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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SAXON, DREAM EVIL, METALIUM
Ort Kln, E-Werk
Datum 28.09.2004
Autor Olaf Reimann
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Das ungeschriebene Gesetz des Zusptkommens hat nun auch meinen Kollegen Roland und mich erwischt! Aber was willst du machen, wenn du freitags arbeiten musst (und wer muss das schon noch?) und anschlieend erst mal die Strecke nach Kln zurcklegen musst. Wenn dann noch die erste Band um ca. 19.30 Uhr die Bhne betritt, hast du verloren. Ergo: Metalium mussten leider auf unsere Anwesenheit verzichten!
Bevor der Kollege brav im Gnsemarsch von der Security zum Fotograben gefhrt wird schnell noch ein Bierchen zusammen zischen!
Dream Evil
Dream Evil beginnen ihr Set recht unspektakulr mit einem Mini-Drumsolo, das sofort bergeht in den Einstiegssong "Chasing The Dragon". Verwunderlich, dass keine groartige Reaktion beim Publikum zu verzeichnen ist, als die Musiker die Bhne entern. Die Schweden haben, getreu ihres neuen Images, l- und Dreckschminke aufgelegt und werden nicht zuletzt wegen dem Outfit ihres Schlagzeugers (siehe Foto) und der uerst uncoolen Sonnenbrille ihres Sngers allgemein etwas belchelt. Mit neuem Gitarristen am Start versuchen Dream Evil erst gar nicht, im Publikum so etwas wie Stimmung zu erzeugen und enttuschen auf ganzer Linie. Bei ihrem letzten Gastbesuch mit Hammerfall und Masterplan sah das noch ganz anders aus. Mit ihrem lustlos dargebotenen Material, das allerdings auf CD gar nicht bel rber kommt, wirken die Schweden wie satte Mega-Stars. Ab und zu mal das Mikrofon in die Menge zu halten, kann man nicht unbedingt als geiles Stageacting bezeichnen.
Dream Evil
Obendrein haben Dream Evil, wahrscheinlich als besonderes Highlight der Show gedacht, einen Thor's Hammer im Gepck, der jeder Beschreibung spottet. Dieses mikrige Hmmerchen wird beim Song "The Sledge" in die Hhe gereckt. Toller Gag!!! Die schlechte Leistung der Band wird dementsprechend mit wenig Applaus bedacht.

Setlist Dream Evil
  1. Chasing The Dragon
  2. The Sledge
  3. Into The Moonlight
  4. Children Of The Night
  5. The Book Of Heavy Metal
  6. Crusaders Anthem
  7. Made Of Metal
  8. Chosen Twice
Wie man eine richtig geile Metal-Show ohne viel Schnickschnack abzieht, beweisen uns anschlieend Saxon!
Saxon
Auf diese Band ist Verlass! Ganz egal wie oft Biff Byford und seine Sachsen in den letzten 25 Jahren auf der Bhne standen; wer die mittlerweile gar nicht mehr so jungen Kerle heute zum ersten Mal live erlebt, versprt mit Sicherheit den gleichen Spirit wie ich, als 1986 meine Konzert-Jungfrulichkeit durch einen Saxon-Gig genommen wurde. Das ist absolut bewundernswert!
Schon whrend der Umbaupause konnte man das berdimensionale Backdrop mit dem Cover der aktuellen Lionheart-CD inklusive zweier Lwenbanner rechts und links neben der Bhne bewundern. Die obligatorische AC/DC-Pausenbeschallung wurde immer wieder von fordernden "Saxon, Saxon!"-Rufen bertnt, bevor nach einem kurzen Intro mit dem Titelstck des neuen Albums eine zweieinhalbstndige (!) Show der Extraklasse ihren Lauf nahm.
Saxon
Die Stimmung im E-Werk war unter den schtzungsweise 500-600 Zuschauern sofort on top. "Power And The Glory" und "Motorcycle Man" direkt im Anschluss. Muss ich noch was sagen? Nein! Sptestens nach letztgenanntem Song htten Saxon spielen knnen was sie wollten - jeder Song wurde dankbar angenommen. Neben den nicht unverdient etwas hftsteifen Doug Scarratt und Paul Quinn (mit Brille auf der Bhne) wirkt Bassist Nibbs Carter wie ein Jungbrunnen. Was dieser Mann on stage leistet und mit welchem Enthusiasmus er bei der Sache ist, verlangt absoluten Respekt! Allgemein kann man festhalten, dass - logischerweise - die alten Klassiker fr wesentlich mehr Stimmung sorgten als die neuen Songs. Trotzdem spielten die Herren mit sieben Songs erstaunlich viele Stcke vom neuen Album. Das immer wieder "Crusader" fordernde Publikum wurde von Biff mit seiner unvergleichlich humorvollen Art auf spter vertrstet und konnte doch mit "Backs To The Wall", "Never Surrender", "Broken Heroes", "The Eagle Has Landed", "The Bands Played On" und "747 Strangers In The Night" etliche alte Stcke abfeiern. Dazwischen immer wieder einige neue Songs, die sehr druckvoll und mit viel Einsatz der gesamten Band inklusive Drummer Jrg Michael (Ex-Stratovarius) in Szene gesetzt wurden. Den Vogel schoss allerdings wieder und wieder Biff Byford mit seinen Kommentaren ab. Diese hier wiederzugeben wrde jedoch der Situation die Komik rauben. Nach dem immer wieder gern gehrten "Strong Arm Of The Law", dem schnellen "20.000 Feet" und dem Fast-Klassiker "Dogs Of War" kam mit "Witchfinder General" der letzte Track vom Lionheart-Album und endlich durften die Fans mit den ersten Klngen von "Crusader" gnzlich ausrasten.
Saxon
Was alle befrchteten, wurde danach grausame Wahrheit! Auch ein Saxon-Gig ist irgendwann mal vorber und die Band geht von dannen. Immerhin haben die Englnder mit fast zwei Stunden Spielzeit schon lnger auf der Bhne gestanden als manch anderer Headliner. Aber denkste! Zurck auf die Bhne... Gitarrensolo... "Wheels Of Steel"... "Princess Of The Night" (sehr geil!)... das war's! Endlose "Saxon, Saxon!"-Rufe bringen die Band nun auch nicht mehr ins Bhnenlicht zurck.
Doch Saxon wren nicht Saxon, wenn Biff nicht folgende Theorie aufstellen wrde: "Normalerweise spielen wir hier im E-Werk immer an einem verdammten Wochenende. Dann mssen wir frher aufhren wegen einer verdammten Disco, die anschlieend stattfindet. Nun, heute ist Dienstag - wir haben also etwas lnger Zeit!" Sprachs und kndigte prompt "Solid Ball Of Rock" an. Nach einer verbalen Verneigung vor dem Klner Publikum war es "Denim & Leather" welches den Schlusspunkt unter einen mehr als amtlichen Saxon-Gig setzte. Man hatte zwar immer noch die Hoffnung, die Jungs noch einmal aus den Katakomben brllen zu knnen, doch als das Saallicht anging, war's definitiv vorbei.
Nach diesem Abend freut sich sicher jeder auf die nchstjhrige Jubilums-Tour inklusive Gastspiel beim BYH 2005.
Saxon
Setlist Saxon
  1. Lionheart
  2. Power And The Glory
  3. Motorcycle Man
  4. Backs To The Wall
  5. Beyond The Grave
  6. Flyin' On The Edge
  7. Never Surrender
  8. Broken Heroes
  9. The Eagle Has Landed
  10. Man & Machine
  11. The Bands Played On
  12. To Die By The Sword
  13. 747 Strangers In The Night
  14. Strong Arm Of The Law
  15. 20.000 Feet
  16. Dogs Of War
  17. Witchfinder General
  18. Crusader
  19. Wheels Of Steel
  20. Princess Of The Night
  21. Solid Ball Of Rock
  22. Denim & Leather
Fotos: Roland
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