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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Die Kinder der Seidenstraße
Band FILM
Titel Die Kinder der Seidenstraße
Label/Vertrieb Koch Media GmbH
Homepage www.seidenstrasse.3rosen.com/
Veröffentlichung 26.03.2010
Laufzeit 118:00 Minuten
Autor Thorsten Dietrich
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Filme über wahre Ereignisse bewegen die Zuschauer oft mehr als Fiktion. "Die Kinder der Seidenstraße" hat mich sehr bewegt und zeigt einen Mann, der ein Held war ohne direkt zu kämpfen oder gar zu töten.
Der Film spielt 1937 und steigt direkt in die Geschichte ein, als der junge Engländer George Hogg (Jonathan-Rhys Myer, "Die Tudors") im chinesischen Bürgerkrieg als Kriegsfotograf ankommt, dabei fast von den Japanern (die Besatzer), welche im ganzen Film als äußerst brutal und mordend dargestellt werden, exekutiert wird. (Er fotografiert eine Massenexekution und soll deshalb beseitigt werden.) Ein chinesischer Untergrundkämpfer namens Jack Chen (souverän wie immer, Chow Yun Fat) rettet ihn und nimmt ihn eine Zeit mit. Jack wird auch von chinesischer Seite gesucht. (Die Soldaten sind in zwei Lager gespalten, Nationalisten und Kommunisten).
Dabei lernt Hogg die hübsche US-Krankenschwester Lee Pearson kennen und soll sich nach einer Verletzung in einem abgelegenen Waisenhaus erholen. Dort leben noch circa. 60 Kinder und eine Haushälterin. Alle Lehrer sind weg, Hogg erkämpft sich mit Lees Hilfe den Respekt der Kinder und gibt ihnen wieder Wärme und Geborgenheit. Er kann zwar japanisch lernt hier aber richtig chinesisch, unterrichtet Englisch und zusammen kümmert er sich mit den Kids um das Anwesen. Außerdem versucht er seelische Wunden zu kitten, ab und an sind die im Krieg steckenden Jack und Lee dabei. Als die Japaner und auch die chinesische Nationalarmee, welche die älteren Kinder für den Krieg einziehen würde, näher rücken, hat Hogg die "irre" Idee einen Marsch über die Seidenstraße zu wagen fast 1100 Kilometer um dem Krieg zu entkommen.
Das ist die Geschichte eines klassischen Abenteuerfilms mit Kriegsambiente. "James Bond" Regisseur Roger Spottiswoode hat diesen Streifen seit Jahren als Herzensangelegenheit gesehen und mit fantastischen Landschaftsaufnahmen und tollen Kulissen eine Hommage an die Menschlichkeit und das Verständnis für andere Kulturen geschaffen. Ohne hektische Action der Neuzeit fesselt der Film und zeigt uns einen Mann, der heute noch in China verehrt wird! Hierbei ist Rhys-Myers relativ unaufdringlich-sympathisch in seiner Rolle und wirkt leider mitunter zu souverän, was aber nur ein kleines Manko darstellt. Hoggs damals jüngste Waisen erzählen im Abspann im betagten Alter aus ihrer Sicht kleine Anekdoten, was mich als Zuschauer zusätzlich stark berührt hat. Auch Nebendarsteller wie die famos spielende, nicht kämpfende (!) Michelle Yeoh wissen zu gefallen, wobei die bösen Japaner leider keine markanten Gesichter in ihren Reihen haben. Sicherlich wurde Hoggs Leben und der lange Marsch aufgrund der Filmlänge gestrafft, vieles wird nur angerissen, doch der Zuschauer merkt, dass Pazifismus auch ein Weg ist.
In einem ausführlichen und interessanten Making Of erfährt man viel über die Dreharbeiten und Hintergründe, während die sogenannten Deleted Scenes wirklich wichtig sind! Eigentlich sind es nicht mehrere Szenen, sondern die ausführliche und logische Einleitung, die erzählt, wie Hogg nach China kam, was die Person und auch die Nebendarsteller etwas besser einführt. Schade, dass diese vielleicht 10 Minuten am Anfang des Filmes, wahrscheinlich aufgrund der Länge gekappt wurden. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte also mit diesen Szenen beginnen!
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