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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Markus Pfeffer / Gisela Huwig - Ein Leben Lang - Stationen Einer Musikerlaufbahn
Titel Ein Leben Lang - Stationen Einer Musikerlaufbahn
Autor Markus Pfeffer / Gisela Huwig
Verlag Books On Demand
Website www.markuspfeffer.com
Seiten 145
Verfasser Peter Hollecker
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Winterland ist eine (mittlerweile) deutschsprachige Band aus Kaiserslautern. Stilistisch bewegt sie sich irgendwo zwischen Melancho-Pop, Rock und etwas Gothic. Auch auf unserer Seite haben wir schon drei Alben besprochen, darunter das letzte englischsprachige "Evening Star". Seit 2010 singt man wie gesagt in Deutsch und ein neues Album ist in Vorbereitung.

Winterland-Gitarrist Markus Pfeffer ist auch Bandgrnder und -Kopf des Trios. Doch seinen Lebensunterhalt kann er mit der Musik, die bei ihm seit frhester Jugend Herzensangelegenheit ist nicht bestreiten. Vielleicht wre das auch gar nicht so gut, obwohl auch er wie unzhlige seiner unbekannteren Musikerkollegen auch nach Anerkennung und Applaus zu streben scheint.

Zusammen mit Gisela Huwig, einer Redakteurin des Freizeitmagazins LEO, das einmal wchentlich der Tageszeitung "Rheinpfalz" beiliegt, schrieb Markus nun seine (musikalischen) Memoiren. Es ist ein Bchlein geworden, das ich innerhalb weniger Stunden lesen konnte, denn es ist flssig und interessant verfasst. Dabei wechseln sich Vergangenheit und Gegenwart in kleineren Kapiteln ab, die Gegenwart wurde von Gisela Huwig geschrieben, die Erinnerungen schrieb Markus selbst in Ich-Form und kursiv. Viele schne Bilder von frher und heute runden das Geschehen ab. Das Privatleben des Musikers bleibt allerdings, bis auf wenige Ausnahmen wie die enge Beziehung zu den Eltern auen vor, das Autoren-Paar beschrnkt sich nur auf die musikalische Laufbahn, so wie im Titel angedeutet. Dabei werden alle Schwierigkeiten wie Labelsuche und Besetzungswechsel, aber auch kleinere Erfolge wie ein Auftritt mit Vanden Plas oder ein professioneller Video-Dreh beleuchtet. Selbstverstndlich bleibt auch der Plagiats-Streit mit UNHEILIG nicht unerwhnt.

Um die ganze Sache etwas aufzulockern und nicht zu sachlich wirken zu lassen, werden ein paar Kleinigkeiten zwischen die reinen Informationen platziert, z.B. die Beschreibung der Wohnung Pfeffers oder eines Abend Mens, das er anlsslich einer Plattenrezension zusammen mit den Eltern einnimmt. Dass er seine Spiee fotografiert und als witziges Scharmtzel mit seinem Snger Stephan Hugo bei Facebook postet, ist als ein weiteres Augenzwinkern zu sehen. Der antwortet stets mit einem langgezogenen "Bleeeeeed", was soviel wie "bld" bedeutet. Ja, die beiden schtzen und mgen sich offensichtlich. Trotzdem htte ich mir vielleicht noch ein paar Artikel und/oder Rezensionen aus den Musikmagazinen gewnscht, die es ja reichlich gab.

Insgesamt bleibt ein sympathisches Buch eines ebenso sympathischen Musikers, das jedoch nicht dazu geeignet ist, die Band Winterland bekannter zu machen. Kennt man aber deren Musik, singt man beim Lesen schon den einen oder anderen Song mit, denn auch Bezge zu einzelnen Stcken sind durchaus vorhanden, vor allem hinsichtlich einiger Texte. Und wer die Achtziger Jahre in Kaiserslautern oder Umgebung verbracht hat und dazu noch die lokale Musikszene verfolgte, drfte sich ber viele kleine Anekdoten freuen. Aus der Provinz fr die Provinz, so knnte mein Fazit durchaus lauten, meine dass aber absolut positiv, denn ich komme ja selbst aus der tiefsten Provinz.
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