Navigation
                
23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WITH FULL FORCE 2004
Ort Lbnitz/Leipzig
Datum 02.-04.07.2004
Autor s.o.
>> Als E-Mail versenden
Logo

Der Osten. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer der Defenders of Metal und ihren Sldnertruppen.
Whrend die einen Defender, die doch eher die sanfteren Tne bevorzugen sich auf dem JUZ Open Air in Andernach herumtrieben, zogen die wahren Defender (teils zum dritten Mal) an diesem Wochenende gen Osten. Dieses Mal ging es in zwei Trossen zum WFF. (M.S.)

Die deutsch-saarlndische Vorhut startete zum "With Full Force" Donnerstag morgens mit dem gemeinschaftlichen Packen des Party-Mobils (Ford Transit) in Ochtendung. Schnell vergruben sie Bier-Vorrte in ausreichendem Mae unter Schlaf- und Seescken und ihrem riesigen Zelt und brausten in (sagenhaften) sechs Stunden nach Leipzig. Dort angekommen bezogen sie ihre Karten und nahmen sich einen sehr idyllischen Zeltplatz mitten im schsischen Nirgendwo. Nachdem das Lager endlich in einer wahnsinnig windigen Umgebung aufgestellt war, machten sie sich ohne Verzgerung daran die erste 5l-Dose zu leeren, was in Anbetracht der Mhen beim Zeltaufbau ein Leichtes war. (R.H.)

Die Heeresleitung startete erst als die Vorhut das erste Bier angezapft hatte die lange Reise. Mit nur einem kurzen Stau bei Gieen (das kennt man doch vom Vorjahr) kamen wir gegen 12 Uhr in Bitterfeld an, wo wir unser Nachtlager aufschlagen wollten. Die Lagersttte vom Vorjahr erschien uns prdestiniert dafr. Doch welch ein Schreck: als wir dort ankamen sahen wir, dass unsere gediegene Lagersttte einem gut einsichtigen Parkplatz gewichen war. Also nchtigten wir auf einem Nahe gelegenen Feldweg. Unsanft wurden wir aus dem Schlaf gerissen, denn der Feldweg stellte sich am Morgen als Baustelle fr eine Erdgasleitung heraus, an der schon um 7 Uhr die ersten Working Class Heroes zu Gange waren. Also die schnell die Zelte eingepackt und ab nach Bitterfeld. Nach einer kurzen Shopping Tour war auch dann die Heeresleitung bereit ins Schlachtfeld einzurcken. Gegen 11Uhr hatten wir dann die VIP-Tickets und nach kurzem Zeltaufbau und Dinieren konnte der Spa losgehen.
Leider war das Schlachtfeld aber so riesig, das sich die beiden Defender-Trupps kein einziges mal begegnen sollten... (M.S.)

Freitag

Tentstage

SIDEKICK
Den Auftakt zum diesjhrigen WFF bildeten die mir bis dahin unbekannten Hardcorler Sidekick auf der gut gefllten Tentstage. Innovationen sucht man bei dem Stuttgarter Quartet vergeblich, da sie tough guy Hardcore mit vielen Moshparts und Breakdowns kombinieren. Dennoch, dem Publikum schien es zu Gefallen, da es zu ersten Tanzbewegungen sowie einem kleinen Moshpit animiert wurde. Fr einen Opener waren Sidekick mit ihrem relativ einfach gestricktem Hardcore, der dadurch schon beim erstmaligen Hren sehr eingngig war, genau das Richtige, um mich und das Publikum auf das einzustimmen was da noch kommen wrde. (S.M.)

MAROON
Nach einer kurzen Umbauphase kamen die "Vegan Straight Edger" Maroon auf die Bhne der Tentstage, die dem Publikum eine Mischung aus Metal und tough guy Hardcore boten. Wie immer an diesem Wochenende war der Sound der Tentstage hervorragend, was man vom Sound der Hauptbhne, der abhngig von der Band in der Qualitt variierte, nicht behaupten konnte. Dem Publikum schien es auf jeden Fall zu gefallen. Jedoch stellten sich starke Textunsicherheiten im Publikum heraus, als der Snger das Mikrofon ins Publikum hielt. Alles in allem war fr mich der Auftritt von Maroon, der besser als auf Platte rber gekommen ist, zufrieden stellend. (S.M.)

CALIBAN
Ein groer Stilwechsel war fr mich bei Caliban, die gerade einen Vertrag bei Roadrunner unterschrieben haben, auf dem WFF festzustellen. Im Vergleich zu ihren vorigen Auftritten, die ich besucht habe, hat sich vor allem etwas an der Songauswahl sowie am Gesang verndert. Zum Einen war bei der Songauswahl ein relativ hherer Anteil an Liedern ohne melodischen Gesang zu erkennen, zum Anderen wurde der melodische Gesang vom Leadsnger auf einen der beiden Gitaristen bergeben, was jedoch meiner Meinung nach auch keine wirkliche Besserung brachte. Eine weitere gravierende Vernderung, die mir auffiel war, dass der Gesang des Frontmanns in Richtung Black Metal tendierte. Meinen Geschmack haben Caliban mit diesem Auftritt nicht getroffen. (S.M.)

DONOTS
Im Zelt spielten parallel zu Hypcorisy die Ibbenbhrener Punkrocker die Massen mde. Wir sprinteten nach dem letzten Song direkt von der Main- zur Tentstage und bekamen noch die letzten drei Kracher der Donots mit. Uns schwappte eine supergeniale Stimmung schon vor dem Erreichen der besagten Bhne entgegen und wir wurden mit der neuen Hymne "We got the noise" empfangen. Vor der Bhne waren die Fans mittlerweile damit beschftigt ihre Arme und Beine wieder im Pit einzusammeln, was den Snger dazu veranlasste sein Publikum dauerhaft zur Fairness und gegenseitiger Hilfe aufzurufen. Eine sehr schne, wenn gleich auch ungewohnte Geste. Den Abschlu machte das Twisted Sister-Cover "We're not gonna take it", was wirklich jeder im Zelt mitgesungen hat. Diese Band htte von der Stimmung her besser auf der Mainstage gespielt, obwohl das Flair der Tentstage eher zum Genre der Donots gepasst hat. Ein hammergeiler (Rest-)Auftritt! (R.H.)

Mainstage

TAPE
Den Anfang auf der Mainstage machten am frhen Nachmittag die Hamburger von Tape. Erster Eindruck: Wo(w) sind die Haare und ist das ein kurzes Rckchen!? Die Sngerin Dacia kennt wahrscheinlich jeder noch aus dem Video zum Song "Yeeah!" in ihrem sexy Outfit, was sie mittlerweile nur noch rudimentr vorhanden zeigte. Stimmlich konnte mich die amazonenhaft wirkende Frontfrau nicht unmittelbar in ihren Bann ziehen. Die Band machte eine gute Figur, wenngleich die Songauswahl recht eintnig ausfiel. Das Set der Elbe-Rocker war aber trotz allem schon gut geeignet, um das With Full Force einzuluten. Schlielich soll sich die Running-Order gesteigert aufbauen. (R.H.)

THE REAL MCKENZIES
Mir waren diese kanadischen Recken weder vom Namen noch vom Hren bisher begegnet, jedoch machte ich mir ein Bild, was dem Tun der "Dropkick Murphys" gleichkam vor und lag damit gar nicht so schlecht. Auf der Bhne war vom ersten Lied an Partyalarm angesagt, der auch nicht vom defekten Gitarreneffekt eines Gitarristen geschmlert werden konnte. Die Stimmung der sechs Mnner in Schottenrcken schwappte von der Bhne spontan in's Publikum ber, wenngleich der Alkoholpegel der Hrerschaft noch nicht ausreichend hoch war. Ansonsten wre dort meinem Erachten nach die Kuh geflogen. Fazit: Die Band darf nicht auf so einer groen Bhne am helllichten Tage spielen, sondern gehrt nachts um 23Uhr in's (gemtliche) Zelt, wo Publikumsnhe garantiert ist und die Metaller mit mind. 2 Promille mitgrlen knnen. (R.H.)

SOILWORK
Schwedische Bands sind mittlerweile so unumgnglich auf Festivals wie es keine andere Nation von sich behaupten kann. Die Gteborger spielten eine einwandfreie Show mit maximaler Schwedenpower von der Bhne runter, dass es nur so qualmte. Im Moshpit konnte man zum ersten Male ein Bild davon kriegen, was uns im Verlaufe des Festivals noch erwarten sollte: Staubsulen und dreckige Gesichter! Das Publikum wurde von Snger Bjorn Strid regelrecht in seinen Bann gezogen, denn seine Stimmbnder waren es, die versuchten die brenstarke PA in die Knie zu zwingen. Unglaublich welches Spektrum dieser Mann aus seinem Krper schreien kann. Die Gitarrenarbeit war - wie gewohnt - studioreif und brach mit voller Gewalt ber den Flugplatz von Roitzschjora ein. Einzig beim Bassisten fragten wir uns, wie bei jedem gesehenen Soilwork-Gig, ob der Mann stets unter Drogen steht, oder ob der sich freiwillig so bewegen kann und will! Aber letztendlich bleibt nur zu sagen: Ein absolut gelungener Gig am Sptnachmittag! (R.H.)

THE EXPLOITED
Zwei Jahre und ein neues Album sind ins Land gezogen seitdem The Exploited zum letzten Mal auf dem Full Force gezockt haben. Einen neuen Jngling am Bass hatte man auch mit von der Partie. Die Stimmung war bereits im Voraus sehr gut, was sich prchtig auf Wattie & Co's Laune ausweitete. Den Anfang machten die Stcke der neuen Platte, "Chaos is my life" und "Fucking Liar", die auch sehr gierig vom Publikum aufgenommen wurden. Wtend keifte Wattie all seinen Hass heraus, dass es ein wahres Schauspiel war. Fr keine zehn Sekunden konnte der Nimmermde still stehen und Sprang in einer Tour auf der Bhne herum. Der Rest war nicht weniger aktiv. Das Spektakel hatte aber nach drei Songs ein schnelles Ende, weil auf der Tentstage Caliban zum gleichen Zeitpunkt spielten. Die ganzen alten Kamellen konnte ich also in diesem Jahr leider haken. (M.S.)

HYPOCRISY
Nach einer kurzen Bierpause und Essenspause versammelten wir uns zum nchsten schwedischen Stelldichein bei Hypocrisy vor der Mainstage und mit uns ein fetter Regenschauer, der die ersten beiden Lieder der Ttgren-Mannschaft im Wasser versinken lie. Diese Tatsache wurde von Peter himself mit dem Spruch bedacht: "I guess somebody does not like us. FUCK YOU!" Aufgespielt wurden unheimlich viele neue Songs von den letzten Alben "Catch 22" und "The arrival", jedoch kaum ein alter Nackenbrecher, was ich persnlich etwas bedauerte. Zum Abschlu blieb natrlich der Klassiker "Roswell 47" nicht unbedacht. Der Text wurde allerdinsg in "Leipzig 47" umgedichtet, was der nun vierkpfigen Stammbesetzung von Hypocrisy deutliche Sympathiepunkte vom Publikum zukommen lie. (R.H.)

LIFE OF AGONY
Acht Jahre ist es her, dass Life Of Agony zuletzt auf dem Full Force spielten und man kann sagen: Sie haben nichts verlernt! Nach sechs Jahren Trennung und diversen sonstigen Projekten erfreute es sehr, die vier Herrschaften wieder auf der Bhne bewundern zu knnen. Wer schon auf der River Runs Again-Tour war, wusste, was auf ihn zukommen sollte. Von Schmusehymnen wie "Let's Pretend" oder "My Mind Is Dangerous" blieb das Publikum gnzlich verschont, womit sich LOA sicherlich gleichermaen Freunde wie Feinde geschafft hat. Stattdessen wurde mchtig auf den Putz gehauen. Mit Liedern wie "Through And Through", "Weeds" oder "I Regret" heizten sie den Fans krftig ein. Weiter gaben sie einen Groteil ihres legendren "River Runs Red"-Albums, sowie vereinzelte Kracher der beiden folgenden Alben zum Besten. Keith Caputo stand mit seinem fr ihn typischen gepose und Improvisationen stark im Mittelpunkt und schien zeitweise fast wie ein Soloknstler mit Begleitband. (S.H.)

HATEBREED
Keine Band hatte an dem Wochenende mehr Shirttrger aufzubieten als die neuen Helden des brutalen Hardcores, dementsprechend voll war es auch bei der Show der Amis. Geboten wurde eine gute Mischung aus altem und neuem Material, was mit brachial fettem Sound (fr HC-Verhltnisse) auf das Publikum losgelassen wurde. Noch ein Wort zum Pit: Absolut lebensgefhrlich fr alles, was weniger Kilos auf die Wage bringt als 80kg. Wer sich dort reinwagte, hatte nachher mindestens einen blauen Fleck, wenn nicht sogar seinen Kopf unter'm Arm. Daher habe ich mich auch vom Gedanken distanziert an der mchtigen "Wall of death", zu der der Frontmann Jamey Jasta in der Konzertmitte aufforderte, teilzunehmen.
Mein persnliches Problem bei Hatebreed: Fr mich sind die Songs mit mangelnder Abwechslung behaftet. Zu hnlich klingen die HC-Hymnen, jedenfalls fr nicht eingeweihte Ohren. Allerdings wusste auch ich beim letzten Song "I will be heard", dass nun der Zeitpunkt gekommen war, um mchtig mitzumoshen. Laut eigener Aussage der vier New Yorker war dieser Abend der geilste Gig auf der gesamten Tour, wobei man erwhnen muss, dass dieser Besuch in Sachsen den allerletzten Gig der Tour darstellte. (R.H.)

SLIPKNOT
Nachdem die Band die Fans 45 Minuten warten lie und dafr unschne Bemerkungen und Pfiffe erhielt ging es dann um 0:15 Uhr los. Direkt nach dem ersten Song entschuldigte sich Snger Corey bei der aufgebrachten Meute fr die auf technischen Problemen basierende Monsterversptung. Ich htte das bei dieser ignoranten Rasselbande aus Iowa nicht erwartet, war ich doch von den vorherigen Gix nur brutales Gebolze ohne Reaktion auf's Publikum gewohnt. Nach dem "Wort zum Freitagabend" richteten die Musikanten ihr Hauptaugenmerk darauf die Menge mit richtig brutalem, fettem, wenngleich nicht besonders gutem Sound und cooler (aber sicher einstudierter) Show zum Kochen zu bringen. Gespielt wurde ein gesunder Querschnitt aus allen verffentlichten Alben, was sowohl den neuen als auch den alten Fans ein warmes Gefhl um's Herz bereitete. Die Songs konnte man erst auf den zweiten Blick aufgrund des miesen Klangs erahnen, aber was durch Mark und Bein ging war das Trommel-Gewitter der drei Schlagzeuger. Zu loben ist allerdings die fette Show, die die Jungs dort ableisteten. Es ist schon beeindruckend wenn sieben Leute auf der Bhne gleichzeitig moshen, whrend der Drummer sein Kit komplett zerlegt (vor allem die Fumaschine musste leiden). Fazit: Als Headliner htte ich die letzten beiden Bands in der Reihenfolge gedreht, denn bei Hatebreed war im Publikum definitiv mehr los und der Sound war ebenfalls wesentlich besser. Die Show von Slipknot ist und bleibt jedoch unbertroffen. (R.H.)

Samstag

Tentstage

MAD SIN
Nach zwei Jahren Full Force-Abstinenz gaben sich Mad Sin in diesem Jahr wieder die Ehre. Schn vorher eine Tube Pomade ins Haar geklatscht, Nietengrtel und Chucks angezogen und der Spa konnte losgehen. Mit groem Tamm-Tamm wurden die Herren von ihrem persnlichen Ansager angekndigt. Kaum wurde der dicke Kontrabass gezupft tobte auch schon die Stimmung. Frontmann Kffte kam erst nach kurzem Intro auf die Bhne und war sichtlich gut gelaunt. Das anwesende Publikum poste nicht minder herum und lie sich nicht lange bitten das Tanzbein zu schwingen. Leider kann ich gar nichts von der Setlist sagen, da ich keinerlei Tontrger der Psycobillys besitze. (M.S.)

DISCHARGE
Ein Dejavu-Erlebnis hatte ich mit Discharge. Im Vorjahr standen sie auf dem Programm und sagten kurzfristig ab. So auch dieses Jahr. (Ob sich der Gitarrist wieder im Vollrausch auf's Maul legte ist mir unbekannt. (M.S.)

LOKALMATADORE
Stellten im letzten Jahr die mchtigen Kassierer die geistige Elite des Festivals dar, schickten sich nun die Lokalmatadore an, diesen Posten inne zu haben. Also durfte meine Wenigkeit bei diesem Event nicht fehlen und so nutze ich die kurze Zeit zwischen Fear Factory und Six Feet Under, um mir dieses kulturelle Highlight an zu schauen. Mit geistreichen Texten und ausgefeilten Kompositionen buhlten die Lokalmatadore um die Gunst des Publikums und hatten sichtlich Erfolg. Mit Gassenhauern wie Fuball, Ficken, Alkohol und Pillemann, Fotze, Arsch versetze man das Zelt in eine rauschende, exzessive Stimmung, die den mchtigen Kassierern in nichts nach stand. Leider endete dieser kurze Kuss der Muse zumindest fr mich, weil auf der Mainstage Six Feet Under aufspielten. (M.S.)

IGNITE
Lobenswert: Als einzige Hardcore-Band des Full Force-Festivals kamen Ignite ohne Moshparts aus. Sie lieferten wie immer eine gute Auswahl aus ihrem Songrepertoire und zwischendurch bergab Zolli sogar sein Mikro einem mir unbekannten Snger, der Zolli in Sachen Stimmung-machen in nichts nachstand. Natrlich durften auch politische Aussagen dieses Mal nicht fehlen, wie es bei Ignite gang und gebe ist. Wen wundert's, angesichts der innen- und auenpolitischen Lage der Vereinigten Staaten. Die beiden letzten Songs des Sets waren das geniale U2-cover "Sunday Bloody Sunday", was meiner Meinung nach um lngen besser ist als das Original und als Sahnehubchen oben drauf, nach einem kurzen Break, der berhit "Veteran". (S.H.)

Mainstage

A.O.K.
A.O.K gaben sich die Ehre den samstgigen Reigen auf der Hauptbhne zu erffnen. Von der Originalbesetzung ist glaube ich nur noch einer am Start, was mchtig Frischfleisch in die Band brachte, sodass man nun wenigstens spielfhige Leute am Start hatte und so das Ganze einiger maen ertrglich war. Hauptschlich war man gekommen, um die neue CD zu promoten, aber auch smtliche unntigen Klassiker wie "Bromberhagel", "Fasching in Hanau", "Dort draus vom Walde komm ich her" und was wei nicht noch was wurden aufgespielt. (Wer kann sich schon so viel Schwachsinn merken?) Auch durfte "Adelbert, schenk mir eine Gartenzwerg" bei solch einer Sinnfonie des Schwachsinns nicht fehlen. Bei "Sind wir Rockstars oder Roggenbrtchen" endete das Lied (Leid), eher der Gesang, in einer sehr blen Coverversion von "Ace of Spades" (Blasphemie), von der Lemmy & Co bestimmt nicht begeistert gewesen wren.
Auch auf sonstige uerst amsante Comedy-Einlagen wie den Ein-Bein-Gnther musste das Publikum nicht verzichten. Auch der Hit "The Sound of Silence" wurde hier als Stromausfall intoniert. Zwar schraddelten sich die Herschafften mchtig einen ab, aber ohne Strom ist nun mal kein Sound da. Die beste Nummer des Sets war, wenn der Titel stimmt, "Ich werfe mit Kohl", bei dem die Zuschauer mit mehreren Kisten Salat beworfen wurden. Fr mich, der weiter weg stand, war dies ein Riesenspa, fr die Leute die getroffen wurden eher weniger, denn am Ende des Sets hrte ich ein paar Leute rum fluchen, wie man das Publikum nur mit Salat bewerfen kann...
Wenn AOK zwar musikalisch nicht so berauschend waren, so war ihre Show doch beraus genial. Hier wurde sich wenigstens richtig gehen lassen. (Die Herrschaften von JBO knnten sich mal ruhig eine Scheibe davon abschneiden.) (M.S.)

EKTOMORF
Die offiziellen Sepultura-Erben aus Ungarn spielten an diesem Tage nach der ungekrnten schlechtesten Band des ganzen Festivals - A.O.K. Daher wurde zunchst einmal ein Publikumsaustausch vor der Bhne vorgenommen. Mit einer echt fetzigen Show, die das Publikum nahezu attackierte, rotzten die vier Musiker ein brachiales Set runter, was nicht lange dauerte, aber mit vollster Intensitt genossen wurde. Man konnte die Spielfreude der europischen Brasilianer ganz deutlich sehen und auch spren. Da drfen noch einige Auftritte im Rahmen einer eigenen Tour in dieser Art folgen. (R.H.)

CHIMAIRA
NewMetal macht sich breit, junge Bands sprieen aus dem Boden und Chimaira sind bei diesem Phnomen mittendrinne. Die Band spielte einen geilen Gig mit fetten Riffs, gutem Zusammenspiel und einem sehr fhigen Frontmann. Der in der Szene als "Metal Moses" titulierte Mark Hunter machte seinem Spitznamen alle Ehre. Auch auf dem "With Full Force" teilte er die Menge zu einer Wall of death auf und lies sie dann zum Drums-Einsatz ineinanderrasen, wie es der Regisseur bei "Braveheart" auch nicht besser anordnen konnte. Sehr gelungen kann ich da nur sagen. (R.H.)

ILL NINO
Die New-Metal-Welle wurde leider kurzzeitig von "The Bones" unterbrochen und setzte sich mit Ill Nino wrdevoll weiter fort. Mit Songs wie "How can I live", "Loco" und "Rumba" wurden die Festivalbesucher zum Springen verpflichtet. Der gewaltige Sound, der aus den meterhohen Boxentrmen drhnte tat den hinreichenden Schuss Magengrummeln dazu und die Sache war perfekt. Die springenden Gitarristen und der sticks-wirbelnde Drummer werteten den Gig optisch auf und machten so den Auftritt zu einem ganzheitlichen Erlebnis. Laut meinen Begleitern, die bisher lediglich das ein oder andere Lied von dieser Band gehrt hatten, sind diese Latino-Metaller live wesentlich besser als auf Platte. Ich finde beides hat seinen ganz besonderen Reiz. (R.H.)

GRAVE DIGGER
Die grte Brde ward mir fr den Samstag auferlegt. Thorsten hatte mich dazu verdonnert, die Altherren-Metaller von Grave Digger anzusehen.
Sah es anfnglich noch danach aus als htte ich Glck und der Auftritt wrde bei strmendem Regen nicht statt finden, sodass ich einen Grund gehabt htte auf dem Zeltplatz zu bleiben, schien der Wettergott dann doch ein Einsehen mit den Teutonen-Metallern zu haben. Also begab ich mich Wohl oder bel zur Main Stage. Grave Digger waren schon am Spielen. Der Song war mir unbekannt. Einige Altherren wippten mit den Fen, hier und dort wurde die Matte geschttelt. Chris "Reaper" Boltendahl und seine Mannen dudelten sich gediegen einen ab wussten ihre Fans in ihren Bann zu ziehen. Besonders bei "Valhalla" ging das Publikum gut ab und grlte zusammen mit dem Reaper um die Wette. Zu meinem Glck und Thorstens Pech hatte der Wettergott Einsicht mit mir und lie es Regnen. Also ab ins trockene VIP-Zelt, wo ich des Lngeren verharrte und dort auch leider Fear Factory (echt jetzt) wegen des Regens nur zur Hlfte sah. (M.S.)

FEAR FACTORY
Auch vor dem runderneuerten US-Bass-Bomben-Geschwader wurde ein Stilbruch knstlich zum Regenfnger des "With Full Force". Die einzige Powermetalband des Festivals fiel dem heftigsten aller Regengsse an diesem Wochenende zum Opfer: Grave Digger! Ich frage mich, was die berhaupt auf diesem Festival zu suchen hatten, aber noch mehr rgerte es mich, dass sie zwischen Ill Nino und Fear Factory spielen mussten, das sah aber Petrus offensichtlich genau so.
Leider hielt der Regen noch bis zum ersten Song von Fear Factory an und verursachte somit recht dnn besiedelte Publikumsreihen. Das nderte sich allerdings schlagartig, als der Rest der unter den Zelten verkrochenen Menge das supergeniale Set hrte. Da gab es fr kaum einen mehr ein Halten, denn pltzlich strmten aus allen Ecken her Menschen zur Hauptbhne. Die Lieder, die dort zum Besten gegeben wurden konnten sich eins ber's andere bertrumpfen und ungefhr nach der Hlfte des Gigs fragte ich mich: "Wie knnen die das noch steigern?" Aber die Jungs um Burton C. Bell haben auch das hingekriegt. Diese Band war unser persnlicher Topact des Festivals"bis zum Sonntagabend. Absolute Weltklasse! (R.H.)

SIX FEET UNDER
Leider kann ich ber meine persnliche Lieblings-Death-Metal-Band nicht all zu viel schreiben, da ich im Pogo um mein Leben geschwommen bin. War das eine heftige Prgelei vor der Bhne. Alles natrlich ohne die besagte Staubsule, da es ja zuvor, wie beschrieben, heftigst geregnet hatte (siehe Fear Factory). Chris Barnes kam auf die Bhne und ALLE um mich herum grlten ihm zu, der Man hat trotz seiner geringen Krpergre eine unsagbar geile Ausstrahlung und er ist mit Recht der Knig der Death-Metal-Shouter. Los ging's mit der Hymne "War is coming" und danach gab es genau 50 Minuten lang nur Hiebe und Schreie um mich herum. WAHNSINN! Ein lustiges Gimmick des Gigs war ein Fan, der einen kleinen rosa Teddybren auf die Bhne warf, der sein Ziel (Chris) nicht verfehlte. Barnes hingegen hob das Vieh auf, lachte lauthals und warf ihn wieder in die tobende Brandung des Moshpits. Nach dem SFU-Gig war erst mal mein dringendster Wunsch Flssigkeit in meinen zerknufften Krper nach zu fllen. Wir verlieen also die ersten Reihen und widmeten uns der hbschen Bierfachverkuferin. (R.H.)

AGNOSTIC FRONT
Die HC-Knige schauten wir uns nach dem SFU-Martyrium aus sicherer Entfernung an und wurden erneut mit unwrdig schlechtem Sound, wie am Vortag bei Slipknot bedacht. Die Stimmung im Publikum hielt sich erstaunlich in Grenzen. Bei den ersten beiden Liedern war fr uns kaum eine Publikumsregung feststellbar. Erst ab dem dritten Song, der Madball gewidmet war, regten sich die Gliedmaen der ersten Reihen. Der einzige Song, der wohl im ganzen Publikum bekannt war und auch entsprechend mitgesungen wurde stellte "Gotta go" dar. Hier war die Stimmung auf dem Hhepunkt des Agnostic Front-Gigs. Da am Vortag Hatebreed mit hnlicher Musik auf der selben Bhne zu fast identischem Zeitpunkt spielten, hatten wir den Direktvergleich zwischen den beiden HC-Gren auf dem "With Full Force". Jedoch muss man klar und deutlich sagen, dass in diesem Falle Hatebreed der mit Abstand deutliche Sieger der Publikumsjury waren. (R.H.)

DIMMU BORGIR
Wie das bei den Hauptactes auf dem WFF 2004 so Sitte zu sein schien hatten auch Dimmu Borgir eine ziemlich groe Verzgerung vor ihrem Auftritt. Hier gab es allerdings keine Entschuldigung seitens des Publikums vom Snger, dafr einen fetten Sound gepaart mit einer echt guten Show und einer ansehnlichen Liedauswahl. Erffnet wurde mit "Spellbound" und "In death's embrace" von "Enthrone darkness triumphant", was uns alle sehr erfreute und zum Mitsingen anregte. Der Schlagzeugsound war leider etwas zu kurz gekommen, was die Toms angeht, dafr hatte der Mischer wohl extra dick was auch die Basedrum draufgepackt. Wenn diese einsetzte, stieg so einigen das zuvor getrunkene Bier im Magen um ein paar Zentimeter. Der neue Schlagzeuger machte seine Sache sehr gut, wurde spielerisch allerdings seinem Vorgnger Chris Barker nicht ganz gerecht, aber wer kann schon so ber die Kessel flitzen wie Fester? Dimmu wurden auf alle Flle ihrer Rolle als Hauptact gerecht und zogen ein unsagbar groes Publikum, was dazu noch in bester Stimmung war. Abgerundet wurde der Auftritt mit dem letzten Song "Mourning palace". Wo dann noch mal richtig die Post abging. Ein wirklich gelungener Auftritt! (R.H.)

MNEMIC
Unseren Abschlu des zweiten Tages bildeten die dnischen Hybrid-Metaller (so bezeichnen sie ihren eigenen Stil) von Mnemic auf der Tentstage. Fr die fortgeschrittene Zeit war das Zelt gut gefllt und die Stimmung richtig gut. Diese Vorfreude sollte auch nicht enttuscht werden. Mnemic berraschten mit einem tiefgestimmten, krftigen Sound, der den gewohnten CD-Klang sogar noch bertraf. Gegen Ende wurde dann noch der Song "Deathbox" vom neuen Album (V 27.09.04) gespielt. Dieser Song war so geil, dass sich auch der letzte das Hirn aus dem Schdel moshen musste, und machte das Album fr uns gleich zum vorgemerkten Pflichtkauf.
Dies war nun wirklich der perfekte Tagesabschluss, denn danach bewegten wir uns nur noch zum letzten Absacker ans Zelt, mit der Gewiheit, noch eine Menge von dieser Band zu hren (und hren zu wollen). (R.H.)

Sonntag

Tentstage

WALLS OF JERICHO
"Ach wie gut dass Niemand wei, dass ich Rumpelstiltzchen hei"!
Wer Candace Kucsulain, die Frontfrau von Walls Of Jericho, einmal live erleben durfte, wird mir den Vergleich mit Rumpelstiltzchen nicht bel nehmen, stand sie doch whrend des gesamten Konzerts keine Sekunde still. Kein Wunder, dass da der Funke sofort auf das Publikum bersprang, welches von Anfang an alles gab. Gnnten sich die Rockenden dann mal eine kurze Verschnaufpause wurden sie sofort von Candace mit einem sanften "Come On!!!" wach gerttelt und darauf aufmerksam gemacht, sich doch etwas engagierter zu zeigen. Die Songauswahl war meiner Meinung nach gut getroffen. Kurz: Alle Kracher gespielt. Selbst zum Mitgrlen wurde eingeladen, als die ersten Tne von "Revival Never Goes Out Of Style" vom neuen Album "All Hail The Dead" ertnten, was bei solch (zugegebener Maen) stumpfer Musik nicht einfach ist. (S.H.)

TERROR
Ihren Einstand gaben Terror auf dem Full Force. Die Combo walzte mit ihrer Mischung aus straightem old school HC und einem fetten Metalbrett los. Zwar machten Terror mit ihrem Tough Guy Hardcore schwer einen auf dicke Hose, aber man war ja nicht zum Spa da. So prgelte sich ein ganzer Haufen Leute im Pit herum und boxten was das Zeug hlt. Staubalarm und Atemnot waren bei Stimmung vorprogrammiert. Bei den Singalongs war das Publikum uerst textsicher (im Gegensatz zu Maroon) und ging zusammen mit der Band ab. Die Stimmung htte nicht besser sein knnen und rief nach Circle Pits. Doch auch der grte Spass hat mal ein Ende und so peilte ich erst mal ins Heereslager. (M.S.)

LAST RESORT
Auch in diesem Jahr hatte die WFF-Crew fr den Sonntag eine gediente OI-Band ausgegraben. Standen im letzten Jahr Cockney Rejects auf der Bhne, hatte man in diesem Jahr niemand geringeres als Last Resort engagieren knnen. Kurz vor Beginn des Auftritts fllte sich langsam aber sicher das Zelt. Die vordere Hlfte des Zelts wurde hauptschlich bis auf wenige Ausnahmen von Skinheads bevlkert, erst etwas weiter zurck sammelten sich die Punks und die Hardcore-Community. Leider hatten Last Resort die schwere Aufgabe vor Blood for Blood zu spielen, derentwegen das meiste Volk gekommen war. Anfnglich war die Stimmung deshalb etwas verhalten. Doch mit der Zeit und dem spielen der Hits schmolz das Eis. Die anfngliche Trennung der Massen im Zelt hielt dann auch nicht lnger an, sodass man gemeinsam zusammen zu Klngen wie "Skinhead in Sta Press", "OI, OI Skinhead" oder "King of the Jungle" gemeinsam abfeiern konnte. (M.S.)

BLOOD FOR BLOOD
Der eigentliche Hhepunkt des Tages auf der Tentstage waren Blood for Blood. Allerdings lieen diese lange auf sich warten. Nach reichlich Versptung betraten White-Trash-Rob und seine Mannen dann endlich die Bhne. Bereits vom ersten Augenblick an war die Stimmung genial. Zwar hatte man eine neue CD namens "Serenity" im Petto, jedoch beschrnkte sich die Songauswahl bis auf wenige Ausnahmen auf ltere Songs. Lieder wie "Wastet Youth Crew" und "Living In Exil" brachten die Leute zum kochen. Sehr rgerlich war die Tatsache, dass trotz Versptung vom Stagemanager keine Nachspielzeit eingerumt wurde und so der Spa ein kurzes Ende hatte. (S.H.)

Mainstage

HANNS MARTIN SLAYER
Die sonntgliche Qual des Aufstehens wurde einem durch Hanns Martin Slayer erleichtert. Wenn auch keine originalen Slayer, wurde dem Besucher eine wirklich gute Slayer-Coverband geboten. Deswegen hielten sich auch in diesem Jahr die Slayor-Rufe in Grenzen. Das Gelnde war Anfangs ziemlich leer, doch nach und nach bevlkerte es sich. Mit zunehmendem Besucherstrom lockerte sich die Stimmung. Smtliche Hits der Thrash-Gtter wurden zum Besten gegeben. Von "Mandatory Suicide" ber "Post Mortem" wurde der ganze ltere Kram gespielt. Dass hier "Raining Blood" nicht fehlen durfte ist selbstverstndlich.
Alles in allem nicht ganz so gut wie Slayer, aber besser Hanns Martin Slayer als gar kein Slayer. (M.S.)

HATESPHERE
Der dritte Tag begann fr unsere lustige Truppe mit den Dnen von Hatesphere. Diese waren fr Exhumed eingesprungen, die eigentlich im Line-Up standen. Ohne den dezenten Hinweis des Mnemic-Sngers am Vorabend ("Tomorrow you can see our friends Hatesphere..." ) htte wohl keiner von der nderung gewusst. Hier hat die Festivalleitung wohl etwas gepennt.
Nichtsdestotrotz haben die Jungs von Hatesphere vor dem mittglichen, etwas lichten Publikum alles gegeben und einen deftigen Auftritt abgeliefert. Vor allem Snger Jacob Bredahl zeigte sich beraus aktiv und suchte den direkten Publikumskontakt an der Absperrung. Einen rgerlichen Zwischenfall gab es dann aber beim letzten Song. Dieser wurde auf Grund einer leichten berziehung der Spielzeit einfach mittendrin abgedreht. Die Enttuschung darber machte sich bei Band ("I think the show is over") und Publikum bemerkbar. Trotzdem war es eine gute Vorstellung, die ich mir jederzeit wieder anschauen wrde. (J.G.)

HEAVEN SHALL BURN
Am frhen Nachmittag war es dann Zeit fr die Lokalmatadore Heaven Shall Burn aus Thringen. Von diesen Newcomern hatte ich schon eine Menge gehrt und freute mich wirklich auf sie. Vor der Bhne war es fr die Uhrzeit erstaunlich voll und die Stimmung war absolut geil. Die Band legte sich auch von Anfang an mchtig ins Zeug und legte eine wirklich fetten Auftritt hin. Angetrieben von ihrem Frontmann Marcus Bischoff, der fr seine (relativ kleinen) Krpermae eine unglaublich krasse Stimme aus sich rausquetschte, zeigte die Band allen wie der neue deutsche Metalcore zu klingen hat. Ein absolutes Highlight bildete dann der vom Snger mit den Worten: "Jeder kann mitmachen, der Arme und Beine hat" erffnete Running Circle, wobei ein nur mit Tiger-Slip und Goldlckchen bekleideter Fan fr die Belustigung des ganzen Pits gesorgt hat. (siehe Bildergalerie)
Auch HSB wurde das letzte Lied aus zeitlichen Grnden untersagt, was dieses Mal zu Pfiffen aus dem Publikum fhrte und die Stimmung erstmal runtergezogen hat. Der Auftritt aber war wirklich der Hammer und hat gezeigt, dass HSB wohl eine der talentiertesten und besten Band der deutschen Metalcore-Szene sind. (J.G.)

CROWBAR
Nach dem schnellen und aggressiven Sound von Heaven Shall Burn hatten es die US-Rocker von Crowbar schwer, das Publikum zu berzeugen. Der langsame, schwerfllige Sound (passte brigens exakt zum Aussehen der Band) war das krasse Gegenteil des zuvor gehrten. Nachdem die ersten Lieder wie eine langsame Dampfwalze ber uns hinweggeprescht waren (die brigens durch Refraineinlagen der Snger von anderen Festivalbands, wie z.B. Hatesphere, aufgemotzt wurden), drngte es mich mehr und mehr zum Bierstand, welchen ich dann auch aufsuchte, um mich fr die nchste Band warm zu trinken. (J.G.)

DARK TRANQUILLITY
Dies war definitiv einer der Acts auf die ich mich am meisten freute, da es nun schon das vierte mal sein sollte, dass ich die Jungs um Michael Stanne live erleben durfte. Und bisher war jeder Auftritt ein richtiger Hammer (vor allem auf den Touren mit Ihren Freunden und Kollegen von In Flames). Als wir uns dann Richtung Bhne bewegten, war ich sofort verwundert ber die lichten Publikumsreihen und den eher sprlichen Andrang. Doch dann war uns der Grund dafr schlagartig klar: Deutschlands schnellstes Kinn wurde auf der Leinwand neben der Tentstage bertragen und fand wohl sehr regen Andrang (kein Wunder; immerhin ist der einzig verbliebende, erfolgreiche Deutsche im Sport). So waren die Schweden-Metaller von Dark Tranquility auch sichtlich irritiert bzw. enttuscht als sie die Bhne betraten und der Platz davor noch weitrumig leer war. Einzig Snger Mikael Stanne lie sich die gute Laune nicht verderben und bot fr die verbleibenden Fans eine exzellente Show. Das Charisma dieses Mannes ist einfach unglaublich und schlgt jeden irgendwann in seinen Bann. So suhlte er sich auch krftig in der Menge und stellte noch einen neuen Song vor, der auf dem bisher nicht nher bestimmten, nchsten Album erscheinen wird. Trotz dem Rest der Band, der nach der anfnglichen Enttuschung nur noch ein Pflichtprogramm ablieferte, wurde noch ein recht gutes Konzert daraus.
Zum Schluss lie es sich Mikael nicht nehmen, jeden einzelnen Fan am Zaun persnlich per Handschlag zu verabschieden. Einfach geil, dieser Mann! (J.G.)

TURBONEGRO
An diesem Wochenende fand das erste europische Turbojugendcamp statt. Hier zu lieen sich smtliche Anhnger der Dunkelheit wie in einem Zoo in einen eigens eingezunten Zeltplatz zur Schau stellen. Es fehlten eigentlich nur die "Bitte nicht fttern"-Schilder. Ich selber bin auch Turbonegro-Fan, aber dieser Uniform-Choice geht dann doch etwas zu weit. Nicht umsonst singen Turbonegro "Turbonegro must be destroyed". Von der Turbojugend Mnster, St. Pauli ber haste-nicht-gesehen bis hin zu Turbojugend Bagdad war hier alles vertreten. Nur die Turbojugend Koblenz glnzte durch Abwesenheit und lungerte auf der Rheinkultur herum.
Endlich war es dann so weit. Urpltzlich, wie aus dem nichts, bevlkerten Heerscharen von Turbojugendlichen das Gelnde. Nach einer ewig langen Umbaupause betraten dann Hank und seine Mannen die Bhne, um ihr Set mit "Apocalypse Dudes" zu beginnen. Eigentlich htte als zweites direkt "It's good to be back" folgen mssen, was jedoch verwehrt blieb. Weil dies nun das dritte Mal war, wo ich Turbonegro sah, fluchste ich schnell zur Tentstage, um noch etwas von Blood for Blood mit zu bekommen, die dort spielten. Leider konnte ich hier nur drei Songs sehen, weshalb ich mich wieder zu Turbonegro begab. Trotz meines kurzen Gastspiels bei Blood for Blood dauerte es eine halbe Ewigkeit bis ich wieder an der Mainstage ankam. Sah es vom Fotograben noch aus, als wre die Stimmung bombastisch, denn hier hingen die Turbojugendlichen direkt vor der Bhne, sah es von weitem etwas gediegener aus. Hier und da wippten einige Altherren mit dem Fu mit, doch das Gros der Leute, die aus der Tentstage herberkamen konnte nur verwundert mit dem Kopf schtteln. Zu guter Letzt stimmten Turbonegro den Oberhammer "I got errection" an. Als die Turbojugendlichen dann so richtig in Stimmung waren meinte Hank van Helvete zum Verdruss der Anhngerschaft nur, "Oh, I got erection, I must go" und beendete recht abrupt das Set. Darauf hin verschwanden die Turbojugendlichen so schnell wie sie gekommen waren und warden nie mehr gesehen. (M.S.)

MONSTER MAGNET
Zu Monster Magnet kann ich nur sehr wenig sagen, habe ich doch wie tausende anderer Festivalbesucher lieber Otto Rehakles vor der Leinwand zugejubelt. So habe ich in der Halbzeitpause gewechselt und noch ca. 15 min Monster Magnet gesehen und gemerkt, dass ich absolut nichts verpasst habe. Die Stimmung vor der Bhne dmpelte dahin und die Show auf der Bhne konnte bei weitem nicht an die Bombastauftritte alter Zeiten anknpfen. Das knstliche Strecken der Songs durch eingestreute Zwischensequenzen wirkte auch einfach nur nervig. So verabschiedeten sich Monster Magnet passenderweise vom mehr oder minder gelangweilten Publikum mit dem Song "Spacelord Motherfucker". (J.G.)

SOULFLY
ber diesen Mainact waren wir im Vorfeld sehr geteilter Meinung, verehrten wir doch alle in frheren Zeiten die Metalgtter von Sepultura und konnten mit den nachfolgenden Split-Projekten nur wenig anfangen.
An der Bhne angelangt kam gleich die erste berraschung auf uns zu, waren Soulfly doch der erste Mainact der absolut pnktlich anfing. Das mit brasilianische Rhythmen versetzte Intro war eingngig und sorgte gleich fr eine lockere Anfangsstimmung. Nachfolgend sollten dann alle unsere Vorbehalte auf einen Schlag ausgerumt werden; steuerte die Band doch gleich als zweiten Song den Sepultura-Knaller "Roots Bloody Roots" ein. Dieser Song lie wohl keinen kalt und sorgte fr eine absolute Hammer-Stimmung. Doch diese sollte nicht die einzige berraschung des Abends bleiben. Max lie es sich nicht nehmen jeweils einen Sepultura-Klassiker und einen Soulfly-Song im Wechsel zu spielen, darunter solche berkracher wie "Territory" und "Eye for an eye". Es schien wirklich als wren (die alten) Sepultura wieder auferstanden um das Festival in Grund und Boden zu spielen. Dies war der geilste Auftritt des gesamten Festivals und hatte den Titel "Mainact" wirklich verdient.
Wer in frheren Jahren die Chance auf ein Sepultura Live-Konzert verpasst hat, der sollte sich in jedem Fall ein Soulfly-Konzert reinpfeifen. Ich werde es jedenfalls bei nchster Gelegenheit wieder tun. (J.G.)

Gesamteindruck des Festivals
Auf dem WFF 2004 wurde wie immer fr Fans von Metal, Hardcore und Punk etwas geboten. So gab es neben den bunt gemischten Bands auch eine Red Bull Halfpipe, in der sich Skater und BMX-Freaks austoben konnten sowie eine Jim Beam Metal-Karaoke Bhne. Diese Bhne entwickelte sich im Verlauf des Festivals zum absoluten Fun-Bringer. Am 3.Tag hatte ich das Vergngen, die wohl beste Karaoke Band mit Namen "Gewalt-Fick" zu bewundern. Diese verbreiteten eine Stimmung, von der so manche "richtige" Band (z.B. Turbonegro) nur trumen konnte. Mit einem gegrlten "Enter Sandman" von Metallica und dem massiven Einsatz von Luftgitarren und Stage-Diving eroberten sie alle Zuschauer. Zum Schluss wurden ihnen dann Gutscheine von Jim Beam bergeben. Um ihrem Namen alle Ehre zu machen, drckten sie den Moderator nach der Verleihung zu Boden, um in eindeutigen Stellungen ber ihm zu posieren. Dass es dem Moderator bei dieser Theresa Orlowski-reifen Vorstellung sichtlich unwohl war, heizte die Stimmung nur noch mehr an. Das Publikum grlte und feierte die Band lauthals. Ein echt geiles Alternativprogramm zu den Festivalbands!
Positiv war eindeutig der faire Security-Einsatz und der friedliche Gesamtverlauf des Festivals (dies scheint bei einem so krass gemischten Publikum nicht immer selbstverstndlich).
An Negativem gab es eigentlich nur den zu eng gestrickten Zeitplan des Festivals. Zeit fr Zugaben blieb auf Grund der Umbauzeiten auf den Stages nicht, was manchmal die Stimmung ordentlich dmpfte (siehe Hatesphere und Heaven Shall Burn).
Daher: An alle Organisatoren des WFF mein Vorschlag, baut doch einfach eine zweite Main-Stage auf (nach Vorbild Wacken), sodass die Bands abwechselnd auf den beiden Bhnen spielen knnen und etwas Luft entsteht. Natrlich ist dies eine Kostenfrage, aber ich denke es ist trotzdem eine berlegung wert.
Nicht unerwhnt bleiben sollte auerdem noch die mit mehreren groen, aneinandergereihten Zeltkuppeln berdachte Tentstage. Hier fand am ersten Tag die allseits beliebte Knppelnacht statt, whrend sie sonst berwiegend fr Hardcore-Bands reserviert war.
Alles in allem kann ich das WFF nur weiterempfehlen und denke, dass wir im nchsten Jahr wieder gen Osten ziehen werden. Aber vorerst muss ich mich erst mal um meine mitgebrachten Andenken kmmern (blaue Flecken, grne Flecken, braune Flecken und jede Menge Sonnenbrand!). (J.G.)

Eine Unverschmtheit allerdings war die Tatsache, dass uns niemand darauf hin gewiesen hat, dass der Knig der Heimorgelspieler am Samstag im VIP-Zelt in die Tasten griff: MAMBO KURT...! (M.S.)

Auf dem With Full Force kmpften:

  • Jan Geifinger (J.G.)
  • Markus Sausen (M.S.)
  • Rafael Hofmann (R.H.)
  • Sebastian (der) Metzler (S.M.)
  • Simon Henneberger (S.H.)

Fotos: Markus, Rafael & Sebastian

Zur Galerie >>

<< vorheriges Review
JUZ OPEN AIR 2004 - Andernach
nchstes Review >>
HATESPHERE, DEADSOIL - Koblenz, Druckkammer


Zufällige Reviews