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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Dark Places - Gefährliche Erinnerung
Band FILM
Titel Dark Places - Gefährliche Erinnerung
Label/Vertrieb Concorde Video
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Veröffentlichung 21.04.2016
Laufzeit 113:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 8 von 15 Punkten
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Nachdem Autorin Gillian Flynns Buch "Gone Girl" in der Hand von Regisseur David Fincher zu einem ziemlichen Erfolg wurde, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand ihrem Werk "Dark Places" widmet. Das ist nun geschehen unter der Regie von Gilles Paquet-Brenner, der die Geschichte unter dem Buchtitel "Dark Places - Gefährliche Erinnerung" in Angriff nahm, und nun steht das Teilchen auch bei uns in den Regalen. Ja, in den Regalen, nicht im Kino. Wollte man nicht auf der Erfolgswelle mitschwimmen, oder hat dies andere Gründe? Der Reihe nach.

Libby wurde in ihrer Kindheit Zeuge des Mordes an ihrer Familie im ländlichen Kansas. Ihr Bruder wurde der Tat verdächtigt, was Libby bezeugte, und inhaftiert. Sie selbst lebte seither von den Einnahmen, die sich mit dem Fall medial verdienen ließen. Die Geldquelle versiegt langsam, und da kommt Lyle Wirth gerade recht. Der ist in einem privaten Ermittlerclub und bietet Libby Geld für ihre Erinnerungen. Doch nach 25 Jahren scheint sich herauszukristallisieren, dass ihre Erinnerungen vielleicht nicht richtig sind, und die Wahrheit anders aussehen könnte.

Mal ehrlich: Die Grundzutaten waren superb! Familienmassaker, etwas Okkultismus, Mystery, Thriller und ein Haufen guter Darsteller! Bei diesen Schlagworten dürfte das Herz eines jeden Mysteryfilm Fans höher schlagen, meines tat es jedenfalls. Was Paquet-Brenner jedoch daraus machte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Er schnappte sich Charlize Theron, ihren "Mad Max" Filmpartner Nicolas Hoult, "Mad Men" Serienstar Christina Hendricks, Chloe Grace Moretz, Tye Sheridan, Corey Stoll, Drea De Matteo und Glenn Morshower (um nur die bekanntesten zu nennen), und machte daraus, naja, etwas ziemlich unausgegorenes. Der Regisseur schrieb auch das Drehbuch selbst, und somit muss man ihm schon die alleinige Schuld am Endergebnis geben.

Die Geschichte wirkt durch die Vermengung von Rückblenden mit Szenen aus dem Jetzt einfach unnötig ausgedehnt, und dadurch natürlich auch behäbiger erzählt. Der Twist, auf den hingearbeitet wird, ist sicher nicht der Weisheit letzter Schuss und auch ziemlich konstruiert, was aber nicht das Problem gewesen wäre. Paquet-Brenner nutzt keine der Gegebenheiten aus, um Spannung zu erzeugen, und das war definitiv möglich! Er geht zu wenig auf seine Figuren ein, und alles bleibt zu eindimensional. In Unkenntnis der Vorlage von Flynn vermute ich, er war schlicht nicht in der Lage eine gute Story filmgerecht aufzuarbeiten, und hat sich insgesamt etwas verrannt und zuviel vorgenommen. Durch den Mysterytouch und die mehr als ansehnliche Darstellerriege ist "Dark Places - Gefährliche Erinnerung" zwar kein Totalausfall, aber mehr als durchschnittliche Unterhaltung bleibt hier einfach nicht hängen.
Die blaue Scheibe bietet eine gute Qualität, im Bonusteil gibt es neben den üblichen Trailern lediglich einige Interviews.
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