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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

MICHAEL SCHENKER FEST - Live
Band MICHAEL SCHENKER FEST
Titel Live
Label/Vertrieb In-Akustik
Homepage www.michaelschenkerhimself.com
Veröffentlichung 24.03.2017
Laufzeit 118:00 Minuten
Autor Peter Hollecker
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Ich finde es ehrlich gesagt etwas seltsam, unter wieviel verschiedenen Bannern Gitarrist Michael Schenker in den letzten Jahren so unterwegs ist. Temple Of Rock, solo oder als MSG...und jetzt halt als "Michael Schenker Fest". Der grte Unterschied liegt wohl an seinen Begleitmusikern, vielleicht will er sich nicht festlegen oder es hat rechtlich/wirtschaftliche Grnde, denn die Songs die live dargebracht werden, sind grtenteils ja die gleichen. Naja, egal, solange es die Fans hren wollen...

Im Sommer letzten Jahres ging es jedenfalls als Michael Schenker Fest auf groe USA und Asien Tournee. Hierbei wurden die Achtziger Jahre der MSG, also der Michael Schenker Group UND der McAuley Schenker Group mit allen drei Original Sngern im Gepck zelebriert, als da wren: Gary Barden, Graham Bonnet und eben Robin McAuley. Grundstzlich eine gute Idee, doch wollen wir mal sehen, wie die Umsetzung auf DVD so gelang. In der Band standen neben unserem blonden Flitzefinger der korpulente Schotte Chris Glen am Bass, sein Landsmann Ted McKenna hinter der Schiebude und der Wayne Findley Ersatz Steve Mann (USA) an der 2. Gitarre sowie an den Tasten.

Das Konzert wurde am 24. August 2016 in der International Forum Hall zu Tokyo aufgezeichnet, die mit 5 000 Zuschauern restlos ausverkauft war. Beim altbekannten und gut 3-mintigen Intro vom Band "Searching For Freedom" schwenkt die Kamera nur ber das erwartungsfreudige Publikum, was dann gleich zu Beginn etwas langatmig auf mich wirkt. Dann entern Band und der Hauptprotangonist die Bhne und Michael spielt das ebenfalls aus den letzten gefhlten 10 Jahren bekannte "Into The Arena" ins Volk. Bekleidet ist er mit seiner rmellosen Jeansjacke, auf der die Patches aller seiner Bands aufgenht sind, also den Scorpions, UFO, MSG und Temple Of Rock. Dann sagt er den ersten Snger Gary Barden unter tosendem Applaus an. Ich habe vom symphatischen, 62-jhrigen Briten lngere Zeit nichts gesehen bzw. gehrt und war dementsprechend gespannt, wie er denn so drauf gewesen ist. Aber jeder Anflug von Zweifeln wurde sofort zerstreut, denn die Leistung Bardens ist grandios, jeder Ton sitzt und auerdem wirkt der tanzfreudige Snger fit wie ein Turnschuh und kommt gut und gerne 10 Jahre jnger rber! Seine Stimme bringt immer noch jede Menge Soul und Feeling in die Songs ein, auerdem kann er die als reserviert bekannten Japaner super mitnehmen, so lt er das ganze Auditorium den Refrain von "Cry For The Nation" alleine singen. Aber auch Michael selbst ist super drauf, stndig am Grinsen und den Kontakt zur ersten Reihe suchend klatscht er mehrfach Hnde ab. Nach fnf Songs hat sich Gary Barden dann eine Pause verdient. Den bergang zu den Sngern 2 und 3 wird mit je einem Instrumental berbrckt und so erklingt vor Graham Bonnet "Coast To Coast" aus der Zeit mit den Scorpions.

Bei Bonnet waren meine Befrchtungen noch grer als bei Gary Barden, ist er mir beim Axel Rudi Pell Anniversary Konzert vom Bang Your Head Festival in ganz schlimmer Erinnerung. Und ja...etwas besser ist es zwar hier, doch von seinen frheren Leistungen ist er immer noch meilenweit entfernt. Ich finde halt, dass sein Outfit, Aussehen und Gesangsleistung heutzutage nicht mehr auf eine groe Bhne gehren. Wenigstens hat er sich diesmal fr ein gedecktes Grau bei seinem Anzug mit Krawatte entschieden und nicht fr ein grelles Pink...Aber seine Defizite vor allem in den hheren Lagen sind unberhrbar und so ist es nicht verwunderlich, dass Graham Bonnet nur drei Stcke trllern darf, was manchmal eher einem Gekreische gleicht. Zudem wird ihm bei "Dancer" noch die Untersttzung von Gary Barden und Robin McAuley im Chor gewhrt, die ihm den Hintern retten. Freilich tat das der Stimmung keinen Abbruch, aber es kommt schon etwas seltsam rber, wenn McAuley schon vor der offiziellen Ansage Schenkers auf der Bhne zu sehen ist, oder?

Der kommt dann aber nach "Captain Nemo" nach vorne und ist der Snger, auf den ich mich am meisten gefreut habe, denn er ist mein absoluter Lieblingssnger der MSG-Geschichte. Auch von ihm habe ich ewig nichts mehr gehrt, ich wei gar nicht ob er denn in den letzten Jahren berhaupt noch aktiv war. Jedenfalls singt der mittlerweile 64-jhrige US-Amerikaner so, als wre die Zeit stehengeblieben! Es ist mir wirklich ein Rtsel, wie das nach all den Jahren in dieser Form mglich ist, aber seine Klasse Stimme und Ausstrahlung auf der Bhne sind immer noch phnomenal. Wie Barden darf auch er ganze fnf Songs performen, bevor dann beim obligatorischen Schlussakt "Doctor, Doctor" natrlich alle drei Shouter den grten aller UFO-Hits gemeinsam intonieren. Ja, etwas Wirrwarr herrscht dabei unter den Sngern schon...aber was soll`s?

So bietet diese Verffentlichung groartige Momente, aber auch ein paar Schwchen. Technisch ist selbstverstndlich alles in Ordnung, so ist das Bild einwandfrei und der Ton kann neben Stereo auch in 5.1 Dolby Digital Surround abgerufen werden. Die Kameras fangen in ruhigen Bildern das Geschehen auf der Bhne rein und hektische Schnitte werden grtenteils vermieden. Im Bonus-Teil gibt es Aufnahmen vom Soundcheck und eine Slide-Show zu sehen. Als Service wie immer bei uns die Setlist mit den Sngern in Klammern.

-Intro: Searching For Freedom
-Into The Arena (instr.)
-Attack Of The Mad Axeman (G. Barden)
-Victim Of Illusion (G. Barden)
-Cry For The Nations (G. Barden)
-Let Sleeping Dogs Lie (G. Barden)
-Armed And Ready (G. Barden)
-Coast To Coast (instr.)
-Assault Attack (G. Bonnet)
-Desert Song (G. Bonnet)
-Dancer (G. Bonnet; Back Vocals by G. Barden & R. McAuley)
-Captain Nemo (instr.)
-This Is My Heart (R. McAuley)
-Save Yourself (R. McAuley)
-Love Is Not A Game (R. McAuley)
-Shoot Shoot (R. McAuley)
-Rock Bottom (R. McAuley)
-Doctor Doctor (G. Barden, G. Bonnet, R. McAuley)
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