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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROTTEN SOUND, PIG DESTROYER, LENG 'TCHE, F.U.B.A.R.
Ort Wermelskirchen, AJZ Bahndamm
Datum 29.04.2005
Autor David Lang
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Grindcore war angesagt im AJZ Wermelskirchen und ich freute mich seit Monaten auf dieses Konzi. Grund fr den Aufruhr der Glckshormone waren meine Alltime-Faves PIG DESTROYER, bzw. deren erster und einziger Deutschland-Gig. Also die sieben Sachen gepackt und ab ins Grindcore-Mekka. Auf das Anraten fremder, aber wohl zuverlssiger, Zungen hin lie man sich Karten reservieren, was im Nachhinein eine gute Idee war. Die ganze Geschichte war nmlich ziemlich schnell ausverkauft. Ziemlich schnell waren auch F.U.B.A.R. (was fr eine berleitung...) aus Holland, die den kleinen Konzertsaal mit ihrem brutalen Baller-Grind fix gefllt hatten. Leider war mein Hunger heftiger als die Mucke und so entging mir ein Groteil des Gigs. Soll aber ein ganz solider gewesen sein.

Anschlieend kam es (ich?) zu meinem persnlichen Hhepunkt des Abends, gerade weil wohl niemand (ich definitiv nicht) damit gerechnet hatte. LENG 'TCHE aus Belgien, von denen ich nur wusste, dass sie seit kurzem bei Relapse unter Vertrag sind - O.K., ich htte es wissen mssen...- enterten die Bhne und hinterlieen nur Trmmer. Der "Snger" (hab mir sagen lassen, dass er auch bei Suppository brllt) sah aus, wie Stumpen von Knorkator minus Ttowierungen, plus 'n paar Zentimeter und schnitt auch hnliche Grimassen. ffnete er den Mund, war allerdings Schluss mit lustig. Die Growls waren nicht von diesem Planeten und was die Band dazu ablieferte war eine unglaublich intensive Mischung aus Death ('n Roll), Grind und ordentlichen Mosh-Attacken. Wer nicht im Pit ausrastete, stand unglubig in der Menge und staunte. Definitiv die Gewinner des Abends.

Was folgte war nmlich eine kleine Enttuschung. Schon im Vorfeld war klar, dass die meisten Leute wegen PIG DESTROYER angereist waren. Die wurden ihrem - auf Platte wohlverdientem - Kultstatus nmlich nicht gerecht. Und das sag ich als Fan. Scott Hull hmmerte seine, zugegebenermaen komplexen, Riffs recht reglos ins Auditorium und J.R. Hayes' Geschrei war allenfalls gut. Nicht gerade das, was man von den Schweinezerstrern erwartet hat. Nichtsdestotrotz gab es ein ordentliches Gekeile in den ersten Reihen und im Zugabenblock kam es sogar zu einem "Schweineberg" (Sic!) auf der Bhne. Rein technisch war die Performance natrlich top, aber der Funke wollte einfach nicht berspringen.

Nach dieser recht drftigen und kurzen - auch zeitlich blieb man hinter Leng 'Tche zurck - Vorstellung wurde man mit ROTTEN SOUND doch noch anstndig entschdigt. Ich fr meinen Teil htte mir zwar mehr Groove erhofft - den die Band auch grundstzlich hat - aber das Inferno, das die Finnen entfachten, hat auch so gemundet. Supertight hmmerten die Vier ihr Programm, das einen Querschnitt ihrer gesamten Karriere bot, ins zappelnde Volk. Definitiv DER Topanwrter, um die Lcke zu schlieen, die NASUM nach dem Tode Mieszkos vorerst hinterlassen haben. Mit "Targets" wurde eben jenem gedacht und Snger "G" steckte merklich ein Klo im Hals.

Nach vier bzw. drei Knppelbands war man dann auch irgendwie froh noch zu leben. Alles in allem ein recht amsanter Abend mit einer Neuentdeckung und einer Enttuschung.

Die Redaktion bedankt sich an dieser stelle herzlich fr dieses formschne Review beim Gastschreiberling from Hell und Hatedrive-Schreihals David!

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