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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing JAMES LA BRIE, EVERGREY
Ort Dsseldorf, Tor 3
Datum 28.04.2005
Autor Marek Schoppa
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Ausnahmsweise mal pnktlich am Veranstaltungsort angekommen, staunten wir nicht schlecht ber die sehr lichten Zuschauerreihen vor der Bhne des Tor 3. Ist schon bedenkenswert, wenn eine schwedische Prog-Band der Sonderklasse und ein Solo-Projekt des Sngers einer absoluten Prog-Legende nicht mehr Leute zieht, oder?
Wie dem auch sei, schtzungsweise 300 Nasen waren es dann doch, die sich sicher ebenso wie unsereins auf den kommenden Abend freuten. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich mehr dem Support-Act Evergrey entgegen fieberte als der Hauptattraktion James La Brie.
Bedingt durch den relativ geringen Andrang konnte man einen prima Platz in unmittelbarer Nhe zum Absperrgitter vor der Bhne erhaschen. Das "Tor 3" war mir in Erinnerung als Veranstaltungsort, der nicht gerade mit tollen Soundverhltnissen aufwarten kann. Wie befrchtet kam es dann auch: Evergrey hatten mit einem unsauberen, dumpfen Soundbrei zu kmpfen, der sich allerdings im Laufe des Sets etwas besserte. Dass man den Snger bei den ersten gesungenen Zeilen nicht hrt, weil die Regler nicht hochgefahren sind, ist man ja bereits fast schon gewohnt. Auf den Background-Gesang von Gitarrist
Henrik Danhage musste man an diesem Abend allerdings komplett verzichten, denn eine Erkltung hinderte ihn am Vocal-Einsatz.
Die Band machte insgesamt einen guten, spielfreudigen Eindruck, wobei Drummer Jonas Ekdahl durch besonders intensives Headbangen hervor stach. Intensives Headbangen brach auch unter den ersten Reihen aus, der Rest des Publikums machte wenigstens nach Aufforderung durch Frontmann Tom S. Englund mit und sorgte so fr eine annehmbare Atmosphre (das Wasser tropfte aber nicht unbedingt von der Saaldecke).
Die Setlist hatte mit drei Stcken vom "Recreation Day"-Album einen unerheblichen Schwerpunkt auf dem Vorgnger der aktuellen Scheibe "The Inner Circle". 2-3 persnliche Favoriten meinerseits kamen leider nicht zum Zuge, aber das gebotene Material brachte nicht nur meine Nackenmuskeln in Verzckung. Auch etlichen anderen Zuschauern muss der Gig der Schweden sehr gefallen haben, denn die Schlangen bei der anschlieenden Autogrammstunde waren recht lang. Als Fazit bleibt zu erwhnen, dass der Gig viel zu kurz war (vor allem im direkten Vergleich zu James La Brie) und Evergrey unbedingt als Headliner
schnellstens wieder nach Deutschland kommen mssen! (Olaf Reimann)

Setlist Evergrey:
Blinded
End Of Your Days
More Than Ever
She Speaks To The Dead
I'm Sorry
Recreation Day
Mark Of The Triangle
A Touch Of Blessing
The Masterplan

Gegen 21:20 Uhr betritt schlielich der Dream Theater Frontmann die Bhnenbretter. Mit einer musikalisch erstklassigen Band im Rcken schmettert man dem Publikum sogleich den fetten Opener des aktuellen Outputs "Elements of Persuasion" entgegen, welcher von den mittlerweile etwas zahlreicheren Anwesenden, sehr enthusiastisch aufgenommen wird. Doch so gut der Einstieg in das Set auch aufgenommen wird, es schtzt nicht vor den Tcken der modernen Technik. Was genau schief geht bleibt den Fans verborgen, doch es scheint etwas mit dem In-Ear-Monitor von Drummer John Macaluso nicht zu stimmen. Nach wenigen Minuten der ungnstigen Unterbrechung geht der Gig jedoch wie geplant und ohne weitere Zwischenflle ber die Bhne. Zur Freude der Anwesenden widmet sich die Band nicht nur dem aktuellen und vor allem sehr harten Stoff, sondern gibt auch den ein oder anderen ruhigeren Mullmuzzler 2 Song, wie zum Beispiel "Falling" oder "A Simple Man", zum besten, welche das Set ungemein auflockern und einen guten Kontrast zu Smashern, wie "Venice Burning", "Freaks" oder "Pretender" darstellen.
Die generelle Stimmung im Publikum knnte man als gut beschreiben. Besonders Fans der vorderen Reihen lassen hin und wieder mal die Matte kreisen, doch will der Funke irgendwie nicht auf alle Anwesenden berspringen, weshalb James und seine Musikanten ein wenig lustlos wirken. Vielleicht ist es ja die Routine, aber die Ansagen und Danksagungen an die Fans wirken oft nicht wirklich ehrlich, als vielmehr standardisiert.
Ein weiteres kleines Manko stellt in meinen Augen die Bewegungsfaulheit der Instrumentalisten dar. Bei Basser Andy DeLuca sitzt zwar jeder Lauf und Groove 100%ig, doch wirkt er absolut verschchtert und blickt die ganze Zeit entweder mit zusammengekniffenen Lippen auf sein Instrument oder zum Bhnenrand, was seinen Entertainmentfaktor gegen null reduziert. Ausnahmeklampfer Marco Sfolgi besticht natrlich auch durch sein Spiel und vor allem die ausgeklgelten Soli, wirkt in seinem Meinzelmnnchen-Outfit jedoch uerst deplaziert auf der Bhne.
James hat sich fr seine neue Platte eine wirklich fantastische Band zusammen gestellt, leider hlt ihr banddienliches Auftreten bei weitem nicht mit der musikalischen Leistung mit. Dieser Punkt geht hier definitiv wieder an Evergrey, die den stndigen Kontakt zum Publikum gesucht haben. Aber wie dem auch sei, einen schlechten Auftritt legt der Kanadier nicht hin. Gewohnt solide und fr LaBrie-Verhltnisse stimmsicher bringt er den Gig nach gut zwei Stunden unter exzellenten Soundverhltnissen zu Ende und erntet auch den entsprechenden Applaus. Trotzdem htte etwas mehr Elan und Kommunikation auf der Bhne das Treiben vor der Bhnen sicherlich um einiges steigern knnen.
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