Navigation
                
24. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

DAVID GILMOUR - Live At Pompeii (2 DVD)
Band DAVID GILMOUR
Titel Live At Pompeii (2 DVD)
Label/Vertrieb Sony Music
Homepage www.davidgilmour.com
Veröffentlichung 29.09.2017
Laufzeit 69:00 & 121:00 Minuten
Autor Peter Hollecker
Bewertung 14 von 15 Punkten
>>Als E-Mail versenden
1972 spielten Pink Floyd im antiken Amphitheater in Pompeii im Schatten des Versuvs, um die besondere Akustik sowie die auerordentliche Atmosphre des geschichtstrchtigen Orts auszunutzen. Der Auftritt wurde gefilmt und entstanden ist einer der besten Musikfilme der Geschichte, den jeder Pink Floyd Fan in-und auswendig kennt. Eine weitere Besonderheit war die Tatsache, dass die Show seinerzeit ohne Publikum stattfand.

Im letzten Jahr kehrte nun Floyd Gitarrist David Gilmour nach Pompeii zurck, um zwei Shows zu spielen, diesmal allerdings mit Publikum. Und eins vorweg, das Wort "spektakulr" umschreibt die Umsetzung nicht mal annhernd! Denn was da sowohl visuell als auch akustisch geboten wurde, ist wirklich faszinierend und macht aus den beiden DVDs oder optional der Blu-ray eine Geschichte, die man sich mit Sicherheit nicht nur einmal zu Gemte fhrt.

David Gilmour scharte dafr einige der besten Musiker um sich, die fr Konzerte zur Verfgung stehen. Als da wren Bassist Guy Pratt (Arbeiten u.a. fr Michael Jackson, Roxy Music), Drummer Steve DiStanislao (u.a. Crosby, Stills & Nash, Joe Walsh), Gitarrist Chester Kamen (u.a. Bob Geldof, Brian Ferry, Roger Waters) sowie Keyboarder Greg Phillinganes (u.a. Mick Jagger, Paul McCartney, Richard Marx). Alle dieser Stars der Szene zeichnet eine Gemeinsamkeit auf, denn sie verfgen allesamt ber hervorragende Singstimmen, die im Background zu einem wunderbaren Ganzen verschmelzen. Trotzdem holte sich Gilmour noch 2 Damen und einen Herrn als weitere Untersttzung als Chor auf die Bhne. Die drfen dann erst mal gemeinsam bei "The Great Gig In The Sky" zeigen was sie knnen und machen diese Version auch zu einer besonderen und so noch nicht gehrten. Saxophonist Joao Mello aus Brasilien (auch Akustik-Gitarre) ist seit 2015 mit Gilmour unterwegs und macht mit seinem Streifen T-Shirt und Hut optisch voll einen auf Azzuri, was natrlich bei den Zuschauern gut ankommt.

Die Setlist whlte der Knstler insgesamt sehr sorgfltig aus, die zunchst vielleicht seltsam anmutet, im Nachhinein betrachtet jedoch tadellos funktionierte. Ich meine damit natrlich nicht die vielen Pink Floyd-Klassiker, sondern seine Solo Songs der letzten beiden Studioalben "Rattle That Lock" und "On An Island", die dort ein wenig kraftlos oder ja, langweilig erscheinen. Auf der Bhne in Pompeii erstrahlen jedoch Stcke wie "The Blue", "Today" oder "A Boat Lies Waiting" in neuem, bombastischen Soundgewand, was auch im wahrsten Sinne des Wortes gemeint ist. Mit im Gepck hatte Gilmour die runde Leinwand, die schon bei der "Pulse"-Tour Anwendung fand sowie Videos der "Division Bell" Songs und die gute alte Laser-Show. Was die Lichtdesigner jedoch weiterhin da ins weite Rund zauberten, lie die Zuschauer teilweise in Ehrfurcht erstarren. Die Seitentribnen der antiken Sttte durften nicht besetzt werden, also wurden sie einfach in die Lichtspiele integriert und/oder als geeignete Feuersttten benutzt. Man muss das einfach gesehen haben, hinlnglich beschreiben kann ich es nicht. Und die Show beinhaltet viele unvergessliche Momente. So zum Beispiel bei "Run To Hell", wenn das Licht auf der Bhne so grell ist, dass die Musiker Sonnenbrillen aufsetzen mssen, um ihr Augenlicht zu schtzen. Ob das natrlich gerade Modelle der berhmten Firma aus den USA sein mussten, von denen auch Joe Bonamassa seine Brillen bezieht, steht natrlich auf einem anderen Blatt. Vielleicht wre der Untertitel "Untersttzt mit Produktplatzierung" sinnvoll gewesen, um es mal etwas humorvoll auszudrcken. Dass die Show auch ohne den grten Floyd-Hit "Another Brick In The Wall" auskommt, htte ich vorher auch nicht gedacht. Manchmal habe ich das Gefhl, dass die visuelle Wucht der Auffhrung ein bisschen auf die Stimmung im Publikum drckt, aber das kennen die Floydianer ja bestens aus der Vergangenheit. Doch David Gilmour macht das alles mit seinem einzigartigen Gitarrenspiel wieder wett und insgesamt lsst es den Musikfan zufrieden grinsen. David Gilmour bringt es mit seinen eigenen Worten zum Publikum auf den Punkt als er sagte, dass es sich anfhlt wie die Geister der Vergangenheit zu treffen!

Bild und Ton auf den DVDs passen selbstverstndlich ins positive Gesamtbild. Ich habe ehrlich gesagt selten eine besser abgemischte Scheibe im Player gehabt und der Surround Mix (5.1 Dolby Surround oder DTS Master) ist eine Wucht! Nur manchmal, wenn die Laser flirren und andere schne Effekte das Auge verwhnen wnschte ich mir eine 3 D-Umsetzung. Als Extra gibt es eine knapp 8-mintige Doku ber die Vorbereitung der beiden Konzerte in Pompeii, bei der auch David Gilmour zu Wort kommt. Klasse!

Hier wie immer die Setlist:

DVD 1:

-5 A.M.
-Rattle That Lock
-Faces Of Stone
-What Do You Want From Me
-The Blue
-The Great Gig In The Sky
-A Boat Lies Waiting
-Wish You Were Here
-Money
-I Any Tongue
-High Hopes

DVD 2:
-One Of These Days
-Shine On You Crazy Diamond (Parts 1-5)
-Fat Old Sun
-Coming Back To Live
-On An Island
-Today
-Sorrow
-Run Like Hell
-Time/Breathe (In The Air-Reprise)
-Comfortably Numb
<< vorheriges Review
DIMMU BORGIR - Forces Of The Northern Night (Blu-ray)
nchstes Review >>
SPOCK`S BEARD - Snow Live (2 Blu-ray)


Zufällige Reviews