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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DIE APOKALYPTISCHEN REITER, TURISAS
Ort Andernach, JuZ
Datum 16.03.2005
Autor Thorsten Dietrich & Andre Kreuz
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An einem der ersten warmen Frhlingstage des Jahres 2005 spielten Die Apokalyptischen Reiter im schnen Andernacher Juz. Fr einen Mittwochabend in dieser Gegend waren die circa 200 Gste, welche oft recht jung waren, eine gute Zahl.
Turisas Als Opener fr die Reiter spielten die Finnen TURISAS, deren tolles Debtalbum "Battle Metal" nicht nur mich berzeugt hat. Nach dem Intro "Victoriae..." kamen die sechs Mannen bekleidet mit Fellhosen und Oberteilen, sowie schwarz-roter Kriegsbemalung auf die Bhne und sorgten nicht nur bei mir fr eine zeitweilige Maulsperre. Als dann noch fr die meisten Songs ein kurz geschorener Teufelsgeiger und ein junger Akkordeonspieler mit Zylinder auf der Bhne auftauchten, ging die Party ab: Die Band war bis in die Haarspitzen motiviert und trat Arsch. Turisas Mit wenigen Brocken deutsch bzw. markigen Sprchen machten die Finnen Boden gut und zeigten eine gute Mischung aus Folk, Pagan und Power Metal, wobei auch die folkloristischen Songs wie das lustige "In My Homeland" berhaupt nicht aufgesetzt wirkten. Auch der Sound war o.k, lediglich die zwei Gitarristen waren etwas zu leise, das ist aber auch auf CD so. Die Soloeinlage des Geigers, wo er dem Publikum erzhlte, dass Solos zum Metal gehren und er ein kurzes Solo auf der Geige wie eine Gitarre spielte, war der erste Gag des Abends. Der zweite war das "Geige ist Krieg" Shirt des Geigers, was er nach der Show trug! KULT!
Turisas gingen mit groen Beifall und zwei Zugaben von der Bhne und erwiesen sich als Band mit groer Zukunft! (Thorsten)

Turisas

Setlist TURISAS:

  1. Victoriae & Triumphi Dominus
  2. As Torches Rise
  3. The Messenger
  4. One More
  5. Prologue for R.R.R.
  6. Sahti - Waari
  7. In My Homeland
  8. Among Ancestors

Nachdem die finnische Fell-Fraktion schon ordentlich fr Stimmung gesorgt hatte, was es nun Zeit DIE APOKALYPTISCHEN REITER zu begren. Dass da keine 08/15-Band auf die Bhne kommen wrde, war schon beim Umbau klar, denn wo sonst AC/DC, MAIDEN und Konsorten aus den Boxen tnen, gab es hier die Vollbedienung aus "Heidi", "Biene Maja" und anderen Kstlichkeiten. Als erster Reiter enterte dann Keyboarder und Vorzeige-Weirdo Dr. Pest samt seinen geliebten Utensilien (Leder-Maske, Peitsche) in Ketten und von einem Mnch mhsam in Schach gehalten die Bhne. Letzterer konnte (oder wollte?! *g*) aber nicht verhindern, dass die Meute in der ersten Reihe ein paar Hiebe mit dem Riemen abbekam. Nachdem der gute Doktor fest an sein Instrument gekettet war, trauten sich auch die restlichen Hoppe-Hoppe-Reiter auf die Bretter und stiegen unter begeistertem Jubel direkt mit dem Opener "Wahnsinn" der jngsten Platte "Samurai" ein. Und wenn die Stimmung bei TURISAS schon gut war, so ging vom ersten bis zum letzten Ton der Reiter nur noch der Punk ab. Manch eine bitterbse Death Metal Kapelle wre auf den mchtigen Pogo vor der Bhne mehr als stolz gewesen, das steht mal fest! Dr. Pest Wenig spter drhnte mit "We Will Never Die" die erste wahre Metal-Hymne durch das Tollhaus des JuZ, die dann auch mit viel Herzblut von den Fans mitgegrhlt wurde. Snger und Motivations-Knstler Fuchs hatte folglich bei diesem Track etwas weniger zu tun, auch wenn der Versuch, einen chorartigen Kanon im Publikum zu erzeugen, etwas in die Hose ging. Das hinderte aber keinen daran nach dem deftigen "Rock'n'Roll" munter bei der "Reitermania" mitzumischen, bei der der Pit der Aufforderung, eine Wall-Of-Death zu bilden nur zu gerne nachkam. Lustig und wiederum sehr mitsingkompatibel ging es mit "Die Sonne scheint" weiter, bei dem auch ein Mdel aus dem Pulk vor der Bhne auf eben diese zitiert wurde, sich aber nicht berreden lie, ihren Hintern zu entblen... Fuchs Sir G. war jetzt an der Reihe, mit einem Drumsolo sein Knnen zu beweisen, was er auch mehr als ordentlich erledigte. Dann bekam er in Form einer satten Percussion-Einlage, an der auch die brigen Bandmitglieder teilnahmen, Feuerschutz, was sowohl optisch als auch rhythmisch ein Highlight des Abends sein sollte. Einige Songs spter bekam auch der berzeugend einen auf geisteskrank machende Dr. Pest die Gelegenheit zu einem netten Soloausflug, womit die beiden eher im Hintergrund agierenden Musiker ebenfalls an ihren wohlverdienten Teil Aufmerksamkeit kamen. Vorher gab es aber mit der "Iron Fist" vom Debt "Soft And Stronger" noch gewaltig einen auf die Mtze und immer wieder war ich begeistert, wie die Recken auf der Bhne ihre Stilvielfalt auch live so scheinbar mhelos zelebrierten. Der Spa war der Band dabei stets ins Gesicht geschrieben, nur der Onkel Doktor verbarg diesen seiner Rolle gem durch die Bank weg hinter seiner Psycho-Fassase. Bevor die Reiter gegen Ende die Bhne zum ersten Male verlieen, erfreuten sie das allgemeine Metaller-Herz mit dem ebenfalls vom Debt stammenden Klassiker "Metal Will Never Die", bei dem nicht nur Volk-Man auf der Stage ein breitestes Grinsen im Gesicht stehen hatte. Es ist einfach immer wieder ein Hochgenuss, diese augenzwinkernde Hommage an die von uns allen geliebte Metal-Musik mitzusingen! Die Apokalyptischen Reiter Nach krftigen Zugabe-Forderungen seitens des immer noch nicht mde werdenden Publikums kamen die Eukalyptischen Reiter natrlich nochmals zurck, um ihre Geheimwaffe namens "Dschinghis Khan" unter das Volk zu ballern. Da soll noch einer sagen, dass Schlager keinen Spa machen knnen! Zum Abkhlen zum Schluss intonierten Fuchs & Co. noch das wehmtige und mit Sprechgesang eine weitere Facette im Repertoire der Band aufzeigende "Das Paradies", bevor endgltig Feierabend war. Na ja, nicht ganz. Da vor der Bhne auch nach dem zweiten Abgang der Reiter die Zugabe-Rufe nicht verstummen wollten, schlich sich ein weiteres Mal Dr. Pest auf die Bhne, um ohne eine Miene zu verziehen auf dem Keyboard "Was sollen wir trinken" zu besten zu geben.

Fazit: Ein rundum gelungener Konzert-Abend, in dem die Stimmung im nicht ganz vollen JuZ durch die Bank weg sehr gelst und postiv war. Ich denke, dass sich kaum einer an dem Abend dem Charme der beiden Ausnahme-Bands entziehen konnte und beide sicherlich den ein oder anderen neuen Fan gewonnen haben drfte. Gewundert hat mich nur, dass "Eruption" vom letzten Reiter-Release nicht zum Zuge kam, aber man kann ja nicht alles haben... (Andreas)

Setlist DIE APOKALYPTISCHEN REITER:

  1. Wahnsinn
  2. ?
  3. We Will Never Die
  4. Du kleiner Wicht
  5. Rock'n'Roll
  6. Reitermania
  7. Die Sonne scheint
  8. Drum-Solo
  9. Terra Nova
  10. Warum?
  11. Iron Fist
  12. Unter der Asche
  13. Erhelle meine Seele
  14. Keyboard-Solo
  15. ?
  16. Metal Will Never Die
  17. Dschinghis Khan
  18. Das Paradies
  19. Was sollen wir trinken (Dr. Pest)

Fotos: Roland Wohde

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