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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PAIN OF SALVATION, DARK SUNS
Ort Essen, Zeche Carl
Datum 19.04.05
Autor Marek Schoppa
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Der letzte Deutschlandbesuch der schwedischen Ausnahme-Combo liegt bereits gute vier Jahre zurck. Damals noch im Vorprogramm von Dream Theater bestreiten sie heute den Auftakt ihrer Headliner-Tour in Essen. Da es sich hierbei um das einzige Deutschlandkonzert handelt, ist die Zeche auch recht gut gefllt, ohne aber eine unangenehme Enge bei den Besuchern auszulsen.
Den schweren Stand der Supportband haben die Leipziger Dster-Heimer von DARK SUNS. Ihre Mischung aus Opeth und Porcupine Tree scheint beim Publikum nicht so recht zu znden, was allerdings auch an dem bescheidenen Sound liegen kann, der aus der PA schallt; Gitarren und Keys zu leise, die Snare und Bass-Drum in einem furchtbaren Ton. Natrlich kann die Band nichts dafr, als vielmehr der Knpfchendreher hinter dem Mischpult. Warum mssen Vorgruppen eigentlich immer an einer solch kurzen Leine gehalten werden? DARK SUNS wrden dem Headliner sicherlich nicht die Show stehlen.


Wie dem auch sei, Songs wie "Her And The Element" oder "Patterns Of Olivion" des aktuellen Albums "Existence" ernten lediglich nur Hflichkeitsapplaus und knnen nur wenige Besucher aus der Reserve locken. Abgesehen vom schlechten Sound ist das auch nicht weiter verwunderlich, da die Jungs in puncto Publikumsanimation und -kommunikation nicht sonderlich aus sich herausgehen, und zugegeben ist das auch uerst schwierig, wenn der Frontmann gleichzeitig singt und hinter dem Schlagzeug sitzt.
Die nun folgende Umbaupause stellt sich schnell als Strapaze heraus. Nicht etwa weil sie so lange dauert, nein, aber warum muss man denn bei einem Metal Konzert Dance Music laufen lassen? Auch wenn es sich nur um die Umbauphase handelt. Doch als gegen 20.30 Uhr die Lichter erneut ausgehen und das PAIN OF SALVATION Intro jenes seltsame Gedudel verstummen lsst ist jede Aufregung vergessen. Unter tosendem Applaus erffnet die Band mit dem "The Perfect Element Part I"-Opener "Used" den Auftritt, und der Song geht runter wie Butter. Nachdem auch die kleineren Fehler mit Johans (g) Mikrofon beseitig sind und Mastermind Daniel Gildenlw verkndet, dass es sich bei dem Gig nicht um ein


"BE"-Konzert handelt, sondern um einen Rundumschlag durch smtliche Alben, kocht die Stimmung im Publikum frmlich ber. Was folgt ist tatschlich ein chronologisch aufgebautes Set beginnend mit "Entropia"-Material: "Winning A War", "People Passing By" (ich htte mir nie trumen lassen den Song jemals live zu hren; klasse), und die Ballade "Oblivion Oceans" schlagen bei den Fans ein wie eine Bombe. Dazu wird jede Nummer visuell ber einen Beamer begleitet und untersttzt die jeweilige Stimmung umso mehr.
Es folgen Songs der "One Hour By The Concrete Lake"-Phase und mnden in den heimlichen Hit der dritten Platte, und zwar in "Ashes". Definitiv eines DER Hhepunkte dieses Abends. Die "The Perfect Element"-Songs hinter sich gelassen kndigt Daniel eine kurze Unterbrechung an um in zehn Minuten das zweite Set des Abends in Angriff zu nehmen, welches sich aus Stcken von "Remedy Lane" und dem aktuellen Werk "BE" zusammensetzt. Natrlich berzeugt jenes Set auch jeden anwesenden Fans ber alle Maen, obwohl sich die Stimmung im Saal etwas legt, bedingt durch die neuen, epischeren Songs. Bei "Dea Pecuniae" taucht Daniel stilecht als Mr.Money verkleidet auf um jenen Asshole-Charakter angemessen darzustellen.
Sowieso berzeugt der Frontmann in voller Hinsicht. Stndig bleibt er in Kontakt mit dem Publikum, macht seine Witzchen, legt keine Rockstar-Allren an den Tag und wirkt einfach nur nett.
Als er ein zum Beispiel "Second Love" neu Anfangen muss, weil er mit der falschen Strophe zu singen anfngt, dem Publikum wei zu machen versucht, dass der Gig bis vier Uhr morgens dauern wird oder es dazu bringen mchte im 7/8tel Takt mitzuklatschen, heimst er sich den ein oder anderen Sympathiepunkt mehr ein. Natrlich geben die Fans das alles zurck und huldigen die Band am Ende des Konzert mit nicht enden wollenden Gesangschren. Sogar als die Lichter wieder angehen wird aus voller Kehle weitergesungen. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das nenne ich ein gelungenes Konzert, das trotz drei Stunden Spielzeit, viel zu schnell vorbei zu sein scheint. Schade.

Dann muss ich halt die Heimfahrt nutzen um die vielen Ohrwrmer, die mir die Combo eingetrichtert hat, cappella, im Auto noch mal zum Besten zu geben.

Pain of Salvation Setlist

Set 1:

Used
Diffidentia
Welcome To Entropia
Winning A War
People Passing By
Oblivion Ocean
Spirit Of The Land
Inside
Inside Out
Ashes
Falling
The Perfect Element

Set 2:

Of Two Beginnings
Ending Theme
Rope Ends
Second Love
Animae Partus
Deus Nova
Dea Pecuniae
Iter Impius
-------------------
Undertow
Foreword
Martius / Nauticus Pt. 2

Fotos: Jana Legler

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