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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SUMMER BREEZE OPEN AIR 2004
Ort Abtsgmnd
Datum 19.-21.08.2004
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Und es begab sich zu der Zeit als sich die Himmelspforten ffneten und Petrus all sein angestauten Frust auf die Erde herab warf, als sich eine kleine Karawane von acht tapferen Recken und Weibern aufmachte, um dem Regen die Stirn zu bieten. Ihr Ziel: Abtsgemnd im Schwabenlande, das Mekka der Metallerfraktion in diesen wolkenverhangenen Tagen.
Nachdem wir uns auf dem Weg ins Krisengebiet aus allen Richtungen des Morgenlandes (Eifel/Mosel, Hunsrck und Saarland) zusammengefunden hatten, wurde unsere Kolonne jh von der Gesetzesaufsicht gestoppt. "Allgemeine Verkehrskontrolle", sagte der nette Mann im grnen Dress und wir waren noch nicht mal zwei Stunden unterwegs. Nachdem wir wieder ungeschoren aus den Fngen der Zivilstreife entkommen waren, setzten wir unverzglich und ungehindert unsere Reise fort.
Auf dem Festivalgelnde erwartete uns ein netter, blonder Hne, der uns - wie sich nachher noch herausstellen sollte Gott sei Dank - auf den abgelegensten Platz des Campinggelndes auf der Spitze eines Bergkamms einwies. War zwar nicht seine Aufgabe, aber dennoch: Vielen Dank an dieser Stelle. Nach einigen architektonischen Vorberlegungen errichteten wir unser Auto-Zelt-Dachfolienlager und widmeten uns danach dem ersten 5l-Fsschen. So gestrkt und vorgeglht machten wir uns, zur Belustigung der Einheimischen, die uns argwhnig aus sicherer Distanz beugten, auf den ewig langen Pfad der Verdammnis (1,5 km einfacher Weg) hinunter zum Festivalgelnde.

Donnerstag

GOREROTTED
Die erste Band, die wir auf dem diesjhrigen Summerbreeze mit unserer Anwesenheit beehren sollten, waren die rinderwahnsinnigen und grtenteils kurzhaarigen Grind-Bastarde von GOREROTTED. Aus halbwegs sicherer Entfernung begutachteten wir das bunte Treiben auf der Bhne, das bei Fans der extremeren Gangart fr reichlich gute Laune sorgte. Brutal bis ins Mark, dabei immer auf ein paar monsterfette Walzparts bedacht klppelten sich die Englnder gnadenlos durch ihr Set, von dem mir nur Songs aus dem letztjhrigen Release "Onyl Tools and Corpses" bekannt waren. Den Wegfall von Mr Gore kompensierten die beiden verbliebenden Schreihlse Goreskin und Wilson tadellos, sodass Kracher wie "Fuck your Arse with broken Glass" und "Only Tools and Corpses" dennoch ordentlich zndeten. (NDK)

MRK GRYNING
Nach dem britischen Inferno auf der Pain Stage wechselten wir flugs zur Main Stage, um den Melodic Black-Deathern von MRK GRYNING beizuwohnen. Und hier war ich echt gespannt, da die Alben "Tusen ar har gatt", "Return Fire", "Maelstrom Chaos" und "Pieces of Primal Expressionism" gern gesehen Gste in meinem CD-Player sind. Doch was folgte war die Enttuscheng des Festivals... Noch vor dem ersten Song fiel der rappelvolle Snger Goth erst einmal fast ber eine Monitor-Box, bevor es anschlieend mit miserablem Sound losging. Bis auf besagten Suffkopp am Mikro gaben sich die Schweden reichlich steif auf der Bhne und wirkten irgendwie verloren und teils gar lustlos. Goth war da die einzigste Ausnahme, da er sich wenigstens etwas bewegte, dabei aber mehrere Male fast die ungeliebte Monitorbox in den Bhnengraben trat. Im Endeffekt hatte der Gig von MRK GRYNING dann doch noch etwas Positives an sich, nmlich dass wir die Arschbombe des Festivals gleich zu Beginn hinter uns gebracht hatten... (NDK)

VOMITORY
Hektisch wie es auf dem Summerbreeze nunmal zugeht, blieb nach Schweden-Combo Nr.1 kaum Zeit, zu Schweden-Combo Nr.2 berzuwechseln. Brutalster Death Metal ohne Firlefanz hmmerte die nchsten 40 Minuten auf uns ein und das bei einem wirklich dicken Sound. Da ich VOMITORY zwar richtig gut finde und auch alle Platten mein Eigen schimpfe, mit Songtiteln bei dieser Art extremem Metal aber leider nicht dienen kann, sei nur die positive Resonanz des Publikums erwhnt. Die Krawallbrder auf der Pain Stage wurden gebhrend gefeiert, wobei mir persnlich der Auftritt aufgrund steigenden Alkoholspiegels nur ziemlich verschwommen in Erinnerung geblieben ist, man mge mir verzeihen! (NDK)

Nach VOMITORY traten wir so schnell wir nur konnten den Rckweg ins Basislager an, konnten aber bei unserem Aufstieg zum Zeltplatz leider nicht gnzlich verhindern, von den nervttenden Klngen der unsglichen Finnen von SONATA ARCTICA maltrtiert zu werden. FLESHCRAWL und CREMATORY schenkten wir uns ebenfalls mit dem guten Gefhl, nichts Wichtiges verpasst zu haben. (NDK)

HYPOCRISY
Wie heit es doch so schn: "Vater Abraham hat sieben Shne", und "Es gibt nur einen Gott in Schweden!" Richtig und genau dieser stand am ersten Abend - dem skandinavischen Abend - auf der Bhne und zeigte allen Anwesenden, dass er immer noch so gute Alben schreiben kann, wie damals im Jahre 1996. Das riesenhafte Backdrop vom aktuellen Album "The Arrival" tat sein briges dazu, dass die neu besetzte IG-Mosh ihr Publikum nahezu ausschlielich vom neuen Album bediente. Natrlich durfte der Knaller, den es als letzten Song gab und das Festivalgelnde vorlufig lahm legte, nicht fehlen: "Rosewell 47"! War das (erneut) ein Fest! Ich hatte ja von einigen Wochen zuvor noch den Auftritt auf dem With full force in den Ohren und muss sagen der Song war hier noch besser performt als in Leipzig. Die restliche Playliste des Summer Breeze htte fr meinen Geschmack durchaus etwas durchwachsener sein drfen. Nicht, dass ich das aktuelle Album schlecht oder gar eintnig fnde, aber ein wenig mehr Abwechslung htte es ruhig sein drfen. Die Luzi ging natrlich bei solchen Reiern wie "New world" und "Slave to the parasites". Da blieb wirklich kein Auge mehr trocken und kein Kopf ungebangt. Wow, wat war dat feeeeeeeeeeeeeett! (Rafi)

LAKE OF TEARS
Als die Burschen von LAKE OF TEARS schlielich die Pain Stage enterten, befand ich mich gerade am Bierstand, um mir die nach HYPOCRISY bitter ntige Strkung zu verschaffen. Whrend ich auf den Gerstensaft wartete, der Kollege Michael mir mitbringen wollte, erklangen von der Bhne die ersten Tne des "Headstones"-Song "Raven Land", was mich glatt das Bier vergessen und Richtung Stage strmen lie. Geiles Lied! Im folgenden beackerte die irgendwie wie eine Schulband aussehende Band um den Wuschelkopf von Snger vornehmlich die Alben "Forever Autumn", "The Neonai" und das neue, das ich leider noch nicht kenne. Herrlich melancholisch und vertrumt kamen "Return of Ravens", "The Shadowshires", "Leave a Room" und eben "Forever Autumn", da hat eigentlich nur die holde Metallerin im Arm gefehlt... Bevor sich LAKE OF TEARS verabschiedeten, gab es als Zugabe das akustische "Headstones" zu hren, bei dem sich die Jungs aber dummerweise zu Beginn ordentlich verspielt hatten, was einen leicht schalen Beigeschmack zum ansonsten tollen Gig hinterlie. Ich muss unbedingt sehen, dass ich die Schweden mal auf einer Headliner-Tour erwische. (NDK)

SENTENCED
Aller guten Dinge sind drei und drei skandinavische Bands am Stck gab es, wie gesagt, am Freitagabend zu hren. Sentenced aus dem fernen Finnland hetzten die lobende Meute dem Ende des Tages entgegen. Seit 2002 kein neues Album mehr am Start und trotzdem erreichen, dass ein Publikum mit Begeisterung der Band zujubelt, das finde ich beachtlich. Angefangen wurde mit dem Song "Neverlasting" der bekanntermaen einen sehr treibenden Charakter aufweist, jedoch auch in der Strophe wieder schnell abebbt. Wie dem auch sei, die Leute waren froh Ville Laihaila ihre Deckhaare entgegenwerfen zu drfen. Als ich Sentenced beim letzten Mal sehn durfte, erwartete mich Unerwartetes. Kurzerhand formulierte Frontmann Ville den Text beim Song "Dead moon rising" in "Ich bin scheieeeeeee" um. Zum Glck war er diesmal nicht so betrunken, wie es die Nordmnner gewhnlich sind, wenn sie in Deutschland verkehren, und daher blieb auch das Publikum von geschmacklosen Witzen verschont. Ansonsten ne fette Show, gute Performance und ein doch recht agiles Publikum, was ich in der Form aufgrund der Bedingungen nicht erwartet htte. (Rafi)

GODDESS OF DESIRE
So, nachdem ich am diesjhrigen WFF zum ersten Mal meine Feder fr My Revelations geschwungen habe, tat ich dies am Summer Breeze gleich ein zweites Mal. Diesmal habe ich mir aber wirklich ein paar besondere Schmankerl fr meine Reviews ausgesucht.
Das Ende des ersten Tages wurde von den hollndischen Fun-Metallern von Goddess of Desire eingelutet. Das uerst ungemtliche Wetter mit Dauerregen verminderte unsere Kampftruppe auf gerade mal zwei Leute (Wind und Wetter trotzen eben nur echte Saarlnder!). Doch der Einsatz sollte sich absolut lohnen.
Die Band strmte die Bhne gleich zum Auftakt mit einem "gefhrlich" anmutenden Outfit. Alle Mitglieder waren in Fellumhnge gehllt und trugen riesige Schwerter in der Hand, die natrlich mit massenhaft Totenkpfen geschmckt waren. hnlich gestaltete sich dann auch der Rest des Bhnenbilds. Los ging es dann mit einer Musik die irgendwo zwischen Rock-, Black- und Death-Metal einzuordnen ist, und die auch noch richtig gut anzuhren war. Zur Aufmunterung des vllig durchnssten Publikums wurde dann gleich beim zweiten Lied eine nett anzusehende Stripperin auf die Bhne geholt, die als Lehrerin zu den Klngen von "Teacher's Prey" ihre Hllen fallen lie. Danach wurde die Stripperin in jedem zweiten Lied integriert und auch noch von einer zweiten untersttzt.
Im Verlauf der Show wurde nun so ziemlich jedes Metal-Klischee durch den Kakao gezogen, und sptestens bei der Hymne "Metal forever - forever Metal" (ein kleiner Seitenhieb auf Manowar) konnte keiner mehr das Lachen unterdrcken. Passend dazu klrte uns Count August ber die Erfindung eines neuen Metal-Zeichens auf (The Sign of Power and Evil), welches dem allseits bekannten Power-Zeichen von Manowar noch die Krone aufsetzte.
Zum Abschluss lie sich die Band dann mit "Goddess of Desire"-Sprechchren feiern, welche von der Band mit der Melodie des alten Sommerhits "Vamos a la playa" unterlegt wurden - ein unglaublicher Spa. Dieser Gesang begleitete uns den ganzen Rckweg zum Zelt und auch noch lange danach. Wer Goddess of Desire noch nie live gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen, soweit er eine Menge Spa versteht. Einen CD-Kauf kann ich hier aber nur bedingt empfehlen, da diese Band eindeutig von der genialen Live-Performance lebt. (Jan)

Freitag

CRIMINAL
Chile rockt, das kann man auf alle Flle sagen. Die Jungs waren in diesem Jahr mit Six feet under und Fleshcrawl auf Tour und gaben damals schon einen positiven Vorgeschmack auf das, was uns nun erwarten sollte. Bester, blastiger Death-Metal mit intensivem Shouting. Die hnlichkeit mit Metallegende Devin Townsend ist in diesem Falle tatschlich Programm. Die Sdamerikaner berzeugten mit dickem transparentem Sound und perfektem Zusammenspiel. Trotz des frhen Zeitpunktes des Auftritts schraubte sich das gemeine Volk zu Nackenbrechern wie "Cancer" (mein Fave) oder "No return" gepflegt die Hirse ab. Eine durchweg starke Vorstellung, die wir dort geboten bekamen... - R-E-S-P-E-C-T! (Rafi)

DARK FORTRESS
Wenn MRK GRYNING die Enttuschung des Festivals fr mich war, so war DARK FORTRESS definitiv die positive berraschung. Black Metal gebe ich mir eigentlich lieber auf CD, als live, aber wie sich herausstellen sollte, waren die Deutschen auf der Pain Stage verdammt gut! Klischeegerecht in Corpsepaint stapften sie gar garstig dreinblickend auf die Bhne, wobei es erst mal zwei Mannen genauer zu betrachten galt: Zum einen den Snger mit dem dreckigen weien (!) Shirt mit der Aufschrift "Kill me". Sah irgendwie cool aus. Wer nicht ganz so cool aussah, war der Keyboarder. Diese Musikerspezies hat bis auf wenige Ausnahmen bei Liveauftritten sowieso die Arschkarte gezogen, wobei dieser Herr hinter dem Leierkasten beileibe keine Ausnahme bildete. Whrend er wohl verzweifelt versuchte, Gift und Galle spuckend in die Menge zu stieren, sah er eher aus wie ein missglckter Clown mit Haarausfall und Magenverstimmung. Na ja, genug gelsert und nix fr ungut! Denn musikalisch (und darauf kommt es ja schlielich an!) war DARK FORTRESS ber jeden Zweifel erhaben. Von der charakteristischen Stimme des Sngers geleitet peitschten einem die schwarzen Hymnen entgegen, dass einem selbst bei den warmen Temperaturen (oder war es gerade wieder am regnen?) eiskalt ums Herz wurde. Dabei kamen die eher symphonischen Tracks von "Tales from eternal Dusk" und "Profane genocidal Creations" genauso gut an, wie die misanthropischen Hass-Tiraden des jngsten Releases "Stab Wounds", wovon mir besonders "When 1000 Crypts awake" und "Like a Somnambulist..." in Erinnerung geblieben sind. Nach der vom Publikum abgefeierten Zugabe "Pilgrim of the nightly Spheres" war dann leider Schluss und es bleibt nur zu bemerken, dass DARK FORTRESS nicht nur auf CD eine der besten deutschen Black Metal-Truppen sind! (NDK)

EVERGREY
Zufrieden und gut gelaunt walkte ich nach diesem Black Metal-Hochgenuss zurck zur Hauptbhne, um mich bei den vergleichsweise gemigteren Klngen von EVERGREY zu entspannen. Von recht weit hinten sah ich mir die Schweden, von denen ich berhaupt gar nix kenne, mig an und kam schnell zu dem Schluss, dass das gar nicht so verkehrt war, was sie da fabrizierten. Optisch war der Trupp ebenfalls einen Blick wert, die Lack-und-Leder-Klamotten frisch aus der Matrix sahen tatschlich recht cool aus. Auch bei den wie immer gut mitgehenden Fans kam EVERGREY durchweg gut an, sodass sich nach dem Gig sowohl diese als auch die Band selbst guter Dinge dem Rest des Tages widmen konnten. (NDK)

LEAVES' EYES
Was waren wir gespannt darauf Liv Kristine Espenaes in Kooperation mit ihrem Gatten und dessen Bandkollegen von Atrocity endlich einmal live erleben zu drfen. Mit groen Erwartungen standen wir Mdels also mitten im Pulk und warteten. Warteten darauf von der Musik ergriffen und mitgerissen zu werden. Zugeben, Liv ist schon eine echte "Rampensau" und verstand es gekonnt im sexy Dress das Publikum zu animieren. Bei Liedern wie "Into your light" und "Lovelorn" wurde an der Reaktion des Publikums deutlich, dass ein nicht unerheblicher Teil der Leaves Eyes-Fangemeinde angereist war.
Fette Liedanfnge zauberten uns ein Grinsen auf die Lippen, das jedoch immer wieder erhrtete, weil der Rest nicht das zu halten vermochte, was der Song zunchst versprach. Zu eintnig waren die Songs, die durch die sanfte Stimme der Exilnorwegerin gefhlvoll aufgehellt wurden.
Es bleibt festzuhalten: Die Band hat sich tapfer geschlagen und ihr Bestes gegeben. Zu einer spteren Stunde wre vielleicht auch der Funken der Begeisterung bis zu uns vorgedrungen. So jedoch war's jedoch fr uns leider nur ein weiterer "netter" Gig auf dem Summer Breeze. (Petra)

XANDRIA
Wir Mdels waren zustndig fr das Review ber Xandria. Erstens mal deswegen, weil wir viele Gothic-Metal-Bands mit Frauengesang mgen und zweitens Mal deswegen, weil die Kerle sich das ersparen wollten.
Wir zogen also zu zweit los an die Front und standen direkt vor der Bhne. Da wir nix Besonderes erwartet haben, wurden wir auch nicht enttuscht. Frontfrau Lisa trug mit einem zarten Stimmchen ihre sen Liedchen vor und riss dabei keinen aus dem Publikum wirklich vom Hocker. Ein bisschen mehr Bewegung kam rein, als der Song "Ravenheart" dran war; den kannten wenigstens ein paar Leute (alles fleiige VIVA-Plus-Zuschauer).
Insgesamt kam die Show aber eher so rber, als wrden Xandria einfach nur die momentane moderne Welle hinsichtlich Evanescence, Within Temptation und Nightwish ausnutzen, ohne wirklich mithalten zu knnen. Hauptsache ne Frau singt und die Melodie geht ein bisschen ins Ohr und schon darf man auf einem Festival oder bei "Top of the Pops" auftreten und ist berhmt.
Ein Zugestndnis zugunsten von Xandria muss man aber doch noch machen: Die letzten beiden Songs beim Auftritt waren echt gut! Da bewies Lisa, dass sie (wenn sie nicht gerade versucht, dem aktuellen Geschmack der Chartmacher nachzukommen) eine absolute Rockrhre ist und mit einer ganz anderen Stimme arbeiten kann, als es das ganze Konzert ber zu hren war. Vor allem der Song "Snowflake" ging uns richtig gut ab und auch beim restlichen Publikum merkte man mit pltzlich vorhandener Stimme der Sngerin eine Stimmungssteigerung um 100%. Schade, dass nicht das ganze Konzert so gelaufen ist, sonst knnte man fast sagen: "Is' akzeptabel!" (Angelique)

VINTERSORG
Am frhen Nachmittag durften wir die Schweden von Vintersorg auf der Bhne begren. Von diesen hatte ich bisher nur gelesen, dass sie Melodic Black Metal spielen. Eine Hrprobe war mir aber bis dahin entgangen. Mit der Erwartung Klnge nach Art der schwedischen Kollegen von Naglfar zu hren, hatten wir uns vor der Bhne postiert.
Was die Jungs dann spielten, klang zwar nicht schlecht, ging aber mit meinem Verstndnis von Melodic Black Metal nur bedingt einher. Es entstand dabei zustzlich ein interessantes Phnomen: Wir waren mit fnf Leuten vor der Bhne, doch kein einziger konnte sich irgendetwas Besonderes oder Spezielles vom Auftritt merken (weshalb ich auch die ehrenvolle Aufgabe dieses Reviews bekommen habe...) Seltsam, oder?
So knnte man den Auftritt mit gutem Willen als solide Leistung bezeichnen, das uns immerhin die ganze Zeit vor der Bhne gehalten hat. Ist man jedoch bswilliger Natur, wrde man den Auftritt als dahindmpelndes Etwas bezeichnen, das man schon whrend des Hrens wieder vergessen hat und das wohl keinen vom Hocker gerissen hat. Ich denke, dass alle Vintersorg-Fans mit dem Konzert zufrieden waren, doch neue Fans hat man hier sicherlich keine gewonnen (und wenn, haben die es wieder lngst vergessen...) (Jan)

SODOM
SODOM waren mal wieder der absolute Stimmungs-Garant, es wurde ein Best Of-Programm sondergleichen abgefeuert. Tom fhrte gut gelaunt durchs Set und kommunizierte stndig mit dem ihm quasi aus der Hand fressenden Publikum. Dieses forderte und bekam unter anderem Killer wie "Outbreak of Evil", "Bombenhagel", "Remember the Fallen", "Napalm in the Morning" und "M-16". Logisch, dass auch die Zeugen Jehovas mit dem "Wachturm" wieder einen auf den Deckel bekommen haben! Und auch die stumme Ursel hatte wieder ihre berhmten fnf Minuten, es war allerdings das erste Mal, das ich die junge Dame mit dunkler Hautfarbe erleben durft. Onkel Tom gab whrenddessen seinen Bass ab, um sich ganz seinem Spielzeug widmen zu knnen, das er ausgiebig liebkoste.
Mit diesem Auftritt haben SODOM erneut bewiesen, dass sie live eine so gut wie unschlagbare Macht darstellen, die einfach nur METAL ist und symphatisch ihr eigenes Ding durchziehen. (NDK)

TANKARD
Auch der Fun Act des zweiten Tages durfte sich meines Besuches sicher sein. Hatten mich die Frankfurter doch sptestens vor drei Jahren mit ihrem Kommentar zu Grave Digger in Wacken ("knnten die Tunten da drben mal die Fresse halten, ich verstehe ja hier mein eigenes Wort nicht mehr") fr sich gewonnen. Und auch diesmal stellte Snger Gerre gleich klar, warum wohl die Leute berhaupt dar sind; natrlich nur fr sein dummes Geschwtz. So klrte er uns auch gleich ber eine angebliche Beziehung zu Martha von Die Happy auf ("Ja, auch ich habe meine Vorzge"). Danach folgte dann ein Song, den er seiner kleinen Tochter widmete ("FEAR FACE").
Abseits des Geschwtz boten Tankard auch noch ein astreines Thrash-Brett, das bewiesen hat, dass diese Jungs noch lange nicht zum alten Eisen gehren ("auch wenn Gerre seine Rhrung ber den alte-Mnner Support zum Ausdruck brachte"). Songs wie "Slipping from reality" und "Die with a beer in your hand" trafen wirklich voll auf die Zwlf. Als letzter Song kam dann natrlich nur noch "Freibier fr alle, sonst gibt's Krawalle" in Frage, auch wenn die Band dabei nur ein Bier ins Publikum gab (Kommentar: "Wir sind eine arme Band, wir haben hier nur fnf Bier gekriegt, und eins habe ich jetzt sogar noch verschenkt!"). Schade !!
Aber trotz des vermeintlich geringen Bierausschanks werde ich mit Sicherheit auch das nchste Konzert von Tankard aufsuchen. (Jan)

DIE HAPPY
Nach der sagentrchtigen Ankndigung von Tankard, die ja bekanntlich zuvor auf der Painstage rockten, bot sich auf der Mainstage ein sehr karges Bhnenbild, was von einem riesenhaften Backdrop dominiert wurde. Die hbsche Martha - Frontfrau der Band - stellte treffend nach dem Opener fest: "Wir wissen selber, dass wir hier keine wirklich typische Band auf dem Festival sind, aber wir sehen uns selber wie das Brot zwischen der Weinprobe." Besser htte sie es kaum ausdrcken knnen, denn damit traf sie den Nagel auf den Kopf! Einigen garstig dreinblickenden suuuperbsen Metal-Heads war die Verrgerung ber eine derartige "Weichspler-Band" sichtlich anzumerken. Trotz allem oder - laut Thorstens Konzertbericht auf der Die Happy-Homepage - grade deshalb gaben die vier Comic-Helden alles und spielten ein sehr kompaktes Set, das beim Publikum sehr gut ankam. Der Anklang war unerwartet und unglaublich gut. Absolute Burner waren Songs wie "Good bye", "Big Boy" oder der Evergreen "Supersonic Speed", die auch einige Kritiker zum Kopfnicken animierten und beim Publikum einen - fr diese Band - ungeahnt heftigen Pogo-Pit auslsten.
Natrlich kam der Publikumsdialog zwischen Martha und den jeweils Angehrigen des angesprochenen Geschlechts im doch recht lang gearteten "Goodbye" sehr fragwrdig an, allerdings machten nach einigen Anlaufschwierigkeiten auch nahezu alle - mit Ausnahme der zuvor erwhnten Schmollmnder - beim lustigen "Sing-an-Sing-zurck-Spiel" mit. Ein Gimmick, was Die Happy auf ihren Konzerten des fteren praktizieren und was zum Teil der vollkommen durcharrangierten Show gehrt. Die einzige Bemerkung, die Thorsten an diesem Abend von sich gab fand ich gleichermaen respektabel wie fair: "T-Shirts von uns gibt's hier am Official-Merch-Stand nicht zu kaufen, da wir uns dagegen entschieden haben sie hier zu veruern. Grund dafr ist die Tatsache, dass bei diesem Stand 25% auf den Preis aufgeschlagen werden. So etwas untersttzen wir nicht!" Naja, gut zu wissen, denn so was finde ich eine ziemliche Abzockerei, die dazu noch nicht mal notwendig ist! Da bleibt nur eines zu sagen: Was ein Glck, dass der Veranstalter ber Wochen lang die Band genervt hat, sie sollen doch bitte auf dem Summer Breeze spielen, denn der Auftritt war klasse, wenngleich auch in diesem Programm ungewhnlich "soft". Persnliches Schmankerl: Geil, dass Die Happy die US-Rocker von Six Feet Under ansagen, das gibt's wahrscheinlich sonst auf keinem Konzert der Welt. (Petra)

SIRENIA
Auf SIRENIA, bei deren Namen man auch auf eine eierlose "Power" Metal-Combo htte schlieen knnen, war ich echt gespannt. Das Debt-Album "At Sixes and Sevens" der Band um den ehemaligen TRISTANIA-Mitstreiter Morten Veland auf Napalm Records war mir noch in guter Erinnerung, whrend ich das aktuelle Werk "An Elixir For Existence" der norwegischen Gothic-Metaller leider (noch) nicht kenne. Bei transparent-gutem Sound prsentierten sich SIRENIA spielgewandt und bhnenerfahren, wobei besonders Sngerin Henriette Bordvik in ihrem langrmeligen Kostm einen echten Blickfang darstellte. Und dann kann die Alte auch noch super singen! Besonders der Kontrast zu Mortens Growls wusste sehr zu gefallen, eine Kombination, die auch den Reiz der ersten TRISTANIA-Werke ausgemacht hat. Am besten gefallen hat mir persnlich neben dem Titeltrack des ersten Albums das coole "Sister Nightfall", das von den Fans begeistert in Empfang genommen wurde. Wie gesagt, die zweite CD der Norweger ist mir noch unbekannt, aber ich wage zu behaupten, dass TRISTANIA sich in Zukunft warm anziehen mssen, um hier den Konkurrenzkampf fr sich entscheiden zu knnen! (NDK)

SIX FEET UNDER
"This is a song against the war", das war der Satz, der jedem durch Mark und Bein zuckte und mehrere Male wiederholt wurde bevor "War is coming" in einem walzend langsamen Tempo mit brachialer Wucht und Kraft aus der PA geblasen wurde. Chris Barnes lie keinen darber im Zweifel, welche Einstellung er im Hinblick auf "Mr. Bush" hatte und damit war er nicht alleine. Andere Gruppen zuvor demonstrierten ihre dahin gehende Abneigung lauthals auf dem Summer Breeze 2004 und ernteten tobenden Beifall.
Aber nun ans Eingemachte: Einen besseren Mix der gesamten Discographie einer einzelnen Band als Terry, Greg, Chris und Steve dort abbrannten, kann man gar nicht erbringen. Unglaublich viele Songs von "Haunted" einige von "Maximum violence" und sogar eins von "Alive and dead" lieen die vermatschte Erde auf dem Festivalgelnde beben. So viele Menschen, wie bei Six Feet Under hatten sich auf dem Summer Breeze bis dahin noch nicht vor der Mainstage eingefunden. Einen wrdigeren "inoffizieller Headliner" htte sich die Summer Breeze-Crew wohl nicht aussuchen knnen. Leider waren sich die US-Stars der Death-Metal-Szene zu fein, um im Verlauf des Festivals Interviews zu geben. Da wre mir doch sicher die ein oder andere Frage eingefallen. Wat soll et - auf jeden Fall konnte sich jeder der dort anwesenden Schfchen ein Bild davon machen, wie ein modernes Abrisskommando aussieht und vor allem wie es klingt. Chris gab sprichwrtlich das Letzte was er aus sich herausquetschen konnte, improvisierte mit seiner Stimme wie noch nie zuvor gesehen und kommunizierte mit dem Publikum trotz der doch recht hohen Bhne, die eine Distanz zu den Fans nicht ableugnen konnte. Die so langsame ergraute Metal-Maschine funktionierte an diesem Abend wie am ersten Tage und wer sagt, dass SFU an brachialem Sound und Aggression nachgelassen htten, der lgt. Vier Mnner knnen gaaaaanz schn bse Musik machen! (Rafi)

KATATONIA
Katatonia schlossen nach den Death-Metal-Highlight den Tag ab und die Erwartungen waren gro. Olli, der uns bis Freitag begleitete, war extra nur fr diese Band angereist. Er war begeistert und fllte das Urteil: "Es hat sich gelohnt!" Mein Eindruck wich allerdings etwas von seinem ab. Nach einem lssigen "Hey Summer Breeze" fingen die selten zu beugenden Schweden mit dem Opener "Ghost of the Sun" an. Zugegeben, ich kannte selber nur einen Song an diesem Abend, aber was der "optische Faux pas" Jonas Renske zu Beginn dieses Songs so von sich gab, kann beim Songwriting nicht so vorgesehen gewesen sein. Etwas schief klang der in ein perfekt arrangiertes Gewand aus Instrumenten und Sound gepackte Gesang. Der Song, den ich kannte war "Murder" vom beralbum "Brave Murder Day". Zu allen anderen Titeln kann ich leider kaum ein Urteil fllen, jedoch besserte sich der Gesang zusehens und letzten Endes gab es auch einen schnen letzten Auftritt des Tages. Auf alle Flle drfte fr nicht wenige dieser Teilnehmer des Summer Breeze einer der ganz groen Highlights gewesen sein, denn nach zahlreichen Absagen durfte man die ohnehin nicht oft in unseren Breitengraden auftretenden Schweden endlich einmal auf heimischen Bhnen betrachten. (Rafi)

Samstag

MNEMIC
Ha, es gab genau zwei Bands, auf die ich mich speziell beim Summer Breeze in diesem Jahr gefreut hatte. Das waren zum einen Six Feet Under und zum anderen nach dem "fettesten Gig ever seen on With Full Forces's Tentstage" die Firma Mnemic aus Dnemark. Auch dieses Mal sollten mich die Jungen Burschen aus Arhus mich nicht enttuschen. Aufgespielt wurde nahezu das gesamte Album "Mechanical Spin Phenomena" und auch einige Leckerbissen des diesjhrigen Auswurfes "Audio injected soul". Das besondere Schmankerl boten die fnf Dnen mit dem absolut hittauglichen Song "Deathbox", der uns schon am WFF vor Begeisterung aus den Latschen warf.
Apropos umwerfen: An dieser Stelle sei einmal ein Lob an die Soundtechnik gesandt, die auf dem Summer Breeze alles Unmgliche mglich machte. Beim Anfangssample von "Blood strained" krmmten sich noch 40 Meter vor der Bhne die Leute wegen diesem derben Subbass. Leider zndete das Programm diesmal beim Publikum nur mig. Das durchaus als moshtauglich abzustempelnde Programm lie einige Unbeteiligte, wie auch unseren Andy, mit einem mig begeisterten Gesicht vor der Bhne stehen und entlockte einigen Mundwinkeln nachher nur ein Urteil nach dem Motto: "Fear Factory fr Arme"!
Sehr zu bedauern, denn Mnemic boten auf alle Flle eine sehr aktive Bhnenshow, die zeigte, dass sie genauso evil posen knnen wie ihre Landsleute von Hatesphere rund um Jacob Bredahl, die zuvor auf der Painstage ihr Bestes gaben und leider um einige Minuten von uns verpasst wurden (der bse Alkohol...)! Am Ende bleibt zu sagen: Htte der Bassist Tomas "Obeast" Koefoed Kilometergeld bekommen oder beim Wettbewerb des grbsten Poser on Stage mitgemacht, er htte den Preis in allen Kategorien abgerumt - dicht gefolgt von seinem Kollegen an der Gitarre Mircea Gabriel Eftmie. Mehrere Beweisphotos zu diesem Thema findet ihr in unserer Gallery! (Rafi)

HONIGDIEB
Hab ich es doch tatschlich geschafft, mich in die Pflicht zu bringen, ber Honigdieb zu schreiben...
Vorm Summer Breeze-Festival hab ich ehrlich gesagt nie was von Honigdieb gehrt und war der Meinung, es wrde sich wohl um eine Mittelalterband la Schandmaul oder hnliches handeln. Naja, ich hab mich getuscht... Vergleiche mit irgendwas, was man kennt sind eher nicht drin. (Wer die Band schon gesehen hat, versteht was ich meine ;-))
Es ist eher so, dass man vor der Bhne steht und sich fragt: "Knnen Genie und Wahnsinn wirklich so nahe beieinander liegen? Find ich dass jetzt gut oder schlecht??" Aber die Beschreibung "irre" passt schon mal auf jeden Fall... Honigdieb ist sozusagen mal "was ganz anderes", das gilt sowohl fr die Musikrichtung (die sie wahrscheinlich neu erfunden haben) als auch fr die Texte und die Show. Unbestritten ist allerdings, dass Honigdieb mit Texten wie "Ich werd zum Tier", "Wer ficken will muss freundlich sein" und "Ich bin ein Pornostar" inklusive passender Showeinlagen und wechselnder Kostmierung fr absolute Party-Stimmung vor der Bhne gesorgt hat. Sogar an einer Polonaiseschlange hat es da nicht gefehlt! Ob sich das ganze rein musikalisch gesehen gut angehrt hat, hat dabei wirklich keinen mehr interessiert... Die Schwerpunkte liegen da einfach woanders: Hier zhlt die Show!
Solltet Ihr die Mglichkeit haben, guckt euch die Honigdiebe auf jeden Fall mal Live an, es lohnt sich und erffnet gnzlich neue Perspektiven! Wnsche euch viel Spa dabei! (Angelique)

CATARACT
Diese Band brannte sich auf dem Summer Breeze ganz tief in mein Gedchtnis, denn die schweizer HardCore-Jungen habe ich - so muss ich zu meiner Schande gestehen - zuvor noch nie gesehne oder gar etwas von ihnen gehrt. Um so begeisterter war ich, als sich meinen Ohren offenbarte, was aus dieser Walzmaschine ausgeworfen wurde. HAMMER!
Fedi, Frontsau der Band, gab alles was in seiner Macht stand, um seine Stimmbnder mit Gewalt zur Erschpfung zu brllen - vergebens. Umso aggressiver wurde die ganze Chause, die meinen Nacken vehement zum bangen zwang. Zu gut, dass ich mir kurz zuvor eine neue U.S.-Army-Mtze zugelegt hatte. Dadurch war ich dem HC-Genre wunderbar angepasst und konnte von Jan permanent hren: "Ey, du knntest echt von der Optik her bei denen mitspielen - siehst genau so aus!" Zur Setliste kann ich aus Ermangelung an Liedkenntnis nichts sagen, aber ich wei, dass ich, so bald sich die Mglichkeit bieten wird, den Schweizern einen weiteren Besuch abstatten werde. Meine liebste "Neuentdeckung" des diesjhrigen Festivalsommers! (Rafi)

SCHANDMAUL
Das war mal echt 'ne berraschung! Respekt!!! Die Schandmuler Thomas (Gesang), Stefan (Schlagzeug), Matthias (Bass), Anna (Geige u. Drehorgel) und Birgit (Flte u. Dudelsack) aus Frstenfeldbruck haben sich fr ihren Live-Auftritt beim Summer Breeze-Festival richtig ins Zeug gelegt und die Menge mit ihren Sahne-Liedern wie z.B. "Teufelsweib", "Seemannsgrab" und "Der letzte Tanz" voll in Ihren Bann gezogen.
Sie selbst bezeichnen ihre Musik als "deutscher Folkrock mit mittelalterlichen Instrumenten" und grndeten die Band ursprnglich nur wegen einem Konzert in ihrer Lieblingskneipe. Nur gut fr die heutigen Fans (und auch "Gelegenheitshrer"), dass die Sache damit nicht erledigt war! Die Stimmung konnte besser nicht sein und selbst die augenscheinlich hrtesten Metal-Fans hakten sich mit den Armen ein, um sich den mittelalterlichen Klngen hinzugegeben und zu tanzen... Zumindest mal im Takt "mitgenickt" hat jeder!
Die angesetzten 45 Minuten vergingen wie 20 und das Publikum bestand lautstark auf eine Zugabe, die auch tatschlich kam. (War hchstwahrscheinlich sowieso eingeplant, aber es war trotzdem nett!) Einzig die Ensiferum-Fans, die sich bereits vor der Pain Stage platziert haben, um ihre Band zu sehen, wnschten sich, dass Schandmaul endlich aufhrt... Aber man kann es ja nicht jedem recht machen...
Letztendlich kann ich Schandmaul mit diesem super Live-Auftritt nur weiterempfehlen und sagen: In Extremo und Subway to Sally: Zieht euch warm an! (Angelique)

ENSIFERUM
Am dritten Tag kam dann endlich mein persnlicher Main-Act, die finnische Band Ensiferum. Im Vorfeld gab es durch das Ausscheiden des Frontmanns Jari Maenpa einige Probleme bei der Suche nach adquatem Ersatz, weshalb ich auf den Auftritt wirklich gespannt war.
Dieser begann dann auch gleich mit dem Intro der aktuellen "Iron"-Scheibe, welches dann flieend in den gleichnamigen Song berging. Als Snger trat dabei Petri Lindroos, Frontmann der finnischen Kollegen von Norther, auf. Ein echter Showman. Der etwas dnn geratene Petri gewann das Publikum mit seiner geilen Grhlstimme schnell fr sich, so dass sich ein verdammt gutes Konzert abzeichnete. Im weiteren Verlauf folgte dann ein Kracher nach dem anderen, wobei zwischen Songs des alten und neuen Albums stndig abgewechselt wurde (ein kleiner Auszug: "Token of Time", "Tale of revenge", "Hero in a dream", "Slayer of light"). Die Stimmung vor der Bhne war dabei super genial, und die Leute hatten sichtlich eine Menge Fun. Einzig die cleanen Vocalparts in den Liedern waren noch nicht ganz optimal, da Petris Stimmlage hierfr nicht geeignet ist, und daher Gitarrist Markus Toivonen und Bassist Jukka-Pekka Miettinen diese Parts bernehmen mussten. Besonders zu erwhnen ist auch die unglaubliche Anzahl an Crowd-Surfer whrend des Konzerts. Im Sekundentakt wurde hier nach vorne gereicht, und wer sich nicht regelmig nach hinten umschaute, hatte des fteren ein paar Beine im Genick. In dieser Menge habe ich das noch nie vorher gesehen. Zum Abschluss wurde der vielfach geforderte "Battle Song" gespielt; ein perfektes Ende des geilen Gesamtauftritts.
Ich werde mit Sicherheit noch eine Menge Konzerte dieser Band besuchen, und ich denke, dass ich dabei auch mit der Begleitung der restlichen Crew rechnen kann.
brigens habe ich nach dem Auftritt noch ein Interview mit den Finnen gemacht, welches ihr euch in der Interview-Sektion anschauen knnt. (Jan)

BRAINSTORM
"Mein Name ist Barbara Eligmann, und DAS sind unsere Themen!" Snger Andy B. Franck hatte wohl eine Wette verloren, um diese Ansage machen zu mssen, aber gut fr uns, haha! berhaupt lebte die komplette Show der deutschen Power Metal-Fraktion grtenteils von dem Symphatikus am Mikro, der zu keiner Zeit stillstand und die komplette Show hindurch fr Stimmung sorgte. Dabei ist der Kerl fr meinen Geschmack einer der besten Snger dieses Genres, beherrscht er doch scheinbar mhelos smtliche Tonlagen und Aggressionlevel. Auffallend war natrlich auch das gigantische Backdrop der "Soul Temptation"-Scheibe mit dem mindestens ebenso gigantischen Brustumfang der abgebildeten grnen Lady. Da Power Metal nur bedingt meine Baustelle ist, kann ich zu einzelnen Songtiteln nichts sagen, fand aber, dass der Opener der Show das mit Abstand mitreiendste Stck war, auch wenn der Rest beileibe auch nicht von schlechten Eltern war. (NDK)

Fazit: Das diesjhrige Summer Breeze stand eindeutig unter dem Motto "aktive Befeuchtung".
Vor dem Start versprachen uns die Wetterpropheten aus dem Internet noch Sonnenschein und eine Regenwahrscheinlichkeit von 35%. Doch schon beim Zeltaufbau mussten wir feststellen, dass die 35% wohl eher auf ein regionales Gebiet in Baden-Wrttemberg bezogen waren, welches zufllig genau das Festivalgelnde im Zentrum hatte. Dagegen half nur eine stetige Getrnkezufuhr, um einen Flssigkeitsausgleich zwischen auen und innen mit Hilfe von Dosenbier herzustellen. Dabei spielten die traditionell guten Beziehungen des Saarlandes zu Frankreich eine entscheidende Rolle (schne Gre an Jrgen Trittin und das Dosenpfand).
Die nchste Herausforderung stellte dann mal wieder die Marathonstrecke zum Festivalgelnde dar (wie auch im letzten Jahr). Es gibt wohl kein anderes Metal-Festival, bei dem Campingground und Festivalgelnde so weit voneinander entfernt sind (ohne Bustransfer). Doch die geilen Bands entschdigten fr alle Strapazen (auch wenn sich das Programm im Vorfeld auf dem Papier nicht so berragend darstellte, wusste so manche Band wirklich zu berraschen). Nachts fhlten wir uns dann alle wie im Filmklassiker "Das Boot" - Wassereinbruch auf allen Decks, weshalb am nchsten Tag kleinere Umzugsprojekte in der Zeltstadt stattfinden mussten.
Der zweite Tag war wettermig etwas besser und bot im gesamten bewertet den wohl besten Festivaltag (schaut die Bilder an und berzeugt euch selbst davon).
Der dritte Tag begann recht vielversprechend mit der Vernichtung der verbliebenen Alk-Reserven, und sollte mit Ensiferum mein persnliches Highlight enthalten. Doch kurz nach dem Auftritt begannen sich die Wettergtter als Samael-Fans zu outen ("Let it rain a thousand years a day") und verhagelten Glenn Danzig gehrig den Auftritt. Zur berraschung schafften es danach die Humpa-Metaller von Finntroll noch eine ordentliche Fangemeinde zum Festivalende bei strmendem Regen zu versammeln.
Am nchsten Morgen befreiten wir uns dann aus unserem Schlammloch und traten die Rckreise an. Einige andere hatten nicht das Glck, allein loszukommen, und mussten die (mit 5 Euro bezahlte) Hilfe der rtlichen Bauern mit ihren Traktoren in Anspruch nehmen.
Alles in Allem war das Summer Breeze 2004 ein wirklich gutes Festival, auch wenn der anhaltende Regen und die katastrophale Toilettensituation (etwas mehr Wassertoiletten drften es wirklich sein, dafr wrden die meisten auch zahlen) manchmal das allgemeine Wohlbefinden (vor allem der Mdels) arg strapazierten. (Jan)

Bemngeln darf man zustzlich allerdings die Preise auf dem Festival. Das ging schon bei versteckten Mehrkosten zu Beginn los: 5 Euro pro Fahrzeug, wusste keiner von uns vorher was von. Dner fr 4 Euro ohne Fleisch und 5 Euro mit sind schlichte Abzocke, von den billigen Supermarkt-Pizzen zum Rekordpreis will ich erst gar nicht reden. Das Bier, das auer promillesteigernden Eigenschaften kaum Vorzge hatte, war mit 3 Euro ebenfalls an der Schmerzgrenze, zumal hier scheinbar schamlos ausgenutzt wurde, dass man nicht mal eben nebenbei zum Zeltplatz zurck latschen konnte, um nachzutanken. Besonders krass wird der Blick auf die Preise im direkten Vergleich mit anderen (kleineren) Festivals, ich denke da besonders an das wirklich sehr humane Rock Hard Open Air. Vom Fuck The Commerce will ich dagegen gar nicht erst anfangen...
Daher kann ich fr meinen Teil nur sagen: Wenn es nchstes Jahr nicht ein verdammt gutes Billing gibt und/oder die Preise vernnftiger gestaltet werden, werde ich wohl nicht mehr mit von der Partie sein. Was schade wre, weil das Festival abgesehen von dieser nicht unerheblichen Kleinigkeit wirklich rundum gelungen war. (NDK)

Fotos: Rafael

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