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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ICEBREAKER FESTIVALS MIT HAMMERFALL, THUNDERSTONE, FIREWIND, LORDI
Ort Oberhausen, Turbinenhalle
Datum 24.04.2005
Autor Roland Wohde
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Unter dem Titel Icebreaker Festivals kamen Hammerfall in diesem Frhjahr fr einige wenige Gigs nach Deutschland. Der abschlieende Gig dieser Tour fand am 24.04.2005 in der Oberhausener Turbinenhalle statt. Und da man so eine Tour natrlich nicht als Festival bezeichnen kann wenn man alleine unterwegs ist, hatten Hammerfall gleich drei aufstrebende Metalacts mit an Bord genommen.

Lordi

Die Finnen Lordi nahmen logischerweise die Position des Openers ein. Logisch, wenn man einmal gesehen hat, wie viel Bhnenaufbauten und detailverliebte Accesoirs die Band selbst fr solch einen recht kurzen Auftritt auf die Bretter hievt. Der ziemlich kleine zur Verfgung stehende Teil der Bhne (der Groteil war hinter einem schwarzen Vorhang ,der die Aufbauten fr Hammerfall verbarg, versteckt) sah fast aus wie bei einer Theaterauffhrung. Zu beiden Seiten fanden sich groe Steinsulen, die in leuchtend roten Lettern den Bandnamen prsentierten. Die Drums und das Keyboard waren flankiert von Holzhausfassaden, hnlich einer Westernstadt. Das Bandsymbol gab es vor den Keys in Metallform und hinter den Drums auf Stoff zu bewundern. In diese, von vielen weiteren kleinen Accesoirs bestckte Szenerie, passten die Musiker in ihren aufwendigen Kostmen perfekt hinein. Mit dem Titelsong des ersten Albums "Get Heavy" stiegen Lordi in ihr knapp 40 mintiges Set ein. Obwohl die Bewegungsfreiheit durch die Kostme natrlich eingeschrnkt war, rockten die Finnen ordentlich und kamen beim Publikum mit ihren partytauglichen "Alice Cooper meets Twisted Sister"-Songs gut an. Ein ums andere mal war zwar das Zuschauen wichtiger als das begeisterte Mitgehen, was aber bei Showeinlagen wie dem Auftritt von Meister Lordi in Metzgerweste und mit blutiger Kreissge bei "Pet The Destoyer" nicht weiter verwunderlich war. Und durch MTVIVA allseits bekannte Gassenhauer wie "Blood Red Sandman" und das abschlieende "Would You Love A Monsterman" wurden natrlich ordentlich gefeiert. Cooler Gig, der in Bezug auf den gebotenen Augenschmaus am heutigen Abend natrlich nicht mehr zu toppen war.

Lordi

Setlist Lordi:

  1. Get Heavy
  2. My Heaven Is Your Hell
  3. Blood Red Sandman
  4. The Children Of The Night
  5. Pet The Destroyer
  6. Devil Is A Loser
  7. Would You Love A Monsterman

Ein groes Kompliment musste an diesem Tag der Roadcrew ausgesprochen werden die es schaffte, innerhalb krzester Zeit die Bhne nach dem Auftritt von Lordi frei zu schaufeln und auch alle folgenden Umbaupausen extrem kurz hielt. Hut ab.

Firewind

So konnten Firewind schon um kurz vor 20:00 Uhr die Bhne betreten. Bei dem Namen und der Tatsache, dass die Truppe um Saitenhexer Gus G. als einzige Band des Abends nicht aus dem hohen Norden sondern aus Griechenland kommt, htte man meinen knnen, sie wrden ordentlich Hitze in die Halle bringen. Aber irgendwie konnten Firewind nicht richtig berzeugen. Obwohl spielerisch alles im grnen Bereich war, wirkte die Band distanziert und etwas verloren auf der Bhne. Ihr neuer Snger Chity Somapala lieferte zwar eine gute gesangliche Leistung, konnte aber den Kontakt zum verhalten reagierenden Publikum nicht knpfen sondern schien meist mehr mit seiner Frisur beschftigt. Firewind Da konnte auch das Posen von Mr. G. und das im Instrumentalstck untergebrachte Duell zwischen den Keys und der Gitarre, bei der mal richtig schn vom Leder gezogen wurde, nicht viel retten. Mit starken Songs dreier guter Powermetalscheiben im Rcken von denen vorwiegend Songs des aktuellen Outputs gespielt wurden, htte ich mehr erwartet. Schade.

Setlist Firewind:

  1. Beware The Beast
  2. Kill To Live
  3. The Forgotten Memory
  4. Between Heaven And Hell
  5. I Am The Anger
  6. Tyranny

Thunderstone

Thunderstone nutzten ebenfalls die Gelegenheit, um ihr neues Album zu prsentieren. Dementsprechend war auch in ihrer Setlist der Schwerpunkt auf den aktuellen Silberling gelegt. Aber auch Songs der ersten beiden Scheiben wurden zum Besten gegeben.
Und zwar tierisch laut! Besucher ohne Hrschutz werden wohl noch Tage spter den Sound der Band im Ohr gehabt haben. Komplett in schwarz gekleidet bliesen die Finnen dem Publikum zunchst das mit fetten Riffs ausgestattete "Tool Of The Devil" um die Ohren. Die Saitenfraktion bangte und poste amtlich, whrend Fronter Pasi Rantanen auer durch seine Stimme mit merkwrdigen Zungenspielchen auf sich aufmerksam machte. So kam auch das Publikum langsam wieder in Fahrt und machte bei den allseits bekannten und beliebten Singspielchen zwischen Band und Publikum whrend "I Will Come Again" ordentlich mit. Thunderstone Mit einer typischen finnischen Weisheit "Remember: Drink beer and get naked" verlie die Band nach gut 40 Minuten Spielzeit scheinbar gut gelaunt die Bhne und man will gar nicht wissen, was danach im Backstagebereich los war. Kein berauschender, aber ein solider Auftritt der Powermetaler.

Setlist Thunderstone:

  1. Tool Of The Devil
  2. Without Wings
  3. Forth Into The Black
  4. Liquid Of The King
  5. Let The Demons Free
  6. I Will Come Again
  7. Eyes Of A Stranger
  8. Until We Touch The Burning Sun

Hammerfall

Um kurz vor 22 Uhr war es dann soweit. Hammerfall betraten zum Intro die von Nebelschwaden berzogene Bhne. Das Bhnenbild bestand aus einer kompletten Eislandschaft, in der sogar Monitorboxen und Amps verkleidet waren. Das erhht postierte Drumkit war von Plattformen flankiert die dafr sorgten, dass whrend des Gigs auch Leute in den hinteren Reihen die Band mal gut zu Gesicht bekamen. Mit Nebelfontnen aus CO2 -Kanonen und Pyros ging man zu "Secrets", dem Opener des neuen Albums, direkt in die Vollen. Die Schweden zeigten vom Beginn der Show an, dass man mit fnf Mann locker eine Bhne dieser Grenordnung ausfllen kann. Stefan und Oscar waren stndig in Bewegung, und Basser Magnus ist ohnehin ein nicht klein zu kriegender Poser vor dem Herrn. Hammerfall Allein Joachim wirkte auf mich zu Beginn der Show noch etwas zurckhaltend. Song fr Song ging man nun bis zum zweiten Album in der Bandhistory zurck und heizte dem prima mitgehenden Publikum erstmal ordentlich ein. Die Stimmung auf der Bhne war ebenfalls sehr gelst und man merkte, dass die Band zum Abschluss ihrer kleinen Reise noch mal richtig Spa inne Backen hatte. So lie man sich im Laufe der Show auch zu allerlei Spkes hinreien. Stckeschwinger Anders stieg z.B. mit dem Intro von "Painkiller" in sein Drumsolo ein und sorgte danach durch eine Einlage von "Alle meine Entchen", bei der er das Publikum zum mitsingen aufforderte, fr reichlich Chaos. Hammerfall Hammerfall
Fr viele Lacher sorgte kurze Zeit spter auch Snger Joachim als er sich selbst die Gitarre umschnallte um "Breaking The Law" anzuspielen. Stefan schlo sich an und konterte mit "Enter Sandman" bevor man zur Bandhymne "Hammerfall" kam, bei der die Band ein besonders schnes Bild beim Synchronbangen abgab. Neben vielen anderen Gassenhauern prsentierte Hammerfall aber auch das neue facettenreiche "Knights Of The 21st Century". Nachdem whrend der Show die Pyros und Effekte nur gelegentlich zum Einsatz kamen, ging es zur ersten Zugabe "Templars Of Steel" dann noch mal hoch her. Zustzlich zu den CO2- Kanonen und Pyros wurde hinter den Drums ein riesiger Hammer heruntergelassen, in dessen Kopfenden sich Scheinwerfer befanden. Die zweite Zugabe wurde mit "Blood Bound" eingelutet. Zu diesem Song wurde eine Contest-Gewinnerin auf die Bhne gebeten, der die Ehre zu Teil wurde, ihren Part zu den Backing Vocals beizutragen. Nach knapp zwei Stunden wurde der Gig schlielich mit "Hearts On Fire" beendet und die Band verlie whrend des Outros mit einer Verbeugung und unter dem Jubel der Fans die Bhne.

Hammerfall

Man kann also von Hammerfall halten was man will, aber sie wissen wie man eine gute Show spielt, ziehen ihr Ding konsequent durch und haben zweifellos einen erheblichen Teil junger Fans an den Metal herangefhrt, was die vielen jungen Zuschauer deutlich zeigten. Feine Sache!

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