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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Knight of Cups (Blu-ray)
Band FILM
Titel Knight of Cups (Blu-ray)
Label/Vertrieb Studiocanal
Homepage www.studiocanal.de/kino/knight_of_cups
Veröffentlichung 14.01.2016
Laufzeit 118:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Seit jeher ist es Terrence Malicks Arbeitsweise als Regisseur mit einer enormen Bilderpracht und Atmosphre zu arbeiten. Trotz seiner bislang lediglich sieben Spielfilme in ganzen 43 Jahren ist ihm sein Ruf einer Hollywoods letzter Poeten zu sein gewiss, auch wenn dies nicht gnzlich kritiklos im Raum steht. Seit "Tree of Life" aus dem Jahre 2011 hat sich Malick im Grunde fast komplett von einer herkmmlichen Erzhlart in seinen Filmen verabschiedet, und sein Output ist definitiv dem Arthouse zuzuschreiben. So auch bei seinem neuesten Werk "Knight of Cups", der nun auch hier in den Regalen steht.
Auf die eigentliche Geschichte gro einzugehen ist nicht zwingend ntig, so schnell wie sie erzhlt ist. Hauptprotagonist Rick ist auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens. Dabei Streift er durchs oberflchliche und berauschende Partyleben von Los Angeles, lsst seine Affren Revue passieren und auch der familire Kontakt zu seinem Vater und Bruder steht auf dem Programm.

Nun wer Malicks Schaffen etwas kennt, und vielleicht auch "Tree of Life" gesehen hat, kann sich schon etwas denken, wieso ich die Story so lapidar abhandle. Sie lsst sich einerseits in kurzen Worten umschreiben, andererseits ist sie gleichwohl nicht ganz greifbar in den knapp zwei Stunden Spielzeit. Es ist abermals die superbe Bildsprache und Kameraarbeit die hier hervorsticht, untermalt mit betrenden Klngen die ihre Wirkung bei mir durchaus entfaltet haben. Es ist hier jedoch so, dass der Film ganz sicher nicht das typische Mainstreampublikum anspricht! Auch jngere Semester, kann ich mir vorstellen, knnten schnell gelangweilt sein, und den Sinn von "Knight of Cups" in Frage stellen.
Man kann es keinem verdenken Malicks Film nicht zu mgen, und es fllt auch sicher leicht dies zu tun. Nachvollziehbarer wird das Werk sicherlich fr Menschen, durch die Wahl eines mnnlichen Hauptdarstellers wohl vorwiegend Mnner, im mittleren Alter. Allein eben durch die Konstellation der familiren Probleme von Rick, der Beziehungsprobleme, das Hinterfragen des eigenen Daseins. Ganz klar thematisiert Malick hier die Midlife Crisis, wobei auch gleichermaen die Glitzerfassade von Hollywood hinter dem Vorhang vorgezogen wird. Was man bei "Knight of Cups" nicht erwarten sollte ist Unterhaltung! Wenig Dialoge, viel metaphorisches, Ricks monologe Gedanken und der oben beschrieben Bilderrausch prgen das Geschehen, wenn man so will obendrein mit einem fr Normalseher sicher eher unbefriedigenden Ende.

Der Titel rhrt brigens von der Tarotkarte "Ritter der Kelche" her, und die einzelnen Kapitel, in die der Streifen unterteilt ist, tragen ebenso Namen von Tarotkarten. Das verdeutlicht nur einmal mehr Terrence Malicks Hang zu esotherischen Gedanken, die schon berdeutlich in "Tree of Life" zum Tragen kamen. Wie in seinen Filmen blich kann er auch in "Knight of Cups" auf ein Ensemble absolut hochkartiger Darsteller zurckgreifen, die ganz klar zu brillieren wissen. Christian Bale ist die Rolle des Rick auf den Leib geschrieben, aber auch Natalie Portman, Cate Blanchett, Brian Dennehy, Antonio Banderas, Joel Kinnaman, Armin Mueller-Stahl und Teresa Palmer geben sich hier die Klinke in die Hand, wohingegen Ben Kingsley lediglich als Stimme auftreten darf.
Durch die Thematik bietet sich ein kleiner Vergleich mit dem in meinen Augen grandiosen "I Melt With You" an, wobei in "Knight of Cups" ganz klar nicht so rigoros und heftig rangegangen wird. Dennoch halte ich eine FSK 6 hier fr vllig unangebracht, und sicher nur der Tatsache geschuldet, dass kein Zuschauer in dem Alter auch nur ansatzweise Interesse an Malicks Art Filme zu drehen haben drfte. Wer sich auf so ein filmisches Experiment einlassen mchte, sei herzlich dazu eingeladen. Allen die aufgrund von "Tree of Life" nun abwinken sei gesagt, dass dieser Film hier eine ganze Ecke weniger sperrig ist als die Geschichte vom Baum des Lebens. Qualitativ bietet die Blu-ray Bild und Ton wie sie sein mssen, ein Making-of, Featurette, sowie die Pressekonferenz der Berlinale und kurze Aufnahmen von der Premiere.
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