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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - The War Within
Band FILM
Titel The War Within
Label/Vertrieb Sunfilm Entertainment
Homepage www.sunfilm.de
Veröffentlichung 11.04.2008
Laufzeit 90:00 Minuten
Autor David Lang
Bewertung 9 von 15 Punkten
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Eins vorweg: ich bin kein groer Freund von Underground- oder Independent Filmen, doch "The War Within" ist ein positives Ausnahmebeispiel. Ohne Effekthascherei oder dicke Spezialeffekte wird hier die Geschichte von Hassan erzhlt, der zunchst wegen Terrorverdachts unschuldig inhaftiert und gefoltert wird. Der pakistanische Student reist nach seiner Freilassung nach New York. Voll von Hass gegen Amerika schliet er sich einer Terrorountergrundgruppe an. Nachdem ein Bombenattentat in der Grand Central Station misslingt und er dem FBI entkommen kann sucht er Unterschlupf bei seinem alten Freund Sayeed. Dieser zeigt sich immer mehr verwundert ob Hassans Verhalten. Sayeed selbst fhrt ein sorgenfreies, aber amerikanisches Leben und kann das zutiefst "religise" Gebahren seines Freundes zunchst nicht deuten. Problematisch wird es fr Hassan ganz besonders, da er auch Gefhle fr Sayeeds Schwester hat und genau hier muss ich leider mit Kritik ansetzen. Sowohl Name des Films, als auch Infotext auf der Rckseite der DVD wollen dem Zuschauer eine innere Zerrissenheit Hassans implizieren. Dies gelingt dem Hauptdarsteller nur bedingt, gelingt es ihm doch hchst selten etwas wie einen Konflikt mit sich selbst und seinem Vorhaben ausdrcken zu lassen. Stets hat man das Gefhl, er arbeite nur auf das groe Ziel hin. Dafr macht einem der Fanatismus mit dem er zu Werke geht teils schon Angst. Regisseur Joseph Castelo schlgt mit "The War Within" ruhige, ja sensible Tne an, die im heutigen Mainstream-Kino, wo es doch meist kracht und raucht, oder wo man wenigstens was zu lachen hat, leicht untergehen drften. Leider gelingt es ihm nicht, die Brcke zu schlagen zwischen Hassans Vergangenheit und seinem jetzigen Schaffen. Zu verwirrend sind die Rckblicke, zu schwammig sind die Gefngnisszenen mittendrin eingebaut. Hassan wird aus Hass auf Amerika zum Attentter, also zu dem, wegen dessen er unschuldig eingesperrt wurde. Gerade diesen Punkt htte man mehr herausarbeiten sollen. Andere Szenen stellen hingegen ganz klar dar, dass der Glaube an Allah absolut nichts mit Terrorismus zu tun hat (ok, das wussten wir auch so), gerade in den USA und dort aller sptestens seit dem 11. September aber wohl nicht zwangslufig so von oberer Stelle gehandelt wird. In einer Szene sagt ein muslimischer Prediger, dass der Djihad, also der heilige Krieg, im Inneren jedes Glubigen herrsche. Uns zwar immer dann wenn er Zweifel habe. Hier trifft auch der Titel.
Die Schauspieler agieren ber weite Strecken auf einem mehr als respektablem Niveau (lsst man Hassans "innere Zerrissenheit" mal auen vor) und gerade gegen Ende fasziniert der Film sogar richtig. Das Ende, so kann man sich denken, ist alles andere als happy, aber das hat wohl auch niemand ernsthaft erwartet. Kein Partyfilm und auch nichts was man sich unheimlich oft ansehen wird, aber eine Chance hat er verdient.
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