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22. Mai 2013 - Uhr
 
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628 Reviews in der Datenbank
Billing: SPOCK'S BEARD, KINO
Ort: Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum: 18.03.05
Autor: Marek Schoppa
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Der heutige Konzertabend versprach schon im Vorfeld recht interessant zu werden, da nicht nur SPOCK'S BEARD mit "Octane" kürzlich ein mehr als überzeugendes Album veröffentlicht haben, sondern auch Labelkollegen KINO präsentierten auf ihrem Debüt "Picture" den ein oder anderen starken Song, weshalb die musikalische Darbietung zumindest qualitativ überzeugen sollte.

Als wir in den gemütlichen Räumlichkeiten des Colos-Saals eintrafen war der Besucherandrang schon in vollem Gange. Mit einem derartigen Menschenauflauf im Laufe des Abends hätte ich wirklich nicht gerechnet. Ein Durchkommen war später kaum noch möglich, zum Beispiel um ein paar bessere Bilder zu schießen, und die Klimaanlage lief eher sporadisch als auf Hochtouren. Glücklicherweise waren die Getränkepreise nicht so hoch wie die Temperaturen, so dass man sich wenigsten mit einem Bierchen abkühlen konnte (0,4 l für 2,30 €).

Dann ging es aber auch schon los. KINO betraten die Bühne und begangen mit ihrem Programm. Stücke wie "Telling me to tell you", "People" oder "Swimming in Women" kamen beim Publikum gut an, was nicht zuletzt an den verträumten Melodien und dem kompakten Sound lag. Optisch wirkte die Band zwar ein bisschen uneins und jeder spielte eher für sich, als gemeinsam zu überzeugen.
Trotzdem war die musikalische Komponente einwandfrei und schien die Menge anzusprechen, denn man erntete mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Als Opener waren KINO genau das richtige und stimmten die Zuhörer auf den Hauptact ein. Gut, aber nicht hervorragend und wie ich finde auf Platte besser als live. Übrigens war Originaldrummer Chris Maitland wegen anderen Konzertverpflichtungen nicht dabei, wurde jedoch durch IT BITES Drummer Bob Dalton gebührend vertreten.
Gegen zwanzig vor zehn waren SB an der Reihe und eröffneten den Gig mit einem Block neuer "Octane" - Songs, was sich schnell als unvorteilhaft rausstellte, denn es dauerte einige Nummern bis Band und Publikum auf Betriebstemperatur waren. Somit waren die Gänsehauptgaranten "She is Everything" und "Of the Beauty of It All" viel zu weit vorne im Set platziert, als dass sie ihre volle Wirkung hätten entfalten können. Das rockende "Surfing Down the Avalanche" kam da schon besser, doch als Nick D' Virgilio "Harm's Way" vom "Kindness of Strangers" Album ansagte änderte sich die Situation für beide Parteien schlagartig.
Die Band blühte auf und die Fans kamen richtig in Fahrt, was mit dem folgenden Instrumentalstück "NWC" nur noch gesteigert wurde. Denn das eingebaute Drum-Duell zwischen Nick und Livedrummer Jimmy Keegan sorgte weniger deshalb für Begeisterung, weil beide versuchten ihr Können unter Beweis zu stellen, als vielmehr das Publikum zu unterhalten. Beide sorgten mit ihrem halbwegs improvisierten Frage-Antwort Drumming
für den ein oder anderen Lacher und glückliche Gesichter im Publikum.
Es war wirklich eine Freude den beide zuzusehen. An dieser Stelle muss noch unbedingt der Sonderstatus von Jimmy herausgestellt werden. Dieser unscheinbare, schmächtige Mann mittleren Alters trommelte mit einer derartigen Inbrunst und Leidenschaft, dass es kaum in Worte zu fassen ist. Jeder Schlag strotzte nur so vor Intensität und Lebendigkeit; einen dynamischeren Drummer habe ich wirklich selten gesehen. Klasse!
Aber auch der Rest der Band war mittlerweile auf der Höhe. Nicks Gesang war makellos und seine Performance, meiner Meinung mach, nicht schlechter als Neals (alter SB Frontmann). Al (Gitarrist) hingegen wirkte ein wenig merkwürdig und geistesabwesend mit seinem bunten, fluoreszierendem Hemd und der tiefschwarzen Sonnenbrille. Doch auch er konnte sich am stetig steigenden Jubel der Fans erfreuen und taute mit der Zeit auf. Es folgten noch einige absolute Kracher, wie das poppige "At the End of the Day", eine der besten SB Balladen "Ghosts of Autumn" und das abgefahrene, mehrstimmige "Gibberish" vom "Day for Night" Album. Zwischendurch schien auch noch Zeit zu sein für ein Keyboardsolo von Ryo, was man sich hätte sparen könne, wie ich finde.
Statt dessen hätte ich lieber noch DEN SB Song überhaupt, "Day for Night", hören wollen, aber man kann nicht alles haben. Als Krönenden Abschluss holte man sich bei "As Long As We Ride" noch zwei Leute aus dem Publikum auf die Bühne, die "zufällig" ihre Cowbells dabei hatten, um den Song gemeinsam zu performen. Nett.
Als Zugabe wurde "The Light" verwurstet, welches extrem gut beim Publikum ankam und Lust auf mehr machte. Doch leider war es das für den Abend. Hätte gerne noch den ein oder anderen Klassiker gehört. Trotzdem war es ein wirklich gelungener Gig. Über die Anlaufschwierigkeiten kann man in diesem Falle auch hinweg sehen und ich freue mich jetzt schon die Band hoffentlich bald wieder sehen zu können.
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