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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SIEGES EVEN
Ort Frankfurt, Nachtleben
Datum 28.10.2004
Autor Marek Schoppa
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Der heutige Abend sollte fr Fans progressiver, technischer Mucke ganz gewiss etwas Auergewhnliches werden, denn das deutsche Prog-Urgestein SIEGES EVEN betritt seit circa sieben Jahren zum ersten Mal wieder eine Bhne. Zwar fand der eigentliche Reunion-Gig im April diesen Jahres auf dem hollndischen Headway-Festival statt, doch nun ist es auch in der Heimat offiziell: SIEGES EVEN are back!
Sieges Even Die Vorfreude und Spannung ist also gro, als einige Kumpels und ich am Ort des Geschehens eintreffen. Da sich der Konzertraum im Keller der Location befindet und es noch frh am Abend ist, bleibt noch gengend Zeit sich im dazugehrigen und recht gemtlichen Bistro noch ein lecker Bierchen zu genehmigen. Zwar ist der Preis fr ein 0,33er Gerstensaft mit 2,50 ein bisschen ungerechtfertigt, doch bei lediglich 15 Euro Eintritt lsst es sich mehr oder weniger verkraften.
Sieges Even Dass SIEGES EVEN sehr spezielle und keines Falls massenkompatible Musik machen liegt auf der Hand, warum das Erscheinen von nur ca. 70 Personen (bei einem Platzangebot fr ungefhr 200 Leute) auch nicht sonderlich verwundert. Zwei Fans nahmen sogar den weiten Weg aus Russland ins Frankfurter Nachtleben auf sich. Das nenne ich Einsatz! Gegen 21 Uhr treten die Herren dann unter heftigem Applaus und einem Konservenintro endlich auf die Bretter und beginnen den Gig mit einer abgespeckten Version des Mammutsongs "The Art of Navigating by the Stars" vom gleichnamigen neuen Album, welches diesen Herbst noch erscheinen soll. Das Album wird lediglich diese eine Nummer beinhalten, bei einer Spielzeit zwischen 45-50 Minuten; aber das nur am Rande. Wie gewohnt reihen sich bei diesem Stck Breaks und Taktwechsel mit halsbrecherischer Virtuositt an einander und werden ergnzt mit tollen Gesangsmelodien von Neuzugang und Snger Arno Menses. Besonders jener Herr brilliert den gesamten Gig ber mit einer super Performance. Gesangstechnisch und als Frontmann gehrt er definitiv zu den hochkartigen Gren dieses Fachs und berzeugt auf voller Lnge. Es ist schon fast erschreckend mit welcher Sicherheit und Agilitt er dem "chaotischen" Spiel seiner Bandkollegen beiwohnt.
Sieges Even Auch die Holzwarth Brder haben sichtlich Spa inne Backe und grooven sich nicht weniger imposant durch starke Nummern, wie "Prime", "Epigram for the Last Straw" oder "Empty Places" vom A SENSE OF CHANGE Album. Lediglich Gitarrist Markus Steffen wirkt ein wenig mde. Er kommuniziert nicht mit dem Publikum und steht wie festgetackert auf ein und demselben Fleck.
Sieges Even Naja, zumindest kommt bei "Life Cycle", vom gleichnamigen Debt, im Publikum umso mehr Stimmung auf und beim folgenden 25 mintigen "Tangarine Windows of Solace" von STEPS greift die Band ganz tief in die Repertoirekiste. Es macht wirklich Spa die Jungs mal vom Nahen auf die Finger zu schauen, denn wenn man schon zu den komplexen Nummer nicht so recht bangen kann, kann der Hobbymusiker vielleicht noch etwas lernen ;-) . Lediglich eine anwesende Person kann es sich nicht nehmen lassen unerschrocken die Matte zu jedem Song kreisen zu lassen, was bei mir wahrlich Bewunderung hervorruft. Ein echt abgebrhter Proggi.
Sieges Even Das Set des Abends wird noch ergnzt durch die Nummer "The Lonely Views of Condors" und "Where Our Shadows Sleep", welche die Band unter dem Namen VAL'PARAISO fr ein Demo aufgenommen hatte, bevor man sich wieder als SIEGES EVEN reformierte. Also zwei weniger bekanntere Stcke, die das Publikum trotzdem gut aufnimmt.
Sieges Even Nach zwei Zugaben und einer Spielzeit von 105 Minuten ist dann aber Schicht, was auch ganz gut ist, denn das Gesehene und Gehrte braucht, zumindest bei mir, ein wenig um sich zu setzten. Am Ende des Auftritts versprt man definitiv kein Verlangen mehr nach Rhythmuswechseln und schiefen Skalen und kann sich wohl gesttigt auf den Heimweg machen.

Sieges Even Fazit: Fr Prog-Fans war der Gig ein Muss, da man nie wissen kann wann sich die Jungs wieder live prsentieren werden. Allgemein sind Auftritte solcher "Mathematik" Metal Bands eher selten und hier konnte man prima den eigenen musikalischen Horizont erweitern und mal etwas Neues erleben. Des Weiteren war der Sound recht differenziert fr einen solch kleinen Raum, wobei besonders das Schlagzeug extrem heftig und fett klang. Zu nrgeln gibt es meiner Meinung nach daher nicht viel, nur vielleicht, dass man keine Songs der letzten zwei Alben "Sophisticated" und "Uneven" zum Besten gegeben hat. Schade, denn gerade diese Scheiben haben es in sich. Man kann halt nichts alles haben. Trotzdem war es ein netter, gemtlicher Abend der etwas anderen Sorte.
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