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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Christian Krumm - Traumschrott
Titel Traumschrott
Autor Christian Krumm
Verlag Edition Roter Drache
Website www.christian-krumm-autor.de
Seiten 180
Verfasser Katharina May
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Traumschrott nennt sich das neueste Werk des Heavy-Metal-Autors Christian Krumm, der unter anderem fr die Bandbiografie Morgoth Uncursed bekannt ist. Hinter Traumschrott verbergen sich 12 Kurzgeschichten, die mal expressionistisch, mal aus dem Leben gegriffen oder aber historisierend anmuten, aber sich immer mit Trumen, ngsten und Hoffnungen der Menschen beschftigen. Als Leser findet man sich zunchst direkt angesprochen wieder. Man wird Teil eines Gremiums, das die folgenden Geschichten bewerten soll. Das perfekte Buch also fr einen krittelnden Schreiberling. Im Folgenden begleitet man verschiedene Charaktere in Episoden ihres Lebens. Meist in einem urbanen Milieu eingeflochten, gibt es da den vermeintlich Geisteskranken, der auszubrechen sucht, die Prostituierte und ihren sie liebenden Freier, oder das Paar am Frhstckstisch, das einen besonderen Tag vor sich haben wird. Unterhaltsam und abwechslungsreich sind all diese Fragmente des Alltags. Allgegenwrtig sind Sehnschte, Trume und Fantasien, die sicher jeder mal mehr, mal weniger teilt. So lsst es sich leicht selbst in der einen oder anderen Figur erkennen. So unterhaltend die Kurzgeschichten auch sein mgen, gibt es doch einen kleinen Wermutstropfen, der aber, mit Verlaub, dem eigenen Geschmack geschuldet sein mag und keine Allgemeingltigkeit besitzen muss. Den einzelnen Episoden haftet stets so etwas, wie eine (Post)-Millenniums-Depression an, die Resignation, ob der Tatsache, dass die Gesellschaft so ist, wie sie ist, die man seit den 90er Jahren sehr hufig in der Literatur findet. Das ist in dem Sinne kein Kritikpunkt, sondern fhrt lediglich dazu, dass die Geschichten ihre Pointen dem Leser fr meinen Geschmack zu sehr mit dem Zaunpfahl ins Gesicht winken. Dennoch bleibt es ein intelligentes Buch, das auch zum Umdenken und Hinterfragen anregt. Auch sprachlich ist es Christian Krumm gelungen, den Leser mitzunehmen und nicht zu langweilen. Kommen wir zum Fazit: In dem Moment, in dem ich hier sitze und diese Zeilen schreibe, wird der Autor sicher schon ber mich zu lachen wissen. Krumm lsst das Buch dort enden, wo es begonnen hat, im Kreise des Gremiums, und bringt den Leser uerst charmant dazu, sich selbst zu entlarven, vor allem dann, wenn er oder sie ein Kritiker auf Fehlersuche ist. Also lege ich nun meinen Griffel weg, gebe eine Leseempfehlung ab und mache mich daran mich mit meinem eigenen Traumschrott zu beschftigen.
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