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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SWORDBROTHERS FESTIVAL
Ort Andernach, JuZ
Datum 27.02.2005
Autor Thorsten Dietrich & Roland Wohde
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Veranstalter Volker Raabe hatte sich da was vorgenommen: Ein Undergoundfestival am Rhein, neben dem sdlichen "K.I.T." und dem nrdlichen "Headbanger's Open Air". Mit viel Herzblut und einer Menge Arbeit hat er es geschafft und mehr als 300 Gste in das Juz Andernach bei kalter Jahreszeit gelockt. Geboten bekamen die Zuschauer neben den Bands noch einen Metalmarkt, wo der eine und andere noch Kultshirts und Platten fand.
brigens: Laut dem Juz tranken die 300 Leute mehr als die circa. 650 Zuschauer bei Schandmal im Dezember. Das ist doch auch eine Leistung...! (Thorsten Dietrich)

Um 14.00 Uhr durften Chimaera das Billing des Festivals erffnen. Die Wahldsseldorfer kamen livehaftig mit ordentlichem Sound wesentlich besser rber als auf ihrem letzten Demo. Ihr traditioneller Metal, den sie mit berzeugung und viel Elan darboten, war fr die schon anwesenden Festivalbesucher natrlich genau das Richtige. Kein Wunder also, dass die Stimmung des Publikums und der Band im Laufe des Gigs immer gelster wurde (wenn auch noch der typisch schchterne Sicherheitsabstand zur Bhne bestehen blieb). Und schon bald wurden erste Fuste gereckt und zu Hymnen wie "Crusade The World" oder "Metalians" die ersten Nacken warmgebangt. Auf der Bhne wurde ordentlich gepost und natrlich hatte man standesgem auch ein Schwert im Gepck, das zwischenzeitlich sogar als Gitarrenersatz missbraucht wurde. Und mit der metallischen Version des Evergreens "Jailhouse Rock" zeigten die Jungs zum Ende des Gigs, dass sie auch eine Menge Spa verstehen. Somit wurden Chimaera ihrer Anheizerrolle vollauf gerecht und drften sich einige neue Freunde gemacht haben. (Roland Wohde)

Setlist Chimaera:

  1. Order Of The Fallen Sun
  2. Battlemaster
  3. Crusades The World
  4. Loneliness
  5. Fire
  6. Tears
  7. Darkwolf
  8. Knights Of The Dragon
  9. Sonrise
  10. Metalians
  11. Jailhouse Rock

Custard aus dem hohen Norden waren fr mich die erste Band des Swordbrothers Festivals, da ich Chimeara nicht wirklich sah. Custard waren engagiert und mit Snger Guido hatte das Quintett einen Frontmann, der durch freundliche Ausstrahlung und Ansagen direkt bei mir punkten konnte. Musikalisch war die Truppe nicht originell, aber solide. Der Gesang erinnert an die Helloween-Ecke, whrend man musikalisch gerne an rauere Gamma Ray, Paragon und Konsorten erinnert. Solide Metalkost, der es mit Dauer des Gigs etwas an markanten Songs fehlte, aber durchaus Spa verbreitete! (Thorsten Dietrich)

Setlist Custard:

  1. Intro
  2. Lost For Ever
  3. Charons Call
  4. Signs
  5. Escape Reality
  6. Up To The Sky
  7. Chance
  8. Freedom For All
  9. Scared
  10. Trees Of Hope
  11. For My King
  12. Shine On

Mystery Blue sind eine franzsische Band und die erste franzsische Metalcombo, die ich seit Jahren nach dem Tod von Massacra erleben darf.
Das sympathisch wirkende Quintett um Frontfrau Nathalie machte eine Mischung aus 80er-Metal und dezenten Hard Rock Elementen, welche auf mich nett aber etwas unspektakulr wirkte. Irgendwie erinnerte mich die Sngerin an Holy Moses' Sabina, was auch an den Haaren liegen konnte. Lediglich die Manowar-Coverversion "Metal Daze" lie mich aufhorchen, aber zwischendurch musste ich noch einen alkoholtechnisch umgestrzten Kollegen von einem anderen Magazin pflegen, so dass ich einige Songs nur akustisch wahr nahm und optisch kurze Blicke erhaschte. (Thorsten Dietrich)

Setlist Mysterie Blue:

  1. Slave To Blood
  2. Angel
  3. Electric Power
  4. Heavy & Loud
  5. Trial
  6. The Edge Of Nightmare
  7. Silent Whisper (Bloody)
  8. Metal Dream
  9. Shades Of Death
  10. Circle Of Shame
  11. Metal Daze
  12. Rollercoaster Ride

Swordbrothers Flyer

Die Schweizer Formation Emerald ist mir durch einige wohlwollende CD-Reviews diverser Publikationen bekannt. Gesehen oder gehrt habe ich leider noch nichts von der Truppe! Das war ein Fehler, ein verdammt groer Fehler! Einen Tag nach dem Festival erschien brigens das Album "Forces Of Doom": unbedingt anchecken! Emerald, die auch mit eigenem Fanclub angereist kamen, waren neben Chimaera die einzige Band mit Keyboarder (Thomas Vaucher). Snger und Angry Anderson lookalike Jvo Julmy (das ist mal ein Name) berzeugte auch durch eine eigenstndige Stimme und bedient nebenbei noch die zweite Axt. Whrend dem einstndigen Gig herrschte gute Stimmung und die Epik Metal Songs der Eidgenossen zogen auch mich in den Bann. Das sagte aber auch Kollege Andreas, der ebenso wie ich berrascht von der geballten Power Emeralds war. Neben Titan Steele fr mich die beste Band des Festivals! (Thorsten Dietrich)

Setlist Emerald:

  1. Enter The Emerald Castle
  2. Until Freedom Returns
  3. Also Wild
  4. Unreasonable Violence
  5. Battlefield
  6. Blood Of Our Kings
  7. Birth Of A Legend
  8. Sent This Bastard To Hell
  9. Tears Of A Warrior
  10. Rebels Of Our Time
  11. Medieval Steel
  12. Emerald Knight

Wre Rock'n'Rolf auf dem Festival gewesen, htte er sich bestimmt ber die Belgier von Crusader gefreut. Der Snger und der Bassist waren wie Conquistadoren angezogen und ich verweise da einfach auf die Livebilder! Kult! Ich glaube in den "Hosen" vom Bassisten Mark Theunssens konnte man sich schlecht bewegen, der stand da etwas angewurzelt. Ist ja auch schwer!! Musikalisch war mir die Chose fr eine Stunde Spielzeit auf Dauer zu unspektakulr, obwohl sich gerade Snger Filip Lasseel ordentlich ins Zeug legte! brigens war der Drummer wegen eines gebrochenen Fues durch einen Ersatzmann vertreten worden, was den Originaldrummer Bart Schenkel nicht daran hinderte trotzdem mitzufahren und den ganzen Tag gut zu bechern und dabei noch fit zu sein. Daran sollten sich gewisse Kollegen von mir mal ein Beispiel nehmen. Respekt, das ist Metal! Mein Tipp: Don't Drink With Belgians! (Thorsten Dietrich)

Setlist Crusader:

  1. Call Of The White Wolf
  2. Dragon's Tears / Win Or Die
  3. I.... Joan
  4. King Of Kings
  5. Beast From The South
  6. The Ally / Flowers Of South
  7. Angus
  8. The Confession II
  9. The 7th Crusade
  10. The Knight Wouldnt Die

Die italienische Antwort auf Manowar, Wotan waren nicht da um Gefangene zu machen! Mit einem Snger, der gerne zeigte, dass er Tne halten kann und der Benutzung des Manowar-Zeichens (Arme zum Himmel...., ihr wisst schon) und einer Musik, die recht hnlich dem Debt von Hammerfall war, was man auch an einigen Songtiteln sah. Trotzdem konnten die engagierten Italiener bei mir punkten, auch wenn sie niemals einen Originalittspreis einheimsen werden! Das fngt beim kriegerischen, schwarzen Outfit a la Hammerfall an geht ber die Songtitel (ich sag nur: "Ride Of Templars") und hrt bei den Songs auf, aber war nett anzusehen. (Thorsten Dietrich)

Setlist Wotan:

  1. Wrath Of North
  2. Ride Of Templars
  3. Under The Sign
  4. Innoxia
  5. King Of Crows
  6. Hussard De La
  7. Mort
  8. Thermopiles
  9. The Cave
  10. Stone Giants
  11. Lord Of The Wind
  12. Iron Shadows

Mit Titan Steele war nun wieder eine deutsche Band am Zug. Es handelte sich hierbei zu 4/5 um die angekndigte Band Ritual Steel, die aufgrund des Ausstiegs ihres Drummers den Namen ndern musste. Auch sie boten epischen True Metal, der solide dargeboten wurde. Jedoch konnten sie nicht mit dem Spirit der vorhergehenden Band mithalten. Hinzu kamen immer wieder kleine Pannen, die es der Band schwer machten. Da gab es mal ein arg verstimmte Gitarre (netter Weise kam Martjo von Vortex kurzerhand mit einer Ersatzklampfe angerannt, um die Unterbrechung kurz zu halten), mal flog dem neuen Drummer (der seinen Job ansonsten ordentlich machte) im Spiel ein Drumstick weg, oder man schlug sich aus Versehen auf der Bhne gegenseitig die Nase blutig. Ein weiteres Manko war zweifellos das mangelnde Entertainment-Talent des Sngers. Gesanglich und in den Songs kompetent stand er bei den unfreiwilligen Pausen aber da wie der Ochs vorm Berg und wusste nichts zu sagen. Trotz der musikalischen Gte also leider ein nicht ganz so gelungener Gig, den sich auch die Band selbst sicher etwas glorreicher vorgestellt hat. (Roland Wohde)

Setlist Titan Steele:

  1. Metal Beasts
  2. Blitz Invasion
  3. Solar Maiden
  4. Le Division
  5. Death In Spring
  6. Armageddon
  7. Sirens
  8. Bitter Blood
  9. Drum Solo
  10. Forsaken Land
  11. Hellfire
  12. Liquid Steel
  13. T.W.O.N.

Als die hollndischen Spavgel Vortex zu mittlerweile wieder frher Stunde (es war bereits nach 00.45 Uhr) aus den Startlchern kamen, waren die Reihen vor der Bhne leider schon recht licht geworden. Der lange Tag hatte eindeutig seinen Tribut gefordert. Der verbliebene harte Kern wurde jedoch nicht enttuscht und bekam eine klasse Show geboten. Straighter, unverflschter Metal, der einfach zum Bangen und Abfeiern zwang. Dazu der einfach gnadenlos sympathische Humor der Hollnder, die mit Masken, Percken, einer selbstgebastelten Riesenaxt und abgedrehten Klamotten von Snger Jurjen und Gitarrist Martjo eine skurril witzige Metalparty boten. Zwischendurch gab es noch ein Geburtstagsstndchen fr einen weiblichen Fan, inklusive Geschenk und einer Runde Umarmungen auf der Bhne, eine Ladung Sprhlichter und einen Vortex-Gitarristen, der pltzlich mitten im Publikum stand, um dort weiterzuspielen. Dementsprechend hatten alle noch Anwesenden ein weiteres mal ordentlich viel Spa, so dass der leider gekrzte Gig (im Laufe des Tages hatte es einige berziehungen gegeben, was sich nun rchte) viel zu schnell vorbei war und sich auch die letzen Banger durch den leichten Schneefall wieder auf den Heimweg machten. (Roland Wohde)

Setlist Vortex:

  1. Gotta Get Away
  2. Hammer Of The North
  3. Rollin To The War
  4. Heavy Metal Is King
  5. Riptop
  6. We Are The Ones They Warned Us For
  7. Open The Gate
  8. Witches Help
  9. Their Curse
  10. The Beauty And The Teeth
  11. Land Of The Late

Fazit: Tolles Festival, sehr nette friedliche Atmosphre. Mit Leuten, die 100-500 Kilometer fuhren um IHRE Bands zu sehen und Maniacs, die aus Griechenland eingeflogen sind! Asozial war aber die Tatsache, dass whrend des Gigs von Vortex zwei leere Flightcases des Vortex-Gitarristen Martjo aus dem Backstagbereich gestohlen wurden! So was ist eine Sauerei. Wer was gesehen hat, meldet sich bitte beim Veranstalter!
Fr mich htte es ruhig mehr Abwechslung im musikalischen Bereich geben knnen, ne Thrash, Doom oder Death Combo htte das Power Metal Paket aufgelockert, aber das wird der dickkpfige Veranstalter wohl anders sehen. (Thorsten Dietrich)

Swordbrothers Flyer

Eine Woche nach dem Festival fragte ich den Veranstalter Volker, wie er es empfand und er gab mir dieses knappe aber positive Statement:

Wie ist das Festival im Rckblick verlaufen?
Was planst Du fr das zweite Swordbrothers Festival und wann findet es statt?

Also die Reaktionen waren durchweg positiv, was man auch im Gstebuch der Homepage nachlesen kann.
Die Stimmung war durchweg super, die Zuschauerzahl mit 300 Leuten auch o.k! Ich glaube auch die Bands waren allesamt zufrieden. Was will man mehr?
Natrlich eine geile HM-Party... und stattfinden wird das zweite SBF am 17.9.2005.

Fotos: Roland

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