Navigation
                
17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing METAL-BATTLE VORENTSCHEID RHEINLAND-PFALZ
Ort Andernach, JuZ
Datum 09.04.2005
Autor Rafael Hofmann & Markus Mwis
>> Als E-Mail versenden

Der Vorentscheid fr das Halbfinale auf Bundesland-Ebene des Metal Battle 2005 fr das W:O:A lockte am 09.04. diesen Jahres nicht nur sechs begabte "Undergroundbands" aus Rheinland-Pfalz an. Ca. 200-300 Metalheads gaben sich die Ehre zum Stelldichein. Ein paar Bands brachten teilweise sogar Busse voll mit ihren Fans mit, was ihnen letztendlich aber doch nichts gebracht hat.
Um 19 Uhr war Einlass und dann fllte sich so nach und nach der Saal mit Metalheads aller Arten und "Konfessionen". Um 20 Uhr ging's dann endlich los und die erste Band betrat die Bretter, die die Welt bedeuten.

TRENDKILLER

Geboten wurde in den ersten 20 Minuten bodenstndiger Heavy Metal mit leichtem Power Metal Einschlag, der allerdings auf die Dauer doch etwas eintnig wirkte. Wie einer meiner Kumpels - meiner Meinung nach passend - bemerkte: "Gut zum Autofahren und passend zur Sommerstimmung, aber die Lieder hneln sich doch zu sehr." Das On-Stage-Verhalten von TRENDKILLER war zwar nicht bel, doch wussten die vier Hunzeler das Publikum nicht richtig zu packen. Als Opener wre das sicherlich auch zu viel verlangt, aber man merkte doch schon etwas Nachholbedarf, auch wenn sich die Band viel Mhe gab. An dieser Stelle sei unter Anderem auch erwhnt, dass der Snger (und gleichzeitig Lead-Guitar-Player) in seinem Verhalten auf der Bhne doch schon sehr starke hnlichkeiten zu James Hetfield aufzeigte, was aber nicht unbedingt negativ zu werten ist.

Setliste:

  1. The Army Of Dicks
  2. The Beast Of Rock 'N' Roll
  3. I Want Out
  4. Let's Celebrate (Short Version)
  5. Illuminati

Homepage: www.trendkiller.de

DIVINUS

Als zweites waren dann die fnf Kaiserslauterner von DIVINUS an der Reihe zu zeigen, was sie auf dem Kerbholz haben. Der Stil liee sich als eine Art Progressiver Power Metal umschreiben, allerdings alles in allem eher gewhnungsbedrftig und vor allen Dingen recht langweilig gestaltet. Dementsprechend mochten nicht nur mir, sondern soweit ich mitbekam wohl auch einigen anderen Leuten, die schon beim Betreten der Bhne an den Tag gelegten Rockstar-Allren nicht recht gefallen. Beispielsweise benahm sich die Band, als wren sie die Grten und die beste Band der Welt berhaupt.
Alle Lieder begannen zwar spannend, bzw. den Spannungsbogen aufbauend, aber danach fiel selbiger wieder ab in unendliche Tiefen und die Lieder dmpelten dann bis zu deren Ende so mehr oder weniger vor sich hin. Dazu kamen dann noch diverse Defizite - wie zum Beispiel die stimmlichen Fhigkeiten des Sngers, der die grundstzlich in unerreichbaren Hhen schwelgenden Tne stets umkreiste, jedoch selten traf - sodass der Auftritt von DIVINUS eigentlich als nicht wirklich berragend bezeichnet werden kann. Desweiteren fand ich persnlich, dass sich der Drummer dieses ziemlich mies ausschauende Stick-Rumwirbeln alla Mike Portnoy htte sparen knnen und sich stattdessen eher mal auf sein Timing htte konzentrieren sollen. Selbiges war aufgrund den nahezu schon krampfhaft wirkenden Versuchen die Masse auf jedwede Art und Weise zu begeistern sowieso am wackeln. Auffllig auch noch das Erscheinungsbild der Band. Sie begangen einen der Faux-Pas, die man eigentlich als Musiker/Band vermeiden sollte, und traten mit ihrem eigenen Bandshirt auf die Bhne - das dazu meiner Meinung nach auch noch ziemlich unpassend war fr den Musikstil. Aber nun gut. Auch diese 20 Minuten waren irgendwann einmal rum und die nchste Band betrat die Bhne.

Setliste:

  1. Rejuvenate Him
  2. Devil Ride
  3. Woodpeg Paranoia
  4. Madman's Prayer

Homepage: www.divinusmetal.com

SCARSCAB

Nun erschienen die drei Mainzer von SCARSCAB und so langsam kam die Menge in Wallung und begann zu moshen und abzugehen. Stilistisch gesehn kategorisiert sich die Band selbst als eine Mischung aus altem Thrash- und Nu-Metal. Ich finde allerdings, dass das ihrer Musik nicht ganz gerecht wird. Der Stil lsst sich allerdings auch sehr schwer kategorisieren. Letztendlich klingt es wie eine geniale Mischung aus lteren Soulfly/Sepultura, Fear Factory, Slayer und vor allem Machine Head. Die 20 Minuten Spielzeit waren leider auch recht schnell um und abschlieend bleibt nur zu sagen: Respekt! Das Einzige was sonst noch auffiel, war, dass der Schlagzeuger leider nicht ganz "in time" war. Aber das tat der Qualitt der Musik und Show in diesem Falle keinerlei Abbruch. Super Show und geile Mucke, was will man mehr?!

Homepage: www.scarscab.com

HNGERBND

Mit der HNGERBND aus der Pfalz hatten wir einen Vertreter des freudigen Partymetal auf der Bhne zu bestaunen, die eben gerade mal einen kompletten Reisebus voller Fans mitgebracht hatten. Als Opener wurde der Superhit "Verpisst euch" aufgespielt, was jedem Einzelnen im gut gefllten JuZ Andernach sofort vermittelte, dass es sich hier um eine Punk'n'Roll-Band mit hohem "Sauf-dir-einen (aber bitte krftig)"-Faktor ging. Ein weiteres Highlight in der Setliste der Band ist mit "Go To Where The Pepper Grows" (haha, wie wrtlich) zu benennen. Wie man sich aus diesen unwahrscheinlich wunderbaren Songtiteln ausmalen kann, ging unter den besoffenen Fans richtig gut der Punk ab. Die Band selber berzeugte durch ein professionelles Auftreten und gutem Timing innerhalb der Band. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich diese Band vor meinem geistigen Auge schon fast als "Aufheizer" von A.O.K auf dem Wacken-Open-Air gesehen habe. Ganz hoher Partyfaktor garantiert! Aufgrund der Art und dem Auftreten der Band haben wir spontan dem Musikstil der HNGERBND einen neuen Namen gegeben: Wampen-Metal!
Genau die kriegt man nmlich, wenn man allzuviele Gigs der Band mit besoffenem Kopf anschaut. Und wie man beim Snger sah, hat er wohl schon viele derartige Auftritte bestritten :-) Die Routiniers des Metal Battle verlieen jedoch auch nach ihren ihnen zugestandenen 20 Minuten die Bretter die die Welt bedeuten, und machten Platz fr die Lokalmatadore von HATEDRIVE.

Homepage: www.haengerbaend.de

HATEDRIVE

Nun kommen wir zu etwas vllig Anderem: HATEDRIVE hatte ich nach eingngiger Recherche auf den Homepages der anderen Band schon im Vorfeld als den Gewinner des Abends abgesteckt und ich sollte mit meiner Meinung Recht behalten. Der Chef im Ring - Frontmann Dave - begrte die auf den Ausbruch wartende Horde mit den Worten: "Wir sind HATEDRIVE und fr die nchsten 20 Minuten gehrt euer Arsch uns!". Und nur 1 Sekunde danach krachte der brachialste Sound des Abends ber die Statik des JuZ Andernach herein. In gewohnter Manier rissen HATEDRIVE die Amps voll auf und gaben schneller als erwartet ALLES, sodass sie sogar nach ihrem geplanten Set noch fnf Minuten ber hatten, um den Brecher "Amen" an den Schlu zu hngen. Diese bot dann der Meute noch dazu einen wrdigen Abgang, um sich noch mal so richtig leerzupowern! Da ich mit meiner Cam die Mglichkeit hatte das brutale Treiben von auen zu betrachten, blieb mir die Verwunderung und der Respekt der anderen Bands - die noch nie einen Gig von HATEDRIVE miterlebt hatten - zu beobachten. Ich zitiere aus einem vollkommen unvoreingenommenen Mund eines Fans der HNGERBND: "Boah, das ist ja der absolute Hammer wie die hier Gas geben! Unglaublich!!!" Dem habe ich nichts mehr hinzuzufgen und so bleibt nicht nur mir mit offen stehendem Mund nur noch eins zu sagen: Eine mehr als respektable Leistung!

Setliste:

  1. Hooked
  2. Not My Business
  3. ... For Those About To Rot!
  4. Secrets
  5. Population: 0
  6. Zugabe: Amen

Homepage: www.hatedrive.com

DEMONIC SYMPHONY

Nun kommen wir zu der Band, die am meisten zu bedauern war an diesem Abend.
Wie Gitarrist Sushanoo richtig feststellte: "Wir haben nun die wenig attraktive Aufgabe der letzten Band..", was sich in der Form unangenehm fr die Band gestaltete, dass sich das Publikum die zuvor verbrauchten Flssigkeitsvorrte an der Theke wieder einverleibte. Mit Songs wie "Life's A Bitch" und dem letzten Song "I Owe You Pain" konnten sie leider das Publikum nicht mehr in ihren Bann ziehen. Ich muss jedoch auch bemerken, dass dies generell sehr schwierig gewesen sein drfte, da die drei Mainzer einen sehr stark melodramatischen Touch in ihrer Interpretation apokalyptischer Texte haben. Ich persnlich htte diese Band eher auf das Wave-Gothic-Treffen in Leipzig bestellt als auf ein "Metal Battle". Trotz alledem haben sie ihren Auftritt in hoher Qualitt geliefert und stellten doch einige der vorhergegangenen Rhythmus-Nihilisten in den Schatten.

Homepage: www.demonic-symphony.de

Nach dem Auftritt von DEMONIC SYMPHONY folgte die Bekanntgabe des Gewinners durch die Jury, die aus regionalen Musikern, Musikjournalisten und dem W:O:A-Team bestand. Nach einem kurzen Lob an die wirklich tadellose Durchfhrung des Events im JuZ Andernach, stellte Thomas Jensen, Mitveranstalter des W:O:A-Festivals die Jury (Sheree Hesse, Guido Krmer, Fabian Zimmermann, etc.) kurz vor, und verkndete dann nach einigen Minuten langen Wartens den "Gewinner des Nordrheinwestflischen Metal-Battles". (Kein Witz, das hat er echt gesagt!) Natrlich verbesserte er sich selber noch mal eben auf Rheinland-Pfalz und sprach das erleichternde Wort "HATEDRIVE" aus.
Herzlichen Glckwunsch Jungs, kein anderer htte diesen Sieg mehr verdient als ihr. Nun bleibt abzuwarten welche "Gegner" die anderen 16 "Staaten" der Republik hervorbringen und dann sehen wir am letzten Maiwochenende in Wacken in der "Hall of Metal" weiter. MY REVELATIONS, das ist versprochen, wird (in Person von Markus und Rafael) dabei sein und berichten.
An dieser Stelle noch ein kurzes Lob an die Jury, das JuZ und den "Erfinder" dieser Veranstaltung. Wir finden, dass solche Wettbewerbe, die neue Bands hervorbringen und Nachwuchsbands in dem Mae untersttzen, in dieser Form viel zu selten stattfinden. Daher ein dickes Dankeschn aus der Redaktion, dass ihr dieses Spektakel mglich macht und euch auch mit Zeit, Geld und Aufwand in die Sache so reinhngt! Respekt!

Fotos: Rafael Hofmann



Zur Galerie >>
<< vorheriges Review
KEEP IT TRUE IV - Lauda-Knigshofen
nchstes Review >>
MAGNUM - Bonn, Harmonie


Zufällige Reviews