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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing AMORAL, NAGLFAR, FINNTROLL
Ort Bochum, Matrix
Datum 02.05.2005
Autor Andre Kreuz & Markus Mwis
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Gleich zwei Weltpremieren gab es am Montag, dem 02.05. zu vermelden: Erstens haben wir uns bei der Anfahrt zur Bochumer Matrix nicht verfahren, obwohl wir noch nie da waren. Und zweitens waren wir aufgrund von Erstens sogar pnktlich! Beste Vorzeichen also fr einen coolen Konzert-Abend, was sich auch zu 100% bewahrheiten sollte.
In der Matrix angekommen begutachteten wir zunchst bei einem khlen Bier die flauschige Location, wobei uns neben den faszinierenden, in den Wnden steckenden Statuen besonders der dunkelrosa ausgeleuchtete und mit metallenen Kunstwerken verzierte Konzertkeller auffiel. Sah sehr stimmungsvoll aus und schaffte eine angenehm dstere Atmosphre, so dass wir dem Opener AMORAL guter Dinge entgegen sahen. (Andreas)

Amoral

Pnktlich um 20 Uhr gings dann auch los und fnf Vertreter der finnischen Death-Szene betraten die Bhne. AMORAL waren angetreten, um den zu diesem Zeitpunkt ca. 150 Besuchern in der Matrix fr rund eine halbe Stunde mit ihrer Musik krftig in den Arsch zu treten!
Geboten wurde druckvoller, technischer Death-Metal mit Prog-Anleihen, der gewaltig rockte. Zu schade, dass nicht viele Leute AMORAL's Debt zu kennen schienen. Dementsprechend bedeutete jeder Taktwechsel wieder ein Stoppschild fr die Mosh- und Abgeh-Fraktion. Es wurde trotzdem Einiges fr Frickel- und Taktwechsel-Fanatiker sowie gleichzeitig auch fr Mosher und Liebhaber des metallischen Drucks geboten. Amoral Der Sound war sehr fett, die Band moshte und hatte ihren Spa, whrend der Snger ber die Bhne hpfte und seinen Job - die 'Meute' anzufeuern - recht gut verrichtete. Hier und da gabs dann trotz Frickeleien und Taktwechseln sogar ein paar Moshwtige. Die fnf Finnen verstanden ihren Job als Anheizer richtig gut, auch wenn der Schlagzeuger aussah, als htte er einen Besenstiel verschluckt. Ich bin mal gespannt, was uns von dieser vielversprechenden Gruppe in Zukunft noch erwartet. AMORAL sind allemal mindestens einen Hingucker - sprich Konzertbesuch - wert, wenn nicht sogar mehr. (Markus)

Naglfar

Nach dem mehr als gelungenen Einstieg mit AMORAL drhnten nach einer kurzen Umbaupause die bedrohlichen Intro-Klnge von NAGLFAR aus den Boxen. In blutig-rotes Licht getaucht enterten die alten Schweden zgig die Bhne, wo es dann erst mal den neuen Stern am Poser-Himmel zu bewundern galt. Nach dem bedauernswerten Weggang von Jens Rydn nahm nun also Basser Christoffer Olivius den vakanten Posten des Fronters/Sngers ein. Und wie um der Bullenhitze in der Matrix zu trotzen stand er da tatschlich in den bis oben hin zugeknpften Lederklamotten der aktuellen Promo-Pics und guckte bser als bse in die verdatterte Menge. Dann ging es mit "Of Gorgons Spawned Through Witchcraft" bei gutem Sound kompromisslos in die Vollen, erste Mattenschwinger wurden ausgemacht. Nach dem vom letzten Album bzw. bereits von der "Ex Inferis"-MCD bekannten Track und einem weiteren Song, zog Chef-Fratzenschneider (und im brigen mittlerweile stolzer Glatzentrger) Olivius sein Lederteil aus und machte zusammen mit seiner spielfreudig agierenden Band mit dem "Vittra"-Klassiker "Emerging From Her Weepings" weiter. Viel Melodie, viel Tempo, so lieben wir das schwedische Flaggschiff! Naglfar Dann wurde es Zeit, einen ersten neuen Song vorzustellen, und zwar den Opener "A Swarm Of Plagues" vom im Juni erscheinenden Album "Pariah". Auch wenn die Band Vollgas gab und speziell Session-Bassist Morgan Lie ordentlich die Rbe kreisen lie, war die Reaktion im Publikum ob der Unbekanntheit des Material teils etwas verhalten. Das nderte sich aber wieder schlagartig, als die "Blades" in den schwitzenden Mob geschossen wurden. Mit "Horncrowned Majesty" und "The Brimstone Gate" blieb man noch zwei weitere Songs in "Diabolical"-Gefilden. Speziell letzterer Track wurde aufgrund seines midtempolastigen Stampf-Charakters dankend angenommen. Als zweiter neuer Song folgte "Spoken Words Of Venom", wonach der Gig mit dem "Sheol"-Lied "I Am Vengeance" znftig beendet wurde.
Alles in allem ein verdammt amtlicher Auftritt der Band, bei dem sich vor Allem gezeigt hat, dass Christoffer den Part des neuen Frontmanns zur vollsten Zufriedenheit bernommen hatte und dabei garantiert 'ne Menge Spa hat. Zwar wurden nicht alle Anwesenden mit dem brutal-melodischen Hochgeschwindigkeits Black Metal warm, dennoch drfte es den meisten gefallen haben. (Andreas)

Finntroll

Nachdem wir uns auerhalb der Matrix mit Wasser und Cola gestrkt hatten, kamen wir gerade rechtzeitig, um das Ende des Umbaus und den Beginn des FINNTROLL'schen Intros zu erleben. Und es gab kein Erbarmen fr alle Anwesenden in der Matrix. Sobald FINNTROLL die Bhne betreten hatten begann die grte Party, die ich auf einem Konzert je erlebt habe. Sie betraten die Bhne und es war die Hlle! Naja, zumindest fast so hei wie es dort sein knnte, aber sicherlich wesentlich spaiger.
Nachdem die ersten drei Lieder nahezu ohne Pause durchgezockt worden waren, hatte die Hitze und die Stimmung die Hchstgrenze erreicht. Mittlerweile war die Zuschauer-Anzahl auf 400-450 angestiegen, und FINNTROLL rissen nahezu jeden einzelnen Anwesenden mit. Es gab kein inner- und auerhalb der Moshpit, es gab nur eine, und zwar "die Pit"! Ok, mal abgesehn von den Auslufern beim Mischpult, aber die sollen nicht weiter interessieren. Das Set der sechs finnischen Trolle dauert leider nur ca. 1 Stunde, ergnzt durch drei Zugaben - ein mir unbekannter Song, "Eliytres" und "Segersng". Das Set war bunt gemischt aus "Midnattens Widunder", "Jaktens Tid", "Nattfdd" und gar den Demos. Interessanterweise spielten Finntroll ihre zum Teil ohnehin schon schnellen Lieder auch noch schneller, was viele zum Noch-mehr-aus-sich-herausgehen bewegte und wesentlich mehr Fun-Faktor schuf. Finntroll Fetter Sound, geile Songs und jede Menge Fun, was will man mehr? Es gab sogar einige ganz mutige - und ich mchte meinen auch sehr angetrunkene - Stage-Diver, die es mehrfach versuchten von einem zum anderen Ende der Matrix 'getragen' zu werden. Allerdings vermisste ich die eigentlich bei solchen Gruppen zum Standard gehrenden Humppa-Rufe, oder die Rufe waren einfach nur zu leise.
Komischerweise kam uns beiden die Spielzeit wesentlich lnger vor. Wir hatten beide das Gefhl FINNTROLL htten locker ein 2-Stunden-Set gezockt. Umso verwunderter waren wir, als wir nachher im Auto sassen und das erste Mal auf die Uhr schauten. Achja, fast htte ich noch eine wichtige Sache vergessen. Tapio, der Snger, stellte den Herren am Keyboard als seinen Junior vor, was mich vllig irritierte. Anscheinend ist Hr. Trollhorn nicht mit auf Tour, oder ist er gar ausgestiegen? Seltsamerweise gab es nirgendwo News bezglich dieses Themas zu lesen. Sehr seltsam. Aber das minderte die Show-Qualitt in keinster Weise. Prdikat: Muss man unbedingt gesehn haben! (Markus)

Fotos: Sebastian Steinfort (www.distanzpiercer.de)

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