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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Jörg Schneider - So komme ich in die Hölle - Ein Streifzug durch den Irrsinn der Religion
Titel So komme ich in die Hölle - Ein Streifzug durch den Irrsinn der Religion
Autor Jörg Schneider
Verlag U Books
Website www.ubooks.de/
Seiten 218
Verfasser Steffi Müller
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In der heutigen Zeit in der Religions- und Glaubens-Fragen immer noch für Krisen und Kriege in dieser doch so aufgeklärten Welt verantwortlich sind und mit unglaublicher Ernsthaftigkeit weiterhin öffentlich diskutiert werden, ist es es um so erfrischender, dass sich gewisse Autoren darüber hinaus besonders kritisch mit den großen Gottes-Weisheiten und Religions-Fragen auseinandersetzen. Einer dieser Schreiberlinge ist der Gießener Autor Jörg Schneider, der nicht nur für die Frankfurter Rundschau, taz oder Titanic schrieb, sondern auch der allabendlichen Harald Schmidt-Show zu zahlreichen Lachern verhalf. In seinem neusten Werk "So komme ich in die Hölle - Ein Steifzug durch den Irrsinn der Religion" widmet sich Schneider, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ausgiebig den religiösen Grundsätzen der katholischen Kirche. Er widerlegt die alten Dogmen, die letztendlich nur zu funktionieren scheinen, indem sie den Gläubigen als höchste Strafe, bei skrupelloser Nichtbeachtung der "gottgewollten" Grundregeln, nach dem Tod einen Angst einflößenden Einstieg in Hölle prognostizieren. Doch wie realistisch sind der Gottes und Höllen-Begriff überhaupt noch? Und warum hält die Institution Kirche überhaupt noch an den veralteten Dogmen fest? Genau diesen Fragen widmet sich Jörg Schneider, verarbeitet aber seine wissenschaftliche Tatsachen und biblische Textstellen zum Glück nicht zu einem öden Erkenntnis-Brei, sondern verbindet seine Einblicke mit viel Wortwitz und Ironie, so dass das gesamte Buch zu einer spaßigen Reise durch die Idiotien der religiösen Grundsätze wird! Wer also neue Denkanstöße benötigt, sein eigenes religiöses Verständnis widerlegt oder bestätigt bekommen möchte, sollte sich mit Jörg Schneider auf die Reise in die lodernde Hölle machen. Denn schon alleine die Tatsache, für sich selber neue Erkenntnisse erfahren zu können, ist ein Grund mehr sich den 218 Seiten vergnügt zu widmen. So erfuhr auch ich, dass die Vorhölle erst im Jahre 2007 offiziell von der katholischen Kirche abgeschafft wurde, warum Noah bei der Sintflut ärgerlicherweise wohl einige Tiere vor der Arche vergaß und eigenartigerweise nicht vor dem Ertrinken retten konnte, und es im Heavy Metal-Sektor Bands wie Stryper gab, die am Ende eines Konzertes nicht nur Plektren, sondern auch ganze Bibeln ins Publikum warfen, um die Anwesenden zu bekehren. Ob einem nach dem Lesen des Buches nun wirklich der Eintritt in die Höllenflammen gewährt wird, sollte man also im Selbstversuch ausprobieren. Vorteilhaft wäre es, denn darauf, dass sie im Himmel unter den vielen Aufschneidern und Moralaposteln "Hells Bells" anspielen werden, ist nach dieser wirklich lohnenswerten Lektüre wohl kein Verlass mehr!
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