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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Der letzte Wolf
Band FILM
Titel Der letzte Wolf
Label/Vertrieb Universum Film GmbH
Homepage www.wildbunch-germany.de/movie/der-letzt...
Veröffentlichung 11.03.2016
Laufzeit 119:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 8 von 15 Punkten
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Der franzsische Regisseur Jean-Jaques Annaud ist seit nunmehr 40 Jahren im Geschft, und dabei prangen gerade mal 13 Regiearbeiten auf seiner Vita. Dafr sprechen wir hier von Titeln wie "Am Anfang war das Feuer", "Der Name der Rose", "Der Br", "Sieben Jahre in Tibet" oder "Duell - Enemy at the Gates"! Neben "Der Br" hat Annaud bereits mit "Zwei Brder" und "Seine Majestt, Das Schwein" Filme gedreht, deren Hauptdarsteller tierischen Ursprungs waren, und genau dahin kehrt er nun mit "Der letzte Wolf" zurck. Dabei handelt es sich um eine Romanverfilmung des Werkes "Der Zorn der Wlfe" von Autor L Jiamin, das in seinem Heimatland China zum absoluten Bestseller avancierte.

Wir befinden uns im Jahr 1967, zu Zeiten der groen Kulturrevolution in China. Die Studenten Chen und Kang werden in die Mongolei geschickt, um den dort lebenden Nomaden lehrend zur Seite zu stehen. Chen ist jedoch eher am Leben des Nomadenvolkes interessiert, und lernt mehr von ihnen, als umgekehrt. Als die dort lebenden Wlfe die Schafherden attackieren, weil die Chinesen ihnen die Nahrung weggenommen haben, befiehlt Chinese Bao die Wolfswelpen zu tten, um deren Bestand zu reduzieren. Chen adoptiert heimlich einen Welpen, und zieht diesen trotz Warnung des Einheimischen Bilig gro. Doch die Menschen haben das Gleichgewicht der Natur zerstrt, und die Wlfe sind nicht gewillt sich kampflos zurckzuziehen.

So sehr Annaud es in seinen vergangenen Werken auch geschafft hat zu faszinieren, so gelingt es ihm mit "Der letzte Wolf" leider nur zum Teil. Die Naturaufnahmen sind groartig, ebenso die Sounduntermalung des mittlerweile leider verstorbenen James Horner! Die Tierszenen mit den eigens fr den Film aufgezogenen und abgerichteten 50 Wlfen sind ebenso ber jeden Zweifel erhaben, und in Szenen wie der auf dem zugefrorenen See bei Nacht kommt unglaubliche Stimmung auf. Annaud scheitert allerdings schlicht daran, dass die Handlung teils etwas dahinpltschert, und die Aussage etwas plakativ und gewollt daherkommt. Das mag auch daran liegen, dass zwar die Mensch vs. Natur Schiene funktionieren wrde, aber die politische Seite des chinesischen Regimes im Grunde ausgeblendet wird.

Hier und da gibt es kleine kritische Untertne, die allerdings so gering ausfallen, dass augenscheinlich klar ist, dass China der Geldgeber dieses 40 Millionen Dollar teuren Abenteuerfilmes war. Wieso auch sonst sollten die Chinesen Annaud den Film anvertrauen, nachdem dieser mit Sieben Jahre in Tibet dort in Ungnade fiel, wegen mancher Darstellungen im Film. Noch dazu sollte der in seinem Heimatland erfolgreiche Film dann auch noch als Oscar-Kandidat eingereicht werden. Was trotz all dem bleibt ist ein durchaus unterhaltsamer Streifen mit Message, die man allerdings bereits 1981 in Form des kohorrorfilms "Wolfen" auf andere, aber dafr eindrucksvolle Weise vermittelt bekommen hat. Manchmal taugen Bestseller nun einmal nur bedingt fr die groe Leinwand, auch wenn ein visuell immer wieder begeisternder Regisseur wie Jean-Jaques Annaud am Werk ist. Es bleibt halt nur eine chinesische Auftragsarbeit. Bild und Ton der blauen Scheibe sind gut, in den Extras finden sich ein Interview, Making-Of und Storyboards, sowie die blichen Trailer. Neben der 2D Version gibt es den Film auch in 3D, allerdings kann ich kein Urteil ber die Qualitt der dreidimensionalen Effekte abgeben.
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