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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Im Auftrag des Terrors
Band FILM
Titel Im Auftrag des Terrors
Label/Vertrieb Koch Media
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Veröffentlichung 25.09.2009
Laufzeit 137:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Jaques Vergs ist das Kind eines Vietnamesin und eines Franzosen, und er wurde 1925 in Thailand geboren. Er meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst, als es darum ging Frankreich von den Nazis zu befreien, bevor er mit 30 Anwalt wurde und seither eher berchtigt als berhmt ist. Er vertrat Leute wie den serbischen Schlchter Slobodan Milosevic, Pol Pot, Holocaust-Leugner Roger Garaudy, Klaus Barby und diverse, unzhlige andere Verbrecher und Terroristen. Und er tat dies aus berzeugung, wie wir in diesem Dokumentarfilm erkennen werden.
Der franzsische Regisseur Barbet Schroeder hat sich bisher mit Filmen wie "Weiblich, ledig, jung sucht", "Barfly", "Desperate Measures" und "Mord nach Plan" einen Namen gemacht. Aber auch mit der durchaus interessanten Dokumentation "Die Charles Bukowski Tapes", sowie bereits 1974 mit der brenzligen Doku "Idi Amin Dada", wodurch er auf diesem Gebiet absolut kein Neuling ist. Wer eine normale TV-Dokumentation erwartet, wird von "Im Auftrag des Terrors" sicher gnzlich erschlagen werden! Es handelt sich zum einen um ein wahres Mammutwerk, mit seiner Spielzeit von knapp zweieinhalb Stunden, zum anderen ist es keine herkmmlich anmutende Abhandlung von Interviews und kommentierten Szenen. Schroeder hlt sich voll und ganz zurck, und lsst Vergs seine Ansichten und sein Leben darlegen. Er untermalt dies mit historischen Aufnahmen (teils einzigartig existierenden, wie denen aus dem Algerienkrieg) und auch die Klienten und Freunde des Anwalts kommen zu Wort. Man mchte beinahe glauben, der Regisseur setzt diesem scheinbaren Monster von einem Menschen ein Denkmal. Dieses relativiert sich aber ganz schnell, wenn man sich auf alles einlsst und selbst analysiert. Vergs ist nicht das Monster als das man ihn sich denken mchte, er ist es auch! Er ist ebenso Mensch, Ehemann, er legt einem sein Handeln und sein Denken dar, seine Intentionen. Auch demontiert er sich aber ein Stck weit selbst, mchte ich fast sagen. Ebenso lsst Schroeder ohne Vorbehalt des Advokaten Klienten zu Wort kommen, welcher Gesinnung diese auch sein mgen. Es herrscht keinerlei Zensur oder Gegendarstellung. Lediglich pure Information. Schlussendlich sitzt man zwar mit einem unguten Gefhl da, aber auch mit der Gewissheit eine hervorragende Arbeit eines gewissenhaften Regisseurs gesehen zu haben. Allerdings muss man sagen, dass Zuschauer ohne jede Vorkenntnis einiger Personen, es schwer haben werden dem Ganzen lckenlos zu folgen. Man liest sich besser vorher etwas ein, um die volle Bandbreite der Arbeit erfassen zu knnen!
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