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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HATEBREED, DO OR DIE, END OF DAYS
Ort Bochum, Matrix
Datum 01.05.2005
Autor Thomas Roos
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Die Matrix ist nicht gerade ein tolles Ziel fr eine Mai-Tour. Ehrlich gesagt hasse ich den Laden sogar, weil er aufgrund seiner Bauweise nur schwer zu einem guten Konzert beitragen kann. Der Raum vor der Bhne ist schmal und lang, so das es blicherweise zu einem immer greren Gedrnge kommt, je weiter man sich nach vorne wagt. Aber fr Hatebreed nimmt man ja schon mal so einiges auf sich. Vor allem in einem Package mit diesen Vorbands. Aufgrund eines Interviews mit Jamey war ich aus terminlichen Grnden schon sehr frh vor Ort und traute meinen Augen kaum, als schon drei Stunden vor Einlass die ersten Hatebreed-Fans auf dem Parkplatz aufliefen. Die nahmen in kurzer Zeit auch sehr schnell zu und ringsrum war man pltzlich von Hatebreed-Shirts (zu 85% noch mit dem gleichen Motiv) und laufender Musik aus Autoradios umgeben. Natrlich nur Leute, die ansonsten nie auf einer HC-Show anzutreffen sind, whrend die echten HC-Kids sich grtenteils in weiser Voraussicht von dem Geschehen fern hielten. Auch mir war im Vorfeld eigentlich schon klar gewesen, dass auf dieser Show einiges anders laufen wird als gewohnt und dass sie aufgrund der mittlerweile immensen Popularitt von Hatebreed vieles einer HC-Show vermissen lassen wird. Nun bekam ich also schon den ersten Vorgeschmack darauf, dass ich wirklich im falschen Film gelandet bin. Die Show war ausverkauft und somit war die Matrix voll von unwissenden Kids und Mitlufern, die ich am liebsten zum Teufel gewnscht htte.

Schon bei End Of Days musste man sich ab Mitte des Raumes durchkmpfen, wenn man etwas weiter vorne stehen wollte. Menschen unter 1,70 Metern bekamen an diesem Abend also nicht viel zu sehen. EOD selbst spielten aber eine energiegeladene Show, die zu den besten gehrte, die ich von der Band je gesehen habe. Die aus dem HC stammende Metal-Band kam bei den Zuschauern auch schon sehr gut an, was bei dem leicht zufrieden zu stellenden Publikum aber wohl nicht unbedingt sehr schwer war. Der gute Sound tat sein briges. Vor allem vor der Bhne wurde es nun immer heier. Die Luft wurde dicker, es stank regelrecht und man schwitzte schon ohne sich zu bewegen. Da sah man sich die Sache doch besser von hinten an, wo es zumindest vom Klima her einigermaen ertrglich war.

Do Or Die wussten ebenfalls zu berzeugen und vor der Bhne bewegte sich auch einiges. Aber die Belgier sind ja ohnehin schon fr Ihre Live-Power bekannt. Zumindest in der Szene. Den meisten Anwesenden auf diesem Konzert waren sie hingegen sicher noch unbekannt. Nach der Show drften sie aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Beide Vorbands waren brigens mit einem neuen Album auf Alveran Records am Start, was auch Grund fr den heutigen Auftritt war, denn der Veranstalter ist auch gleichzeitig der Label-Boss. So lufts halt im Business.

Glcklicherweise war heute alles sehr professionell organisiert, die Umbaupausen waren dadurch uerst kurz und Hatebreed lieen auch nicht lange auf sich warten. In der Beziehung fhlte man sich glcklicherweise nicht auf ein Konzert irgendwelcher Rockstars versetzt, wofr ich der Band schlielich auch keinen Vorwurf machen will. Sie haben hart fr ihren Erfolg gearbeitet, aber mit wachsender Popularitt blieb die Integritt auf den Shows leider irgendwo auf der Strecke. Eine echte HC-Show ist das nicht mehr, auch wenn eine der besten HC-Bands auf der Bhne steht. Es wurde eine routinierte Show abgeliefert und Jamey wusste das Publikum auch jederzeit mitzuziehen. Dieses wurde nun richtig munter und auch wenn man von hinten nicht sehen konnte, was vorne passiert, merkte man schon, dass dort ganz schn was los war. Alleine schon deshalb, weil nun auch permanent Stagediver die Bhne bevlkerten. Vorne muss es zwischenzeitlich schon so hei geworden sein, dass manch einer Kreislaufprobleme bekam, denn ich konnte beobachten, wie Leute raus getragen wurden, die wohl weiter vorne umgekippt sind. Wer freiwillig aus dem Heizkessel zurck kam, hinterlie im Vorbeigehen einen bestialischen Gestank. Hatebreed spielten Songs aus ihrer gesamten Schaffensphase. Glcklicherweise gehrte auch "Before Dishonor" dazu, denn ich htte es ihnen wohl nie verziehen, wenn sie den ausgelassen und mir das Konzert noch mehr verdorben htten. Den allgemeinen Zuspruch fanden aber eher die Sachen der "Perseverance" und der "The Rise Of Brutality". Hhepunkt war sicher der auch durch den xXx-Soundtrack bekannte Song "I Will Be Heard", bei dem nach vorheriger Aufforderung wirklich jeder mitzusingen schien. Einerseits war das schon ein wenig beeindruckend, andererseits konnte ich aber nur mit dem Kopf schtteln. Diese Leute hier halten sich fr so alternativ, fressen aber letzten Endes auch nur genau das, was man ihnen vorsetzt. Mit einer knappen Stunde war die Spielzeit recht lange. Eine Zugabe wurde, so weit ich das beurteilen kann, dann nicht mehr gegeben. Allerdings kann ich das nicht mit Sicherheit sagen, weil ich zugesehen habe, dass ich so schnell wie mglich raus kam aus dem Irrenhaus.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass Hatebreed ihre Sache sehr gut gemacht haben, ihre Shows aufgrund der heutigen Popularitt aber nicht mehr das sind, was sie mal waren. Und die Matrix ist sowieso scheie.

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