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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Kill the Messenger (Blu-ray)
Band FILM
Titel Kill the Messenger (Blu-ray)
Label/Vertrieb Universal Pictures Germany GmbH
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Veröffentlichung 21.01.2016
Laufzeit 112:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Michael Cuesta war bisher fr die unterhaltsame Seite zustndig, in dem er als Regisseur fr hochwertige TV-Serien wie "Dexter", "Six Feet Under", "Elementary" und "Homeland" ttig war. Auch der Thriller "Das Schwarze Herz" konnte mich berzeugen. Nun steht mit "Kill the Messenger" sein neuester Streifen ins Haus, von dem ich entsprechend viel erwartete. Allerdings in die falsche Richtung, wie ich erstaunt herausfinden musste! Stopp, weiterlesen, das war kein Manko. Cover des Films mit Hauptdarsteller Jeremy Renner lie mich einen Actionthriller erwarten, da ich keinerlei Vorkenntnis ber die doch so traurig real existierende Geschichte hatte, die sich Cuesta hier zur Vorlage fr sein Werk nahm.
Sie wirft uns zurck in die 90er Jahre, in denen Enthllungsjournalist Gary Webb ein recht unbedeutender kleiner Schreiberling bei der San Jose Mercury News war. Er bekam jedoch geheime Informationen zugespielt, in denen die CIA mit den nicaraguanischen Contra Rebellen in Verbindung gebracht wird, und das gleich in verheerendem Ausma! Sie soll geduldet haben, dass die Contras 50 % des Kokains des amerikanischen Straenhandels der 80er Jahre importieren durften, um sich damit zu finanzieren. Explosiver Stoff, der natrlich einschlgt, aber eben auch die CIA und die Politik mit auf den Plan ruft. Webb sieht sich alsbald von allen Seiten bedrngt, und verliert seinen Job, sein Familienleben hngt am seidenen Faden, aber auch sein eigenes.

Bei uns ist diese Geschichte sicher den wenigsten bekannt, in den USA dafr umso mehr. In Anbetracht der Tragweite der ganzen Geschichte und deren Ausgang ist es fr mich wirklich erfreulich, dass sich jemand wie Cuesta und die Produzenten trauen, eine solche Thematik filmisch umzusetzen! Ich kann mir vorstellen, dass dies an mancher Stelle nicht auf viel Gegenliebe gestoen ist. Erfreulich ebenso zu sehen, dass die Geschichte so adquat umgesetzt wurde, sofern man das beurteilen kann. Hier wurde eben nicht auf Effekthascherei und Spannungsmomente gesetzt, sondern vielmehr auf Korrektheit und sachlich-nchterne Darstellung der Geschehnisse wert gelegt. Wer hier einen Hollywood-Hochglanz-Thriller erwartet wird definitiv enttuscht werden! Vielmehr handelt es sich bei "Kill the Messenger" um einen trockenen aber durch die grausam realen Fakten auch umso erschreckenderes Doku-Drama, das man gesehen haben sollte!
Ein Hauptgewinn fr Cuesta war hier natrlich auch Renner in der Hauptrolle des Gary Webb, der die Figur einfach fabelhaft auszufllen wei, und einmal mehr beweist, dass er fr mehr als einen "Avenger" taugt. Der Rest des Ensembles ist auch ber jeden Zweifel erhaben, und bietet mit Martin Sheen, Oliver Platt, Barry Pepper , Andy Garcia, Ray Liotta und Paz Vega obendrein eine durchaus imposante Riege an Stars. Kurzum ein dunkles Thema aus der Vergangenheit der USA, das es absolut wert war erneut ans Licht gezogen zu werden, vor allem in Hinblick auf Gary Webbs Suizid, den er mittels zwei Kopfschssen im Jahr 2004 begangen haben soll. Die altmodische Machart von Cuesta berzeugt auf ganzer Linie, und ich denke von diesem Mann wird man noch etwas hren.

Technisch gesehen ist die blaue Scheibe gut geworden, wobei man sich optisch stilecht mit dem Filmkorn anfreunden muss, was sicher ein Tribut an die eher alteingesessene Machart des 70er Polit-Thrillers erinnert. Der Ton ist klar frontlastig durch die Dialoge, aber ordentlich abgemischt. Im Bonusbereich finden sich Audiokommentar, entfallene Szenen und drei kurze Featurettes.
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