es sich um ihren ersten Gig in Good Old Germany handelte, enttuschend war. Der Funke wollte nicht richtig berspringen und fr die Nrglerfraktion, die in Hellfueled ohnehin nur eine musikalische Ozzykopie sehen, schttete Gitarrist Jocke Lundgren mit seinen vielen bei Zakk Wylde ausgeliehenen Posen zustzliches l ins Feuer. Schade. Da htte ich mehr erwartet. (Roland)

WOLF
Die in meinen Augen grte berraschung des Festivals boten gleich im Anschluss WOLF. Sicher ist ihr Oldschool Heavy Metal nicht jedermanns Sache und es tummelten sich auch hier keine Massen vor der Bhne. Dies nderte jedoch nichts an dem Spa den die Jungs hatten und der absoluten Authentizitt, mit der sie ihren klassischen Bangerstoff darboten. In kultigem Jeans- und Nietenoutfit waren sie die absoluten Poserkings des gesamten Wochenendes und somit die perfekte visuelle Umsetzung zu Granaten wie "Evil Star". Lediglich die ausgelutschten Floskeln, dass das heutige das bisher beste Publikum berhaupt sei, htte man sich sparen knnen. Denn selbst wenn es die Band auch hiermit ehrlich gemeint haben sollte, klingt es doch immer irgendwie unglaubwrdig. Trotzdem beide Daumen hoch fr die Wlfe! (Roland)

Rock Hard

THRESHOLD
Mitten in meine wohlverdiente Mittagspause am Jim Beam-Stand tnten pltzlich die ersten Tne von "Mission Profile", dem tollen Opener von "Subsurface", der aktuellen Platte der Englnder THRESHOLD. Bestens gelaunt peitschten die Proggies ihre Hits ins Publikum, das zu meiner Verwunderung unheimlich begeistert mitfeierte. Rund um mich herum (mittlerweile vor der Bhne angelangt) sang jeder enthusiastisch die Texte der Subsurface-Knaller "Ground Control" oder "Pressure" mit. Htte gar nicht gedacht, dass THRESHOLD so gut bekannt sind (wobei die vordere Platzierung in den Rock-Hard-Charts mir das eigentlich htte zeigen mssen). Jedenfalls stimmte es mich frhlich, so viele Gleichgesinnte um sich zu haben. Diese Freude versuchten mein Begleiter (MoM) und ich dem Gitarristen Karl Groom aus dem Gemenge vor der Bhne mitzuteilen. Dieser wollte uns aber kein Gehr schenken (unsere Mittagspause war wohl etwas zu lang!). Snger Mac berzeugte nicht nur durch seinen markanten Gesang sondern durchaus auch durch seine Performance, inklusive ekstatischem Mikrokabel-Lassoschwingen a la Sebastian Bach. Drummer Johanne James sollte man mal einen kompletten Gig ausschlielich beobachten. Der Mann ist eine reine Beatmaschine.
Mit einem Querschnitt aus fast allen Alben zeigten die Englnder alles in allem eine sehr gelungene Show, die auf jeden Fall zu den positiven Eindrcken des Festivals zhlt. (Olaf)

UNLEASHED
Und ein zweites Mal kamen an diesem Wochenende die Wikinger den Rhein-Herne-Kanal hochgesegelt, um mit Feuer und Schwert ber Gelsenkirchen herzufallen. Und endlich sollte ich auch mal UNLEASHED zu Gesicht und zu Gehr bekommen, ein Privilig, das mir bisher leider verwehrt blieb.
Unter strmischem Applaus betraten die Berserker die Bhne und nachdem die ersten Beigeisterungswogen abgeebbt waren, stiegen die Mannen kompromisslos und ohne zu zaudern hochbrutal mit "Legal Rapes" ein. Es folgte ein Set der Extraklasse, bei dem die Band stets darauf bedacht war, die perfekte Mischung aus hektischem Gebolze und groovigen Bang-alongs zu finden. Die vor der Bhne versammelten Death Metal-Anhngerschaft sog jeden Ton der Legende begierig in sich auf und konnte von Basser/Snger Johnny und seinen Recken nicht genug bekommen. Aber wen wundert das bei Songs wie "Before The Creation Of Time", "Shadows In The Deep", "To Asgard We Fly", "Berserk", "Don't Want To Be Born", "Hell's Unleashed", "Winterland" und "Destruction (Of The Race Of Men)" schon? Nachdem Johnny zwischenzeitlich ordentlich mit seinem Trinkhorn posiert und die Reste des Inhalts ins Publikum verteilt hatte, ging mit "Death Metal Victory" ein einmalig kultiges Singspielchen los, das gerade im Death Metal vergeblich seinesgleichen suchen drfte. Was ein Spa!
Auch UNLEASHED lieen sich letztendlich zu einer Zugabe zurck zitieren, die dann leider nicht aus dem monsterfettem "The Longships Are Coming" vom jngsten Release bestand (vielleicht war auch der Kanal fr die Langboote zu klein), sondern aus dem endderben "Never Ending Hate" von der "Shadows In The Deep". Trotz dieser kleinen Enttuschung und etlicher weiterer aufgrund der begrenzten Spieldauer nicht gespielten Hits ein einmaliger Gig, der nur ganz knapp hinter dem von AMON AMARTH stand! (Andreas)

PRETTY MAIDS
Gute Gte, Ronnie Atkins ist alt geworden. Der Mann hat Furchen im Gesicht so tief wie der Mariannengraben. Da so was im Metal bekanntlich keine Rolle spielt (es geht ja schlielich nicht um Britney Spears) und die Dnen den Rock in ihrer Seele haben, ging's amtlich mit "Sin Decade" los. Ken Hammer hatte zu Beginn mit technischen Problem zu kmpfen und ich mit der Setlist. Wo blieben die richtigen Granaten! "Destination Paradiese" ist ja nicht schlecht, aber wir befanden uns auf einem Festival und da will man die Hits hren. Stattdessen stellten die Dnen einen neuen Song vor. Gott sei Dank bekamen die Herren dann doch noch die Kurve, denn nach dem fnften Stck ging es richtig los. Es folgten das geniale "Yellow Rain" und "Love Games" vom "Future World"-Album und nach "Back To Back", als die Leute gerade richtig in Fahrt waren, gingen PRETTY MAIDS dann von der Bhne. Ts, ts, ts - muss doch nicht sein. Also okay, "Zugabe, Zugabe, Zugabe" und da kamen sie wieder. Als Hammerschlag gab's dann noch die erwarteten "Future World" und "Red, Hot And Heavy".
Fazit: Der Auftritt war verdammt durchwachsen. Die Songauswahl der zweiten Hlfte war klasse, so wie man es erwartet hatte. Der Anfang jedoch war zh und die ewigen Singspielchen und Publikumsanimationen haben mich echt genervt. Ich hab die Dnen schon besser erlebt. (John)

MASTERPLAN
Leute Leute, ich kann mir nicht helfen. Irgendwie kommen mir die Shows der Nordlichter MASTERPLAN immer etwas konstruiert vor. In erster Linie Frontmann Jorn Lande und Gitarrist Roland Grapow kann ich einfach nicht abnehmen, dass sie in diesem Moment nichts lieber tun wrden, als auf der Bhne zu stehen und zu rocken. Selbst Spagarant Jan S. Eckert am Bass hielt sich in Gelsenkirchen eher bedeckt, trotzdem wurde der Auftritt vom Publikum begeistert gefeiert. Zugegebenermaen reicht aber auch das wirklich starke Songmaterial vor allem vom ersten Album fast alleine aus, um fr Stimmung zu sorgen. So waren es dann auch "Crystal Night", "Enlighten Me" und "Soulburn", die bei mir am besten ankamen. Ansonsten gibt es keine Besonderheiten zu verknden - Business as usual! (Olaf)

Setlist Masterplan:

  • Crimson Rider
  • Crystal Night
  • Wounds
  • Kind Hearted Light
  • I'm Not Afraid
  • When Love Comes Close
  • Enlighten Me
  • Soulburn
  • Heroes
  • Back For My Life
  • Spirit Never Dies
  • Crawling From Hell

OVERKILL
Um es vorweg zu nehmen: OVERKILL waren die Band des Festivals! Ohne Schnrkel ging's voller Energie los und bereits nach dem ersten Song kam berraschenderweise "Rotten To The Core". Das Publikum ging voll ab und grlte den Chorus lautstark mit. Danach die zweite berraschung: Der "Skullcrusher-Fanclub" berreichte der Band eine Trophe zum Bandgeburtstag. Einer der Fanclubleute schrie "We Don't Care What You Say" ins Mikro und ganz Gelsenkirchen brllte zurck: "Fuck You". Darauf der Typ vom Fanclub "Danke!" und die Leute "Bitte!" Mann, das war geil. Von diesem Intermezzo waren Band und Fans voll drauf und OVERKILL packten zum Dank eine Menge Klassiker aus. Wir bekamen "Wrecking Crew", "Blood And Iron", "Hello From The Gutter" und "Elimination" zu hren. Zwischendurch baute die Band Stcke neueren Datums ein (z.B. "Necroshine") und konnte die Spannung auch dann halten. Ein sehr gutes Bild gab der neue Drummer (dessen Namen ich mir nicht merken konnte) ab, der wie ein Tier ber die Kessel wirbelte und sich prima in die Band einfgte. Als schlielich noch "Old School", das bekanntermaen eine Partynummer vor dem Herrn ist, vom aktuellen Album angestimmt wurde, waren mein Wnsche erhrt wurden. Das abschlieende "Fuck You!", bei dem noch mal alles mobilisiert wurde, beendete den viel zu kurzen Gig. Killer! (John)

SENTENCED
Es war einer ihrer Abschiedsgigs, den SENTENCED hier in Gelsenkirchen spielten. Und mit dem Wissen im Hinterkopf dass sich die Band auflsen wird, gingen einem die melancholisch dsteren Rocker wie z.B. "Cross My Heart", die die Finnen zum Besten gaben, natrlich noch mehr unter die Haut als sonst. Die nun auch wieder voll zur Geltung kommende Lightshow, die die Bhne oft in nur sprliches Licht tauchte, unterstrich diese Atmosphre perfekt. Trotzdem lieen es sich die Anwesenden natrlich nicht nehmen, die Jungs noch einmal ordentlich abzufeiern. So trennten sich Fans und Band nach diesem gelungenen Auftritt wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Was blieb war der Respekt vor dieser schweren Entscheidung der Band, gepaart mit dem trben Beigeschmack des endgltigen Abschieds. Und ich persnlich war froh drum, danach noch ein Portion amtlichen Teutonenstahl von Accept um die Ohren gehauen zu bekommen, um nicht in Grbeleien zu versinken, sondern Sentenced einfach nur in guter Erinnerung zu behalten. RIP boys! (Roland)

ACCEPT
Kein Band wurde wohl verstndlicherweise so gespannt erwartet wie ACCEPT. Die einen, weil sie sich an die genialen Shows vergangener Tage erinnerten und die anderen, weil sie ACCEPT noch nie live gesehen hatten. Es sollen sogar Leute da gewesen sein, die ACCEPT gar nicht kannten... Wie auch immer, hoch die Pyros und ab dafr. "Starlight" war der Opener, den ich nicht ganz so gelungen fand. Aber egal, der Zauber hatte begonnen und die Musiker zeigten sich von Beginn an agil und spielfreudig. Allen voran Wolf Hoffmann und Peter Baltes, diese beide wirbelten den gesamten Gig ber die Bretter und posten was das Zeug hielt. Natrlich wurden auch schn viele choreographierte Einlagen kredenzt. Es macht halt immer wieder Spa gemeinsames Gitarrengeschunkel zu betrachten. Nach "Living For Tonight" und dem umjubelten "London Leatherboys" kam mit "Metal Heart" der erste Hammer vor dem Herren. ACCEPT spielten eine Gnsehautversion des Klassikers und vor allem Wolf Hoffmann drckte dem Song seinen Stempel auf. Es folgten "Love Child", "Breaker" und das von Peter Baltes eingeleitete "Head Over Heels" - ja, der alte Sack hat's noch drauf! Nach "Neon Nights" folgte dann das Unvermeidliche - ein langer Solopart. Hoffman spielte ein Medley aus seinem Soloalbum "Classical", das ja wirklich eine gelungene Platte ist, aber dennoch nicht htte sein mssen. Stattdessen htte ich lieber "Up To The Limit" oder "Midnight Mover" gehrt. Was soll ich sagen? Ist halt Geschmackssache. Was jedoch vllig unverstndlich war, war die Entscheidung "Restless And Wild" nur zusammen mit "Son Of A Bitch" als Medley zu zocken. So einen Klassiker muss man doch ausspielen. Es folgten "Turn Me On", "TV War", "Monsterman" und "Flash Rockin' Man" bevor Udo verkndete, dass man jetzt einen Song spielen wrde, denn ACCEPT noch nie zuvor gespielt htten. Alles klar - denn Udo sang "Heidi-heido-heida" und ganz Gelsenkirch stimmte ein. Nach mehrmintigem Singsang ging's dann richtig los und "Fast As A Shark" walzte alles nieder. Danach war der regulre Set beendet und als Zugabe erklangen die Tne von "Princess Of The Dawn" inklusive Singspielchen. Alle erwarteten nun "Balls To The Wall", aber was machten ACCEPT? Sie spielten die Ballade "Winter dreams" - eine dicke berraschung, denn fr den Zugabeblock htte ich den Titel nicht erwartet. Und zur Freude aller verabschiedeten sich die Herren Musiker mit einer fetten Version von "Balls To The Wall", dessen Klnge noch die ganze Nacht in meinem Schdel widerhallten. Muss man erlebt haben... (John)

Somit bleibt unterm Strich nun bereits zum dritten Male festzuhalten, dass es das Rock-Hard-Team einfach drauf hat, ein kleines aber verdammt feines Festival zu organisieren. Die geniale Atmosphre im kultigen Amphitheater, die sehr abwechslungsreiche Auswahl an Bands und natrlich das unerhrte Glck mit dem Wetter trugen ihr briges zum Gelingen des Wochenendes bei.
Zu kritisieren gibt es nicht viel, hchstens den Anstieg der Bierpreise und die zwei Deppen, die zwischen den Bands fr Stimmung sorgen sollten, aber schlicht und einfach nur genervt haben. Und zwar gewaltig.
Ansonsten aber Zeige- und kleiner Finger hoch fr ein cooles Event! \m/
Und jetzt viel Spa mit der Bildergallerie! (Andreas)

Fotos: Roland Wohde



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