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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Selbstgespräche
Band FILM
Titel Selbstgespräche
Label/Vertrieb EuroVideo
Homepage www.selbstgespraeche-derfilm.de
Veröffentlichung 11.02.2009
Laufzeit 97:00 Minuten
Autor Jürgen Fleck
Bewertung 8 von 15 Punkten
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Nicht um einen, nicht zwei, nein sondern gleich vier Protagonisten dreht es sich in dieser Tragikkomödie von Regisseur André Erkau. Sascha ist eine coole Socke und hat vor einmal groß rauszukommen im Showbusiness. Als seine Freundin ihm offeriert dass sie schwanger ist plagen ihn Selbstzweifel und Existenzängste. Marie, alleinstehende Mutter, geht es ähnlich schlecht, ihr Ex-Mann will wieder heiraten und obwohl sie Architektin ist muss sie sich mit einem erbärmlichen Job in einem Callcenter über Wasser halten. Adrian hingegen hat keine Geldprobleme, er wohnt allerdings auch noch mit 29 noch bei seinen Eltern bzw. bei seinem Vater und ist extrem kontaktscheu. Eine Freundin hat er bis jetzt noch nicht gehabt. Die vierte Person ist Herr Harms, er ist Teamleiter eines Callcenters in dem alle Hauptcharaktere angestellt sind. Als eines Tages Herr Harms von seiner Chefin die traurige Nachricht überbracht bekommt, dass das Callcenter kurz vor der Kippe steht und Maßnahmen ergriffen werden müssten ist es an ihm das Team zu motivieren und das ist eine Sache, die er wie kein Anderer nicht kann.
André Erkaus erster Spielfilm kann durchaus überzeugen, ist aber ebenso nicht mehr als gesundes Mittelmaß. Schauspielerisch ist der Film eigentlich recht solide gespielt für einen deutschen B-Film. Triste und fast schon deprimierende Bilder setzt Erkau hier mit einem Augenzwinkern in Szene und vermag auch hier und dort den, ein oder anderen, Lacher zu erzeugen ("Was heißt denn 8 geteilt durch 17?"). Als Spielfilmdebüt hat er sich natürlich auch ein schwieriges Thema mit einer Tragikkomödie aufgehalst. Die einzelnen Erzählstränge, die immer wieder im Callcenter zusammengeführt werden entwickeln zwar ein Eigenleben, was dem Zuschauer jeden der Hauptakteure ein wenig näher bringt. Dennoch gewinnt keine der Figuren so richtig an Tiefe, der ein oder andere Sympathiepunkt wird zwar vergeben, aber dennoch bleibt die Charakterzeichnung recht blass. Alles in allem, vor allem für ein Regiedebüt kein schlechter Film, das aber auf Kurz oder Lang in der Masse des Mittelmaßes untergehen wird und über den in einem Jahr so gut wie niemand mehr ein Wort verlieren wird.
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