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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Wenn Der Wind Weht
Band FILM
Titel Wenn Der Wind Weht
Label/Vertrieb Sunfilm Entertainment
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Veröffentlichung 04.07.2008
Laufzeit 80:00 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Wir assoziieren den Wind gern mit Vernderung. Positiver Vernderung. Wir reden vom sprichwrtlich frischen Wind und wissen auch einen unfrischen Wind zu schtzen, der uns nach schwerem Essen Erleichterung verschafft.
Bei "Wenn Der Wind Weht" ist der vermutlich schlimmste denkbare Wind gemeint, und zwar solcher, der nuklearen Niederschlag mit sich bringt. Diesem fllt zu einem fiktiven Zeitpunkt in den 1980er Jahren das naive Rentnerprchen Jim und Hilda zum Opfer, das seinen Untergang nach einem sowjetischen Atomschlag gegen das Vereinigte Knigreich mehr schlecht als recht und ohne wirkliche Kenntnis der Lage kurzzeitig verzgern kann.

Eingeleitet von David Bowies "When The Wind Blows" und unterlegt von Musik von PINK FLOYDs Roger Waters erlebt der Zuschauer die beiden rhrenden Seelchen in ihrem beschaulichen Alltag. Whrend er sich nach bestem Wissen anhand von Tageszeitung und Radio ber die politische Lage informiert gilt ihre ganze Aufmerksamkeit dem Haus, dem Kochen und dem Putzen. Whrend bei den beiden das Leben seinen geregelten Lauf geht, wird an anderer Stelle aufgerstet. Eingeblendet werden Langstreckenraketen, schwere Bomber und Atom-U-Boote. Der letztlich doch unerwartete Militrschlag trifft das Land wie auch die beiden Alten vllig unvorbereitet und ihre rhrenden Versuche, die Situation zu verstehen und sich die einsetzenden Vernderungen der Umwelt und am eigenen Krper zu erklren knnen dem Betrachter des Films nher gehen als dieser es von einem Zeichentrickfilm erwartet. Bei mir jedenfalls war's so. Harter Stoff.
Das Thema Kalter Krieg ist Geschichte und wird es hoffentlich bleiben. Als Zeugnis dieser Zeit ist "Wenn Der Wind Weht" ein tolles Zeitgeistdokument. Sehr ernst, immer wieder witzig, letztlich todtraurig, und dennoch voll kernig-britischen Humors. Ob auch Leute, die diese Zeit nicht oder nur am Rande miterlebt haben diesem Film etwas abgewinnen knnen wei ich nicht, als Kind der 1980er kann ich mich jedenfalls noch gut an die Zeit erinnern als man vor dem gesamten Osten Angst hatte und die Amerikaner unsere Freunde waren. Deswegen finde ich den Film toll.
Als Extras gibt's ein Interview mit dem Autor von "Wenn Der Wind Weht", Raymond Biggs, ein Making Of und zustzlich die gesamte Geschichte als Comic in deutscher Sprache. Sehr zu empfehlen!
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