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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SKEPTICISM, GARDEN OF WORM, ESOTERIC
Ort Tampere (Finnland), Klubi
Datum 15.11.2004
Autor Flo
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ESOTERIC und SKEPTICISM sind (meiner Meinung nach) die beiden derzeit besten Doom Metal Bands. Beide auf einem Konzert sehen zu drfen kann man wirklich nur als Privileg auffassen. Wenn dieses Konzert dann auch noch in einem so erstklassigen Etablissement wie dem Klubi in Tampere stattfindet, kann eigentlich fast nichts mehr passieren.

Esoteric ESOTERIC mussten schon um 19.00 Uhr anfangen, da das Konzert nicht im Rahmen der eigentlichen Tour, sondern eher auerplanmig war und die Band um 22 Uhr per Flugzeug zurck nach England reiste. Trotz der relativ frhen Urzeit war der Effekt (wie erwartet) absolut umwerfend. Mit drei Gitarren, Bass, Keyboard, Schlagzeug und tonnenweise Effekten erschafft die Band eine alles vernichtende Soundwand. Dabei werden, wie z.B. im berragenden "The blood of the eyes", sogar gelegentlich annhernd positiv klingende Passagen angedeutet, allerdings nur um diese danach wieder rabiat niederzureien. Esoteric Was ESOTERIC an Atmosphre kreieren ist einfach nur noch bengstigend! Der unmenschliche, effektberladene Gesang treibt das ganze auf die Spitze! Zusammen mit Bhnenprsenz und Lichtshow ergibt das eine musikalischen Erlebnis, das man fast als kathartisch bezeichnen kann. Ich habe noch nie eine Band erlebt, die eine dermaen gnadenlose musikalische Verwstung verbreitet! Bengstigend, schockierend, grandios! Gespielt wurden brigens bis auf eine Ausnahme ("Creation (through destruction)") nur Lieder von den letzten beiden Alben "Metamorphogenesis" und "Subconscious Dissolution Into The Continuum". Nach 60 Minuten war Schluss und ESOTERIC haben sich (zumindest in meinen Augen) als einer der intensivsten Livebands im Metalsektor besttigt.

Garden Of Worm GARDEN OF WORM sind eine relativ neue Band aus Tampere, die mit ihrem Old School Doom in Richtung Trouble/Saint Vitus zwar musikalisch nicht wirklich passten und zwischen den beiden berbands etwas verloren wirkten, aber dennoch ein kurzweiliges Konzert spielten. Besonders der angenehm kauzige Gesang ist mir dabei positiv aufgefallen. Obwohl diese Art Doom Metal nicht so wirklich mein Fall ist auf jeden Fall eine gelungene Abwechslung, bzw. im Nachhinein gesehen Verschnaufpause.

Zwischen dem vorherigen und folgenden Teil des Berichtes liegen jetzt fast zwei Tage, und mittlerweile fhle ich mich halbwegs in der Lage den Auftritt von SKEPTICISM in Worte zu fassen... oder es zumindest zu versuchen. Skepticism Fakt ist, dass dies definitiv das beste musikalische Ereignis meines bisherigen Lebens war. Alles war auf eine stilvolle Art befremdlich und unglaublich beeindruckend. Allein die Bhnenprsenz der Band war einfach nur auf dezente Weise sthetisch. Die Minimalgestik des Sngers, der whrend der Instrumentalpassagen meistens in Messdienerhaltung regungslos auf der Bhne stand und ins Nichts starrte, der Keyboarder, der an seinen Instrumenten sa wie an einer Kirchenorgel, das mehr aus Pauken als herkmmlichen Trommeln bestehende Schlagzeug, die Tatsache, dass zwei der Musiker im Frack wie Bhne betraten, alles passte einfach perfekt in die erzeugte Atmosphre, die eher etwas von einer Beerdigung hatte, als von einem Metalkonzert, allerdings vollkommen frei von Kitsch und Pathos und einfach nur dezent und niveauvoll. Der Sound, mit dem die unglaublich monotonen, schwermtigen, epischen und traurigen Lieder vorgetragen wurden, war so druckvoll, dass bei den meisten Passagen die komplette Halle zu bebte. Generell wurde die Basslastigkeit der Musik (besagte Pauken, der unmenschlich tiefe Gesang, die Orgel) perfekt umgesetzt. Skepticism Bei Liedern wie "The march and the stream" oder dem unglaublichen vierten, titellosen Lied des "Farmakon" -Albums sind mir persnlich wirklich die Knie weich geworden. Offenbar ging es nicht nur mir so, denn zwischen den Liedern war es teilweise nahezu totenstill (von den obligatorischen Besoffenen, die zwischen die Liedern grunzen, mal abgesehen). Der ganze Auftritt war einfach nur unglaublich intensiv, ergreifend und faszinierend, auch wenn mir persnlich eine Stunde etwas zu kurz war. Ich betrachte es wirklich als Privileg dem beigewohnt zu haben, da SKEPTICISM-Konzerte ja nun alles andere als hufig sind, und hoffe, dass es mir gelungen ist einen mehr oder weniger anschaulichen Eindruck dieses Ereignisses zu vermitteln. Definitiv das beste Konzert, dass ich jemals gesehen habe. Und die Tatsache, dass ich ernsthaft der Meinung bin, dass SKEPTICISM mit ESOTERIC (eine der besten und intensivsten Livebands, die ich jemals gesehen habe) regelrecht den Boden aufgewischt haben, drfte wohl mehr ber den Auftritt sagen, als das ganze andere Gelaber.
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