Navigation
                
17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BORN FROM PAIN, ZERO MENTALITY
Ort Weinheim, Cafe Central
Datum 07.05.2005
Autor Thomas Roos
>> Als E-Mail versenden

Einen Konzertabend mit nur zwei Bands finde ich zwischendurch eigentlich immer mal recht angenehm, denn oft genug schafft man es dann auch mal, nicht erst mitten in der Nacht zuhause zu sein. Meine Hoffnungen sollten sich in diesem Fall aber nicht erfllen. Das lag zum einen schon mal daran, dass Zero Mentality erst um 22:00 Uhr los legten. Diesen spten Beginn hatte ich aber irgendwo auch schon befrchtet, obwohl es im nachhinein dafr eigentlich keinen Grund gab, denn das Central war schon lange vorher gut gefllt. Das sollte mir die Stimmung zwar nicht vermiesen, trotzdem war ich froh als die Warterei endlich ein Ende hatte.

Gengend Bands lassen zu Beginn einer Show gerne ein Intro laufen, Zero Mentality spielten ihres selbst. Nach dessen Ende betrat Snger Ben Fink die Bhne, begrte das Publikum und stellte ihm folgende Frage: "Has Everything We Do Already Been Done?" Mit dem Opener des krzlich auf GSR erschienenen Albums "In Fear Of Forever" wurde also auch das Konzert erffnet und mit "Traitor Of My Own" ging es in entsprechender Reihenfolge weiter. Man merkte schon, dass die Verffentlichung des Albums die Band bekannter gemacht hat und gerade der Chor des letztgenannten Songs verleitete die Kids sofort zu Sing-Alongs. Auch die restlichen Songs, die an diesem Abend noch dargeboten wurden, sind natrlich alle auf dem Debt-Album zu finden. Aber auch wenn die Band erst durch dessen Verffentlichung bekannt zu werden scheint, so merkte man den einzelnen Mitgliedern die langjhrige Erfahrung aus ihren frheren Bands wie Drift oder Black Friday 29 doch an. Und mir schien, als haben sie sich vorgenommen, es mit ZM jetzt auch musikalisch richtig weit zu bringen.

Bevor anschlieend der Headliner beginnen konnte, kam es zu einer weiteren Verzgerung, die nun aber gnzlich unvorhersehbar war. Denn nur ungefhr hundert Meter vom Central entfernt befindet sich ein Kriegerdenkmal, an dem sich eine Gruppe NPD-Mitglieder anlsslich des sich jhrenden Kriegsendes zu einer Demo traf. Nachdem dies vom BFP-Bassisten Rob durchgesagt und von ihm auch zugesagt worden war, mit dem Auftritt zu warten, damit den Nazis gegenber Prsenz gezeigt werden konnte, machte sich das komplette Publikum geschlossen zur Gegen-Demo auf, was die zwei eingeteilten Polizisten wiederum dazu bewegte, Verstrkung anzufordern. Da der NPD-Aufmarsch im beschaulichen Weinheim nur sehr klein ausfiel, waren schlielich mehr Polizisten als Nazis gegenwrtig. Aber selbst die brauchten nicht aktiv zu werden, da die NPD sich angesichts der nhernden bermacht schnell entschloss das Feld zu rumen. Dabei wurden sie von der Polizei zum Schutz sogar noch zu ihren Autos begleitet.

Nachdem die Faschos verjagt waren ging das Konzert nun ohne Unterbrechung weiter. Born From Pain gaben natrlich Knller des neuen Albums "In Love With The End" wie "Rise Or Die" oder "The New Hate" zum besten, spielten mit Songs wie "Final Nail" oder "Here Lies Civilisation" aber auch Songs der ersten beiden Alben "Reclaiming The Crown" und "Sands Of Time". So war das Set ein Querschnitt aller bisherigen Alben. Songs der MCD wurden leider nicht dargeboten. Besonders vermisst habe ich aber die All-Time-Classics "Immortality", der laut einer drei Jahre zurck liegenden Aussage von Rob eigentlich nie aus dem Live-Set gestrichen werden sollte, und "When We Were Kings". Nach der vehementen Forderung einer Zugabe wurde Letzterer aber dann doch noch gespielt. Die gesamte Show war ein Riesen-Spa. BFP haben sich mittlerweile einen ganz ordentlichen Namen gemacht und die Kids gingen durchgehend mit. Rob meinte sogar, dass es die Show mit den meisten Stage-Dives der bisherigen Tour war.

So kam ich am Ende doch wieder mitten in der Nacht heim, hab aber drauf geschissen, weil ich einen tollen Konzertabend hinter mir hatte, der schon lange nicht mehr so viel Spa gemacht hat.

<< vorheriges Review
ICEBREAKER FESTIVALS MIT HAMMERFALL, THUNDERSTONE, FIREWIND, LORDI - Oberhausen, Turbinenhalle
nchstes Review >>
ROTTEN SOUND, PIG DESTROYER, LENG 'TCHE, F.U.B.A.R. - Wermelskirchen, AJZ Bahndamm


Zufällige Reviews