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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing JUZ OPEN AIR 2004
Ort Andernach
Datum 03.07.2004
Autor Thorsten Dietrich & Roland Wohde
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Das dritte Juz Open Air hatte fr meinen persnlichen Geschmack das beste Billing der letzten Jahre. Nur schade, dass unser Sommer dies nicht genauso gesehen hat, was ein Grund dafr gewesen sein kann, dass die Leute nicht so zahlreich wie auf den letzten Konzerten kamen. Man darf aber auch nicht die angespannte Wirtschaftslage, die vielen anderen Open Airs und die Urlaubszeit vergessen. Aber so einen gnstigen Eintrittspreis von ca. 20 Euro im Vorverkauf gibt es bei solch hochkartigen Bands sonst nie! (thor)

10 FOLD B-LOW
Bei regentrchtigem Wetter und zu so frher Stunde (17.00 Uhr) war es nicht verwunderlich, dass 10 Fold B-Low vor nur einer Handvoll Zuschauern die Bhne des JuZ enterten und damit den Startschuss fr das diesjhrige Andernacher Open Air gaben. Die junge Band aus dem Klner Raum spielte munter drauflos und scherte sich nicht groartig um die Tatsache, dass die meisten der schon Anwesenden einfach an den Bierstnden verharrte und lieber einen Plausch mit alten oder neuen Bekannten hielten, statt sich in Richtung Bhne zu begeben. Wie der Fronter selbst treffend bemerkte, fungierte die Band nicht nur als Opener, sondern bot gleichzeitig das Kontrastprogramm des heutigen Tages. Denn mit ihrem groovigem Death'n'Roll, der mit einem Schlag Nu-Metal gemischt daherkam, hatten 10 Fold B-Low bei den Zuschauern, die auf Rose Tattoo und Saxon warteten, natrlich nicht den leichtesten Stand. Obwohl auch ich natrlich sehnlichst auf die beiden Hauptacts wartete, hinterlieen die sympathischen Jungs samt Mdel (an der zweiten Klampfe) bei mir einen recht guten Eindruck. Einen Hingucker bot zudem der Gitarrist, der sich teilweise in einer Art Hschen-Kackstellung die fetten Riffs aus dem Kreuz leierte. Cooler Einstieg! (Roland)

PERZONAL WAR
Ich kam erst zu Perzonal War auf das Gelnde und schaute erst mal den Merchandisestand. Dort fand ich es etwas frech, dass Saxon ihre Shirts (die auch schon mal besser aussahen) fr 20 Euro verscherbelten! Laut Kollege John war es auf dem BYH 2004 billiger!!! Perzonal War jedenfalls starteten ihren Set kurz gegen fnf und hatten weit mehr Leute vor der Bhne stehen als die New Metal-Heinis von 10 Fold Below. Wie ich es im Review andeutete sind die kurzen Frisuren live bei der Mucke etwas de, so dass auer 'nem laufenden Bassisten nicht so viel Action auf der Bhne war, dafr aber gute Songs ins Publikum geballert wurden. Die Combo ist hungrig und konnte mich musikalisch voll berzeugen. Besonders der zweite Song und Videoclip "My Secret" ist ein recht penetranter Ohrwurm! Die anderen Songs sind zwar etwas hrter - sprich thrashiger - aber diese Abwechslung macht auch die Klasse von Perzonal War aus. Nach eine halben Stunde war Schluss und ich war gespannt auf Blaze! (thor)

Setlist:

  1. Time Of Lies
  2. My Secret
  3. Devil In My Neck
  4. Burning Symbols
  5. Open My World
  6. Bleeding
  7. Born

BLAZE
Blaze Bailey und seine Truppe gingen direkt in die vollen und ballerten der nochmals gewachsenen Meute direkt den Kracher "Alive" entgegen. Blaze - wie immer mit Wollsocke - hatte diesmal eine Sonnenbrille auf, da er beim Bang Your Head eine kleine Auseinandersetzung mit dem Snger von Cage ber Politik hatte und deshalb ein Feilchen davon trug. Blaze und seine Band waren motiviert wie immer und der kleine Frontmann war stets als Animateur des Publikums unterwegs, wozu er immer im Bewegung war und auch schon mal an der Absperrung hing. Aufgrund der kurzen Spielzeit blieben natrlich einige Hits weg, aber man versuchte von den drei Blaze Alben und den beiden Maiden-Platten erfolgreich Songs in der kurzen Setlist unter zu bringen. Als Ersatzgitarrist fungierte Doro-Gitarrist/-Keyboarder Oliver Palotai, der John Slater ersetzte, welcher diese Tour nicht mitfahren konnte. Oliver brachte sich aber gut in die Band ein und wirkte wie immer da gewesen. (thor)

Setlist:

  1. Alive
  2. Ten Seconds
  3. Sillicon Messiah
  4. Blood And Belief
  5. Futureal
  6. Life And Death
  7. Tenth Dimension
  8. Man On The Edge

CIRCLE II CIRLCE
Recht gespannt war ich auf die neue Band des ehemaligen Savatage-Sngers Zak Stevens Circle II Circle. Das Debtalbum ist meiner Meinung die beste Savatage Platte seit "Dead Winter Dead", aber durch den kompletten Weggang seiner Band (angeblich wurden sie zur Jon Oliva Band) hat der gute Zak bei mir smtliche Street Credibility verspielt. Warum? Es heit die Jungs wren nur Hired Guns gewesen, die nicht anstndig bezahlt wurden. Sicher, das muss nicht stimmen und es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Aber es wurde in keinem Magazin demeniert.
Die in Andernach aufspielende Mannschaft gab sich recht motiviert, war optisch aber ein typischer Ami Super Gau in Baseballklamotten und weiten Hemden inklusive Bandanas. Verstrkt wurde die Truppe von Oliver Palotai am Keyboard, welcher eben noch bei Blaze die Klampfe bediente. Muss ein recht beliebter Mi(e)tmusiker sein! Musikalisch bot man souverne Songs des Debtalbums "Watching In Silence" und einige Savatage-Songs, wobei das nervige "Taunting Cobras" und das durchschnittliche "Sea Of White" zu den berflssigeren Savatage-Liedern fr mich zhlen. Gut, dass die Combo noch das geniale "Edge of Thorns" intonierte. Zak ist ein toller Snger, aber zu viele Balladen im Set lieen mich ein ums andere Mal ghnen. Auf CD ist das o.k., aber live sollte es bei einem langen Festivaltag krachen. Da war ich froh, dass mit dem "New Song" der bald folgenden Platte die Geschwindigkeit krftig angehoben wurde. Das abschlieende "Follow Me" war dann einer der unterbewertesten Savatage-Nummern und stimmte mich wieder vershnlicher. Hoffentlich ist die Band eine richtige Gemeinschaft und lsst ein gutes Nachfolgewerk folgen. (thor)

Setlist:

  1. Reach
  2. Lies
  3. Circle
  4. One Child
  5. Sea Of White
  6. Turns To Me
  7. Watching in Silence
  8. Taunting Cobras
  9. Ege Of Thorns
  10. New Song
  11. Forgiven
  12. Follow Me

ROSE TATTOO
Eines vorweg: Wer hier jetzt einen objektiven oder nchternen Rckblick auf den Auftritt der Tatts von mir erwartet, kennt mich schlecht oder aber die Jungs selber nicht, was natrlich noch viel schlimmer wre. Leider war es Rose Tattoo in diesem Sommer nicht mglich, in ihrer kompletten Besetzung nach Europa berzusetzen, da Slideguitar Legende Pete Wells nach wie vor mit Prostatakrebs kmpft. Die groe Ehre fr ihn einzuspringen kam Dai Pritchard zu, der glcklicherweise auch einen klasse Job ablieferte. Was bleibt ansonsten zu einem Rose Tattoo-Gig zu sagen? Ich kenne keine andere verdammte Band auf diesem Planeten, die so dermaen lssig und authentisch, so dreckig und genial den Rock'n'Roll zelebriert wie diese bis zu den Zhnen ttowierten Australier. Nachdem ich es irgendwie geschafft hatte mit zittrigen Hnden im Fotograben ein paar Pics dieser Legende zu schieen (statt einfach, wie es sich gehren wrde, auf die Knie zu fallen und zu huldigen), blinzelte ich mir die Freudentrnen aus dem Gesicht und machte mich schleunigst in den Pulk vor der Bhne. Viele hier strahlten wie Honigkuchenpferde, sangen, tanzten, bangten oder lagen sich ergriffen in den Armen. Die Whiskyflasche drehte ihre Runden und es gab keinen schneren Platz auf der Welt. Innerhalb krzester Zeit schaffte ich es, mir zu Songs wie "Rock'n'Roll Outlaw", "One of the boys", "We can't be beaten", "Nice boys", "Kisses and hugs", "Assault & battery" wohl ebensoviel Whisky ber mich wie in mich zu kippen, mein rechtes Brillenglas in die ewigen Jagdgrnde zu schicken und mich heiser zu krakeelen. Ein ganz gewhnlicher Gig der Tatts eben. Wer sich die Chance entgehen lie, die Jungs so hautnah auf einer so kleinen Bhne zu erleben wie hier in Andernach, der hat sich selbst schon am meisten bestraft! Gttlich!!! (Roland)

Metal Maniax!

Setlist:

  1. Scarred For Life
  2. One For The Boys
  3. Bad Boys For Love
  4. Assault And Battery - Tramp
  5. House Of Pain
  6. Someone To Fuck
  7. Butcher And Fast Eddie
  8. Rock And Roll Is The King
  9. Illustrated Man
  10. Lucky
  11. Unionman
  12. Rock'n'Roll Outlaw
  13. Nice Boys

SAXON
Saxon! Eine britische Legende! Die einzige neben Iron Maiden groe und wichtige New Wave Of British Heavy Metal Band, die fr mich gttlichen Status haben. Die lteren Herren sind aber noch fit. Eben noch um 18.00 Uhr auf dem Polofestival gerockt, gab man hier am spten Abend den Headliner! Der geile Einstieg mit "Heavy Metal Thunder" zeigte, dass die Band ein Greatest Hits-Programm fahren wrde, wo die neuen Songs auch Platz haben sollten, die alten Schoten aber natrlich zu Ohnmachtsanfllen und dem strksten Applaus fhren wrden. Die Stimmung war prall. Biff Byford im obligatorischen Ledermantel dirigierte die Massen, whrend die Gitarristen mit fetten Riffs auftrumpften. Besonders Paul Quinn zeigte gerne seine Knste, whrend sich Bassists Nibbs Carter wie immer die Rber wegbangte. Die Band kann auch ohne Pyros und anderen Schnick Schnack berzeugen! Hier zhlten die Songs. Am meissten berraschte mich jedoch, dass Drummer Fritz Randow noch dabei war, da ich vorher las, er wrde eine lngere Auszeit nehmen und Jrg Michael wrde seinen Platz bernehmen. Sein Drumsolo war echt fett und machte Spa anzusehen! Saxon haben die Massen regiert und waren ein wrdiger Headliner ohne Ausflle, so dass nicht nur ich auf die neue Scheibe "Lionheart" gespannt bin! (thor)

Setlist:

  1. Heavy Metal Thunder
  2. Dogs of War
  3. Back to the Wall
  4. Crimson King
  5. Strong Arm of the Law
  6. Solid Ball of Rock
  7. Cut out the Disease
  8. Broken Hero's
  9. Eagle has landed
  10. Motocycle Man
  11. Dallas 1PM
  12. Dragon Lair
  13. 747
  14. Princess of the Night

Fotos: Roland

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