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691 Reviews in der Datenbank
Billing SAAR-INFERNO - MIT OBSCENITY, WARCHILD-X, HATEDRIVE
Ort Saarbrcken, Clubhaus (Ex Mo-Club)
Datum 02.10.2004
Autor Rafael Hofmann
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Guten Tach alle miteinander. Ich melde mich zurck vom sprichwrtlichen "Saarinferno", das seinem Namen mehr als gerecht wurde. Die Location liegt sehr stilecht im "Milieu" von Saarbrcken - in mitten von rot beleuchteten Huschen und direkt gegenber der Lolilei *lallal*. Beste Voraussetzungen also, um niemanden zu stren und um eine richtig coole Metaller-Party zu feiern. Das Clubhaus ist ein eher klein geratener Ort, um Konzerte zu veranstalten, jedoch machte das bei dem nicht all zu groen Publikumsandrang gar nichts aus und schuf eine kuschelige Atmosphre. Dazu kam der uerst glckliche Umstand, dass in diesem Club das Bier so wohltemperiert war, wie ich es noch nie zuvor in einem Gastro-Betrieb erfahren hatte. Ich glaube aber, es war in diesem Falle auch bitter zwingend notwendig, schlielich mussten wir uns mit dem Saarwasser aus der Karlsbergbrauerein arrangieren.
Flyer Den Opener, der auch gleich als Grund fr meine Prsenz auf dieser Veranstaltung war, machten HATEDRIVE, der wohl zukunftstrchtigste Metal-Exportartikel aus der Rhein-Ahr-Eifel-Region. Nach dem dicken Intro wlzten die Eifellaner zunchst mal das Publikum um. Die Wanderung ging von der Theke hin zur Bhne bzw. an einen Platz in respektablem Abstand zur Bhne. Die ersten beiden Songs liefen fr die Band wunderbar und regten im Publikum so manchen Fu zum Wippen an. Kaum ein Mensch in diesem Raum kannte HATEDRIVE bzw. keiner hatte die zuvor irgendwie mal gehrt. Nach dieser - fr einen Opener - ungewhnlich kurzen Einhrphase hatte auch der letzte Exilfranzose verstanden, dass es sich hier um richtig geile Musik handelte und lie den Kopp kreisen. Beim Song "Amen" baute Frontmann Dave die obligatorische "Wall of death" auf, die das Publikum bereitwillig umsetzte und sich danach die Kppe gegenseitig einschlug. HATEDRIVE haben in ihrem 45-Minuten-Set auf alle Flle die saarlndischen Metalheads in bekannter Manier grn und blau "vergrooveknppelt"! Dienliche Stcke fr derartiges Gemetzel waren hierfr das schleppende "Population:0", der Track wird auch auf dem bald erscheinenden gleichnamigen Album zu finden sein, und die Zugabe "For those about to rot", die so zu sagen als Hitsingle gilt. Alles in allem kann man zur Performance von HATEDRIVE nur gratulieren, denn sie lieferten einen dicken Auftritt mit einer sehr bewegungsfreudigen "Mosh-Pogo-Massaker-Crowd".
Flyer Sichtlich von der Situation am Ende des HATEDRIVE-Gigs unter Zugzwang gesetzt gingen WARCHILD X als nchste auf die Bretter, die die Welt bedeuten. In der Umbauphase sprach der Keyboarder Michael zum Saitenknstler der Vorband Bernd: "Kannst du mir mal sagen, wie wir das denn nun toppen sollen?", was nochmals den Charakter des Killer-Auftrittes der "Local Intruders from hell" unterstreichen drfte. Die Kriegskinder gaben alles und zogen von Anfang an alle Register, die ihnen zur Verfgung standen. Sie spielten eine subjektiv betrachtet ziemlich lange Show mit allen Krachern der bisher einzigen Verffentlichung des "Wargrave" namens "Between Shadows And Light". Beispielsweise fand das sehr schnelle, blackmetallische "Demonthrone" recht groen Anklang beim Publikum. Wenig erfreulich war jedoch die durchweg mittelmige bis wenig erfolgreiche Arbeit von Charly hinter den Kesseln. Mein persnliches Fave auf dem Saarinferno war der Song "The dawn gets closer". Ein sehr von der Gitarrenmelodie dominierter Song! Letztlich konnten WARCHILD X jedoch nicht an den Publikumszuspruch der Vorband anknpfen und mssen sich wohl oder bel die Kritik gefallen lassen mit ihrem Musikstil nicht so recht in das Line-Up gepasst zu haben.
Die Routiniers von OBSCENITY traten nach einer mittelprchtig langen Umbauphase und einem kurzem Line-Check auf die Bhne. Begleitet wurden die fnf plakativen Death-Metaller dabei vom Intro des Albums "The 3rd chapter". Dementsprechend fett ging es danach mit "Disgrace over you" zur Sache. "Groooooooooowl"! Die Show war ein einziges Geknppel, was nahezu unerschpflich dank des bemerkenswert flotten Drummers Mark auf den Zuhrer einprasselte! Death Metal at it's best! Selbst die Ausgeburt des schnellen Double-Base-Spiels Thomas Schomisch (HATEDRIVE) war in der Tat beeindruckt von diesem Schauspiel.
Fr OBSCENITY war's ein netter Ausflug in's Saarland, der die Jungs nach dem Gig allerdings etwas geknickt wirken lie, da die Location nicht richtig voll war und das Publikum relativ drftig in seiner Strke ausfiel. Ein Grund dafr drfte sicherlich die Ermangelung an Werbung gewesen sein, denn laut Stimmen der "Saarbrcker-Metal-Gemeinde" seien keinerlei Plakate in der ganzen Stadt zu finden gewesen. Auch ich wusste von dem Gig lediglich ber die HATEDRIVE-Homepage und selbst OBSCENITY haben den Gig mit keiner Silbe auf ihrem Internetportal erwhnt. Die PR htte also etwas besser laufen sollen, dann wr's auch was mit dem Publikumsandrang geworden.
Bleibt zu bilanzieren: Das Saarinferno war eine gelungene Sache, die allerdings besseren Zuspruch aus der Bevlkerung verdient htte. Absoluter Gewinner des Abends waren ohne Frage HATEDRIVE, die auf fremdem Territorium die Herzen der Saarbrcker hher schlagen lieen. WARCHILD X haben alles gegeben, was aber nicht so recht in eine Death-Veranstaltung passen wollte. Ob sich die weite Anreise fr OBSCENITY gelohnt hat, mag ich bezweifeln, auf alle Flle war's ein guter Gig, der Tuchfhlung mit der Band ohne Probleme zulie. Im spteren Verlauf des Abends entstand noch das ein oder andere Poserbild, mit dessen Hilfe die Bands mit einem Schmunzeln auf's Saarinferno 2004 zurckblicken knnen. Ein offizieller Gru an dieser Stelle gebhrt dem Clubhaus, dessen Crew die Veranstaltung initiiert und reibungslos durchgefhrt hat und natrlich an den Imbiss-Stand vor dem Club. Eine so geile Currywurst habe ich vorher noch nirgends gegessen.

Nachtrag:

Aufgrund des defizitren Informationsflusses zwischen mir (Presse) und WARCHILD X (Veranstalter) habe ich in meinem Review einige Tatsachen verdreht, die ich mit diesem Nachtrag richtig stellen mchte.
Das Saar-Inferno wurde nun zum zweiten Mal aufgezogen, nachdem die erste Runde mit AGATHODAIMON im Mrz ein voller Erfolg war.
Organisator und Veranstalter sind dabei einzig und alleine WARCHILD X.
Da im Saarland keine groe Band tourt, ldt die Band auf eigene Kosten (!) grere Headliner ein, um den Leuten hier auch mal Bands zu bieten, fr die sie normalerweise nach Straburg oder Frankfurt am Main fahren mssten. Das heit: Die Bandauswahl, Verpflegung und Unterkunft, Buchung der PA und des Clubhauses, Werbung usw. luft alles in Eigenregie der Band WARCHILD X! Die Leute vom Clubhaus hatten an diesem Abend somit lediglich die Funktion den Getrnkeverkauf zu bernehmen.
Zum Thema Werbung: Es wurden 5000 farbige Flyer (siehe oben) drucken lassen und diese restlos auf Konzerten und Veranstaltungen hier im Saarland, Trier, Koblenz, Kaiserslautern, sowie uns bekannten Szene-Lden (Plattenlden und Klamotten-Shops) verteilt. Auerdem wurde der Termin in allen uns bekannten Zeitschriften und Internet-Magazinen sowie den greren Internetforen und Communities in Sachen Metal verffentlicht.
Der geringere Zuschauer-Zuspruch lag, so mutmaen die Veranstalter, nicht an der mangelnden Werbung, sondern eher an der Tatsache, dass Obscenity mit ihrer Musik nur einen sehr spezielleren Teil der Metalheads ansprechen.
Meine Meinung dazu: Das Werbemedium war falsch gewhlt, denn Flyer haben genau die Funktion, die ihr Name schon verrt. Man sieht sie, liest sie (wenn berhaupt) und schmeit sie weg. Plakate wirken wesentlich werbewirksamer, erreichen mehr Leute und sind auch nicht so einfach zu "entfernen". Konzerte, die lediglich mit Flyern beworben werden, sind erfahrungsgem nicht sehr stark besucht.
Vielleicht sollte man diese Art der Werbung fr das Saarinferno III, das wohl im Frhjahr 2005 stattfinden wird, noch mal berdenken. Mit welchem Headliner dieser Stelle zu rechnen ist, wird natrlich noch nicht verraten... nur soviel: Es wird melodischer werden!

P.S.: Mit der besagten Bratwurst haben WARCHILD X allerdings auch nach der Berichtigung nix zu tun... *g*

Fotos: Rafael

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