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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing A FAREWELL TO CHUCK SCHULDINER - IN DEATH WE TRUST-FESTIVAL
Ort Ludwigshafen, Das Haus
Datum 02.03.2002
Autor Andre Kreuz
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Da ich noch nie zum "Das Haus" in Ludwigshafen getingelt bin, war ich dementsprechend gespannt, ob wir (mein Co-Pilot und tapferer Mitstreiter Stephan C. aus P.) das denn überhaupt finden würden. Aber dank unserer schier unglaublichen Navigationsfähigkeiten erwies sich das als absolut kein Problem! Wir haben's also direkt gefunden und waren zur Abwechslung auch mal pünktlich.
Um kurz vor Sieben haben wir gefügig unseren Eintritt von 12€ bezahlt und den Laden erstmal genauer unter die Lupe genommen: Rechts die Theke (wichtig!), in der Mitte der Eingang in die eigentliche Konzerthalle und links ein Metalmarkt, der locker zehnmal größer als diese paar mickrigen Stände auf wesentlich größeren Veranstaltungen wie den No Mercy Festivals war. Echt gut! CDs, Platten, Shirts, Videos, Zines usw., alles da. Dann ging's rein ins Vergnügen und ich war gespannt, wer denn nun diese "one more band to be confirmed..." sein würde, die auf dem Flyer angekündigt war. Plötzlich meinte mein Kumpel: "Ey samma, die hör'n sich ja an wie Stigmatized!?" Flugs einen geschulten Blick auf die Bühne geworfen und was sahen meine blutigen Augen da? Tatsächlich die Lokalmatadoren Stigmatized, cool!! Sie haben dann auch wie immer ihr Programm durchgezogen, leider auch wieder mit den üblichen Schwächen. Nämlich einem Sänger, der irgendwie keinen Bock mehr zu haben scheint und der Tatsache, dass sie den Weggang der zweiten Gitarre immer noch nicht verkraftet haben. Sprich, der Druck fehlt etwas und bei den super Soli fehlt eindeutig die Rhythmus-Gitarre. Ansonsten aber gut wie immer! Das Publikum ging auch gut mit, besonders bei den beiden Death Cover-Stücken "Leprosy" und "Genetic Reconstruction". Nach der Pause enterten Fragments of Unbecoming die Bühne und gefielen mir mit ihrem melodischen Death Metal eigentlich ganz gut. Eigentlich deswegen, weil der Sound wirklich mies war, und das fast den ganzen Abend. Und anscheinend nicht nur vor der Bühne, sondern auch auf der Bühne. "Mehr Gitarre auf den da Monitor und mehr Drums auf den anderen da hinten..." etc zeugten davon, dass der Herr von und zu Mixer wirklich alles im Griff hatte, nur den Sound halt eben nicht... Gespielt haben die Fragmente noch zwei Covers, diesmal allerdings nicht von Death, sondern von At the Gates ("Blinded by Fear") und Dissection ("Night's Blood"). Letzteres hat dann allerdings erst beim dritten(!!) Versuch hingehauen, was richtig schön peinlich rüberkam, hehe! Na ja. Als drittes waren dann die Berliner "Harmony Dies" an der Reihe, die erste überregional bekannte Band des Abends. Und endlich war der Sound auch mal fett und zwar richtig fett!! Aber das ist wohl Pflicht, denn Harmony Dies ohne fetten Sound ist wie Manowar ohne Schwerter! Dementsprechend wurde richtig geil losgewummert und gegroovt, dass es eine wahre Freude war! Neben Hits wie "I'll be your Master" und "Living Corpses" kam mittendrin ein weiteres Death-Tribut zum Einsatz. Das hab ich allerdings erst nach gut der Hälfte des Stückes bemerkt, da "Defensive Personalities" dermaßen dick runtergeschrubbt wurde, dass man wirklich zweimal hinhören musste. Cool! Zum Ende gab's noch ein Cover, fragt mich nur nicht von wem, keine Ahnung.
Bühnenumbau, Soundcheck, Obscenity! Mein persönliches Highlight an dem Abend. Nach dem Intro der "Demo-niac"-Platte ging es nahtlos in "Disgrace over you" über, ein Hammer vor dem Herrn! Leider war der Sound mittlerweile wieder Richtung Nullpunkt unterwegs, wodurch die norddeutschen ebenfalls etwas an Druck verloren. Das hinderte sie allerdings nicht daran, Stücke wie "Human Barbecue", "Eaten from inside", "Sensation Mongering" oder "Utter Disgust" zum Besten zu geben. Das Publikum war nach Harmony Dies zwar etwas platt, so dass der Pit ziemlich leer ausging, ich fand die Truppe aber trotzdem super!! Gecovert wurde leider nix, auch wenn ich gehofft hatte, dass sie vielleicht "Raining Blood" wie auf dem FTC IV zocken würden, schade. Und dann wieder eine schier endlose Pause. Ich frag mich nur langsam, was da immer so lange dauert!? Den Soundcheck hätte sich die holländische Haubitze nämlich getrost sparen können! Wenn der Sound bei den andren Bands schlecht war, dann war er bei Houwitser GROTTENschlecht! Mann, echt unglaublich, was der Mensch sich da für einen Soundbrei zusammengematscht hat!! Die Gitarren gingen noch grade so, aber warum der Schlagzeuger sich überhaupt die Mühe gemacht hat, seine Arme und Beine durch die Gegend zu schmeissen, weiß wohl keiner. Gehört hat man ihn jedenfalls mehr schlecht als Recht... Anders dagegen der "Gesang". Der hat absolut alles weggeblasen, sprich war viel zu laut. "BÜÜÜÜIÖÖÖÖÖÖIIIIIÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÖÜÖÜÖÖÖ!!!!!!!" war so ziemlich das einzige, das man da vernehmen konnte, wirklich doll! Vielleicht hat der Mann mit dem wirren Blick sich deswegen hinter seiner Sturmhaube versteckt? Und vielleicht hat sich deswegen der komplette Trupp in Tarnklamotten präsentiert?? Was man davon halten soll sei jedem selber überlassen, ich für meinen Teil finde das reichlich dämlich, aber wenn's sche macht... Trotzdem ging das Publikum noch mal gut ab und der Pit rotierte kräftig durch die Halle! Nach zwei Zugaben war dann aber endgültig Schicht und ich hab mich schon geärgert, dass wir nur zu zweit da waren und ich zudem noch fahren musste!!! Denn erstens lief danach nach Metal bis der Arzt kommt, zweitens war das Bier preislich korrekt und drittens hätte man da sogar pennen können! Also eine wirklich empfehlenswerte Location, auch wenn sie nicht konkret für Metal-Zwecke erbaut worden zu sein scheint. Checkt mal www.DasHaus-Lu.de an. Da sieht man dann bei "Veranstaltungen" was da demnext so abgeht, ist ziemlich bunt gemischt.
Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass der Gewinn der Veranstaltung an die Familie von Chuck geht? Nicht!? Tja, dann hüllt euch mal alle schön in verschlissene Säcke, kippt euch die Asche eures Aschenbechers übers Haupt und fragt euch reumütig, wieso zum Henker ihr nicht da wart!!!!!
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