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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Kill Your Friends (Blu-ray)
Band FILM
Titel Kill Your Friends (Blu-ray)
Label/Vertrieb Universum Film GmbH
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Veröffentlichung 18.03.2016
Laufzeit 103:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Im Jahr 2008 erschien bei uns das Buch "Kill Your Friends" des schottischen Autors John Niven, in dem er mit der Musikindustrie der 90er Jahre abrechnet. Das aus gutem Grund, denn Niven war seinerzeit selbst als A&R Manager im Musikgeschft ttig, und verlie diese um sich der schreibenden Zunft zu widmen. Als man verlauten lie das Buch solle verfilmt werden, wurden schnell Stimmen laut, dass der Stoff nicht verfilmbar wre. Kein Wunder, denn Steven Stelfox, die Hauptperson der Geschichte, ist ein echtes Arschloch. Nein, eigentlich ist er mehr als das. Man knnte ihn als eine Mischung aus Bruce Robertson (dem Charakter aus Irvine Welshs "Drecksau") und Patrick Bateman (dem allseits bekannten "American Psycho") beschreiben, und auch der Roman von Bret Easton Ellis galt ja lange Zeit als unverfilmbar.

Regisseur Owen Harris hat sich dann doch an diese Aufgabe gewagt, und "Kill Your Friends" in Filmform gebracht. Als Steve Stelfox schickt er Nicolas Hoult ins Rennen, der seine Aufgabe als drogen- und alkoholbesessener Sexmaniac durchaus auszufllen wei! Auch der Rest des Ensembles kann sich sehen lassen, und lsst die Musikindustrie der 90er Jahre stilecht aufleben, wobei definitiv Moritz Bleibtreu in seiner Minirolle erwhnenswert wre! Stelfox? Art und Weise seine Arbeit zu tun, nmlich mglichst mit wenig Aufwand viel zu erreichen, dabei ein vollwertiges Arschloch zu sein und so viel Spa wie nur mglich zu haben, ist hier Programm. Natrlich auch der ein oder andere Mord, auf dem aber trotz des Titels nicht Hauptaugenmerk des Streifens liegt. Das Ganze ist wirklich spaig anzusehen, und beschert einem eine mehr als unterhaltsame Zeit.

Zu mehr hat es bei Harris? Werk dann aber nicht gereicht. Woran das liegen mag, darber kann man sicher streiten. Oftmals wird gemkelt man knne Buch und Film als Medium nicht vergleichen, ich meine aber man kann dies durchaus. Immerhin so weit, dass es wie in diesem Fall einfach zu viele Dinge in der Vorlage gibt, die man so in der Tat nicht umsetzen kann. Dies war auch bei "American Psycho" schon der Fall, was Mary Harron damals aber blendend lsen konnte. Bei "Kill Your Friends" liegt die Sache etwas anders, da die ganze Geschichte einfach straighter und seichter angelegt ist. Wo das Buch mit explizitem und plumpem Material punktet, statt mit Story, ist im Film nun einmal kein Beikommen, wenn man den Streifen unzensiert irgendwo zeigen knnen mchte. So bleiben vage Andeutungen und abgemilderte Szenen, bzw. werden Dinge ganz weggelassen. Lsst sich in diesem Fall nicht ndern, allerdings muss man Owen Harris zu Gute halten, dass er aus Nivens 350 Seiten Bchlein sicher ziemlich das Maximum des Mglichen rausgeholt hat.

Freunde schwarzhumoriger Filme, die es auch gern mal etwas derber vertragen, finden sicherlich Gefallen an dem Stelldichein mit Steven Stelfox. Auch jenen die in den 90ern aufgewachsen sind kann man "Kill Your Friends" ans Herz legen, denn die Musik aus der Zeit ist auf dem Soundtrack ausgiebig vorhanden. Die Blu-ray kommt in guter Bild- und Tonqualitt daher, und bietet im Bonusteil neben den typischen Trailern Interviews und eine B-Roll sowie Impressionen vom Zricher Film Festival 2015.
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