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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

THE TUBES - The Musikladen Concert 1981
Band THE TUBES
Titel The Musikladen Concert 1981
Label/Vertrieb Sireena Records/Brokensilence
Homepage www.sireena.de
Veröffentlichung 11.12.2016
Laufzeit 86:19 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 9 von 15 Punkten
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Nachdem das Beat-Club-Urgestein Uschi Nerke THE TUBES mit dem Enthusiasmus einer bermdeten Nachrichtensprecherin angesagt hat, legt die Band im Studio von Radio Bremen vor handverlesenem Publikum los. THE TUBES spielen sich ihr eigenes Intro und ganz schnell wird klar, dass hier sechs Musiker bei der Arbeit sind, die ihr Handwerk verstehen. Sobald jedoch Snger Fee Waybill die Bhne betritt, geht der Wahnsinn los. Die Band aus San Francisco spielt eine wilde Melange aus jazzig-progressivem Rock und Funk mit poppig-sterilem Discosound. Mit zwei Gitarristen und zwei Keyboardern, die wahnsinnig versiert zur Sache gehen, sind dem Treiben von THE TUBES und vor allem deren Snger keinerlei Grenzen gesetzt. Wegweisende musikalische Virtuositt, QUEEN-Theatralik, wirrer Humor la ERSTE ALLGEMEINE VERUNSICHERUNG und mehr Kostme als Alice Cooper machen den Auftritt der TUBES zu einem Ereignis, das der Musikfreund nicht so schnell vergisst.
Optische Akzente werden von drei Tnzerinnen gesetzt, die durch ein angenehmes ueres und groe Sportlichkeit zu beeindrucken wissen und in einer Pause der Band offen das Album "The Completion Backward Principle" anpreisen- erhltlich in Vinyl und als Kassette- das waren Zeiten.
Zehn aktive Knstler und verschiedene Statisten auf der Bhne, irre Tanz- und Theatereinlagen, Requisiten wie z.B. ein Fernseher, in dem ein Porno luft, und ein Planschbecken ergnzen den ohnehin gegebenen Wahnsinn: z.B. eine Tnzerin, die im Tintenfischkostm ber die Bhne tentakelt und scheint, den Snger beschlafen zu wollen. Wer glaubt, alles gesehen zu haben, was auf dieser Welt schrg, schn und schrecklich ist, knnte von THE TUBES noch berrascht werden, von ihren Phantasiekostme, von (versuchter) Synchronaerobic im Anzug, vom athletisch-exhibitionistischen Snger, aber eben auch von komplexen, originellen Songs, die zumindest stellenweise echten Ohrwurmcharakter besitzen.
Trotz der Qualitt des Gebotenen, dem anzuerkennenden Aufwand der Inszenierung und der Einzigartigkeit dieser Band, bin ich von deren Auftritt trotz permanenter berraschungsmomente nicht so richtig angetan. Vielleicht liegt das daran, dass hier die Musik fr mein Verstndnis zu weit hinter der Show zurcksteht und ich das Gefhl habe, die TUBES wussten nicht so recht, ob sie eher Musik oder eher zeitgenssische Opern darbieten wollten. Auerdem findet definitiv zu wenig Kontakt zum Publikum statt- ein Manko, auch oder gerade wenn dieses ausgewhlt ist und man nicht zuletzt zu dessen Erbauung all den beschriebenen Aufwand betreibt. Dass es auf der DVD zudem keine Outtakes, Interviews oder wenigstens Bildergalerien gibt, finde ich ziemlich knauserig. Fazit: tolle und witzige Show, die auch heute kaum bertroffen wird; Musik, die handwerklich perfekt, aber auch anstrengend zu hren ist und all das in einer uerst sparsamen Aufmachung, d.h. VHS-Charme, durchaus akzeptabler Klang und eine sehr schlicht gestaltete Digipack-Tte. Was fr Leute, die schon ganz viel kennen und trotzdem noch neugierig sind.
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