Navigation
                
17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Marc Gore, Manfred Klos, Uwe Siebert, Rainer Innreiter - Opferblut
Titel Opferblut
Autor Marc Gore, Manfred Klos, Uwe Siebert, Rainer Innreiter
Verlag Pandmonium Verlag
Website www.facebook.com/marc.gore
Seiten 208
Verfasser Peter Hollecker
>>Als E-Mail versenden
"Opferblut" nennt sich eine Ansammlung von Kurzgeschichten aus dem Horror-bzw. Splatter Genre, die von verschiedenen Autoren verfasst wurden. Darunter sind drei Deutsche sowie mit Rainer Innreiter ein sterreicher. Die Storys variieren dabei in Lnge, Hrte und selbstverstndlich auch am Schreibstil, was daraus ein insgesamt kurzweiliges Vergngen macht. So bringt Uwe Siebert mit der grandiosen Zombie-Titelgeschichte sogar Sozialkritik in seinen Zeilen unter. Unser Metal-Freund Marc Gore, von dem ich ja bereits zwei Bcher an dieser Stelle rezensieren durfte, trug gleich drei Stories zum broschierten Werk bei. Hiervon ist die erste "Carnivore I - The Possessed" mit Abstand die ekligste, eine Geschichte ber einen Fluch, der einen jungen Menschen in einen kannibalistischen Ghoul verwandelt. Hier wird jedoch lediglich die Gruppe As I Lie Dying, eine amerikanische Metalcore Band, genannt. Ansonsten hlt sich Marc auch in den beiden anderen Shortys mit Benennung von Musik sehr zurck. Dafr geizt er nicht mit Sex, widerlichen Splatter-und Gore Beschreibungen sowie anderen teils blen Phantastereien. Da er das vor allem in der genannten Geschichte bis auf die Spitze treibt, finde ich das sogar bisweilen lustig. Ja, diesen derben Humor sollte man schon teilen, sonst braucht man sich dieses Buch gar nicht erst zuzulegen. Denn wem es zu schaurig und pervers ist, wenn zum Beispiel ein Sugling von der eigenen Mutter verspeist wird ("Carnivore II - Rapid Woman") und dies allzu ernst nimmt, fr den ist dieses Buch ebenfalls nicht geeignet. Ob der Autor dabei von der Kettensgen-Firma "STIHL" fr deren Nennung Werbetantiemen einstreichen durfte, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls erinnern beide Geschichten an Klassiker des Horror-Films wie "Hellraiser" oder "Witchboard". In der dritten Geschichte von Marc Gore, "It Came From The Depth", geht der Autor dagegen vergleichsweise harmlos und eher klassisch gruselig seinem Werk nach. Aber auch das beherrscht er und im Kopf spielt sich beim Lesen ein schauriger Film ab, also genau wie es sein sollte.
Die beiden anderen Autoren benutzen in ihren Stories lange nicht so derbe Worte wie Marc Gore und lassen sich eher dem "normalen", klassischen Gruselgeschichten zuordnen. Manfred Klos etwa, der mit seinen beiden sehr kurzen Geschichten die finalen Beitrge liefert. Diese sind noch nicht einmal als brutal zu bezeichnen und "Das Ding" hat meines Erachtens kein richtiges Ende. Dafr geht es bei "Der Andere Keller" um das schne Thema Teleportation, das der Kenner vom Kult-Film "Die Fliege" her kennen wird.
Insgesamt ist "Opferblut" eine starke Horror-Anthologie, die aufgrund der Vielfalt spannend und angenehm zu lesen ist. Dass ich aufgrund der Buchstabengre noch nicht mal meine Lesebrille brauchte, empfinde ich ebenfalls als sehr positiv. Auf der Rckseite steht "Empfohlen Ab 18 Jahren", was ich zumindest im Falle der Geschichten von Marc Gore und Uwe Siebert fr gerechtfertigt halte. Wer auf blutige Unterhaltung steht, wird hier bestens bedient.
<< vorheriges Review
CHRISTIAN KRUMM - Uncursed - The Morgoth Chronicles
nchstes Review >>
VICTOR SMOLSKI - Straight To Hell Or Paradise




Zufällige Reviews