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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Zelle
Band FILM
Titel Zelle
Label/Vertrieb Renaissance Medien GmbH
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Veröffentlichung 05.03.2009
Laufzeit 89:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 2 von 15 Punkten
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Kln, heute. Der Iraker Tarik studiert und lebt in Kln, whrend seine Familie weiterhin im Irak dem Krieg ausgesetzt ist. Er schart den trkischen Taxifahrer Mesut, den bosnischen Kriegsveteran "Sarajevo", den Trken Levent und den deutschen Islam-Anhnger Marc um sich, um einen Bombenanschlag in der Klner U-Bahn durchzufhren. Die Polizei hat jedoch Wind bekommen von diesem Vorhaben, und ist der Terrorzelle auf der Spur.
Das Regiedebt von Bijan Benjamin sollte sicher einiges darstellen, nur nicht das, was es geworden ist. Produziert wurde das ganze von Hans W. Geiendrfer, der uns neben der Lindenstrae auch eine Reihe thematisch nicht zu unterschtzender Filme beschert hat in seiner Laufbahn. So sollte es wohl auch hier sein, in dem er Jungfilmer Benjamin das Geld gab, seine Filmidee zu verwirklichen. Leider krankt die Umsetzung dann an zu vielen Stellen, ja stt sogar teils sehr sauer auf. Zum einen ist es eher leidlich realistisch, dass die Gruppe der jungen Attentter aus der Konstellation besteht, die man vorgesetzt bekommt. Die Hintergrnde von Tarik gengen vielleicht einen solchen Anschlag fr ihn zu rechtfertigen (auch die von Sarajevo) aber Mesut hat lediglich Geldschulden bei einem Kredithai, Levents Intention bleibt vollkommen auen vor (zumindest fr den Zuschauer bis zu einem gewissen Punkt), Marcs Hang zum Islam als FRIEDFERTIGE Religion schlgt schlussendlich vollkommen aus dem Rahmen. Das ist jedoch nicht alles. Der Film leidet meiner Ansicht nach immens unter der Untalentiertheit der jungen Laiendarsteller! Einzig die Frau von Levent, bzw. Sarajevo vermochten mich ansatzweise zu berzeugen. Der Rest bringt seine Texte rber als wren sie abgelesen, oder neigt zu leichten bertreibungen ? bestes Beispiel: Mesut, wenn er sich seinem Overacting hingibt als Opfer einer Schlgerei bzw. im Grunde auch bei allem was er sonst so tut. Der Ton tut sein briges, denn der klingt stets, als wrden alle in einer kleinen Kiste sitzen. Dumpf und hlzern. Kameraarbeit und Schnitt sind dann leider ebenso nicht auf sehr hohem Niveau. Diverse Einsstellungen wirken, als ob der Kameramann nicht wusste wie er das Bild einfangen soll, ebenso zwei kurze Schwarzbilder mitten in einer Szene zeigen, dass der Schnitt unsauber ausgefhrt wurde. Die zweite Hlfte des Films nimmt dann zwar etwas mehr Fahrt auf, krankt aber an dem was 50 Minuten vorangegangen ist und kann dies einfach nicht mehr wettmachen. Alles in Allem wrde ich sagen: Setzen sechs! Denn der absolut negativste Punkt ist die Darstellung des Islam im ganzen Film! Eine Monolog von Marc ber den Islam als einzige und wahre Religion, als friedfertigste und wohlwollenste berhaupt (zudem dann die Quintessenz des Films), das bringt den Eindruck der Film wolle Terroranschlge forcieren. Das wird lediglich durch den Ausgang des Films wieder revidiert. Da hat der Regisseur etwas zuviel des Guten in die falsche Richtung gelenkt, denn das Drehbuch stammt ebenso von ihm.
Ein Film, den ich nicht weiterempfehlen kann. Ein Projekt dieser Tragweite htte man jemandem anvertrauen sollen, der mit mehr Gefhl und Tiefgang sowie brauchbaren Darstellern an die Sache rangeht. Dieses Machwerk trgt sicher nicht sonderlich viel zu einer besseren Situation mit islamischen Mitbrgern bei.
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