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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Challenger - Ein Mann kämpft für die Wahrheit
Band FILM
Titel Challenger - Ein Mann kämpft für die Wahrheit
Label/Vertrieb Polyband/WVG
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Veröffentlichung 01.02.2016
Laufzeit 90:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Es ist nicht selten, dass sich auch große Stars aus Hollywood für kleine US TV Filme hergeben, und bislang kamen da durchaus ansehnliche Werke bei herum. Diesmal handelt es sich um eine Koproduktion des amerikanischen Science Channel, einem Sender des Discovery Channel, und der britischen BBC, mit dem Titel "Challenger - ein Mann kämpft für die Wahrheit". Die etwas Älteren werden es vielleicht noch vor Augen haben, was 1986 passierte. Am 28. Januar sollte die amerikanische Challenger Raumfähre ins All starten, explodierte aber vor aller Augen bereits kurz nach dem Start, alle sieben Astronauten starben. In wie fern die weiteren Entwicklungen und Untersuchungen des Falls seinerzeit bei uns an die Öffentlichkeit kamen, ist mir nicht mehr bekannt. Darum darf sich aber nun der Film "Challenger - Ein Mann kämpft für die Wahrheit" von TV-Regisseur James Hawes ("Penny Dreadful", "Doctor Who") kümmern.
Hauptprotagonist ist hier Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman, der von der von Präsident Reagan gebildeten Kommission hinzugezogen wird, um den Unfall aufzuklären. Feynman selbst ist erst widersinnig bei der Sache, da er obendrein an einer Krebserkrankung leidet, die er sich in den 40ern bei der Entwicklung der Atombombe zuzog. Als er jedoch nach und nach immer mehr vor einer Mauer des Schweigens und er Vertuschung steht, nimmt er sich der Sache beherzter an, und ermittelt bei der NASA in Alabama vor Ort. Er stößt auf immer mehr Ungereimtheiten technischer Seite und abermals will niemand reden. Lediglich Air Force General Kutyna scheint ihm zur Seite stehen zu wollen.

Hawes orientiert sich mit seinem Film an dem vom echten Feynman veröffentlichten Buch "What Do You Care What Other People Think?" und arbeitet in seinem Thriller somit keine fiktionale Geschichten ab, sondern harte Fakten, die der Physiker seinerzeit selbst zusammengetragen hat. Veröffentlicht wurde dieses kurz vor seinem Tod im Jahre 1988. Obwohl die Geschichte also lange geklärt ist, enthält der Film natürlich eine gewisse Brisanz, da sicher nicht nur damals Vertuschung und Verschweigen von Tatsachen in politischen Aktivitäten allgegenwärtig zu sein schienen. Verpackt hat Hawes das Ganze in einen typischen Verschwörungsthriller wie man ihn kennt und liebt, hervorragend gespielt von Leuten wie William Hurt, Bruce Greenwood und Brian Dennehy.
Natürlich merkt man hier und da das kleinere Budget des Films etwas, allerdings kaschiert Hawes dies geschickt durch die spannend aufgebaute Story, die einen über die komplette Laufzeit wirklich gut zu unterhalten weiß. Dabei muss man nicht einmal Interesse an der Raumfahrt haben, und auch kein Physiklehrer sein. Hier geht es eher um darum, dass sich ein Mann gegen eine Übermacht stellt, um der Wahrheit zu ihrem Recht zu verhelfen. Schlussendlich ein realistisch gehaltener Ermittlerfilm im klassischen Sinne. Extras beinhaltet die Scheibe, wie bei US TV Filmen üblich, übrigens keine.
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