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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Spring - Love is a Monster (Blu-ray)
Band FILM
Titel Spring - Love is a Monster (Blu-ray)
Label/Vertrieb Koch Media GmbH - DVD
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Veröffentlichung 08.10.2015
Laufzeit 109:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Bislang trat das amerikanische Regieduo Justin Benson und Aaron Moorhead lediglich mit dem leidig interessanten "Resolution - Cabin of Death", sowie einer Folge in "VHS: Viral" in Erscheinung. Auf dem diesjhrigen Fantasy Filmfest lief dann ihr zweiter Spielfilm "Spring - Love is a Monster", der nun auch bei uns in die Regale wandert, und vom Publikum durchaus wohlwollend aufgenommen wurde. Dem Horrorgenre blieben die beiden treu, ok nicht so ganz wie vermutet, dazu aber spter mehr.
Protagonist Evan verlor seine Eltern kurz nacheinander, seinen Job und die Polizei sucht ihn nach einem Handgemenge in einer Bar. Kurzerhand bricht er seine Zelte ab, und reist nach Italien. Dort trifft er in einem idyllischen Kstenort auf die hbsche und geheimnisvolle Louise, in die er sich sogleich verliebt. Louise erwidert seine Avancen aber nicht, sie will Evan eher fr eine schnelle Nummer gewinnen. Evan wiederum bleibt standhaft, und will mehr von der vermeintlichen Liebe seines Lebens, nicht wissend, dass Louise ein schreckliches Geheimnis in sich birgt.

Nun wre es mig lange rumzureden, irgendwelche Spoiler zu vermeiden, wenn das Cover bereits eine holde Dame mit monstrs anmutenden Auswchsen zeigt, die zeitweilen an die "Species"-Reihe erinnern. Zunchst einmal muss aber all jenen der Wind aus den Segeln genommen werden, die hier waschechten Creature-Horror erwarten, denn genau das bieten uns Moorhead und Benson absolut nicht! Im Gegenteil, denn den Zuschauer erwartet hier eine durchaus ungewohnte Mischung aus einer Romanze mit mystischen Untertnen, humorvollen Anflgen in den Dialogen, und einer ganz kleinen Prise Horror, die etwas an die Werke von Altmeister H. P. Lovecraft erinnert.
Diese Mischung macht es "Spring - Love is a Monster" sicher nicht gnzlich leicht, sein Publikum zu finden, denn der Horrorpart nimmt erstaunlich wenig Raum ein, lsst dafr aber viel Platz fr die Entfaltung seiner Charaktere Evan und Louise, die mit Lou Taylor Pucci ("Evil Dead" Remake) und die deutsche Nadia Hilker absolut hervorragend besetzt sind. Das ist auch der gewinnbringende Punkt, durch den der Streifen funktioniert. Man nimmt den beiden die Rollen einfach ab, und zusammen mit der melancholischen Stimmung, den tollen Landschaftsaufnahmen und dem aufkeimenden italienischen Lebensgefhl ergibt dies eine durchaus reizvolle Mischung. Dass der Verlauf der Geschichte nicht wirklich vor berraschungen berquillt, und das Ende dann doch etwas arg schmalzig daherkommt, fllt nicht allzu schmerzhaft ins Gewicht.

Um dem Punkt Horror gerecht zu werden, htte es vielleicht eine Prise mehr von allen ntig gehabt, den wirklich zu sehen gibt es hier fr die Blutfans nicht! Das Augenmerk des Films liegt definitiv anders. Durch Optik und Atmosphre fhlt man sich dennoch stellenweise an die alten Euro-Horror Werke erinnert, was ich in einem amerikanischen Film so auch noch nicht zu Gesicht bekam. Die Optik ist allerdings ein Stichpunkt, der es anzusprechen lohnt. Die Regisseure arbeiteten mit einem Weichzeichner Effekt, der einem David Hamilton zu ehren reichen wrde! Das empfand ich als unpassend, da ich hier eben nicht "Zrtliche Cousinen" ber den Schirm flimmern sah, und dadurch auch die wirklich schn eingefangenen Aufnahmen Italiens enorme Einbuen erfahren.

Insgesamt ergibt sich daher, dass "Spring - Love is a Monster" ein etwas anderer, doch gelungener Beitrag im phantastischen Genre wurde, aber eben durch die simple Geschichte, und behbige Erzhlweise auch nicht in ungeahnte Hhen heben lsst. Wer offen fr Werke dieser Art ist, der kann einen Blick riskieren, wer hier das Wort Horror in seinen Erwartungen zu gro schreibt, wird enttuscht werden. Qualitativ ist die Blu-ray auf ordentlichem Niveau, wenngleich das Bild aufgrund oben genannter Optik natrlich keine HD-Wow Momente mit sich bringt. Dafr ist der Bonusteil mit massig Featurettes, alternativem Ende, entfernten Szenen und Pressematerial gefllt, was nun wirklich jeden Interessierten zufrieden stellen sollte.
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