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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

DEEP PURPLE - Live At Montreux
Band DEEP PURPLE
Titel Live At Montreux
Label/Vertrieb Edel Records GmbH
Homepage www.deeppurple.com
Veröffentlichung 08.07.2007
Laufzeit 187 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 14 von 15 Punkten
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Okay, wahrscheinlich gibt's nur wenige Jazzfans, die sich hier Kaufempfehlungen holen. Ebenso gibt's hier sicher nicht allzu viele, denen vom Jazzfestival in Montreux mehr als der Name gelufig ist. All denen sei hiermit gesagt: dieses Festival ist cool. Weil die Leute in Montreux nmlich sehr offen sind und jedes Jahr mindestens einen sogenannten Non-Jazz-Act, d.h. Bands, die auch ohne Saxophon musizieren, einladen. So haben dort neben Alice Cooper und Slayer auch Soulfly gespielt, und im vergangenen Jahr, dem 40. Jahr waren die Hardrocklegenden von Deep Purple - wie bereits Anno 1996 - Headliner des letzten Abends. Diese knnen inzwischen auf ein enormes Repertoire zurckgreifen und legen den Akzent auf das Album "Machine Head", bei dem die frheren Protagonisten Ritchie Blackmore und Jon Lord auf ihrem kreativen Zenit waren. Die Feuerwerke, die die beiden zur legendren Mk II-Zeit vor allem auf "Made In Japan" abbrennen, sind absolut einzigartig in der Musikgeschichte. Deswegen versuchen die beiden Nachfolger an Gitarre und Orgel, Steve Morse und Don Airey, auch gar nicht, diese wieder zu beleben oder gar zu kopieren. Deren eigene Virtuositt und groe Spielfreude, die in diversen technisch brillanten und dennoch einfach wunderschnen Soli prsentiert werden, verleihen dem Konzert trotz groteils bekanntem Songmaterial eine erfrischende Note. Im Gegensatz zu vielen Kollegen schaffen es Deep Purple, auch im nicht mehr ganz so neuen Jahrtausend nicht altbacken zu klingen. Mit witzigen Ansagen und sehr sicher vorgetragenem Gesang zeigt Ian Gillan dem Nachwuchs einmal mehr wie Rocken geht, whrend sich die Rhythmusgruppe um Roger Glover und Ian Paice gepflegtes Understatement bt. Als besonderes Schmankerl sei an dieser Stelle das Intro zu "Smoke On The Water" erwhnt, bei dem die Herren sich als Jazzer geben und mit groem Augenzwinkern und swingendem Piano in einen ihrer grten Hits und einen DER Klassiker der harten Musik berhaupt einsteigen. Diverse Gaststars wie Claude Nobs, Initiator des Festivals und ein textlich unsicherer, aber offenbar gedopter Waldschrat aus dem Berner Oberland (Oder ist es doch J von Jamiroquai?) sorgen fr optische Abwechslung, so dass zu wirklich keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt. Die zweite DVD zeigt die Band bei einem Auftritt in einem Londoner Hard Rock Cafe, wo vor einem kleinen Publikum mit wackeligen Digitalkameras aufgezeichnet wurde. Die komplett andere Atmosphre und die winzige Bhne vermitteln eine Idee von Deep Purples Anfangstagen, und das Engagement, das die Band auch bei diesen Bedingungen an den Tag legt, verdient Hochachtung. Auf insgesamt ber drei Stunden gibt's hier eine Vollbedienung, die keine Wnsche offen lsst. Da ich allerdings ganz groer Mk II-Fan bin und noch viel mehr auf den alten Ritchie Blackmore stehe, gibt's von mir trotzdem nur 14 Punkte. Aber so richtig schlecht ist das ja auch nicht, oder?
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