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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Victor Smolski - Straight To Hell Or Paradise
Titel Straight To Hell Or Paradise
Autor Victor Smolski
Verlag Schultzmedia Verlag
Website www.victorsmolski.de
Seiten 304
Verfasser Peter Hollecker
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Eine Musikerbiografie der etwas anderen Art bietet bekam ich von Victor Smolski zu lesen. Ich gebe zu, dass mir dabei der Titel Straight To Hell Or Paradise etwas seltsam erschien, doch ist ein Titel meiner Meinung nach bei dieser Art von Buch eh nicht so wichtig und wird etwas spter auch erklrt. Jeder der ein bisschen Ahnung von Hard Rock bzw. Heavy Metal hat, kennt den gebrtigen Weirussen. Allein seine langjhrige Mitgliedschaft bei Rage brachte ihm eine gehrige Portion Anerkennung unter Musikern und Fans ein, denn er hat den Sound der Band entscheidend geprgt. Doch Smolski hat noch weitaus mehr zu bieten als dieses von der Klassik inspirierte Gitarrenspiel und der damit verbundenen Eigenschaft selbst mitreiende Musik zu schreiben, die einen hohen Wiedererkennungswert aufweist. So schrieb er den Soundtrack zu Traumschiff Surprise und Der Schuh Des Manitu, beides Filme von Bully Herbig. Aber auch Arbeiten fr neben vielen anderen Leaves Eyes, Van Canto, Silent Force, Eluveitie oder Lacrimosa stehen in seiner umfangreichen Vita. Gut, letztes Jahr trennten sich die Wege von Smolski und Peavy Wagner bei Rage, doch ich bin mir sicher, das Victor mit seinem neuen Bettigungsfeld Almanac (mit den Sngern David Readman und Andy B. Franck) weiter fr Furore sorgen wird!

Neben der Musik hat der mittlerweile im ostwestflischen Beckum lebende Smolski eine zweite groe Leidenschaft, den Motor-Rennsport. Auch dies wird im Buch ausfhrlich beschrieben, genauso wie seine Eigenschaft als Reprsentant (Endorser) und Mitentwickler von Gitarren und Technik fr groe Firmen wie Yamaha oder Engl.

So lernt der Leser im Laufe der ber 300 Seiten einen auergewhnlichen Menschen und Musiker kennen, der aufgrund seiner Lebensgeschichte seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat. Aber der auch streng nach seinen Mottos und Einstellungen lebt, was nicht viel Spielraum nach links oder rechts lsst und es mir nicht leicht macht, ihn als lockeren und leicht zugnglichen Typen zu bezeichnen. Von daher passt er recht gut nach von anderen als etwas stur beschriebenen Ostwestfalen (ich wohne brigens ganz in der Nhe von Beckum, bin Victor jedoch noch nie persnlich begegnet). Er wei scheinbar genau, was er vom Leben will und geht diesen Weg schnurstracks geradeaus. Seine enorm wichtige Erziehung in Weirussland und die Beziehung zu Eltern und Bruder erhlt ebenfalls viel Raum.

Ich sprach anfangs von einer Biografie der etwas anderen Art. Das liegt an der Einteilung der einzelnen Kapitel, die alphabetisch geordnet und mit Titeln wie (A)uslnder-Problematik, (B)egeisterung, (C)oolness ber (G)lauben bis hin zu (Z)eit und (Z)eitlosigkeit benannt wurden. Das heit, dass Victor mit seinem Co-Autor Axel Werbach in den Zeitebenen hin und her springt. Das sorgt jedoch dafr, dass Langeweile erst gar nicht aufkommen kann und es sehr unterhaltsam ist, dieses Buch zu lesen.

Viele bunte Bilder, die Smolski sowohl bei der Arbeit, beim Hobby und privat zeigen runden diese empfehlenswerte Biografie ab. Die Stellen, die von Axel Werbach geschrieben wurden, sind weniger fett gedruckt und somit gut von den Worten Smolskis zu unterscheiden. Okay, einige Dreher haben sich in meinem Exemplar eingeschlichen, so werden Mikros als Mirkos bezeichnet (S. 31) oder die Lebenszeit Henry Fords wurde zwischen 1963 - 1947 angegeben (S. 19). Einige Dinge werden vielleicht auch eine Spur zu oft wiederholt, wie die Begeisterung von Fachleuten, Kollegen und Pressevertretern auf einer Seite (14) gleich zweimal thematisiert wird. Es wird halt sehr deutlich, dass Axel Werbach ein sehr enges Verhltnis zu Victor Smolski hat, weshalb einige Stellen wie pure Lobhudelei klingen. Ein etwas differenzierter Blick wre hier vielleicht von Vorteil gewesen. Abschlieend mchte ich noch anmerken, dass sich Victor mit Fachausdrcken grtenteils zurckhlt, doch diese ab und zu doch nicht vermeiden kann. Welcher normale Musikfan wei schon was ein Bending ist? Die letzten 60 Seiten bestehen aus den Noten fr einige Songs, ein schner Service fr Gitarristen und solche, die es werden wollen.

Insgesamt hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen. Kleinere lustige Anekdoten machen das Lesen tatschlich zum Vergngen, wie etwa die ersten Saiten, die aus Antennen-Draht bestanden! Humor spielt also auch eine gewisse Rolle im Leben des Victor Smolski, in das seine Biografie einen hchst interessanten Einblick verschafft! Sehr lesenswert!
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