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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HEADBANGER'S NIGHT I
Ort Nanzdietschweiler, Kurpfalzhalle
Datum 16.04.2005
Autor Thorsten Dietrich
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In der Nhe von Kaiserslautern im beschaulich, lndlichen Nanzdietschweiler hatte der ansssige Metalclub Metalheads Remigiusland zur "Headbangers Night" geladen. Mit den deutschen True Metallern Majesty und drei regionalen Bands hatte man ein Programm, was fr traditionelle Metalfans ein echtes Happening darstellte.
Wir zuckelten bei zeitweiligen Regen und depressiver Bewlkung die 140 km und kamen wegen des frhen Beginns, schlielich spielten ja vier Bands, zu den letzten zwei Songs von den um die Ecke wohnenden Ivory Night. Die Kurpfalzhalle, eine Art Sport-/Mehrzweckhalle, war schon richtig gut gefllt und es sollten noch circa unglaubliche 620 Gste werden! Da soll noch einer sagen, die Leute gehen nicht mehr vors Loch. Na gut es gibt wohl auch weniger Happenings in dieser noch lndlicheren Gegend als unserer und so war das Publikum sehr bunt gemischt. Trotzdem: Das sollte sich die Koblenzer/Andernacher Ecke mal ein Beispiel dran nehmen!

Flyer

Ivory Night
Nach dem wir uns ein Bier gnnten, schaute ich mir den letzten Song von Ivory Night an und war begeistert von der Energie und Spielfreude des Quartetts, dessen Snger Patrick Fuchs und dessen Bassist Carsten Kettering einige auch von der Manowar-Coverband Men Of War kennen. Bei Ivory Night hat Fuchs zudem noch die zweite Gitarre umgeschnallt. Das Quartett gab alles und kam wie alle Bands super beim euphorischen Publikum an. Das auf der Rckfahrt die aktuelle CD der Jungs "7 - Dawn Of Night" mindestens 1,5 Mal lief hatte also schon seine Berechtigung.

Setlist Ivory Night:

  1. Mighty Wings
  2. And I Fly
  3. Charon Of Styx
  4. We Won't Change Our Name
  5. Edge Of Thorns
  6. Never Be My Friend
  7. Keeping The Lie
  8. Salvation Is A Honest Man

Evolution
Evolution scheinen auch aus der Ecke des Gigs zu kommen, jedenfalls waren sie bekannt und wurden noch frenetischer umjubelt als Ivory Night. Vor der Bhne war auch ordentlich Gedrnge und der Sound war wie am ganzen ganzen Abend spitze und nicht nervig laut. Musikalisch verwalteten Evolution das Erbe von Metallica bzw. deren schwarzes Album, ein Sound den die Amis ja nicht mehr hinbekommen. Auch optisch waren die fnf in schwarz und teils mit den langen Schweibndern ausgestattet, so dass man da auch Vergleiche ziehen konnte. Das war aber auch wurscht, zumal es die Band verstand die Menge mit zu reien und fette Midtemposongs sprechen zu lassen. Whrend Snger Maik Nirmaier den sympathischen, agilen Frontmann gab, dessen Stimme einen guten Kontrast zu den restlichen Bands (besonders Messenger) bot, poste der spargeldnne Gitarrist mit einer Mischung aus Alexi Laiho und Nikki Sixx in die Menge, wobei sein breitschultriges Pendant den Ruhepol und den Soloteil bernahm. Einer der Hhepunkt des Gigs war freilich die famose Coverversion von Metallicas "Sad But True", die bei Evolution wie die Faust aufs Auge passte. Da war die ganze Halle am mitbrllen. Aber auch die eigenen Songs wussten zu begeistern und ich bin wirklich auf eine neue Platte der Band gespannt!

Setlist Evolution:

  1. Dark Dreams
  2. Deep Inside
  3. Despairing Thoughts
  4. Empire Of Time
  5. Remaining With Yourself
  6. Sad But True
  7. Out Of Sight
  8. Begin To See
  9. Endless Pain
  10. Till The End
  11. Welcome To War
  12. Just One Thing
  13. In Death We Trust
  14. Nyctophobia

Messenger
Die Combo Messenger erinnerte vom Aussehen, Auftreten und besonders vom eigentlich gutklassigen Gesang her an eine Mischung aus Pegazus, Majesty und Helloween.
Der quirlige Frontmann Siggi Schler war immer bemht die Menge zu unterhalten und verfgte ber eine gute Stimme, die er leider bei zunehmender Spielzeit in hhere Regionen schraubte. Ebenso wie Metalium Frontmann Henning Basse meinte Siggi je hher desto toller, was vielleicht bei der amtlichen, Gnsehaut erzeugenden Manowar-Coverversion "Heart Of Steel" passte. Dieser gute Eindruck wurde dann bei der grausigen "Dr Stein"-Coverversion zerstrt. Aber auch musikalisch hatte man den armen Doktor sehr zerhackt. Als Siggi dann noch seine Freundin auf die Bhne nahm und den Anwesenden erzhlte, dass er bald heiraten wrde und sie dann eine Metalehe fhren wrden war fr mich alles aus! Die zu langen Soloeinlagen, das zu viele Gequatsche auf der Bhne und der Kastratengesang zerstrten in meinen Augen einen anfangs ordentlichen Auftritt. Messenger sind musikalisch wahrlich nichts Neues, haben aber passable Songs, die von diesen Randerscheinungen getrbt wurden. Das ganze Theater und die lange Spielzeit der Combo wurde wegen der Live-DVD betrieben, die Messenger in Nanzdietschweiler aufnahmen. So war ich und andere froh, als nach 75(!) Minuten der Spuk herum war. Bald soll brigens auch die neue beknackt betitelte Scheibe "Kill The DJ" erscheinen. Das Cover knnt ihr in unser "Evil Cover" Galerie bewundern...

Setlist Messenger:

  1. Intro
  2. Feel The fire
  3. Revolution
  4. Intruders
  5. Heart of steel
  6. Pharao
  7. New Hope
  8. Dr Stein
  9. Asylum XTC
  10. guitar solo
  11. Make It Right
  12. Titans
  13. Broken Mirror
  14. Metal Day

Majesty
Nicht wenige wollten endlich Majesty sehen, die erst um 23.30 die Bretter betraten. Die Band hatte in den letzten Jahren einige Lineupwechsel, ist aber nun seit einiger Zeit in einem stabilen Lineup unterwegs. Hoffen wir dass es so bleibt! Nach dem Intro strmte ein sonnenbebrillter Tarek mit seinen Mannen die Bhne und zeigte den Anwesenden was eine eingespielte Band ist. Ohne Keyboards wurde ordentlich gerockt und sogar die pathetischen Ansagen, die man von der "Metal Law"-DVD kennt, wurden gekrzt, wenn nicht eingemottet, was Majesty weniger klischeereich und dafr sympathischer rberkommen lie. Weniger ist halt manchmal mehr, was sich auch andere Bands des Abends hinter die Ohren schreiben sollten. So folgte Hymne auf Hymne und besonders Leadgitarrist Rolf Munkes konnte sich gut neben Frontmann Tarek Maghary in Szene setzten. Tarek hatte brigens seinen "Scott Columbus Gedchtnisbart" entfernt und sah eher nach den circa 26 Jahren aus, die er ist. Bei dem circa 90 Minuten langen Gig fiel mir auf wie viele tolle Songs die Band verfasst hat, die wirklich fr die Bhne geschaffen sind! Majesty haben sich gesteigert und gehren bald wirklich in die "Stadiums".
Kurz nach 1 Uhr (glaube ich) war Schicht im Schacht und die mobile Disco "Metal On Road" heizte den verbliebenen Leuten noch ein. Leider mussten wir die Heimreise antreten!

Setlist Majesty:

  1. Intro
  2. Hail To Majesty
  3. Reign In Glory
  4. Heavy Metal Battlecry
  5. Into The Stadiums
  6. Epic War
  7. Troopers Of Steel
  8. Metal Law
  9. Sword & Sorcery
  10. Heroes
  11. Fields Of War
  12. Metal Son
  13. Metal To The Metalheads

Doch wir kommen wieder, im Juli spielen nmlich: Doro und Metal Church. So jetzt Mund zu machen und ein Ticket kaufen. Nanzdietschweiler: "Well Be Back!!!
Ein paar Tage danach sprach ich noch mit einem der Macher der Metalheads Matthias Decklar ber den Abend. Hier seine Eindrcke:

Thor, Matthias, Uli

Wie lief das Konzert im Nachhinein aus eurer Sicht? Was war toll, was problematisch?

Was uns riesig gefreut hat, war, dass die Resonanz von allen Seiten durchweg positiv war. Die Fans waren begeistert ber Bands, die Halle und die Bierpreise (ha, ha).Wir waren stolz, die Vertreter diverser Magazine begren zu knnen und eine reibungslose Veranstaltung zu leisten.
Ivory Night war der erwartet starke Opener und die Jungs sind einfach klasse. Evolution haben gezeigt, dass sie eine hochprofessionelle Band sind, die nicht nur auf musikalischer Ebene ihr Handwerk verstehen, sondern auch ein ausgezeichnetes Management haben, welches uns tatkrftig whrend der Veranstaltung untersttzt hat. Majesty haben ihren Status als eine der besten Bands in Europa deutlich untermauert und waren megaangenehme Gste, die gerne wiederkommen werden. Andreas und sein Team von "MetalonRoad" sind wahre Helden des Metals und haben sich an diesem Abend unseren vollen Respekt erarbeitet.
Wir sind alle total happy, dass die "HBN" so erfolgreich war und ber 600 Fans in der Kurpfalzhalle waren. Da die Stimmung rund um das Festival auch absolut friedlich war, gibt uns das natrlich den Antrieb Teil 2 am 22.10.2005 folgen zu lassen.

www.metalheads-remigiusland.de



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