Navigation
                
14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing THRESHOLD, DEAD SOUL TRIBE, RA'S DAWN
Ort Andernach, JuZ
Datum 11.09.2004
Autor Roland Wohde
>> Als E-Mail versenden
Nach dem vergangenen genialen Andernacher Open Air war es am heutigen Abend wieder an der Zeit, das JuZ von innen aufzusuchen. Prog-Metal war das Motto des Tages. Und mit dem aus Ra's Dawn, Dead Soul Tribe und Threshold bestehenden Tripplet konnten die Besucher eine ordentliche Vollbedienung erwarten.
Ra's Dawn
Den Auftakt machte die lokale Formation Ra's Dawn aus Koblenz, die sichtlich stolz, aber in keinster Weise gehemmt die Bretter vor den "Groen" betraten. Obwohl der Platz auf der Bhne durch das noch verhllte Drumkit von Threshold recht drftig war, legten sich die Jungs mchtig ins Zeug und zeigten eine Menge Spielfreude. Erwartungsgem nutzten sie ihre kurze Spielzeit um ausschlielich Songs ihrer beiden superben Eigenproduktionen "Solar Force" und "Unveiling the grotesque" unters Volk zu ballern. Die sonst gerne eingestreute Coverversionen und andere Partyeinlagen waren heute also nicht drin. Trotzdem fiel es Ra's Dawn nicht schwer, mit ihrem progressiv angehauchten Metal die bereits anwesenden Zuschauer ordentlich in Stimmung zu bringen, und so ernteten sie nach einem leider viel zu kurzem Gig verdientermaen erheblich mehr als nur Hflichkeitsapplaus.
Nach kurzer Umbaupause, die gerade dazu ausreichte um sich mit einem neuen Becher Bier zu bewaffnen (wobei man sagen muss, dass mit der Zapfgeschwindigkeit im JuZ heute kein Preis zu gewinnen war), kam auch schon Dead Soul Tribe auf die Bhne. Erscheint die Formation um den ehemaligen Psychotic Waltz-Snger optisch irgendwie immer wie ein bunt zusammen gewrfelter Haufen verschiedener Charaktere, so bilden sie musikalisch eine geniale Einheit. Auch das legere Outfit, das von ko angehauchten Schlabberklamotten bis zu Skater-Streetwear reicht, lsst in keinster Weise auf die Grotaten schlieen, die diese vier Musiker auf CD wie auch auf der Bhne bringen. Dementsprechend drfte das Lob fr die Jungs von Ra's Dawn aus dem Munde von Devon Graves persnlich den Betreffenden runtergegangen sein wie l.
Dead Soul Tribe
Mit "The messenger" als Einstieg zeigten Dead Soul Tribe direkt wo der Schwerpunkt des heutigen Sets liegen sollte. Denn erstaunlicherweise whlte man den grten Anteil der Songs fr den heutigen Abend nicht vom aktuellen Werk, sondern vom Vorgnger "Murder of Crows". So kamen die mittlerweile ca. 200 bis 250 Anwesenden in den Genuss von Perlen wie "Angels and vertigo", "Some things you can't return", oder "Feed I+II". Einer der Hhepunkte war jedoch zweifelsohne die umjubelte Gnsehautnummer "I remember" vom legendren Psychotic Waltz-Debt, die in der dargebotenen Version dermaen unter die Haut ging, dass man htte heulen knnen. Genial. Bei rasch steigenden Temperaturen in der Halle boten Dead Soul Tribe eine relaxt sympathische, aber gleichzeitig ergreifende und tighte Show. Neben dem gewohnt genialen Graves, der nicht nur mit seiner Stimme sondern auch mit seinen Flteneinlagen sowie dem Spiel mit dem Geigenbogen glnzte, begeisterte mich besonders Drummer Adel Moustafa. Sein ohnehin sehr variantenreiches Spiel wurde durch die gut zu hrenden kleinen Toms besonders hervorgehoben. Klasse. So verging die verbleibende Zeit bei Songs wie "Spiders and flies" und "The love of hate" vom neuen Album und "Coming Down" vom Debut wie im Fluge, und das Publikum musste sich zu guter letzt aus Zeitmangel zwischen "Powertrip" und "Skeleton" als letzten Song entscheiden. Es war eine klare Wahl und so verabschieden sich Dead Soul Tribe am heutigen Abend schweigebadet, aber sichtlich zufrieden nach einem weiteren Psychotic Waltz Klassiker von der Bhne!
Den Anfang der Prog-Meister Threshold aus England verpasste ich durch einen Plausch auerhalb der Halle mit Gitarrist Marek und Bassist Martin von Ra's Dawn und dem sehr sympathischen und redseeligen Drummer Moustafa von Dead Soul Tribe. Sorry. Die immer weiter steigende Hitze in der Halle schlug einen, von drauen kommend, wie ein Schlag mit dem Hammer um, aber die anwesenden Fans schien dies kalt zu lassen und vor der Bhne herrschte beste Stimmung. Bei einem nicht ganz optimalen Sound prsentierten die Briten vornehmlich neues und neustes Material ihrer mittlerweile schon ber zehnjhrigen Karriere. Lediglich "Freaks" vom 98er Album "Clone" schaffte es aus der Pr-McDermott-ra in die Setlist.
Tourplakat
Setlist Threshold:
  1. Mission profile
  2. Ground control
  3. Ravages of time
  4. Freaks
  5. Echoes of life
  6. Long way home
  7. Opium
  8. Falling away
  9. Pressure
  10. Art of reason
  11. Light and space
  12. Flags and footprints
  13. Fragmentation
Threshold
Obwohl spielerisch klasse und mit einem Berg toller Songs im Rcken konnten mich Threshold jedoch nicht so mitreien wie noch kurz zuvor Dead Soul Tribe. Irgendwie erschienen mir fast alle Musiker auf der Bhne etwas mde oder satt. Keyboarder Richard West war jobbedingt unauffllig im Hintergrund ttig, Gitarrist Nick Midson scheute jeglichen Blickkontakt mit dem Publikum und stierte ausschlielich auf seine Klampfe und Fronter "Mac" besitzt zwar eine tolle Stimme, war aber zumindest an diesem Abend nicht gerade ein toller Entertainer. Stetig stiefelte er von links nach rechts wie ein Lwe im Kfig und verkroch sich whrend der Soloeinlagen regelmig an den dunklen Bhnenrand. Ein Lichtblick bildete hier Neuzugang Steve Anderson am Bass, der mit den steigenden Temperaturen immer weiter aus sich heraus ging und dessen Grinsen immer breiter wurde, sowie Drummer Johanne James, der mit hohem Energielevel, krasser Mimik und witzigen Posereinlagen punkten konnte. Ob es andere Zuschauer genauso sahen, sie nicht passend fr die Sauna gekleidet waren oder es eine Mischung beider Komponenten war, wei ich nicht genau. Auf jeden Fall wurden die Reihen im Verlauf des Auftritts um einiges lichter und ein beachtlicher Teil der Angereisten gab dem Plausch mit Freunden im Freien bei einem Tsschen Bier den Vorzug.
Nichts desto trotz aber wieder ein sehr gelungener Abend im gemtlichen JuZ Andernach. Bis zum nchsten Mal!

Fotos: Roland

Zur Galerie >>

<< vorheriges Review
8. UP FROM THE GROUND FESTIVAL - Gemnden am Main
nchstes Review >>
SAXON, DREAM EVIL, METALIUM - Kln, E-Werk


Zufällige Reviews