Navigation
                
23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

BLIND GUARDIAN - Imaginations Through The Looking Glass
Band BLIND GUARDIAN
Titel Imaginations Through The Looking Glass
Label/Vertrieb SPV
Homepage www.blind-guardian.com
Veröffentlichung 2004
Laufzeit ca. 240 Minuten
Autor Martin Beneke
Bewertung 13 von 15 Punkten
>>Als E-Mail versenden
Schn, dass Blind Guardian scheinbar mittlerweile zu einem jhrlichen Verffentlichungsrhythmus gefunden haben. So ist auch das vorliegende Opus ein typisches Guardian-Werk: Lange musste man sich gedulden, bis mal was Hr- und Sehbares in Form einer DVD auf den Markt kam, aber das geschieht nun in typischer Perfektion mit diesem Doppelsilberling. Das Artwork, diesmal nicht von Andreas Marschall, sondern von einem russischen Knstler, ist mal wieder eine Hommage an Tolkien und auch an den HdR-Film, auf dem Cover wie in den Menus tummeln sich Drachen, Orks, Elben und Zwerge.
Aber schnell rein mit dem Ding, Play Concert und ab geht's. Die erste DVD zeigt einen Zusammenschnitt der beide Konzerte auf dem letztjhrigen Coburg Open Air, wo die Guardians als Hausherren fungierten. Morgoth spricht Begrungsworte, der Vorhang fllt und ein tolles Set beginnt mit "Time Stands Still". Die Mannen um Hansi Krsch hauen ordentlich rein. Und entgegen Behauptungen, alte Nummern wie "Banish from Sanctuary" oder "Valhalla" seien von der Band mittlerweile etwas ungeliebt, bangt sich die Truppe straight durch die Klamottenkiste. So kommt im Auditorium Valhalla am Besten an, und die Deliiiiiveraaaaaance-Chre wollen nicht enden. Es gibt ein paar berschneidungen mit dem Livealbum von 2003, und da Blind Guardian sehr przise zocken, klingen Sachen wie "Mordred's Song" etwas hnlich. Besonders schn ist aber, dass auch alte Epen wie "The Last Candle" oder "Somewhere Far Beyond" ebenso gespielt werden wie fast das komplette "Imaginations From The Other Side"-Album. Fr mich ist aber der Monstertrack "And Then There Was Silence" der Hhepunkt der Scheibe. Unglaublich, wie so ein Werk live so umgesetzt werden kann. Zwar wurde im Studio etwas nachbearbeitet, Chre haben die Krefelder hier am wenigsten ntig, das Publikum kmmert sich drum, geht richtig ab und nimmt die Texte manchmal sogar wrtlich. Hymnen wie der "The Bard's Song" oder "Nightfall" werden toll intoniert. Von den Balladen gefllt mir aber "A Past And Future Secret" mit echter Lagerfeuerstimmung vor mehreren tausend Barden am Besten. Leider gibt's keine Mitgrhlfunktion mit Untertiteln wie bei Metallicas "Live Shit". Ich htte mir noch ein paar mehr Songs von "Nightfall" oder "A Night At The Opera" gewnscht. Andr Olbrich ist an der Leadgitarre ziemlich dominant und spielt fast alle Soli. Marcus Siepen erweist sich aber als klasse Backgroundsnger und zockt bei "The Last Candle" das Kai Hansen-Solo. Thomen Stauch pfeffert an der Schiebude was das Zeug hlt. Hansi singt angenehm variabel und kreischt eher selten. Jedoch schleicht er manchmal etwas behbig ber die Bhne, ihm fehlt eben sein Bass. Es kann ja nicht jeder rumspringen wie ein Bruce Dickinson. Dafr post er recht sympathisch. Dazu werden ein paar schne Pyroeffekte losgelassen, bei denen die Band Angst um ihre Haarpracht hatte... Leider sind Keyboarder und Bassist viel zu selten bildlich eingefangen, das ist aber das einzige Manko der Kamerafhrung, die einen nicht mit tausenden Bildern pro Sekunde zuballert. So wirken die Kamerafahrten flssig. Auf Ultranahaufnahmen wurde verzichtet, da bei so einem Festival nicht immer ein Kamerateam ber die Bhne wetzen kann. Bild und Ton bilden eine authentische Einheit, obwohl man vom Bass z.B. nicht viel hrt. So knnen nach "Mirror Mirror" alle glcklich zu den Zelten. Muss ein tolles Festival gewesen sein. (Allerdings!! -Anm.v.NDK)
Die zweite DVD nutzt die Mglichkeiten des Mediums DVD: Hier gibt es eine Slideshow und vier Bonustitel von anderen als Versuchskaninchen fr Coburg mitgeschnittenen Shows. Die Menufhrung ist einfach und bersichtlich. Auerdem kommentieren die vier Stammmusiker eine Dokumentation ber die Vorbereitung und den Verlauf ihres Open Airs mit Anekdoten (Hier hatten sie z.B. bei einer Freibieraktion Probleme ihr Bier loszukriegen, und das bei einem Metalfestival!) und ihr Tourleben. Im Interview erklren sie u.A. ihr knstlerisches Selbstverstndnis und ihren "Alltag". So wird die DVD zu einem runden Gesamtwerk, deren Verffentlichung man aber besser im Winter angesetzt htte, wenn man Zeit hat, lange vor dem Bildschirm zu hocken.
Besonders zu empfehlen ist die Box Denjenigen (oder den Wenigen), die noch nichts oder wenig der Guardiankonserven ihr Eigen nennen knnen. Fans brauchen sie sowieso. Kurz: Eine klasse DVD mit kaum Anlass was zum Meckern, mit der man eigentlich nix falsch machen kann. Hoffentlich werden wir jetzt nicht wieder jahrelang warten gelassen, bis die Guardians mit neuem Songmaterial aufkreuzen!
<< vorheriges Review
V.A. - Classics Video Collection 2
nchstes Review >>
NEAL MORSE - Testimony Live


 Weitere Artikel mit/ber BLIND GUARDIAN:

Zufällige Reviews